Artikel im

Militarisierung der DDR | DDR kompakt | bpb.de

Militarisierung der DDR

Sonja Hugi

/ 1 Minute zu lesen

Bereits Mitte 1952 waren auf Veranlassung der SED bewaffnete „Betriebskampfgruppen“ in staatlichen Betrieben und Einrichtungen der DDR entstanden. Als Reaktion auf den 17. Juni 1953 wurden diese paramilitärischen Verbände personell verstärkt.

Nachdem die Bundesrepublik am 9. Mai 1955 der NATO beigetreten war, unterzeichnete die DDR wenige Tage später, am 14. Mai, den Warschauer Pakt. Das Bündnis zwischen den sozialistischen „Bruderstaaten“ diente der Koordinierung von Militär- und Außenpolitik.

Am 1. März 1956 wurde die Nationale Volksarmee (NVA) als offizielle Streitkraft der DDR gegründet. Sie setzte sich zunächst aus den Einheiten der Kasernierten Volkspolizei (KVP) zusammen und war mehr als 100.000 Mann stark. Die Ausrüstung stammte überwiegend aus der Sowjetunion. KVP wie NVA unterstanden der Führung der SED. Politbüromitglied Willi Stoph wurde Minister für Nationale Verteidigung.

Anders als in der Bundesrepublik bestand zunächst keine Wehrpflicht. Diese Tatsache wurde von der Parteipropaganda als Beweis für die friedliche Ausrichtung der DDR angeführt. Nichtsdestoweniger begann eine Militarisierung der Gesellschaft, die sich in den kommenden Jahrzehnten zunehmend ausweiten sollte. In Massenorganisationen wie der 1952 gegründeten Gesellschaft für Sport und Technik wurde beispielsweise eine vormilitärische Wehrerziehung durchgeführt. Auch in der Jugendorganisation FDJ wurden Appelle abgehalten und das Marschieren geübt.


Weitere Inhalte

Weitere Inhalte

Artikel

Die Nationale Volksarmee der DDR

Mehr als 34 Jahre lang war die Nationale Volksarmee (NVA) das militärische Organ der DDR. Die ostdeutschen Streitkräfte sicherten den Machtanspruch der SED und waren tief in der Gesellschaft…

Artikel

Die Politik der Wiederbewaffnung

Zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in der Bundesrepublik wieder eine Armee aufgebaut. In der neu gegründeten Bundeswehr dienten viele Veteranen der ehemaligen Wehrmacht. Gegen die…

DDR kompakt

Die Bildung der Kasernierten Volkspolizei

Auf Weisung der sowjetischen Besatzungsmacht wurde im Juli 1952 die Kasernierte Volkspolizei gegründet. Damit war der Grundstein für die Wiederbewaffnung gelegt.

Deutschland Archiv

Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit

Eine Auswertung von Stasiakten über die Überwachung homosexuell orientierter Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere in der Nationalen Volksarmee NVA und in den eigenen Reihen des DDR-Ministeriums…