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Jugendkriminalität in Deutschland | Innere Sicherheit | bpb.de

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Jugendkriminalität in Deutschland Befunde zu Ausmaß, Entwicklung und Ursachen

Dirk Baier Susann Prätor

/ 16 Minuten zu lesen

Jugendliche fallen im Vergleich zu anderen Altersgruppen häufiger mit kriminellen Verhaltensweisen auf. Was hat das für Gründe? Und welche Entwicklungen lassen sich beobachten?

Als „jugendlich“ gilt, wer zwischen 14 und einschließlich 17 Jahre alt ist. Männliche Jugendliche werden deutlich häufiger als Tatverdächtige registriert als weibliche Jugendliche. (© picture-alliance, Photoshot)

Jugendkriminalität im Allgemeinen und Jugendgewalt im Besonderen stehen regelmäßig im öffentlichen, politischen und medialen Interesse – insbesondere dann, wenn sich schwerwiegende Vorfälle unter Jugendlichen ereignen. Die Entwicklung der Jugendkriminalität wird dabei als eine Art „Fieberkurve“ der Gesellschaft wahrgenommen: Steigt diese, so deute es auf Fehlentwicklungen in Familien, Schulen, Städten oder Gemeinden hin, auf die gesellschaftlich zu reagieren sind. Sinkt die Jugendkriminalität und -gewalt, dann gelinge die Aufnahme der nächsten Generation in das gesellschaftliche Zusammenleben.

Jugendkriminalität im Hellfeld

Um Aussagen zur Jugendkriminalität in Deutschland treffen zu können, lassen sich zwei verschiedene Datenquellen heranziehen. So können polizeilich registrierte Straftaten analysiert werden, zu denen Jugendliche als Tatverdächtige ermittelt wurden. Ob eine Straftat polizeilich registriert wird oder nicht, hängt maßgeblich von der Anzeigebereitschaft der Bevölkerung ab. Diese variiert je nach Schwere der Straftat, Beziehung zum Täter beziehungsweise zur Täterin und Herkunft der Tatperson.

Der hierfür verwendete Begriff des Hellfelds verweist darauf, dass nur ein Teil aller strafbaren Handlungen den Strafverfolgungsbehörden zur Kenntnis gelangt. Die wichtigste Statistik zur Analyse des Hellfeldes ist die Interner Link: Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die alle aufgedeckten Straftaten und ausgewählte Angaben zu den Tatverdächtigen und Opfern wie Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit erfasst. Der Tatverdacht kann sich im weiteren Verlauf des Strafverfahrens als unrichtig erweisen, weshalb die Strafverfolgungsstatistiken und Strafvollzugsstatistiken wichtige Ergänzungen der PKS darstellen.

Jugendkriminalität im Dunkelfeld

Ein je nach Delikt unterschiedlich großer Anteil an strafbaren Handlungen verbleibt im Dunkelfeld. Dunkelfeldstudien versuchen, sich der Zahl aller begangenen Straftaten von Jugendlichen unabhängig von polizeilicher Registrierung anzunähern. Meist wird im Rahmen dieser Studien nicht von Kriminalität, sondern von Delinquenz gesprochen. Als delinquent werden all jene Verhaltensweisen bezeichnet, die gegen das Gesetz verstoßen, aber nicht notwendigerweise verfolgt und sanktioniert werden, weil die Interner Link: Polizei nicht davon erfährt. Als kriminell werden demgegenüber Verhaltensweisen bezeichnet, die gegen Normen verstoßen und von der Polizei erfasst werden.

Das Verhältnis zwischen Hell- und Dunkelfeld variiert dabei nicht nur mit dem Delikttyp, sondern auch über die Zeit oder über den Ort hinweg. Ansteigende oder rückläufige Entwicklungen in der Hellfeld-Statistik ebenso wie Unterschiede zwischen Städten, Regionen oder Bundesländern können tatsächliche Veränderungen markieren. Sie können aber auch beispielsweise auf Veränderungen im Anzeigeverhalten, in den polizeilichen Ermittlungsaktivitäten, in der Registrierungspraxis der PKS und in gesetzlichen Rahmenbedingungen beruhen.

Definition Jugend

In der PKS wird als „jugendlich“ ausgewiesen, wer zwischen 14 und einschließlich 17 Jahre alt ist. Dies entspricht auch der Definition in Externer Link: § 1 des Jugendgerichtsgesetzes. Repräsentative Dunkelfeldstudien zur Jugenddelinquenz werden in der Regel als Befragungen an Schulen durchgeführt und konzentrieren sich auf Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe; nur vereinzelt erfolgen Befragungen in anderen Altersgruppen oder Befragungen der gleichen Personengruppe über mehrere Jahre hinweg. Bei diesen Befragungen werden nach Erlebnissen mit delinquenten Verhaltensweisen als Opfer oder Tatperson gefragt.

