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Fünf Beispiele für Erinnerungsarbeit im Netz

Leonie Meyer

/ 3 Minuten zu lesen

Von Inseln, Grenzübertritten und Namen: Diese fünf Projekte leisten digitale Erinnerungsarbeit und eignen sich für den Einsatz im Unterricht.

Digitale Formate eröffnen neue Perspektiven für die Erinnerungsarbeit. (bpb, Mel Wilken) Lizenz: cc by-sa/4.0/deed.de

Erinnerungsarbeit hat das Ziel, die deutsche Geschichte aufzuarbeiten, sie verständlich und nachvollziehbar zu machen und daraus einen kritischen Umgang mit Geschichte und (Erinnerungs-)Politik zu entwickeln. Dies kann in Gedenkstätten und Museen vor Ort passieren – oder im digitalen Raum. In diesem Beitrag stellen wir fünf Projekte vor, die Erinnerungskultur ins Digitale übertragen.

Dein Insel. Empire oder Kommune – wo wirst du enden?

(© ZDF) (© ZDF) (© ZDF)

"Stell dir vor, du hättest deine eigene einsame Insel. Du kannst 20 gute Freund:innen mitnehmen, und ihr lebt dort so, wie ihr es richtig findet." – so beginnt das Online-Spiel Externer Link: Deine Insel von ZDF und Terra X. Was auf den ersten Blick unverfänglich wirkt, entpuppt sich im Verlauf des Spiels als Auseinandersetzung mit den Themen Nationalsozialismus und Machtübernahme. Im Verlauf des Spiels kreieren die Spielenden auf ihrer fiktiven Insel Regeln – indem sie Multiple-Choice-Fragen des Chatbots beantworten. Dabei sehen sich Spielerinnen und Spieler des Chat-Bot-Spiels mit Mechanismen konfrontiert, die die freie Gesellschaft bedrohen. Zum Abschluss werden die getroffenen Entscheidungen ausgewertet und eingeordnet.

Das Spiel wurde im Rahmen des Themenschwerpunkts "Hitlers Macht" zum 90. Jahrestag der NS-Machtübernahme entwickelt und entstand in Zusammenarbeit mit der Bildungsstätte Anne Frank und der Agentur NWON.

MoCom

(© Azam Aghalouie und Hassan Tavakoli / Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn) (© Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn) (© Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn) (© Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn)

"Externer Link: MoCom" sind Motion Comics (Bewegte Comics), die sich mit der Deutschen Teilung auseinandersetzen. Beispielsweise werden unter dem Oberthema "Grenzübertritte" die Geschichten des Mädchens Anna und ihrer Flucht aus der DDR sowie der Flucht des Jungen Reza aus dem Iran in das geteilte Deutschland erzählt. Die Comics basieren auf realen Personen und ihren Erfahrungen. Für den Einsatz im Unterricht oder in anderen Bildungskontexten stellt "MoCom" pädagogisches Begleitmaterial bereit. Darüber hinaus können Lehrkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Schulungen der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn zu dem Projekt besuchen.

"MoCom" wurde von der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt realisiert und von der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur im Bundesprogramm "Jugend erinnert" gefördert.

Die Befreiung

(© Christopher Roos von Rosen, Montage: BR) (© Christopher Roos von Rosen, Montage: BR)

"Externer Link: Die Befreiung" ist ein virtueller Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Dachau, der von der Gedenkstätte und dem Bayerischen Rundfunk gemeinsam entwickelt wurde. Mithilfe von Fotos und Augenzeugenberichten erzählt der Rundgang die Befreiung des Konzentrationslagers durch die US-Armee am 29. April 1945 nach. Das Projekt bietet durch "Scrollytelling" einen neuen Zugang zu diesem historischen Ereignis. Der Rundgang ist auf der Website oder als Externer Link: App verfügbar. Die KZ-Gedenkstätte Dachau bietet ergänzend einen digitalen Workshop für Gruppen an.

From Numbers to Names

(© numberstonames, Foto: Museum Ausschwitz-Birkenau) (© numberstonames, Foto: Samantha Bader)

"Externer Link: From Numbers to Names" ist ein Online-Tool, das Holocaust-Opfer mittels Gesichtserkennung auf Fotos identifizieren und so helfen möchte, die Namen der Menschen zu erinnern. Nutzerinnen und Nutzer können eigene Fotos ihrer Vorfahren auf der Website hochladen und bei der Identifizierung von Personen helfen. Eine künstliche Intelligenz gleicht hochgeladene Bilder mit einer Datenbank ab und zeigt dann Ergebnisse an, auf denen die gleiche Person zu sehen sein könnte.

Das Projekt wird von verschiedenen Holocaust- und Shoah-Gedenkstätten, unter anderem Yad Vashem und dem US Holocaust Memorial Museum, unterstützt.

Every Name Counts

(© Arolsen Archives) (© Arolsen Archives) (© Arolsen Archives) (© Arolsen Archives)

Externer Link: Every Name Counts ist eine Crowdsourcing-Initiative des Arolsen Archives. Auf der Website des Projekts können Freiwillige bei der Erfassung der großen Datenmengen von Opfern des Nationalsozialismus mithelfen, indem sie beispielsweise Daten aus KZ-Aufnahmebögen auslesen. Bisher haben 75.000 Freiwillige an über sechs Millionen Dokumenten gearbeitet.

Auf diese Weise entsteht ein digitales Mahnmal, das es auch künftigen Generationen ermöglicht, sich an einzelne Menschen zu erinnern. Ergänzende Unterrichtsmaterialien für den Einsatz in der Schule sind in Planung.

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Leonie Meyer ist Redakteurin für werkstatt.bpb.de. Daneben studierte sie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn im Master Politikwissenschaft. Ihr thematischer Schwerpunkt liegt auf den Wechselwirkungen von Sozialen Netzwerken und Politik bzw. politisch-historischer Bildung.