Bildnachweis v. l. n. r.: Spielfigur „Blitzcrank“ aus „League of Legends“ (Quelle: Pixabay); Schutzbrief von Feist Hertz, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Leo Baeck Institute – New York | Berlin); Einsteinturm (Quelle: Wikimedia); Silberne Spielzeuglokomotive, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Jüdisches Museum Hohenems); „Der Vollkommene Pferdekenner“, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Leo Baeck Institute – New York | Berlin); Salvarsan-Ampulle, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Georg-Speyer-Haus); Stolpersteine für die Familie Frank in Aachen, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Volkshochschule Aachen); Siegel von Josel von Rosheim (© Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 56 U 15); Edikt von Kaiser Konstantin aus dem Jahr 321, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Biblioteca Apostolica Vaticana); Motorroller "Schwalbe KR51" der Firma Simson, Lizenz: CC-BY-NC-ND (AKF Fahrzeugteile GmbH; Foto: Leo Baeck Institute – New York | Berlin)

20.10.2021 | Von:
Atina Grossmann

IUD

Gräfenbergs Erfindung ermöglichte es Frauen, über ihren Körper zu bestimmen und war ein wichtiger Faktor in der Frauenrechtsbewegung.

Drei Gräfenberg-Ringe verschiedener Größen und LegierungenDrei Gräfenberg-Ringe verschiedener Größen und Legierungen, Shared History Projekt. Lizenz: cc by-nc-nd/4.0/deed.de (Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch Wien)

Das Objekt

Intrauterinpessar ("Spirale")
Vor einem Jahrhundert stellte Dr. Ernst Gräfenberg die erste Spirale her, indem er Seidenfäden bzw. Silberdraht um einen Ring wickelte. Spätere Modelle waren aus Plastik. Die ersten Intrauterinpessare führten jedoch häufig zu Entzündungen, weswegen diese Verhütungsmethode keine breite Akzeptanz fand. Heute sind die Gräfenberg-Ringe aus Kupfer, Zink und Nickel im MUVS. Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien zu sehen.

Historischer Kontext

Ernst Gräfenbergs Kampagne für die Rechte der Frau.
Die "Erfindung" des Intrauterinpessars von Dr. Ernst Gräfenberg ist Teil einer transnationalen – konkret: einer gemeinsamen deutsch-jüdisch-amerikanischen – Geschichte von Sexualreform und Bevölkerungspolitik. Die Bewegung war geprägt vom einem breiten "Konsens über Mutterschaft und Eugenik" der gesunde Mutterschaft und Fortpflanzung forderte – und jeweils in unterschiedlich radikaler Form – die Legalisierung von Homosexualität und Abtreibung und für das Recht der Frau auf körperliche Selbstbestimmung über ihren Zugang zu sicheren Verhütungsmethoden eintrat.

Ernst Gräfenberg wurde 1881 geboren; seine jüdische Familie lebte in Adelebsen, einer kleinen Stadt nahe Göttingen. Sein Vater besaß einen Eisenwarenhandel und war Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Ernst Gräfenberg studierte Medizin in Göttingen und München, ursprünglich mit der fachärztlichen Ausrichtung der Augenheilkunde, und schloss im Jahr 1910 seine Ausbildung in Geburtskunde und Gynäkologie in Kiel ab. Seine gerade erst begonnene Laufbahn als Arzt und Wissenschaftler in Berlin wurde unterbrochen, als er im Ersten Weltkrieg als Sanitäter diente.

Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg ließ sich Gräfenberg mit einer Praxis auf dem Kurfürstendamm mitten im belebten Berliner Geschäftszentrum Charlottenburg nieder, die bald florierte. Der Bezirk stand wie kein anderer für die experimentell-modernistische und jüdisch geprägte urbane Kultur der Weimarer Republik. Parallel übernahm er wie viele seiner jüdischen Kollegen einen Posten im umfassenden kommunalen Gesundheitssystem der Stadt, das von Ideen des Sozialismus bzw. Kommunismus geprägt war, und arbeitete als Chefarzt der Gynäkologie im städtischen Krankenhaus des Arbeitervororts Britz.

