Lokaljournalismus

16.10.2015

Zur Mithilfe ermuntert

Service: Auf einer Doppelseite werden die Flüchtlingsheime der Stadt aufgeführt, Helfer porträtiert und Anlaufstellen für hilfsbereite Leser genannt.

Plakat mit ehrenamtlich engagierten Berlinern auf der SiegessäulePlakat mit ehrenamtlich engagierten Berlinern auf der Siegessäule (© picture-alliance/dpa)


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Idee



In Köln herrsche beim Thema Flüchtlinge eine positive Grundstimmung, meint Christian Löer, Leiter der Stadtteilredaktion des Kölner Stadt-Anzeigers. "Die Leser reagieren sehr positiv auf unsere Porträts von Asylbewerbern. Viele wollen helfen, wissen aber nicht, wie." So habe die Redaktion sogar Bargeldsendungen erhalten. Dies nahm man zum Anlass, um zu zeigen, wo Hilfe gebraucht wird, und um Helfer vorzustellen. "Viele von ihnen sind ja ganz normale Menschen und keine professionellen Aktivisten", meint der Redakteur. Außerdem gebe es in jedem Stadtteil Kölns Hilfsangebote für Flüchtlinge.

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Drehbuch

Zeitung: Kölner Stadt-Anzeiger
Auflage: 299.900
Kontakt: Christian Löer
Telefon: +49 (0)221 224 23-74
E-Mail: christian.loeer@mds.de

Recherche



"Wir wollten die Unterkünfte auf einer Doppelseite präsentieren", erklärt Löer. Er übernahm die Koordination. "Der Aufwand war enorm hoch, schließlich gibt es in jedem Bezirk mehrere Heime." In jedem Stadtteil kümmerte sich ein Mitarbeiter um die Erfassung der Zahlen. Außerdem wurde jeweils ein Helfer ausfindig gemacht, dessen Tätigkeit vorgestellt werden sollte. Statistisches Material erhielt man von der Stadt.

Probleme



Als man bei der Stadtverwaltung nach den Adressen der Heime fragte, gab es dort Bedenken. "Man befürchtete, dass Rechtsextreme auf die Orte aufmerksam gemacht würden", erzählt Löer. Man habe sich aber von dem Vorhaben nicht abbringen lassen. "Dem Druck von Rechtsextremen darf man sich nicht beugen", meint er. So habe man die Adressen selbst recherchiert. Schwierig sei die Aktualisierung der Daten gewesen, da die Arbeit an der Doppelseite sich über Monate erstreckte und ständig neue Flüchtlinge in die Stadt kämen.

Umsetzung



Auf kleinen Karten wurden die Standorte der Heime gezeigt, Infokästen führten die dazugehörigen Hilfsinitiativen und die jeweilige Anzahl der Bewohner auf. Im Netz erschien der Artikel zusammen mit einer Fotogalerie.

Reaktionen



Die Doppelseite habe einen Nerv getroffen. "Das merkten wir etwa dadurch, dass uns Leser auf Zahlendreher bei Telefonnummern hinwiesen, nachdem sie vergeblich versucht hatten, die Einrichtungen zu kontaktieren", sagt Löer. Großes Lob gab es auch von einem sozial engagierten Pfarrer, mit dem die Zeitung in der Vergangenheit auch einmal aneinandergeraten war. "Gerade von Kritikern hört man so etwas natürlich gerne", meint Löer.

PDF-Icon Kölner Stadt-Anzeiger: Flüchtlingshilfe in Köln

Christian Löer leitet die Stadtteilredaktion und ist stellvertretender Chefredakteur der Lokalredaktion des Kölner Stadt-Anzeigers.


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