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Rechtsextremismus | Innere Sicherheit | bpb.de

Innere Sicherheit Innere Sicherheit: Grundlagen Warum ist innere Sicherheit ein großes Thema in der Gesellschaft? Wie sicher ist Deutschland? Wo häufen sich Straftaten? Wer ist für die innere Sicherheit in Deutschland zuständig? Wie wird in der Gesellschaft über Sicherheit gesprochen? Was passiert nach einer Straftat? Glossar Sicherheitsbegriff Dimensionen des Sicherheitsbegriffs Freiheit und Sicherheit Das Gewaltmonopol des Staates Innere Sicherheit in Parteiprogrammen Ethik der inneren Sicherheit Sicherheitslage Kriminalitätslage in Deutschland Messung von Kriminalität Urbane Sicherheit Sicherheit im ländlichen Raum Sicherheitsherausforderungen Politisch motivierte Kriminalität Politisch Motivierte Gewalt 2024 Jugendkriminalität Vorurteilskriminalität Sexualkriminalität Migration und Kriminalität Grafiken: Terrorismus Cyberkriminalität Wirtschafts- und organisierte Kriminalität "Ausländerkriminalität" Politisch motivierte Gewalt Wie entsteht kriminelles Verhalten? Kriminalitätsfurcht Sicherheitsarchitektur Polizeien Gewalt durch und gegen Polizistinnen und Polizisten Nachrichtendienste Europäisierung von innerer Sicherheit Das Zusammenwachsen von innerer und äußerer Sicherheit Jugendhilfe und Polizei Kontrolle der Polizei Sicherheitsproduktion Situative Kriminalprävention Stadtplanung als Kriminalprävention Technische Überwachungsmaßnahmen Strafe und Strafvollzug Debatte: Extremismus und Sicherheitsbehörden Redaktion

Rechtsextremismus

Rechtsextremismus ist ein Sammelbegriff für einen politischen Extremismus, der die Gleichwertigkeit aller Menschen ablehnt. Bestandteile dieser Ideologie sind die Vorstellung eines ethnisch homogenen und überlegenen Volks, ein übersteigerter Nationalismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Formen dieser gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sind Rassismus, Interner Link: Antisemitismus, Antiziganismus, Islamfeindlichkeit, Sexismus und Homo- und Transfeindlichkeit sowie Obdachlosen- und Behindertenfeindlichkeit. Typisch ist zudem eine Verharmlosung des Nationalsozialismus, ein Geschichtsrevisionismus und eine Neigung zu Verschwörungsideologien.

Rechtsextremes Denken kann sich in der Wahl von Parteien mit rechtsextremer Agenda, dem Beitritt in rechtsextremen Organisationen oder im Extremfall in politisch motivierten Gewalttaten äußern. Der Begriff wird je nach Kontext weiter eingegrenzt oder erweitert und ist nicht frei von politischer Aushandlung. Enger definiert bedeutet Rechtsextremismus ein geschlossenes, menschenfeindliches Weltbild, das sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richtet. Weitere Definitionen fassen auch rechtsextreme Einstellungen und Ideologieelemente in der Mitte der Bevölkerung unter den Begriff.

Ein Teil dieser Strömung ist der sogenannte „Neonazismus“, der sich zur Ideologie des Nationalsozialismus bekennt und die (Wieder-)Errichtung eines autoritären Führerstaats nach dem Vorbild des „Dritten Reichs“ anstrebt.

Weiterführende Hinweise: Interner Link: Felix Schilk (2026) Was ist Rechtsextremismus? Zugänge und Erklärungsansätze.

Informationen zum Glossar

Das Glossar aus dem Jahr 2012 wurde aktualisiert und im Mai 2026 neu veröffentlicht.

Autor des überarbeiteten Glossars: Dr. Christian Wickert, Professor für Soziologie und Kriminologie an der HSPV NRW, ist Betreiber und Herausgeber der unabhängigen, wissenschaftlich fundierten digitalen Plattform für Soziologie und Kriminologie Externer Link: SozTheo.de und Externer Link: SozTheo.com. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der Kritischen Kriminologie, Cultural Criminology sowie in der Beziehung zwischen Polizei, Medien und Kultur.