Dunkelfeldstudien haben gegenüber Hellfeldstatistiken den Vorteil, dass sie neben Merkmalen einzelner Bevölkerungsgruppen wie etwa Geschlecht oder Herkunft Erkenntnisse zu Einflussfaktoren delinquenten Verhaltens liefern können. Diese stellen den Ausgangspunkt für präventive Maßnahmen dar: Wenn bekannt ist, weshalb sich Menschen delinquent verhalten, kann entsprechend gegengesteuert werden.

Gleichzeitig sind die Befunde nicht direkt vergleichbar mit den Befunden der PKS, da gesetzlich definierte Straftaten zum Teil nur schwer in verständliche Deliktsbeschreibungen zu übersetzen sind. Hinzu kommt, dass auch in anonymen Dunkelfeldbefragungen aus Angst vor Strafverfolgung oder Scham bestimmte Straftaten nicht angegeben werden. Darüber hinaus nehmen nicht alle für die Befragung ausgewählten Personen tatsächlich teil und es werden nicht alle Bevölkerungsgruppen – im Jugendalter beispielsweise die schulabsenten Personen, die etwa die Schule schwänzen – gleichermaßen gut erreicht.

Trotz dieser Herausforderungen weist die Forschung darauf hin, dass insbesondere Befragungen während des Schulunterrichts aufgrund ihrer höheren Anonymität im Vergleich zu mündlichen Befragungen zu verlässlicheren Ergebnissen führen. Im angelsächsischen Raum durchgeführte Studien belegen ebenfalls, dass Selbstauskünfte im Rahmen von Dunkelfeldbefragungen als recht zuverlässig einzustufen sind.

Kriminelles Verhalten ist im Jugendalter verbreitet

Im Jahr 2024 wurden deutschlandweit 192.863 Jugendliche als Tatverdächtige eines Deliktes polizeilich registriert. Sechs Prozent aller in Deutschland lebenden Jugendlichen waren polizeilich dem Verdacht ausgesetzt, eine Straftat begangen zu haben. Das ist umgerechnet fast jede beziehungsweise jeder 17. Jugendliche. Kriminalität ist im Jugendalter also recht verbreitet, was mit dem lateinischen Begriff Ubiquität („überall verbreitet“) zum Ausdruck gebracht wird. Ubiquität der Jugendkriminalität bedeutet, dass im Jugendalter viele Personen – unabhängig vom Hintergrund oder der Herkunft – Normen überschreiten.

Dass kriminelles Verhalten im Jugendalter verbreitet ist, wird besonders deutlich, wenn man die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) über verschiedene Altersgruppen hinweg vergleicht. Dieser Wert gibt an, wie viele Personen pro 100.000 der Altersgruppe registriert wurden. Im Kindes- und im Erwachsenenalter sind die Belastungen deutlich niedriger als im Jugendalter beziehungsweise späten Jugendalter. Dies wird auch als Alters-Kriminalitäts-Kurve bezeichnet. Die meisten Menschen stellen kriminelles Verhalten dann im Lebensverlauf unabhängig von formellen oder informellen Sanktionen ein.

Ursachen von Jugendkriminalität

Die höhere Kriminalitätsbelastung Jugendlicher hat verschiedene Ursachen: Sie lässt sich neurobiologisch begründen, denn im Jugendalter erfolgen Prozesse der Hirnreifung, die mit einer geringeren Selbstkontrolle einhergehen. Außerdem sind Jugendliche einer geringeren Fremdkontrolle ausgesetzt, da sie sich häufiger in Gruppen Gleichaltriger aufhalten und unstrukturiert Freizeit verbringen – all dies setzt sie Gelegenheiten für delinquentes Verhalten aus. Entwicklungspsychologisch betrachtet befinden sich Jugendliche in einem Zeitraum des Übergangs, in dem es primär darum geht, eine eigene Identität zu entwickeln; dies ist mit einem Ausprobieren – auch von delinquentem Verhalten – verbunden. Im Wesentlichen gelten diese Bedingungsfaktoren deliktübergreifend.

