Artikel im

Entwicklung der SED zur Partei neuen Typus | DDR kompakt | bpb.de

Entwicklung der SED zur Partei neuen Typus

Sonja Hugi

/ 1 Minute zu lesen

Die Sowjetregierung trieb 1947 die Umwandlung der SED nach dem Vorbild der KPdSU voran. Dafür sollten die Kriterien gelten, die Lenin Anfang des 20. Jahrhunderts aufgestellt hatte.

1. Parteikonferenz der SED in Berlin. Blick auf Podium und Rednerpult. Wahlspruch: "Entwickelt die SED zur Partei neuen Typus!" (© Bundesarchiv, Bild 183-V08668 / Fotograf(in): o.Ang.)

Im Verlauf des beginnenden Kalten Krieges wurde Ostdeutschland strategisch immer wichtiger. Um ihre Machtposition in der SBZ zu sichern und auszubauen, trieb die Sowjetregierung daher die Umwandlung der SED nach dem Vorbild der KPdSU voran. Dafür sollten die Kriterien gelten, die Lenin Anfang des 20. Jahrhunderts für eine „Partei neuen Typus“ aufgestellt hatte. Diese sahen den Aufbau der Partei von oben nach unten sowie einen extremen Zentralismus und „eiserne Disziplin“ bei der Durchsetzung von Parteibeschlüssen vor.

Dieses Ordnungsprinzip des „demokratischen Zentralismus“ war bei Parteigründung – gegen den Willen von Wilhelm Pieck – nicht im Statut festgeschrieben worden. Als Zugeständnis an die Sozialdemokraten hatte man sich stattdessen zu politischem Pluralismus verpflichtet. Ungeachtet dessen, entwickelte sich die SED seit 1947 zu dieser „Partei neuen Typus“. Offiziell bekannte sie sich auf der Ersten Parteikonferenz im Januar 1949 zu dem Grundsatz.

Praktisch bedeutete das, dass Politiker/-innen auf Posten nicht gewählt, sondern von der SED-Führung berufen wurden und dass der Marxismus-Leninismus als Weltanschauung im Zentrum der Parteiideologie stand. Über Beschlüsse der Parteiführung wurde nicht diskutiert, diese mussten von den Mitgliedern unhinterfragt befolgt werden. Wer sich diesen Regeln widersetzte, hatte mit strafrechtlicher Verfolgung zu rechnen.

Weitere Inhalte

Weitere Inhalte

Artikel

Aufbau eines sozialistischen Staates

Während die BRD in der Frühphase vor allem von ihrer Wirtschaftsgeschichte bestimmt ist, stellt die DDR eher das Gegenbild dar: Sie war ein politisches Kunstprodukt, ein Kind des Kalten Krieges, das…

Informationen zur politischen Bildung

Auf dem Weg in die Diktatur (1945 bis 1949)

Im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands gestaltet die Besatzungsmacht mit Hilfe deutscher Kommunisten das politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche System nach ihren Vorstellungen. Die…

Artikel

Die Geschichte der DDR

Am 7.10.1949 konstituierte sich nach der BRD der zweite deutsche Staat durch die Inkraftsetzung der "Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik". Wilhelm Bleek analysiert das System Ulbricht bis…