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Delinquenz

Der Begriff Delinquenz leitet sich vom lateinischen delinquere („sich vergehen“, „ein Unrecht begehen“) ab und bezeichnet in der Kriminologie und den Sozialwissenschaften strafrechtlich relevantes Verhalten. Anders als Begriffe wie Straftat oder Tatverdächtiger ist Delinquenz kein Rechtsbegriff. Vielmehr dient er als wissenschaftlicher Sammelbegriff, um strafbares Verhalten als gesellschaftliches Phänomen zu beschreiben und zu untersuchen. Nicht jedes delinquente Verhalten wird verfolgt und sanktioniert, weil nicht in allen Fällen die Polizei davon erfährt.

Der Begriff der Delinquenz ist von den Begriffen Straftat und Devianz zu unterscheiden. Eine Straftat ist ein im Strafgesetzbuch oder in anderen Strafgesetzen definierter Rechtsverstoß. Devianz (lateinisch deviare, deutsch “vom Weg abweichen“) bedeutet abweichendes Verhalten und umfasst alle Verhaltensweisen, die von gesellschaftlichen Normen oder Erwartungen abweichen. Nicht jede Form der Devianz ist strafbar, und nicht jede Straftat wird in jeder Gesellschaft gleichermaßen als sozial abweichend wahrgenommen. Delinquentes Verhalten ist immer auch deviantes Verhalten, deviantes Verhalten jedoch nicht immer delinquentes Verhalten (z. B. das Vordrängeln an der Supermarktkasse).

Insbesondere im Zusammenhang mit strafrechtlich relevantem Verhalten von Jugendlichen hat sich der Begriff Jugenddelinquenz etabliert. Er verdeutlicht, dass die Kriminologie strafbares Verhalten als Teil individueller Entwicklungsverläufe und sozialer Lebensbedingungen betrachtet. Die kriminologische Forschung untersucht daher nicht nur einzelne Rechtsverstöße, sondern auch deren Ursachen und soziale Rahmenbedingungen. Statistiken zeigen: Delinquentes Verhalten ist im Jugendalter weit verbreitet. Unabhängig von Sanktionen nimmt delinquentes Verhalten dann im Lebensverlauf wieder ab. Das wird auch Alters-Kriminalitäts-Kurve genannt.

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