Die „Ökologisch-Demokratische Partei“ (ÖDP) entwickelte sich 1981 aus der Umweltbewegung. Während Teile dieser Bewegung sich den „Grünen“ anschlossen und gesellschaftspolitisch ein explizit progressives Profil entwickelten, nahm die ÖDP wertkonservative Positionen ein. Bei Bundestags- und Landtagswahlen hat sie bislang kein Mandat errungen. Im Europäischen Parlament ist die Partei seit 2014 mit einem Mandat vertreten.
Die ÖDP betrachtet in ihrem Grundsatzprogramm begrenzte Ressourcen als zentrale Herausforderung für Klima- und Wirtschaftspolitik und lehnt daher einen Wachstumszwang ab. Sie befürwortet eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft sowie eine Senkung des Konsums. Als soziale Absicherung schlägt sie ein garantiertes Grundeinkommen vor. Familienpolitisch spricht sie sich für ein „Erziehungsgehalt“ aus und betont unter „Schutz des Ungeborenen“, dass werdende Eltern zur „Fortsetzung der Schwangerschaft ermutigt werden“ sollen. Zudem setzt sie sich für mehr direktdemokratische Maßnahmen ein und möchte den politischen Einfluss von Lobbygruppen verringern. Parteispenden von Unternehmen lehnt sie ab.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: Ernst Meixner*
Gründungsjahr Landesverband: 1996*
Mitgliederzahl in Mecklenburg-Vorpommern: 15*
Wahlergebnis 2021: 0,1%
* nach Angaben der Partei
Die ÖDP tritt in Mecklenburg-Vorpommern nach 2011 und 2021 zum dritten Mal zur Landtagswahl an. In ihrem sog. Landesprogramm forderte die Partei u. a., dass die Landesregierung mit Kammern und Verbänden Vereinbarungen zur Entwicklung einer gemeinwohlorientierten Wirtschaft abschließt und öffentliche Unternehmen zu Gemeinwohl-Bilanzen verpflichtet. Die ÖDP lehnt Massentourismus ab. Preisspekulationen beim Erwerb von Immobilien und Boden sollen unterbunden und ein Vorkaufsrecht für Genossenschaftsprojekte eingerichtet werden. Die ÖDP betrachtet Windenergie nicht als nachhaltige Zukunftstechnologie und fordert, in Siedlungsnähe keine weiteren Anlagen zu bauen. Zudem will sie das atomare Zwischenlager Lubmin auflösen. In der Bildungspolitik fordert sie, dass alle Schülerinnen und Schüler mindestens ein Jahr im Fach „Umwelt, Ökologie und Ernährung“ unterrichtet werden.