Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) entstand 2013 und ist seit 2016 im Berliner Abgeordnetenhaus vertreten. Sie vertritt eine national-konservative bis völkisch-nationalistische Haltung und wird dem rechtspopulistischen Spektrum zugeordnet. Auf Bundesebene ist sie seit der Bundestagswahl 2025 zweitstärkste Kraft. Sie ist Teil der Opposition, alle anderen Parteien schließen eine Zusammenarbeit aus. In 14 von 16 Landtagen ist sie als Fraktion vertreten.
In den Anfangsjahren vertrat die AfD vor allem EU-kritische sowie wirtschafts- und nationalliberale Positionen. In den Folgejahren fokussierte die Partei stärker migrations- und sicherheitspolitische Themen. Innerparteilich gewannen Strömungen an Einfluss, die als rechtspopulistisch bis in Teilen rechtsextrem eingeordnet werden. Einzelne Landesverbände und Funktionäre gelten als völkisch-nationalistisch.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: Dr. Kristin Brinker*
Gründungsjahr Landesverband: 2013*
Mitgliederzahl in Berlin: 2.100*
Wahlergebnis 2023: 9,1%
* nach Angaben der Partei
Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die AfD seit 2021 als rechtsextremistischen Verdachtsfall, u. a. da ihr Volksverständnis im Widerspruch zu dem des Grundgesetzes stehe. Außerdem greife die Partei regelmäßig rechtsextremistische und verschwörungstheoretische Erzählungen vom Austausch der Bevölkerung durch Zuwanderung auf. Über eine weitergehende Einstufung durch das Bundesamt steht die gerichtliche Entscheidung noch aus.
Schwerpunkte im Wahlprogramm sind innere Sicherheit (u. a. mehr Polizei, Schaffung einer Bezirkspolizei, strengere Strafen), eine strikte Begrenzung von Migration und deutlich umfangreichere Abschiebungen. Wohnungsbaupolitisch fordert die AfD die Bevorzugung Einheimischer auf dem Wohnungsmarkt, weniger staatliche Regulierung, Erleichterung privater Investitionen sowie mehr Neubau. In der Bildungspolitik setzt sie auf Orientierung an Leistung und Disziplin, sie fordert Deutsch als Schulsprache, das differenzierte Schulsystem beizubehalten sowie einen verbindlichen Kanon deutscher Werke. Verkehrspolitisch setzt sie auf den Ausbau des Schienennetzes, möchte Straßen und Parkplätze stärken und Ausbauvorgaben für das Radverkehrsnetz reduzieren. In der Wirtschaftspolitik fordert sie die Reduzierung von Umweltauflagen und mehr Unterstützung für Mittelstand und Handwerk. Programme zu Diversität, Gender oder Antidiskriminierung lehnt sie ab und betont eine traditionelle kulturelle Orientierung.
Zur Abgeordnetenhauswahl tritt die AfD erneut mit der Landesvorsitzenden Dr. Kristin Brinker als Spitzenkandidatin an.