Meist wird sich bei der Erklärung von Jugendkriminalität auf Faktoren konzentriert, die das (nahe) soziale Umfeld von Jugendlichen und deren Persönlichkeit betreffen. Hinsichtlich dieser Faktoren lässt sich eine Art Ranking der wichtigsten Faktoren benennen. An erster Position steht die Peergruppe. Jugendliche, die Kontakt zu delinquenten Freunden haben, weisen ein deutlich erhöhtes Risiko auf, selbst kriminelle Taten zu begehen. Dies ist einerseits mit Gruppendruck, andererseits mit Beobachtungslernen zu begründen. In diesen Gruppen werden die Fähigkeiten zum Begehen von Straftaten ebenso gelernt wie die positive Einstellung zu normüberschreitendem Verhalten.

Der zweitwichtigste Faktor sind bestimmte Auffälligkeiten von Jugendlichen wie das Schulschwänzen und der Alkohol- und Drogenkonsum. Insbesondere der Alkoholkonsum erweist sich als relevant, da dieser enthemmt und reizbar macht. Der drittwichtigste Faktor ist die Familie und der Erziehungsstil. Negativ wirkt sich aus, wenn Eltern bei ihrer Erziehung Gewalt anwenden. Kinder, die Züchtigungen oder sogar schwere Gewaltübergriffe erleben, treten im Laufe ihres Lebens signifikant häufiger durch Gewaltverhalten in Erscheinung. Denn die Kinder lernen dabei, dass Probleme und Konflikte mit Gewalt gelöst werden. Gleichzeitig weisen Studien darauf hin, dass Gewalterfahrungen Hirnareale verändern können, die unter anderem für das Empfinden von Emotionen und Sozialverhalten zuständig sind.

Weitere wichtige Einflussfaktoren sind auf der Persönlichkeitsebene zu verorten. Junge Menschen, die gewaltakzeptierende Einstellungen aufweisen, deren Selbstkontrolle gering ausgeprägt ist, die Männlichkeit und Dominanz als wichtig erachten oder die Werthaltungen der Selbststärkung (z. B. Materialismus, Hedonismus) befürworten, sind eher gefährdet, sich delinquent zu verhalten. Zudem finden sich – jedoch geringer ausgeprägte – Zusammenhänge zwischen dem Gewaltmedienkonsum und dem Gewaltverhalten sowie für schulische Faktoren (Schulbindung, Schulnoten) und Delinquenz.

Turning Points: Wann delinquentes Verhalten aufhört

Dunkelfeldstudien, die auch Entwicklungsverläufe von Jugendkriminalität aufzeigen, haben den Fokus kriminologischer Studien auf die Frage verschoben, wann und warum delinquente Jugendliche zu einem bestimmten Zeitpunkt ihrer Biografie aufhören, delinquent zu sein.

Bestimmte Wendepunkte (Turning Points) wie die Heirat, die Aufnahme einer Arbeit oder der Ausstieg aus delinquenten Freundesgruppen können die sozialen Bindungen und die durch sie ausgeübte informelle Kontrolle erhöhen. Diese Prozesse können sich zu jedem Zeitpunkt des Lebens vollziehen und zur Abwendung von der Kriminalität führen. Die Jugendlichen, die sich vom kriminellen Verhalten abwenden, sind deutlich häufiger in die Familie und den Beruf eingebunden und weisen hier auch intensivere Bindungen auf als Personen, die weiter delinquent bleiben.

Jugendkriminalität ist überwiegend bagatellhaft

Größtenteils handelt es sich bei von Jugendlichen begangenen Straftaten um minderschwere Delikte, weshalb Jugendkriminalität auch als bagatellhaft charakterisiert wird. Dies unterstreichen einige ausgewählte Zahlen der PKS des Jahres 2024:

  • 21 Prozent aller jugendlichen Tatverdächtigen (40.143 Jugendliche) wurden wegen Ladendiebstahls registriert.

  • Rund 8 Prozent aller jugendlichen Tatverdächtigen (16.282 Jugendliche) wurden wegen Sachbeschädigung polizeilich erfasst.

  • Rund 7 Prozent der jugendlichen Tatverdächtigen (13.406 Jugendliche) wurden wegen Beleidigung polizeilich erfasst.

  • Rund 5 Prozent aller jugendlichen Tatverdächtigen (9.387 Jugendliche) nutzten ohne gültigen Fahrschein den Öffentlichen Personennahverkehr.

  • Rund 5 Prozent aller jugendlichen Tatverdächtigen (9.318 Jugendliche) verstießen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

  • Hinsichtlich des Gewaltverhaltens zeigt sich, dass Jugendliche mehrheitlich vorsätzliche leichte Körperverletzungen begehen (28.977 Tatverdächtige; 15 Prozent aller jugendlichen Tatverdächtigen). Schwere und gefährliche Körperverletzungen begingen rund 13 Prozent aller jugendlichen Tatverdächtigen (24.339 Tatverdächtige). Raubtaten begingen rund 4 Prozent aller jugendlichen Tatverdächtigen (7.847 Tatverdächtige). Eines Mordes oder Totschlags wurden 274 Jugendliche beziehungsweise 0,1 Prozent aller jugendlichen Tatverdächtigen verdächtigt.