Der Dokumentarfilm "Mohamed und Anna" zeigt die Geschichte der Rettung des jüdischen Mädchens Anna Boros durch den muslimischen Arzt Mohamed "Mod" Helmy vor der nationalsozialistischen Verfolgung. (© 2021 Bundeszentrale für politische Bildung/Taliya Finkel Productions/e&a film berlin)
Im Jahr 1932, kurz vor ihrer Entlassung im Rahmen der von den Nazis betriebenen "Gleichschaltung", waren in einer Stadt mit einem jüdischen Bevölkerungsanteil von 4 Prozent weit mehr als die Hälfte der 6.785 Ärztinnen und Ärzte an den städtischen Krankenhäusern Berlins Jüdinnen und Juden. Ab 1933 durften jüdische Ärztinnen und Ärzte, davon mindestens 270 von 722 Ärztinnen in Berlin, nicht mehr in den öffentlichen, Kassenpatienten offenstehenden Ambulatorien praktizieren.

Ein im Jahr 2016 in Haaretz erschienener Beitrag feierte Gräfenberg wegen seiner anderen (nach seinem Tod erkannten) Errungenschaft als den "Arzt, der den G-Punkt entdeckte, falls es diesen gibt" und beschrieb ihn als Mann, "der seiner Zeit voraus war." Tatsächlich war er aber auch und gerade ein Mensch seiner Zeit. Sexualwissenschaftler, Ärzte, Sozialarbeiter und Politiker der Weimarer Republik beklagten den "Graben zwischen den Geschlechtern", der sich im Ersten Weltkrieg aufgetan hatte, ebenso wie die offensichtlich unter den "neuen Frauen" der 1920er Jahre verbreitete Verachtung für Ehe und Mutterschaft. Frauen hatten das Wahlrecht erhalten und einen gewissen Grad an wirtschaftlicher Unabhängigkeit erreicht – die Folge der neuen rationalisierten Wirtschaft, in der Angestellte und Fließbandarbeiter gebraucht wurden. Ebenso eröffneten sich den Frauen neue berufliche Chancen unter anderem in Medizin, Sozialarbeit, im Journalismus, in der Fotografie und sogar in der Rechtspflege. In seiner wissenschaftlichen Forschung befasste sich Gräfenberg mit der weiblichen Sexualität und dort besonders mit dem so schwer zu erreichbaren vaginalen Orgasmus, dem in dieser Zeit seit neuestem große Bedeutung als zentraler Aspekt harmonischer heterosexueller Beziehungen zugeschrieben wurde. Dieser, so die Annahme, hing vom Zugang der Frauen zu sicheren und verlässlichen Verhütungsmethoden ab.

Im Jahr 1928 organisierte das neu gegründete Deutsche Komitee für Geburtenregelung in Zusammenarbeit mit dem Verband Berliner Krankenkassen das erste Ärzteseminar zum Thema Geburtenregelung im Berliner Virchow-Krankenhaus. Die meisten der ungefähr 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren Mitglieder des Vereins sozialistischer Ärzte und/oder des Bundes deutscher Ärztinnen; viele von ihnen kamen aus jüdischen Familien.

In seinem Vortrag fasste Gräfenberg seine seit fast zehn Jahren betriebene experimentelle Forschung an Intrauterinpessaren (IUP) zusammen; diese waren erstmals von den deutschen Ärzten Richard Richter (1909) veröffentlicht und Walter Pust (1923) entwickelt worden. Gräfenberg hatte das IUP weiterentwickelt als einen Ring mit Seidenfäden, mit dem Spermien abgewehrt wurden. Das Gerät stellte eine "elegante" medizintechnische Lösung dar, so formulierte er es, die Frauen vor häufigen Schwangerschaften und der Gefahr einer Sepsis oder einer möglichen Unfruchtbarkeit bewahrte, die mit einer illegalen Abtreibung verbunden war. Gräfenberg pries den Ring als besonders hilfreich für Frauen des Proletariats an, die unter Umständen wegen schlechter hygienischer Bedingungen, des Unwillens ihrer männlichen Partner und allgemeiner "Unkenntnis" nicht in der Lage waren, ein Diaphragma (oder Pessar) richtig und regelmäßig zu verwenden. Sein Publikum begegnete dem Vortrag mit großer Skepsis, so dass der "Gräfenberg-Ring" weiterhin wegen der weitverbreiteten Zweifel an seiner Sicherheit und Zuverlässigkeit umstritten blieb. Während die Ärzte das IUP in ihr Angebot an Verhütungsmitteln aufnahmen, wurden in den Ehe- und Sexualberatungsstellen für Frauen der Arbeiterklasse weiterhin den weniger invasiven und von den Frauen selbst eingesetzten Verhütungsmitteln der Vorzug gegeben, wobei allerdings regelmäßig darauf hingewiesen wurde, wie wichtig medizinische Anleitung und Kontrolle seien.

