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Nachrichtensender, Doku-Kanäle

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Nachrichtensender, Doku-Kanäle

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Das Standbild aus einem CNN-Nachrichtenbeitrag zeigt die Bombardierung Bagdads. (© CNN)

Spartenprogramme im Nachrichtenbereich

Die Programmvermehrung durch die neuen Verbreitungssysteme (Kabel, Satellit, Internet) führte zu einer Diversifizierung der Programme. Neben den 'Vollprogrammen', die ein umfassendes Spektrum von Programmformen anbieten, bildeten sich Spartenprogramme heraus, die nur wenige Programmformen enthalten. Das Vorbild dazu sind eienrseits Unterhaltungskanäle wie z. B. MTV und VIVA, die zunächst mit Videoclips musikalische Fernsehunterhaltung boten, andererseits aber auch Spartenangebote im Nachrichtenbereich wie der amerikanische Nachrichtensender CNN (seit 1980). Spartenprogramme im Bereich der Information verbreiten 24 Stunden lang ein Programm mit ständig aktualisierten Nachrichtensendungen, dann auch kürzere Hintergrundberichte, oft auch Dokumentationen. Die Nachrichtensendungen werden in regelmäßigen Abständen ausgestrahlt, dazwischen werden sie durch ein informationsorientiertes Programm ergänzt.

CNN (Cable News Network)

Die Zeit der Spartenkanäle mit dem Schwerpunkt Nachrichten begann 1980 in den USA mit CNN (Cable News Network). CNN International nahm als Satellitenprogramm 1985 seinen Sendebetrieb auf und wurde durch ein weltumspannendes Netz von Korrespondenten und den Handel mit Nachrichten in wenigen Jahren zum weltweit führenden und wichtigsten Nachrichtensender. CNN kann heute weltweit von mehr als einer Milliarde Menschen in über 212 Ländern empfangen werden. Die Liveberichterstattung aus Bagdad während des ersten Golfkriegs 1991 förderte diese Entwicklung, weil CNN hier mit vielen Informationen schneller als andere Fernsehsender war. Der Verbleib eines Reporterteams vor Ort sicherte CNN das Nachrichtenmonopol.

Die Entwicklung seit den 90er Jahren

Der Erfolg von CNN International führte in den 1990er Jahren weltweit zur Entstehung von anderen Nachrichtensendern, wobei das CNN-Konzept prägend war und den jeweiligen Gegebenheiten angepasst wurde. Bald waren BBC World und NBC Europe auf dem internationalen und auch dem deutschen Fernsehmarkt vertreten. Seit 1993 sendet das europäische Gemeinschaftsprogramm euronews, das von der Europäischen Rundfunkunion, einem Zusammenschluss von über 20 öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanbietern (ohne deutsche Beteiligung), betrieben wird. Das Programm wird momentan in vielen Sprachen ausgestrahlt. ARD und ZDF gründeten 1997 mit dem Ereignis- und Dokumentationskanal Phoenix ein eigenständiges Spartenprogramm, das Übertragungen von politischen Ereignissen, Gesprächssendungen und Dokumentationen sendet. Weitere Spartenprogramme der öffentlich-rechtlichen Sender sind z. B. tagesschau24 (bis 2012 EinsExtra), EinsPlus (bis Herbst 2016) und ZDFinfo.

n-tv (Nachrichten-Television)

1992 nahm mit n-tv (Nachrichten-Television) der erste deutsche Nachrichtenfernsehsender seinen Betrieb auf. Bis 2006 war CNN Partner und Miteigentümer. Seit 2008 gehört n-tv vollständig zur RTL Group. Das Programm bildet eine Mischung aus nationalen und internationalen Nachrichten, Wirtschaft und Talksendungen. Daneben gibt es Dokumentationen, Reportagen, Wissens- und Lifestylemagazine und Sportsendungen. Eilmeldungen ("breaking news") können das laufende Programm unterbrechen. Aktuelle Nachrichten sowie Wirtschafts- und Börseninformationen werden über ein "Laufband" im unteren Bildschirmsegment eingeblendet.