Jugendkriminalität ist vor allem männlich

Mit Blick auf das Hellfeld wird deutlich, dass männliche Jugendliche fast dreimal häufiger als Tatverdächtige registriert werden als weibliche Jugendliche. Beim Ladendiebstahl ergeben sich kaum Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern, bei Gewaltkriminalität sind die Differenzen besonders ausgeprägt. Fast fünfmal so viele Jungen wie Mädchen werden durch Gewaltverhalten als Tatverdächtige registriert.

Im Dunkelfeld nähern sich beide Gruppen bei Gewaltdelikten zwar etwas an, die Jungen weisen aber auch hier eine fast dreimal so hohe Gewaltrate auf wie die Mädchen. Hinsichtlich der Straftaten insgesamt – zusammengefasst wurden hier verschiedene Eigentums- und Gewaltdelikte – ergibt sich für Jungen eine eineinhalbfach so hohe Belastung.

Die Hintergründe der höheren Gewaltneigung männlicher Jugendlicher sind noch nicht ausreichend untersucht. Befunde weisen einerseits darauf hin, dass eine häufigere Einbindung in delinquente Peergruppen und die Konfrontation mit Gewalt im sozialen Umfeld zu stärker ausgebildeten Gewalteinstellungen führen. Zugleich reichen die vorhandenen Modelle nicht aus, um den Geschlechtsunterschied vollständig zu erklären, sodass weitere biologisch-neurologische ebenso wie persönlichkeitsbezogene und soziale Merkmale geprüft werden müssen.

Erfassung von Herkunft bei Jugendkriminalität

Im Zusammenhang mit Jugendkriminalität, speziell der Jugendgewalt, wird häufig diskutiert, inwiefern Unterschiede je nach Herkunft der Jugendlichen festzustellen sind. Sowohl im Hell- als auch im Dunkelfeld sind Unterschiede zwischen Jugendlichen mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit zu beobachten, wenn auch weniger ausgeprägt als bei den Geschlechterunterschieden (siehe Tabellen oben).

Dabei gilt zu beachten, dass die Unterscheidung aufgrund der Interner Link: Staatsangehörigkeit in der PKS eine grobe Kategorie darstellt und sehr unterschiedliche Gruppen zusammenfasst. Dazu zählen etwa jahrelang in Deutschland lebende Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, sich illegal in Deutschland aufhaltende Personen sowie Touristinnen und Touristen. Im Dunkelfeld hingegen können Befragte mit und ohne Migrationshintergrund unterschieden werden. In der Befragung von 2025 weisen dabei Jugendliche einen Migrationshintergrund auf, die nicht selbst in Deutschland geboren wurden beziehungsweise die keine deutsche Staatsangehörigkeit haben oder bei denen dies für mindestens ein Elternteil der Fall ist.

Delikte von Jugendlichen nach Herkunft

Beim Ladendiebstahl ergeben sich im Dunkelfeld nahezu identische Kriminalitätsraten für deutsche Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Im Hellfeld ist die Belastung nichtdeutscher Jugendlicher hingegen mehr als doppelt so hoch ausgeprägt, was zumindest teilweise mit der groben Kategorie zu erklären ist. Andererseits könnte auch eine selektive Kriminalisierung von Bedeutung sein, nach der ausländische Ladendiebe eher ermittelt und angezeigt werden.

Beim Gewaltverhalten zeigt sich in beiden Datenquellen eine vergleichbare Tendenz: Ausländische Jugendliche beziehungsweise Jugendliche mit Migrationshintergrund weisen höhere Gewaltraten auf. Im Hellfeld fallen die Unterschiede ausgeprägter aus. In Dunkelfeldstudien konnte festgestellt werden, dass die Anzeigebereitschaft etwa doppelt so hoch liegt, wenn ein deutsches Opfer auf eine Tatperson mit vermutetem Migrationshintergrund trifft. Migrantinnen und Migranten werden also häufiger angezeigt und gelangen entsprechend häufiger ins polizeiliche Hellfeld. Mögliche Erklärungen könnten darin liegen, dass sprachliche Probleme verhindern, einen Konflikt auf andere Weise zu klären als durch die Zuziehung der Polizei. Denkbar ist aber auch, dass sich darin eine distanzierte Haltung gegenüber Migranten niederschlägt und der Wunsch nach Bestrafung höher ausfällt.

