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Kampagne gegen die Jungen Gemeinden der evangelischen Kirchen

Sonja Hugi

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Leitartikel der Zeitung Junge Welt vom 01.04.1953: Unter dem Titel '"Junge Gemeinde"- Tarnorganisation für Kriegshetze, Sabotage und Spionage im USA Auftrag' unterstützt die FDJ die Kampagne der SED. (© Junge Welt)

Die Kampfansage, die Walter Ulbricht auf der 2. Parteikonferenz der SED den „feindlichen Kräften“ in der DDR machte, betraf die kirchlichen Institutionen in besonderer Weise. Da sie vom Staat unabhängig organisiert waren, entzogen sie sich jedenfalls teilweise seinem Einfluss. Außerdem widersprach die Kirche qua Existenz der sozialistischen – im Kern atheistischen – Staatsideologie.

Anfang 1953 startete das Politbüro eine breit angelegte Kampagne gegen die Kirche. Gläubigen wurde die Teilnahme an den Kirchentagen in Westdeutschland verboten, staatliche Zuschüsse an die karikative Arbeit der Gemeinden wurden gestrichen und bis April 1953 wurden etwa 50 unliebsame Pfarrer und Kirchenangestellte verhaftet.

Besonders gezielt ging die SED gegen die evangelische Junge Gemeinde vor. In einem Beitrag der FDJ-Zeitung „Junge Welt“ vom 1. April 1953 wurde sie als „Tarnorganisation für Kriegshetze, Sabotage und Spionage im USA-Auftrag“ diffamiert. Kinder und Jugendliche, die sich weigerten aus der Gemeinde auszutreten, wurden an ihren Schulen öffentlich bloßgestellt und Oberschüler/-innen und Student/-innen wurden sogar des Unterrichts verwiesen.

Am 9. April 1953 wandten sich die evangelischen Bischöfe hilfesuchend an die Sowjetunion. Im Zuge des von Moskau verordneten Neuen Kurses musste die SED die Restriktionen im Juni zurücknehmen. Die Oberschulen und Universitäten mussten die verwiesenen Schüler/-innen und Student/-innen wieder aufnehmen.

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