Davon unbeeindruckt präsentierte der Sexualwissenschaftler 1929 sein IUP auf dem Londoner Kongress der Weltliga für Sexualreform. Diese internationale Vereinigung, die Wilhelm Reich, Alexandra Kollontai und Bertrand Russell wie auch Aktivisten aus Indien und Japan zu ihren Unterstützern zählte, trat für sexuelle Freiheit, die Rechte von Homosexuellen und die Legalisierung von Abtreibungen ein. Inspiriert war die Liga in ihrer Haltung von der frühen bolschewistischen Revolution und dem Leitsatz des von Magnus Hirschfeld gegründeten Instituts für Sexualwissenschaft in Berlin: Per Scientiam ad Iustitiam.

1934: Margaret Sanger, US-amerikanische Frauenrechtlerin, argumentiert vor einem Komittee des Senats für eine föderale Gesetzgebung zur Geburtenkontrolle.1934: Margaret Sanger, US-amerikanische Frauenrechtlerin, argumentiert vor einem Komittee des Senats für eine föderale Gesetzgebung zur Geburtenkontrolle. (© picture-alliance/AP)
Im gleichen Jahr hielt Gräfenberg einen Vortrag auf der Internationalen Konferenz für Geburtenregelung in Zürich. Margaret Sanger, der Vorkämpferin der Verhütung in den Vereinigten Staaten, war es gelungen, Vertreter einer auffallend großen Vielfalt von Gruppierungen und politischen Haltungen als Teilnehmer der Konferenz zu gewinnen. Anwesend waren überzeugte Kommunisten und Mitglieder des Bundes deutscher Ärztinnen, sowie Dr. Hans Lehfeldt und Dr. Felix Theilhaber, beides Kollegen von Gräfenberg die in den von Laienorganisationen der Sexualreformbewegung getragenen Beratungsstellen tätig waren. Auch Dr. Charlotte Wolff, die in einem Ambulatorium der Schwangerenfürsorge des Verbandes Berliner Krankenkassen arbeitete, nahm teil, wie auch Eugeniker, die zum Teil von der Rockefeller-Stiftung unterstützt wurden.

Auf der Züricher Konferenz mit ihren medizinischen Vorträgen – aber auch gemeinsamen Abendessen, Tänzen und Ausflügen in die Berge der friedlichen Schweiz – wurden Verbindungen geknüpft und intensiviert, die sich nur wenige Jahre später als lebensrettend herausstellen sollten, als viele der Teilnehmer, darunter auch Hans Lehfeldt, Felix Theilhaber und Charlotte Wolff, aus Deutschland flüchten mussten. Eine weitere Folge dieser Konferenz waren globale Kooperationen nach dem Krieg und die Entstehung der International Planned Parenthood Federation. Kurze Zeit später organisierte die Weltliga für Sexualreform einen von radikaleren Positionen gekennzeichneten Kongress in Wien mit der Unterstützung des sozialistisch regierten Rathauses der Stadt. Es kann angenommen werden, dass in dessen Ausstellung von Verhütungsmitteln auch Gräfenbergs neuer Ring gezeigt wurde.

Persönliche Geschichte

Vom Kudamm zur Park Avenue
Im Jahr 1933 wurden in Deutschland ungefähr 1.000 Sexualberatungsstellen betrieben; die Leserschaft der von Laienorganisationen veröffentlichten Sexualratgeber ging in die zehntausende. Dieser experimentellen Bewegung, in der jüdische Ärzte und viele jüdische Ärztinnen eine äußerst prominente Rolle spielten, wurde mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten abrupt und brutal ein Ende gesetzt. Während das neue Regime teilweise die Sprache der Bewegung zur Bedeutung von Sozialhygiene und Volksgesundheit vereinnahmte, wurden gleichzeitig jüdische und linksgerichtete Medizinerinnen und Mediziner (wobei in vielen Fällen diese Identitäten zusammenfielen) aus allen öffentlichen Positionen vertrieben. Die der Vornahme illegaler Abreibungen Beschuldigten wurden inhaftiert, das von Magnus Hirschfeld gegründete Institut für Sexualwissenschaft wurde geplündert und zerstört, und die an ein ärztliches oder Laienpublikum gerichteten Sexualratgeber und -handbücher wurden öffentlich verbrannt. Die Ehe- und Sexualberatungsstellen und Schwangerenfürsorge, die über Verhütung aufklärte und Verhütungsmittel wie Pessare vergaben, wurden zwangsweise geschlossen; an ihre Stelle traten Beratungsstellen für Erb-und Rassenpflege, in denen im Sinne der Rassenhygiene und Erbpflege Eignungskriterien für die Fortpflanzung propagiert wurden, die später in Zwangssterilisationen mündeten.