Erklärungsansätze für delinquentes Verhalten migrantischer Jugendlicher

Bei Straftaten insgesamt zeigt sich im Hellfeld in etwa eine doppelt so hohe Kriminalitätsbelastung ausländischer Jugendlicher. Im Dunkelfeld ergibt sich ebenfalls eine erhöhte Belastung, wenngleich der Unterschied schwächer ausfällt als im Hellfeld. Nichtdeutsche Jugendliche treten also häufiger insbesondere durch Gewaltverhalten in Erscheinung.

Dabei sind aber zwei Erkenntnisse zu ergänzen: Erstens sind nicht alle Gruppen gleichermaßen hoch belastet. Eine Studie von 2021 belegt, dass beispielsweise asiatische Jugendliche eine niedrigere Gewaltrate als deutsche Jugendliche aufweisen. Für Jugendliche aus Ländern des ehemaligen Jugoslawiens oder für türkische Jugendliche sind höhere Gewaltraten festzustellen. Zweitens lassen sich die Unterschiede in der Kriminalitätsbelastung verschiedener Migrantengruppen – im Gegensatz zum Geschlecht – nahezu vollständig erklären: Neben einer schlechteren sozio-ökonomischen Situation und der Bildungsbenachteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund spielen vor allem Einstellungsunterschiede bezüglich des Gewalteinsatzes eine Rolle. Diese äußern sich im häufigeren Einsatz von elterlicher Gewalt ebenso wie in der Befürwortung gewaltaffiner Männlichkeitsorientierungen.

Jugendkriminalität geht langfristig betrachtet zurück

Vergleicht man die Jahre 2007, 2017 und 2024, zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Jugendkriminalität um etwa 21 Prozent. Zwischen 2017 und 2024 ist ein leichter Anstieg festzustellen, wobei jedoch das Niveau deutlich unter dem des Jahres 2007 bleibt. Die Anzahl verurteilter Jugendlicher ist im selben Zeitraum gesunken. Eine Verurteilung zu Gefängnisstrafen ist im Jugendalter die Ausnahme: Im Jahr 2007 fanden sich zum Stichtag Ende März insgesamt 780 jugendliche Inhaftierte, 2024 waren es nur halb so viele.

Auch Dunkelfeldstudien lassen auf einen Rückgang der Jugendkriminalität schließen. Für alle dargestellten Verhaltensweisen ergibt sich im Vergleich der Jahre 2007/2008 und 2017 ein deutlicher Rückgang. Dieser Rückgang setzt sich bis 2024 nicht in derselben Dynamik fort – teilweise ergeben sich ansteigende Raten, die das Niveau aus den Jahren 2007/2008 aber nicht erreichen. Der stärkste Anstieg ist beim Ladendiebstahl festzustellen. Dieses Delikt ist zugleich gut geeignet, um zu illustrieren, dass viele jugendliche Tatpersonen nicht ins Hellfeld gelangen: Während in der PKS der Anteil jugendlicher Tatverdächtiger 1,3 Prozent beträgt, liegt er im Dunkelfeld bei 8,2 Prozent.

Für das Gewaltdelikt Raub ist laut der Dunkelfeldbefragung seit 2017 ein Anstieg zu erkennen. Auch im Hellfeld sind Anstiege im Bereich der Gewaltkriminalität für Jugendliche feststellbar. Bislang ist nicht ausreichend untersucht, welche Faktoren diese jüngeren Gewaltanstiege erklären können. Ähnliche Anstiege lassen sich etwa im Bereich gewaltakzeptierender Einstellungen, traditionelle Männlichkeitsbilder und negativer Haltungen gegenüber der Schule finden, die wiederum wichtige Einflussfaktoren des Gewaltverhaltens sind. Wodurch diese Veränderungen hervorgerufen wurden und welche Rolle in diesem Zusammenhang (soziale) Medien spielen könnten, ist bislang nicht ausreichend erforscht.

Die meisten Übergriffe – erfragt aus Opferperspektive – finden in der gleichen Altersgruppe statt. Mehr als die Hälfte aller Opfer von Gewalttaten berichten mit Blick auf das zuletzt erlebte Delikt, dass die Täterinnen und Täter zwischen 14 und 17 Jahre alt waren. Etwa ein Fünftel der Befragten gibt an, dass die Täterinnen und Täter über 21 Jahre alt und damit deutlich älter als die Jugendlichen selbst waren. Weniger Befragte geben an, dass die Täterin beziehungsweise der Täter zwischen 18 und 21 Jahre alt war und noch weniger, dass die Tat von einer Person ausgeführt wurde, die jünger als 14 Jahre alt war.

