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Dossierbild: USA (Freiheitsstatue)

11.10.2008 | Von:
Prof. Dr. Stephan Bierling

Der Zweite Weltkrieg

Von Pearl Harbor bis Hiroshima

Über einen Monat nach dem Abwurf der ersten Atombombe am 6. August 1945 untersucht ein alliierter Korrespondent die Landschaft der Zerstörung von Hiroshima, Japan.Die Landschaft von Hiroshima, über einen Monat nach dem Abwurf der ersten Atombombe. (© AP)

Kapitulation Japans nach Atombombe auf Nagasaki

Während sich bei Roosevelts Tod die Kämpfe in Europa ihrem Abschluss näherten, lag es an seinem Vizepräsidenten und Nachfolger Harry S. Truman, den Krieg im Pazifik zu Ende zu bringen. Zwar waren die amerikanischen Verbände seit dem Sommer 1942 in der Offensive und begannen im Oktober 1944 mit der Invasion der besetzten Philippinen. Aber bei ihrem Vordringen stießen sie immer wieder auf japanische Truppen, die bis zum Letzten kämpften. Bei der Einnahme der beiden strategisch wichtigen japanischen Heimatinseln Iwo Jima und Okinawa im ersten Halbjahr 1945 verloren die USA mehr als 30.000 Soldaten. Eine Eroberung der Hauptinsel hätte wahrscheinlich ein Vielfaches an amerikanischen Opfern gefordert, zumal Tausende von japanischen Kamikazekämpfern für Selbstmordaktionen in Flugzeugen und Booten bereit standen. Der US-Generalstab ging damals von bis zu 500.000 gefallenen und verwundeten GIs aus. Das wollte Truman unter allen Umständen verhindern. Während der Potsdamer Konferenz forderte er in der "Potsdamer Erklärung" die japanischen Streitkräfte zur bedingungslosen Kapitulation auf. Die Alternative sei "die sofortige und völlige Zerstörung". Als das Kaiserreich trotzdem nicht einlenkte, ordnete der US-Präsident den Einsatz der Atombombe an. Aber auch nach der Vernichtung Hiroshimas am 6. August 1945 mit 130.000 Toten gab Japan nicht auf. Erst nach der Kriegserklärung der Sowjetunion am 8. August und einem zweiten Atomschlag auf Nagasaki einen Tag später, bei dem 73.000 Einwohner ums Leben kamen, kapitulierte Japan unter der Bedingung, dass Kaiser Hirohito seinen Thron behalten dürfe. Die USA akzeptierten.

Folgenschwerster Krieg in der amerikanischen Geschichte

Der Einsatz von Atombomben mit ihrer gewaltigen Zerstörungskraft ist wiederholt als überflüssig kritisiert worden. Dabei wird übersehen, dass durch die hartnäckige Weigerung der japanischen Militärführung, den verlorenen Krieg zu beenden, eine Eroberung des Landes durch alliierte Truppen erforderlich gewesen wäre. Dies hätte den Krieg um viele Monate, wenn nicht Jahre verlängert und zu Verlusten geführt, die vermutlich höher gelegen hätten als die in Hiroshima und Nagasaki. Erst die Zerstörung Nagasakis bewog den Tenno, "das Unertragbare zu ertragen" und die Kapitulation anzuordnen. Damit endete der Zweite Weltkrieg. Er war der folgenschwerste Krieg in der amerikanischen Geschichte, sowohl was den Verlust an Menschenleben als auch die finanziellen Belastungen anlangte: Mehr als 400.000 US-Soldaten starben, 670.000 wurden verwundet. Die direkten Kriegskosten summierten sich auf das 1,3-Fache des Bruttoinlandsprodukts.