Dossierbild teamGLOBAL

28.8.2008

Grenzüberschreitende Direktinvestionen

Investitionen von Unternehmen in anderen Ländern haben in den vergangenen Jahrzehnten erheblich zugenommen. Angetrieben wird diese Dynamik vor allem von multinationalen Unternehmen. Obwohl fast alle Länder ihre Märkte für Investitionen aus dem Ausland öffneten, beschränken sich diese bisher weitgehend auf die Industrieländer und einige wenige Schwellenländer.

Grenzüberschreitende Direktinvestitionen (auch als Ausländische Direktinvestitionen, ADI, bezeichnet) unterscheiden sich von den Finanzmärkten dadurch, dass mit der Investition meist ein längerfristiges Engagement in dem betreffenden Land verbunden ist. Sie werden in der Regel von Unternehmen getätigt, die sich davon günstige Produktionsbedingungen und/oder einen besseren Zugang zu den Märkten eines Landes versprechen. Mit den zunehmenden ausländischen Direktinvestitionen hat sich auch die Zahl international operierender Unternehmen erhöht. Grenzüberschreitende Unternehmensfusionen und -übernahmen sind mit Abstand die wichtigste Form der im Ausland getätigten Investitionen.

Wurde in den 1970er Jahren noch die Frage der Kontrolle der multinationalen Unternehmen diskutiert, so werden Direktinvestitionen von der großen Mehrheit der ökonomischen und politischen Akteure nunmehr als ein wesentlicher Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Empfängerländern gesehen. Der Zustrom an Direktinvestitionen wird als positiver Indikator für den jeweiligen "Standort" wahrgenommen.

Zunächst setzten zahlreiche OECD-Länder in den 1980er Jahren Reformen zur Deregulierung von ausländischen Direktinvestitionen um. Eine zweite Welle von staatlichen Liberalisierungsprojekten in vielen Entwicklungsländern folgte in den 1990er Jahren. Tatsächlich gibt es heute nur noch wenige Länder, die sich nicht aktiv um ausländische Direktinvestitionen bemühen.

Für viele Entwicklungsländer haben sich die Hoffnungen, die in Investitionen aus dem Ausland gesetzt wurden, jedoch nicht erfüllt. Auch wenn die Zuflüsse an ausländischen Direktinvestitionen in Entwicklungsländer in den vergangenen Jahren rasch angestiegen sind, konzentrieren sich die Gelder weitgehend auf einige wenige dieser Länder.

In der öffentlichen Wahrnehmung in den Industrieländern werden ausländische Direktinvestitionen häufig mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland gleichgesetzt. Das Motiv von Unternehmen Direktinvestitionen zu tätigen ist jedoch häufig auch die Erschließung neuer Märkte.


teamGLOBAL

teamGLOBAL ist ein Peer-Education-Netzwerk für junge Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Es verbindet engagierte junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Weltanschauungen und setzt einen gemeinsamen Lernprozess zu den Auswirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten der Globalisierung in Gang.

Mehr lesen auf teamglobal.de

Zahlen und Fakten

Globalisierung

Kaum ein Thema wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. "Zahlen und Fakten" liefert Grafiken, Texte und Tabellen zu einem der wichtigsten und vielschichtigsten Prozesse der Gegenwart.

Mehr lesen

Schüler am Laptop
teamGLOBAL - Netzwerk

Wir kommen zu Euch!

Sie haben Interesse an einem Besuch von teamGLOBAL?

Mehr lesen

Publikation zum Thema

Coverbild bpb: magazin HQ

bpb:magazin 1/2012

Den thematischen Rahmen der ersten Ausgabe des bpb:magazins bildet eine der wichtigsten Fragen der politischen Bildung überhaupt: Wie kann Europa weiter gelingen? Außerdem: Reportagen, Interviews und Hintergrundinformationen zu den aktuellen Schwerpunktthemen der bpb: der arabischen Zeitenwende, dem Engagement gegen Rechtsextremismus und den Fragen nach Demokratie und Beteiligung. Zu diesen bietet die bpb Veranstaltungen, Publikationen und Multimedia-Angebote an.Weiter...

Zum Shop

Warum eigentlich Europa? Die "Young European Professionals" sind ein Netzwerk junger Menschen, die europabezogene Themen jugendgerecht vermitteln und zu persönlichem Engagement ermutigen.

Mehr lesen