Der Landesverband Sachsen-Anhalt der „Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ (SPD) wurde im August 1990 gegründet. Die ostdeutsche Sozialdemokratie hatte sich bereits im Oktober 1989 aus einem Kreis DDR-Oppositioneller zunächst als SDP zusammengefunden. Sie schloss sich im September 1990 mit der SPD der Bundesrepublik zusammen. Die SPD entstand im 19. Jahrhundert und war auf Bundesebene mehrfach an Regierungen beteiligt oder hat diese angeführt. In Sachsen-Anhalt stellte sie zwischen 1994 und 2002 den Ministerpräsidenten und war ab 2006 durchgehend an den CDU-geführten Landesregierungen beteiligt.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: Andreas Schmidt, Juliane Kleemann*
Gründungsjahr Landesverband: 1990*
Mitgliederzahl in Sachsen-Anhalt: 3.000*
Wahlergebnis 2021: 8,4%
* nach Angaben der Partei
Die SPD versteht sich traditionell als Partei der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie des sozialen Ausgleichs. Mit dem Godesberger Programm von 1959 löste sie sich vom Marxismus, hielt aber an ihren Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität fest. Sie bekannte sich zur Sozialen Marktwirtschaft und öffnete sich für breitere gesellschaftliche Gruppen. Programmatische Schwerpunkte sind sozialstaatliche Sicherung, der Abbau sozialer Ungleichheit durch gesetzliche Regulierung und finanzielle Umverteilung sowie Chancengleichheit. Außerdem spielen Tarifbindung und öffentliche Daseinsvorsorge eine zentrale Rolle. Zuletzt hat die Partei auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen reagiert und soziale Absicherung und staatliche Handlungsfähigkeit stärker in den Fokus gerückt.
Das Wahlprogramm „Mit Herz, Haltung und Zuversicht“ stellt die soziale Ausgestaltung des Strukturwandels sowie die Stärkung des Industriestandorts Sachsen-Anhalt und Beschäftigung in den Mittelpunkt. Die Partei setzt sich für faire Löhne durch Tarifbindung mittels des Tariftreue- und Vergabegesetzes ein. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung der Gesundheitsversorgung sowie im Bildungsbereich die Forderung einer dauerhaften Finanzierung der Schulsozialarbeit aus Landesmitteln. Ebenfalls möchte die Partei die Energiewende konsequent fortführen, bei gleichzeitig bezahlbaren Energiepreise. Zur Stärkung der inneren Sicherheit soll das polizeiliche Beförderungsbudget verbessert und die Justiz personell sowie digital ausgebaut werden.
Spitzenkandidat der SPD zur Landtagswahl ist Armin Willingmann. Die Landesliste umfasst 41 Kandidierende, wobei die ersten 26 Plätze abwechselnd mit Männern und Frauen besetzt sind.