Mehrfachstraftaten unter Jugendlichen selten

Das Gewaltverhalten von Jugendlichen, die in den zurückliegenden zwölf Monaten mindestens fünf Taten begangen haben, ging laut Dunkelfeldbefragungen von 2007/2008 bis 2017 deutlich von 4,3 auf 1,1 Prozent zurück. Bis 2024 stieg dieser Wert auf 1,8 Prozent. Etwa jeder dritte delinquente Jugendliche führte laut einer Studie aus dem Jahr 2012 einen Delikttypus ein- oder zweimal aus, ist also als Gelegenheitstäterin oder-täter einzustufen. Jugendliche, die mindestens drei Delikttypen und insgesamt über zehn Taten begangen haben, werden entsprechend der Analyse als Mehrfach- beziehungsweise Intensivtäterin oder -täter eingestuft. Insgesamt 6,5 Prozent aller Jugendlichen fallen in diese Kategorie; ein Wert, der auch in anderen Studien berichtet wird.

Auf diesen kleinen Anteil an Jugendlichen geht jedoch ein großer Anteil der Gesamtkriminalität zurück: Die rund sieben Prozent Intensivtäterinnen und -täter haben beispielsweise etwa 52 Prozent aller Ladendiebstähle, 56 Prozent aller Sachbeschädigungen und 61 Prozent aller leichten Körperverletzungen begangen. Allgemein lassen sich 63 Prozent aller berichteten Delikte Intensivtäterinnen und -täter zuordnen.

Studien zeigen, dass sich bei Intensiv- und Mehrfachtäterschaft von Jugendlichen gehäuft Ursachen kriminellen Verhaltens wie elterliche Gewalt, benachteiligte soziale Lage, schulische Schwierigkeiten, geringe Selbstkontrolle und Einbindung in delinquente Freundesgruppen beobachten lassen.

Schule als Tatort

Dunkelfeldstudien belegen darüber hinaus, dass die Schule ein relevanter Ort für die Begehung von kriminellen Handlungen, insbesondere Gewalt, ist. So gibt etwa ein Viertel aller jugendlichen Gewaltopfer 2025 an, dass sie in oder vor der Schule Opfer einer Gewalttat wurden. Dort verbringen Jugendliche allerdings auch einen Großteil ihrer Zeit und müssen im Klassenverband und auf dem Schulhof mit unterschiedlichsten Menschen auskommen. An zweiter Stelle stehen öffentliche Plätze und Straßen, an dritter Stelle das Zuhause.

Die Annahme, dass es an Schulen immer rauer und gewalttätiger zugehen würde, wird allerdings durch eine Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung nicht gestützt. Demnach gehen gemeldete Fälle gewaltbedingter Unfälle an Schulen zurück.

Vielfalt an Präventionsmaßnahmen

Präventionsmaßnahmen sind ganz unterschiedlich ausgerichtet: Universelle Prävention richtet sich an alle Kinder und Jugendliche, noch bevor ein unerwünschtes Verhalten auftritt. Indizierte Prävention richtet sich nur an straffällige Kinder und Jugendliche. Selektive Prävention stellt eine zielgruppenspezifische Prävention dar. Hier richten sich die vorbeugenden Maßnahmen an Gruppen, die eine besondere Gefährdung aufweisen, zum Beispiel nur männliche Jugendliche oder nur Jugendliche aus sozial schwachen Familien.

Studien haben nachgewiesen, dass es eine Reihe an effektiven Präventionsprogrammen für die Bereiche Gewalt und Kriminalität gibt. Gleichzeitig gilt, dass für verschiedene neue Programme noch keine nachgewiesene Wirkung bestätigt werden konnte. Zugleich gibt es kaum Hinweise auf unbeabsichtigt negative Effekte dieser Präventionsmaßnahmen. Im schlechtesten Fall sind neue Programme und Maßnahmen also wirkungslos, was bedeutet, dass neben etablierten Programmen und Maßnahmen auch neue, kreative Wege der Prävention ausprobiert werden können.

