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Mutterlandspartei (ANAP) Anavatan Partisi

Dr. Yaşar Aydın

/ 2 Minuten zu lesen

Gründungsjahr


1983/2011

Vorsitz


İbrahim Çelebi

Letzte Regierungsbeteiligung


1999-2002

Die ANAP (Anavatan Partisi) wurde 1983 von Interner Link: Turgut Özal gegründet und gewann im gleichen Jahr die Parlamentswahl, die erste nach dem Militärputsch von 1980. Sie regierte bis 1991.

Die ANAP verstand sich als eine Antithese zu den Parteien aus der Zeit vor dem Putsch und trat für eine soziale Marktwirtschaft ein, gleichwohl bildeten neoliberale Ansätze die Grundlage für ihr Regierungshandeln.

Ziel der liberalkonservativen ANAP war eine grundlegende Modernisierung der Türkei, die durch eine umfassende Liberalisierung der Wirtschaft gelingen sollte. Diese Politik sorgte in den 1980er-Jahren für ein rasantes Wirtschaftswachstum und bewirkte einen enormen Modernisierungsschub, insbesondere in der Infrastruktur des Landes. In diese Zeit fiel der Ausbau des Straßennetzes, der Flughäfen sowie des Telekommunikations- und Stromnetzes.

1989 wurde Özal vom Parlament zum Staatspräsidenten gewählt. Zunehmende Korruptionsvorwürfe gegen ANAP-Politiker, die rapide steigende Inflation sowie die Wiederkehr der politischen Parteien aus der Zeit vor 1980 und ihrer charismatischen Führer (Demirel, Ecevit, Erbakan, Türkeş) ließen die Zustimmung für die ANAP währenddessen sinken. Bei der Parlamentswahl 1991 verlor sie mehr als 12 Prozentpunkte und ging in die Opposition.

Von Juni 1997 bis Januar 1999 stellte die Partei den Ministerpräsidenten (Mesut Yılmaz) und beteiligte sich von 1999 bis 2002 an einer Koalitionsregierung mit der Interner Link: DSP und der Interner Link: MHP. In diese Zeit fielen zahlreiche Reformen, die die Türkei an die EU heranführte, aber auch die türkische Finanz- und Wirtschaftskrise (2001), für die auch die ANAP mitverantwortlich gemacht wurde. Bei der Parlamentswahl 2002 erhielt sie nur noch 5,1 Prozent der Stimmen und verpasste wegen der Zehnprozenthürde den Einzug in die Große Nationalversammlung. In den Folgejahren verlor die Partei weiter an Bedeutung. 2009 fusionierte sie mit der Interner Link: DP (vormals DYP). 2011 kam es zu einer Neugründung der ANAP. Die Partei hat im politischen Leben der Türkei heute kaum eine Bedeutung mehr. Bei den Parlamentswahlen im Juni und November 2015 trat sie nicht an.

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ist seit April 2013 Mercator-IPC-Fellow an der Stiftung Wissenschaft und Forschung und Mitarbeiter in der Forschungsgruppe EU-Außenbeziehungen. Forschungsgebiete: Migrationsforschung und Zuwanderungspolitik; Türkeiforschung; Nationalismusforschung (Nationalismus, ethnische Konflikte, Fremdheitsproblematik, kollektive Identität); Soziale Philosophie und Politische Theorie (Theorien der Moderne/Modernisierung)