Die Partei „Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit“ (BSW) ging 2024 aus dem gleichnamigen Verein hervor. Aushängeschild und Namensgeberin war Sahra Wagenknecht, die 2015 bis 2019 Fraktionschefin der Partei „Die Linke“ im Bundestag war. Auch zahlreiche andere BSW-Gründungsmitglieder waren zuvor Mandatsträger der Linken. Der BSW-Landesverband Sachsen-Anhalt wurde ebenfalls 2024 gegründet. Bei den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen erzielte die Partei 2024 zweistellige Wahlergebnisse. In Thüringen ist sie an der Landesregierung beteiligt. Bei der Bundestagswahl 2025 scheiterte das BSW knapp an der Fünf-Prozent-Hürde.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: John Lucas Dittrich & Thomas Schulze*
Gründungsjahr Landesverband: 2024*
Mitgliederzahl in Sachsen-Anhalt: 504*
Wahlergebnis 2021: nicht angetreten
* nach Angaben der Partei
Das BSW unterstützt ein stärkeres sozial- und wirtschaftspolitisches Eingreifen des Staates und fordert beispielsweise „marktbeherrschende Konzerne“ zu entflechten und Privatisierungen etwa im Bereich Gesundheit oder Wohnen zu stoppen. Es kritisiert Aufrüstung, die in seinen Augen überschätzte Rolle erneuerbarer Energien und möchte Zuwanderung begrenzen. Im Gründungsmanifest des Vereins spielte die Kritik an der derzeitigen Regierung und das Versprechen eines politischen Neuanfangs eine zentrale Rolle.
Der Landesverband Sachsen-Anhalt adressiert gezielt Erfahrungen ostdeutscher Menschen. Im Mittelpunkt seines Wahlprogramms unter dem Titel "Sachsen-Anhalt bleibt anders" stehen die Ablehnung höherer Militärausgaben und einer Wehrpflicht, mehr direkte Demokratie, eine Reform öffentlich-rechtlicher Medien durch Beitragsanpassungen und einen neuen Rundfunkrat, kommunale Entschuldung durch eine Neuverteilung öffentlicher Mittel, staatliche Investitionen in Industrie, Infrastruktur und Bildung sowie niedrigere Energiepreise, für die auch mit Russland verhandelt werden dürfe. Weitere Schwerpunkte sind wohnortnahe Gesundheitsversorgung, eine Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus, konsequente Abschiebung und strengere Regeln für Arbeitsmigration.
Das BSW tritt mit Claudia Wittig und Thomas Schulze als Spitzenduo an. Die Landesliste umfasst 23 Plätze, darunter 17 Männer und 6 Frauen.