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21.8.2009

Modulare Produktionsprozesse

Die Revolution der Kommunikationstechnologie machte in Verbindung mit drastisch gesunkenen Transportkosten breit gestreute, auf viele Länder verteilte Produktions- und Dienstleistungsunternehmen technisch und wirtschaftlich möglich.

Modulare Produktion von AutomobilenProduktionsprozesse sind oft über den ganzen Globus verteilt.
Foto: EC (© Mediathek der EU-Kommission )
Produktionsprozesse können heute aufgegliedert und in beliebigen Regionen des Globus angesiedelt werden, um wirtschaftliche Vorteile zu nutzen, die sich aus unterschiedlichen Kosten, der Verfügbarkeit von Produktionsfaktoren und einem günstigen Investitionsklima ergeben. Einzelteile können mühelos in die ganze Welt verschickt und nach Belieben montiert werden. Die Revolution des Kommunikationswesens (Computer, Internet, Email, Satellitentechnik etc.) hat die Koordinierung und Steuerung solcher Systeme breit gestreuter Produktion möglich gemacht. Ihre Anzahl ist in den letzten drei Jahrzehnten rasant gestiegen. Die grenzüberschreitende Natur der Güterproduktion – vor allem der zunehmende Handel innerhalb von Unternehmensgruppen mit Komponenten und Zwischenerzeugnissen – sind ebenso bedeutsam wie die Zunahme des Handelsvolumens selbst. Die Möglichkeit zur modularen Produktion war eine wichtige Voraussetzung für die Ausbreitung multinationaler Unternehmen (MNU), die in mehreren Ländern Aktivitäten unterhalten.

Transaktionskosten? oder Worin liegt die Stärke der MNU?
Ronald Coase, Nobelpreisträger für Ökonomie, entdeckte die Bedeutung der Transaktionskosten. Gemeint sind damit alle Anstrengungen rund um den wirtschaftlichen Austausch: Alternativen suchen, Informationen besorgen, eine Entscheidung treffen, die Transaktion tatsächlich abwickeln. Beim Kauf eines Hauses sind diese Kosten hoch, beim Gang durch den Supermarkt niedrig, aber sie fallen immer an. Coase erklärte mit ihnen die Existenz von Unternehmen. Eigentlich, so beginnt die Überlegung, könnte der Markt alle wirtschaftlichen Tätigkeiten der Menschen koordinieren; braucht jemand eine Arbeitsleistung, kauft er sie sich; jeder ist selbstständig. Doch das wäre extrem teuer, weil die Vertragspartner jede Leistung einzeln verabreden und überwachen müssten. Unternehmen fassen diesen Austausch zusammen und standardisieren ihn mittels Informations- und Kontrollsystemen. Trotz kostenträchtiger Verwaltung sind sie vergleichsweise effizient. Umso mehr dürfte dies für Unternehmen zutreffen, die grenzüberschreitende Produktionsabläufe koordinieren. Quelle: Uwe Jean Heuser (2000), Das Unbehagen im Kapitalismus. Die neue Wirtschaft und ihre Folgen, Berlin Verlag


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