Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) entstand 2013 als Reaktion auf die europäische Finanz- und Eurorettungspolitik. Der Landesverband Sachsen-Anhalt wurde ebenfalls 2013 gegründet. Die AfD ist seit 2014 im Europaparlament und seit 2017 im Deutschen Bundestag vertreten. In Sachsen-Anhalt sitzt sie seit 2016 im Landtag.
Der Landesverband wird vom Verfassungsschutz des Landes als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft, unter anderem da er programmatisch „von der rassistischen Ideologie des Ethnopluralismus durchdrungen“ sei und auf die „Schaffung ethnisch reiner Gesellschaften“ abziele. Die juristische Klärung der Einstufung ruht derzeit. Politikwissenschaftlich wird die Partei überwiegend als rechtspopulistisch bis rechtsextrem eingeordnet. Innerhalb der Partei werden auch nationalkonservative und völkisch-nationalistische Positionen verortet. Sie selbst beschreibt sich als konservativ und patriotisch.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: Martin Reichardt*
Gründungsjahr Landesverband: 2013*
Mitgliederzahl in Sachsen-Anhalt: 3.500*
Wahlergebnis 2021: 20,8%
* nach Angaben der Partei
Programmatische Schwerpunkte liegen auf einer restriktiven Migrations- und Asylpolitik sowie auf der Rückverlagerung nationalstaatlicher Kompetenzen aus der EU. Sie fordert weniger staatliche Regulierung für die Wirtschaft und die Stärkung fossiler Energieträger. Gesellschaftspolitisch setzt sich die AfD für ein traditionelles Leitbild der Familie ein und lehnt geschlechterpolitische Konzepte wie Gender-Mainstreaming ab. In der Bildungs- und Kulturpolitik fordert sie eine stärkere Ausrichtung auf nationale Identität und kulturelle Traditionen.
Das Wahlprogramm zur Landtagswahl wird von der Partei selbst als „Regierungsprogramm“ bezeichnet. Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach einer migrationspolitischen Kehrtwende, darunter eine „Abschiebe- und Remigrationsoffensive“ sowie eine deutliche Begrenzung von Zuwanderung. In der Bildungspolitik will die AfD die Schulpflicht zugunsten einer „Bildungspflicht“ abschaffen, und in der Familienpolitik mit einem „Baby-Begrüßungsgeld“ Anreize für Geburten setzen. Weitere Schwerpunkte sind der Ausbau der inneren Sicherheit, eine energiepolitische Kehrtwende, die Reduzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf einen „Grundfunk“ und die Förderung einer patriotischen Kulturpolitik. Die Partei strebt eine Regierungsübernahme und Alleinregierung an.
Als Spitzenkandidat tritt Ulrich Siegmund an. Auf den 60 Plätzen der Landesliste kandidieren acht Frauen, darunter eine auf den ersten 20 Listenplätzen.