Frühe Förderung bedeutsam

Prävention sollte möglichst frühzeitig im Leben von Kindern und Jugendlichen beginnen, da die frühe Förderung für eine positive Entwicklung bedeutsam ist. Das Nurse-Family-Partnership-Programm betreut bereits junge Mütter mit spezifischen Risikomerkmalen während der Schwangerschaft. Programme, die Kompetenzen vermitteln, um Gefühle auszudrücken oder Handlungskonsequenzen zu akzeptieren, beginnen meist im Kindergarten oder der Grundschule. Gleichzeitig gilt, dass Menschen auch in späteren Lebensphasen neue Verhaltensweisen lernen können. Prävention sollte sich daher nicht allein auf die frühe Kindheit beziehen.

Präventionsmaßnahmen nehmen auch häufig Familien in den Fokus. Die positive Beziehung zwischen Eltern und Kind steht hier ebenso im Zentrum wie Strategien zum angemessenen Umgang mit kindlichen Problemverhaltensweisen. Die funktionale Familientherapie konzentriert sich stärker auf Familien, deren Kinder bereits straffällig geworden sind. Verändert werden dabei Kommunikationsstrategien und Verhaltensweisen in der Familie.

Neben der Familie sind Schulen ein zentraler Ort der Präventionsarbeit. Um Gewalt und Mobbing zu reduzieren, richten sich Programme an Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern und vermitteln Ansätze für einen störungsfreien Unterricht und gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien. Auch Streitschlichtungsprogramme oder sogenannte Peacemaker-Programme helfen, Gewalt und Aggressionen an Schulen zu reduzieren. Ebenfalls wirksam sind Programme, die auf positive Rollenvorbilder setzen, sogenannte Mentorenprogramme.

Die Zusammenarbeit von Familien, Schulen, Polizei, Gerichten, Sozialarbeit und Vereinen ist ein zentrales Merkmal funktionierender Prävention. Zur Vernetzung verschiedener Akteure gründen sich in einigen Städten und Gemeinden Präventionsräte. Bei dem Projekt „Schools that Care“ werden etwa Schülerinnen und Schüler befragt, welche Probleme und Herausforderungen unter Jugendlichen existieren. Darauf basierend werden dann konkrete, nachweislich wirksame Maßnahmen der Prävention gewählt und durch Schulen, Sozialarbeit und Vereine umgesetzt.

Strafen nur begrenzt wirksam Negative Effekte lassen sich hingegen bei Programmen nachweisen, die sich primär auf körperliche Betätigung konzentrieren. Dazu zählen sogenannte Boot-Camps, in denen straffällige Jugendliche den ganzen Tag körperlich beschäftigt werden. Ein wesentliches Problem ist, dass diese Jugendlichen weitestgehend unter sich bleiben. Nach dem kurzzeitigen Aufenthalt im Camp kehren sie in ihr Lebensumfeld zurück. An Kompetenzen, Einstellungen und Reaktionsmustern der Jugendlichen, die straffälligem Verhalten entgegenwirken, wird bei diesen Programmen nicht gearbeitet.

Auch härtere Strafen haben nur einen begrenzten präventiven Nutzen. Die Rückfallstatistik zeigt, dass mit zunehmender Strafintensität die Rückfallwahrscheinlichkeit steigt. Zu Haftstrafen verurteilte Jugendliche werden zu etwa zwei Dritteln rückfällig. Bei denjenigen, bei denen man auf ein Strafverfahren verzichtet, werden nur ein Drittel rückfällig. Dabei kann gänzlich von einer Bestrafung abgesehen oder eine erzieherische Maßnahme wie beispielsweise gemeinnützige Arbeit angeordnet werden. Negative Erziehungserfahrungen, Kontakte zu delinquenten Freunden oder gewaltaffine Persönlichkeitseigenschaften, die delinquentes Verhalten begünstigen, werden mit harten Strafen nicht gelöst. Vor diesem Hintergrund erscheinen auch Vorschläge bezüglich der Verschärfung des Jugendstrafrechts problematisch, die meist nach aufsehenerregenden Einzeltaten in Gesellschaft und Politik diskutiert werden. Erfolge werden eher bei intensiven sozialpädagogischen und therapeutischen Maßnahmen angenommen.

Fazit: Prävention und partielle Toleranz

Das Wissen über das Phänomen der Jugendkriminalität konnte in den zurückliegenden Jahrzehnten deutlich erweitert werden – dank Hell- und Dunkelfelduntersuchungen. Insbesondere die Erkenntnislage zu den Ursachen konnte mittels empirischer Forschung verbessert werden, was auch zur Entwicklung effektiver Präventions- und Interventionsmaßnahmen geführt hat.

