Die „Christlich Demokratische Union Deutschlands“ (CDU) entstand nach dem Zweiten Weltkrieg als überkonfessionelle Volkspartei, um christlich-soziale, konservative und liberale Strömungen zusammenzuführen. Sie orientiert sich an christlichen Werten sowie an den Grundwerten Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit. Die Partei steht für die soziale Marktwirtschaft, verbunden mit Eigenverantwortung und dem Leistungsprinzip, und bekennt sich zur Zusammenarbeit in der EU.
Die CDU stellte über mehrere Jahrzehnte den Bundeskanzler bzw. die Bundeskanzlerin. Veränderungen programmatischer Positionen während der Kanzlerschaft Angela Merkels (2005–2021) wurden in der Öffentlichkeit und Politikwissenschaft teilweise als Verschiebung zur politischen Mitte und gesellschaftspolitische Liberalisierung wahrgenommen. Unter dem Parteivorsitzenden und amtierenden Bundeskanzler Friedrich Merz wird die Partei vielfach wieder als konservativer eingeordnet.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: Sven Schulze*
Gründungsjahr Landesverband: 1945*
Mitgliederzahl in Sachsen-Anhalt: 5.400*
Wahlergebnis 2021: 37,1%
* nach Angaben der Partei
Der heutige Landesverband Sachsen-Anhalt wurde im Februar 1990 gegründet. Die ehemalige Blockpartei der „Ost-CDU“ schloss sich im Oktober 1990 mit der westdeutschen CDU zusammen. Damit übernahmen die ostdeutschen Landesverbände die Programmatik der Gesamtpartei. In Sachsen-Anhalt führte die CDU von 1990 bis 1994 sowie erneut seit 2002 die Landesregierung in verschiedenen Koalitionen an.
In ihrem „Regierungsprogramm“ anlässlich der Landtagswahl setzt die Partei auf Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Bildung. Sie will die Landespolizei vergrößern und spricht sich für eine Begrenzung der Zuwanderung sowie mehr Abschiebungen aus. Die Bezahlkarte für Asylbewerber will sie beibehalten. Im Bildungsbereich will die CDU Gesamt- und Sekundarschulen zu einer neuen „Oberschule“ zusammenlegen und spricht sich für eine stärkere Berufsorientierung aus. Wirtschaftspolitisch soll Sachsen-Anhalt als Standort für die Chemie- und Pharmaindustrie ausgebaut und der Mittelstand durch den Abbau von Bürokratie sowie die Vermeidung höherer Abgaben für Unternehmen entlastet werden. Zudem lehnt die Partei eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags ab.
Spitzenkandidat der CDU ist Sven Schulze, der Ende Januar 2026 als Nachfolger von Reiner Haseloff (CDU) durch den Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Auf der 50 Plätze umfassenden Landesliste der CDU für die Landtagswahl kandidieren zwölf Frauen, davon vier unter den ersten 20 Listenplätzen.