Die Partei „FREIE WÄHLER“ (FREIE WÄHLER) formierte sich 2009 bundesweit und auch als Landesverband in Mecklenburg-Vorpommern. Vorläufer auf Landesebene waren die „Bürgerpartei MV die Initiative für Mecklenburg und Vorpommern“ (BMV), welches 2006 mit dem „Bündnis für M-V“ fusionierte. Bundes- und Landesverband der FREIEN WÄHLER fungieren als Dachorganisationen von unabhängig entstandenen Wählergemeinschaften. Die FREIEN WÄHLER sind durch ihre Struktur und dadurch auch thematisch stark in der Kommunalpolitik verwurzelt und betonen dabei ihren Fokus auf „ideologiefreie Sachpolitik“.
Ihr Bundesvorsitzende Hubert Aiwanger hat 2018 die FREIEN WÄHLER in Bayern erstmals zu einer Regierungsbeteiligung auf Landesebene geführt und ist dort seitdem stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern forderte ihn, wegen seiner Zustimmung bei einer Bundesratsentscheidung für das Schuldenpaket, 2025 zum Rücktritt auf.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: Karl Kessner*
Gründungsjahr Landesverband: 2010*
Mitgliederzahl in Mecklenburg-Vorpommern: 48*
Wahlergebnis 2021: 1,1%
* nach Angaben der Partei
In Mecklenburg-Vorpommern konnten die FREIEN WÄHLER noch nicht aus eigener Kraft in den Landtag einziehen, waren 2019 jedoch für fast ein Jahr durch Übertritte von vier AfD-Abgeordneten kurzzeitig als Fraktion im Landtag vertreten.
Das Landeswahlprogramm der FREIEN WÄHLER setzt den Fokus auf die Themen Demokratie, ländlicher Raum und Kommunen. Demokratiepolitisch wollen die FREIEN WÄHLER die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger etwa durch eine Direktwahl des Ministerpräsidenten, die Reduzierung der Sperrklausel bei Landtagswahlen auf 3% sowie die Absenkung der Hürden für Volksbegehren und Volksentscheide verbessern. Der ländliche Raum soll durch mehr Wirtschaftsförderung, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der digitalen Infrastruktur unterstützt und die Kommunen finanziell entlastet werden. Zur Steigerung der Geburtenrate fordert die Partei mehr finanzielle Anreize für Familien. Darüber hinaus fordern die FREIEN WÄHLER eine Umstrukturierung des Katastrophenschutzes auf Landesebene, etwa durch ein neues Landesamt. Zudem fordert die Partei mehr finanzielle Unterstützung für die freiwilligen Feuerwehren. Die FREIEN WÄHLER wollen die regionale Landwirtschaft schützen sowie stärker erneuerbare Energien nutzen.