Doch auch in Zukunft wird trotz verbesserter Studien- und damit Wissenslage eines zweifellos gelten: Zur Jugendphase gehört es in gewisser Weise dazu, sich auszuprobieren, Grenzen zu testen und gegebenenfalls auch Normen zu überschreiten. Nur für wenige junge Menschen ist dies Ausdruck einer verfestigten delinquenten Persönlichkeit, die eine intensive Betreuung und gegebenenfalls auch Sanktionierung erfordert. Für den weit überwiegenden Teil der Jugendlichen, der in der Regel nur kurzzeitig und weniger schwerwiegende Verhaltensweisen zeigt, wäre eine zu starke Kriminalisierung und harte Sanktionierungen der Normbrüche dagegen kontraproduktiv.

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Teicher M.H., Andersen S.L., Polcari A., Anderson, C.M., Navalta, C.P. & Kim, D.M. (2003). The neurobiological consequences of early stress and childhood maltreatment. Neuroscience & Biobehavioral Reviews 27(1–2), S. 33–44.

Thornberry, T. P. & Krohn, M. D. (2000). The self-report method for measuring delinquency and crime. Criminal Justice 4, 33–83.

Wetzels, P., Enzmann, D., Mecklenburg, E. & Pfeiffer, C. (2001). Jugend und Gewalt. Eine repräsentative Dunkelfeldanalyse in München und acht anderen deutschen Städten. Baden-Baden: Nomos.

Wilson, D. B., MacKenzie, D. L & Mitchell, F. N. (2005). Effects of correctional boot camps on offending. Campbell Systematic Review 1, 1–45.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Bergmann et. al. 2019.

  2. So erstatten bspw. Opfer eines Raubes oder einer schweren/gefährlichen Körperverletzung eher Anzeige als Opfer einer vorsätzlichen, einfachen Körperverletzung; unbekannte Tatpersonen und Menschen mit (mutmaßlichem) Migrationshintergrund werden eher angezeigt als dem Opfer bekannte Personen bzw. solche ohne Migrationshintergrund (zuletzt Krieg et al. 2025, S. 89).

  3. u. a. Boers & Reinecke, 2019.

  4. Köllisch & Oberwittler, 2004.

  5. u. a. Thornberry & Krohn, 2000.

  6. vgl. für einen Überblick u. a. Dreißigacker et al. 2023, Boers & Reinecke, 2019, Rabold & Baier, 2007.

  7. u. a. Rabold & Baier, 2007.

  8. Baier et al., 2009a, S. 84ff.

  9. u. a. Baier et al., 2010.

  10. Cierpka et al. 2007, S. 90f. & Teicher et al. 2003.

  11. Sampson und Laub 2003, Stelly und Thomas 2001

  12. u. a. Baier et al., 2009b, Dreißigacker et al., 2023.

  13. Krieg et al. 2025.

  14. u. a. Krieg et al., 2025, S. 89.

  15. Verstöße gegen ausländerrechtliche Bestimmungen, die nur von Nichtdeutschen begangen werden können, wurden ausgeklammert.

  16. Baier und Krieg 2021, S. 35.

  17. Die heute genutzte Tatverdächtigenzählung wurde bundesweit erst im Jahr 2009 eingeführt. So ist die Vergleichbarkeit der Zahlen im Längsschnitt erst ab 2009 vollständig möglich.

  18. vgl. Prätor & Baier, 2024.

  19. Ribeaud & Loher, 2022; Baier, Krieg & Kliem, 2021.

  20. Krieg et al. 2025 S. 59: Externer Link: https://kfn.de/wp-content/uploads/2025/10/FB_171.pdf.

  21. u. a. bei Baier 2012 & Boers et al. 2014 und Freiheit et al. 2019.

  22. u. a. Schmollmüller et al., 2025.

  23. Krieg et al., 2025, S. 88.

  24. u. a. Beelmann & Raabe, 2007, S. 131ff.

  25. u. a. Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention, 2007; Beelmann, 2009; Externer Link: https://www.gruene-liste-praevention.de/

  26. Olds et al., 2004.

  27. Gottfredson et al., 2018.

  28. Big brothers, big sisters aus den USA oder Balu und Du aus Deutschland (Schomborg & Müller-Kohlenberg, 2010).

  29. Wilson et al., 2005.

  30. Jehle et al., 2021, S. 56.

Lizenz

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Dr. Dirk Baier ist Professor für Kriminologie an der Universität Zürich und leitet das Institut für Delinquenz und Kriminalprävention an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Jugendkriminalität, des politischen Extremismus und der Gewaltkriminalität.

Dr. Susann Prätor ist Professorin an der Polizeiakademie Niedersachsen und hat als Forschungsschwerpunkte u. a. Jugendkriminalität, Migration und Kriminalität, häusliche Gewalt und Strafvollzug.