Begutachtung: Dipl.-Jur. Christian Steffan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kriminologie, Strafrecht und Medizinrecht einschließlich Jugendstraf- und Strafvollzugsrecht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie Mitglied des dortigen Zentrums für interdisziplinäre Forensik (ZiF). Er studierte Rechtswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kriminologie und Strafrecht und promoviert derzeit im Medizinrecht.

Fussnoten

Der Begriff Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) stammt aus der Sozialforschung. Mit seiner Hilfe sollen verschiedene rechtsextreme Mentalitäten und Einstellungen besser analysiert und verstanden werden.

Geprägt wurde der Begriff von einem Forscherteam am Bielefelder Institut für Konflikt- und Gewaltforschung um Prof. Wilhelm Heitmeyer. In einer Langzeitstudie, deren Ergebnisse zwischen 2002 und 2011 jährlich im Suhrkamp-Verlag unter dem Titel "Deutsche Zustände" ...

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N. bezeichnet eine politische Bewegung, die in DEU in den Krisen nach dem Ersten Weltkrieg entstand, 1933 die Weimarer Demokratie beendete und eine Diktatur (das sog. Dritte Reich) errichtete. Der N. verfolgte extrem nationalistische, antisemitische, rassistische und imperialistische Ziele, die bereits in A. Hitlers Buch »Mein Kampf« (1925) niedergelegt worden waren. Politisch schloss der N. an die radikale Kritik und Ablehnung der demokratischen Prinzipien an (die auch in konservativen ...

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Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2020. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Revisionismus (präziser: Geschichtsrevisionismus) ist ein wesentlicher Bestandteil rechtsextremer Ideologien. Er verfolgt das Ziel, die Geschichtsschreibung zum Beispiel über den Nationalsozialismus aus politischer Motivation umzudeuten und so Verbrechen des NS-Regimes zu relativieren.

Dem Revisionismus geht es – anders als von seinen Vertretern oft behauptet – nicht um eine wissenschaftliche und objektive Auseinandersetzung mit Geschichte. Stattdessen manipulieren ...

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Als „Verschwörungsideologie“ bezeichnet man die geschlossene, Gegenargumenten nicht mehr zugängliche Vorstellung, ein bestimmtes Ereignis oder ein bestimmter Zustand sei das Werk einer geheim agierenden, mächtigen und „böse“ Absichten verfolgenden Gruppe von Menschen, über deren Machenschaften wiederum nur eine besonders aufgeklärte Gruppe Bescheid wisse, zu der man sich selbst zählt. Andere Begriffe für das Phänomen sind „Verschwörungstheorie“, „-mythos“, ...

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Begriffsklärung und Nennung im GGDie freiheitliche demokratische Grundordnung (fdGO) erfährt trotz mehrfacher Verwendung durch das Grundgesetz (GG) keine Legaldefinition durch dieses, oder das Bundesverfassungsgerichtsgesetz obwohl in dessen ersten Referentenentwurf eine ebensolche vorgesehen war. Begrifflich klar ist allerdings, dass die Grundordnung nur ein Ausschnitt der staatlichen Gesamtordnung ist, dem das GG eine herausgehobene Wichtigkeit verleiht. Diese Wichtigkeit ...

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Quelle: Andersen, Uwe/Wichard Woyke (Hg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 8., aktual. Aufl. Heidelberg: Springer VS 2021. Autor des Artikels: Pierre Thielbörger

Neonazismus (Kurzform von: Neo-Nationalsozialismus) ist eine rechtsextreme Strömung, die sich zur Ideologie des Nationalsozialismus bekennt und die (Wieder-)Errichtung eines autoritären Führerstaats nach dem Vorbild des "Dritten Reiches" anstrebt. Anhänger des Neonazismus werden Neonazis genannt.

Der Begriff Neonazismus wird etwa seit Ende der 1970er Jahren verwendet, um jüngere Anhänger des Nationalsozialismus von Personen abzugrenzen, die bereits während der Nazi-Zeit ...

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