Bloomberg Television und N24/WELT

Ende der 1990 Jahre kam es zum Aufbau weiterer Nachrichten- und Informationskanäle in Deutschland. So startete 1998 das deutschsprachige Bloomberg Television, ein Tochterunternehmen des US-amerikanischen Informationssystems Bloomberg L.P. Bei Bloomberg Television handelte es sich um einen Informationskanal, der seine Zuschauer hauptsächlich mit Wirtschafts- und Finanznachrichten sowie Börsenwerten versorgte (in Deutschland bis 2009). In Konkurrenz zu n-tv begann im Januar 2000 der Nachrichtenkanal N24 der damals noch existenten Kirch-Gruppe mit dem Sendebetrieb. N24 gehörte bis 2010 zur Sat.1-ProSieben-Gruppe und inzwischen unter dem Namen WeltN24 GmbH zur Axel Springer SE. Neben regelmäßigen aktuellen Nachrichten besteht das Programm vor allem aus Dokumentationen, Infotainment- und Magazinsendungen (Finanzen, Lifestyle). Sowohl n-tv als auch WELT fungieren heute als Nachrichtenlieferanten und produzieren Beiträge, die von den anderen Sendern übernommen werden.

Fernsehen – weiterhin Leitmedium?

Diese erlauben es jederzeit und überall, sich nicht nur zu informieren, sondern auch Meinungen und Informationen auszutauschen. Während die Nutzungsdauer des Fernsehens in der Gesamtbevölkerung ab 3 Jahren im Durchschnitt bei 211 Minuten täglich liegt (2019; Höchststand waren 225 Min. im Jahr 2011), so sieht die Werte von Teilgruppen ganz anders aus: bei den 14- bis 29-Jährigen sind es nur noch ca. 82 Minuten, bei den 30- bis 49-Jähringen aber schon 176 Minuten und die ab 50-Jähringen sehen im Schnitt über 300 Min.. Dagegen sieht es bei der Internetnutzung genau umgekehrt aus: die jüngeren Menschen sind im Durchschnitt 366 Minuten am Tag online (ab 50 Jahre: 42 Min. und weniger) ).

Fernsehen / Internet: Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer junger Menschen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung

Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer junger Menschen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (2015). Quelle: Engel/Breunig 2015, S. 312; (Interner Link: Grafik als PDF zum Download) Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Dies sagt zunächst noch nichts über die Nutzungsmotive der Medien aus. Jedoch zeigt sich, dass die 14- bis 29-Jährigen auf die Frage, warum sie das jeweilige Medium nutzen, beim Internet zu 92 % der Antwort zustimmen "weil ich mich informieren möchte", beim Fernsehen jedoch nur zu 66 % (vgl. Feierabend/Klinger/Turecek 2016). Darüber hinaus sagen 35 %, dass sie im Internet "aktuelle Nachrichten lesen" (ebd.), wobei hier neben den Angeboten der Tageszeitungen wohl auch die der Fernsehsender im Internet eingeschlossen sind.

Abzulesen ist hierbei, dass das lineare, "klassische" Fernsehprogramm bei den jungen Zuschauern seine Bedeutung als Informationsquelle immer mehr verliert. Daher muss ihre Ansprache gemäß der Aufgabe der Grundversorgung der gesamten Bevölkerung (insbesondere durch die öffentlich-rechtlichen Sender) über das Internet und seine Möglichkeiten sichergestellt werden. Neben den Portalseiten der Sender, ihren Profilen in Sozialen Medien und der Verbreitung von Apps gibt es auch Angebote mit einer speziellen Ansprache der jungen Zielgruppe. Ob ein Angebot wie "funk.net" (ARD, ZDF, online seit Ende 2016, siehe Interner Link: Jugendprogramme) hier geeignet ist, bleibt abzuwarten. Immerhin wird das Angebot von einer richtigen Erkenntnis geleitet: "Warum gibt es euch? – Menschen unter 30 schauen immer weniger fern – erst recht nicht öffentlich-rechtlich."

S. a. : Dossier Medienpolittik: Interner Link: Debatte 2012: öffentlich-rechtlicher Rundfunk im digitalen Zeitalter

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