Gemälde: Porträt von Dr. Ernst Gräfenberg.Porträt Ernst Gräfenberg, Shared History Projekt. Lizenz: cc by-nc-nd/4.0/deed.de (© Leo Baeck Institute New York | Berlin)
Dr. Ernst Gräfenberg wurde im Jahr 1933 seiner Position als Chefarzt im Krankenhaus Berlin-Britz enthoben und darüber hinaus kurzzeitig in Haft genommen, so berichtete es später sein Kollege Dr. Hans Lehfeldt. Anders als viele seiner jüdischen und linksgerichteten Kolleginnen und Kollegen, die (anfangs häufig wegen des Vorwurfs illegaler Abtreibungen) festgenommen oder umgebracht wurden – oder in den Suizid getrieben wurden -- wenn es ihnen nicht möglich war, aus Deutschland zu fliehen – konnte Gräfenberg seine Privatpraxis am eleganten Ku‘damm noch lange in die Nazizeit weiterführen. Über seine Tätigkeiten in dieser Zeit ist wenig bekannt, außer dass Lehfeldt ihn 1934 drängte, aus Deutschland zu fliehen, solange das noch möglich sei, und dass Gräfenberg zögerte: er fühlte sich, so erinnerte sich Lehfeldt "bei all den Ehefrauen hoher Nazi-Würdenträger unter seinen Patientinnen völlig sicher". Damit befand er sich, so bemerkte sein Freund, zwangsläufig im Irrtum.

Im Jahr 1940 wurde Gräfenberg ein weiteres Mal verhaftet: Ihm wurde der Versuch zur Last gelegt, eine wertvolle Briefmarke aus Deutschland zu schmuggeln (möglicherweise versuchte er zu diesem Zeitpunkt doch, aus Deutschland zu fliehen). In der Folge trugen die internationalen Verbindungen, die er 1930 auf der Konferenz in Zürich insbesondere zu Margaret Sanger geknüpft hatte, zu seiner Rettung in letzter Minute bei. Auf Grund des international ausgeübten Drucks sah sich das US-amerikanische Konsulat zu einer seltenen Intervention zugunsten Gräfenbergs veranlasst; laut Lehfeldt wurde eine erhebliche Summe für die Bewilligung seiner Ausreise als Lösegeld gefordert, deren Zahlung Margaret Sanger übernahm.

Gräfenberg konnte eine Stelle bei Dr. Alan Guttmacher im Mount Sinai Hospital in New York antreten; Margaret Sanger stellte ihn – offenbar als einzigen männlichen Arzt – in ihrem Ambulatorium für Geburtenregelung ein. Allerdings war sie nicht überzeugt, dass seine Erfindung eine sichere Verhütungsmethode darstellte und ließ daher nicht zu, dass er das IUP verschrieb oder einsetzte. Im Laufe der Zeit wurde sie zunehmend irritiert mit Gräfenbergs förmlichem Auftreten und seinen Schwierigkeiten mit dem Englischen, die die Patientinnen abschreckten, die sie an ihn verweisen wollte.

Nachdem er im Alter von 60 Jahren vom Medical Board die ärztliche Zulassung erhielt, brach bei ihm die Parkinson‘sche Krankheit aus. Das bedeutete das Ende seiner Karriere im Krankenhaus. Doch tat dies Gräfenbergs Interesse an der weiblichen Anatomie und Sexualität keinen Abbruch. Seine Forschungen fanden sowohl im Kinsey-Report als auch in den späteren Untersuchungen zum weiblichen Orgasmus von Masters und Johnson Eingang. Lehfeldt, der eine gynäkologische Praxis auf der Park Avenue eröffnet hatte, erzählte in einer kurzen Biographie seines Freundes im Mt. Sinai Journal of Medicine, auch Gräfenbergs eigene Sexualgeschichte sei in die Kinsey-Studie aufgenommen worden.

Im Jahr 1950 veröffentlichte Gräfenberg den Artikel, der ihn posthum als "Erfinder des G-Punkts" berühmt machen sollte. In "Die Rolle der Harnröhre beim weiblichen Orgasmus“ griff er die Debatten der Sexualreformbewegung über den Kampf gegen weibliche "Frigidität" erneut auf. Wenngleich er davon überzeugt war, neue "erotogene" Zonen in der Vagina entdeckt zu haben, gestand er doch zu: "[O]bwohl der weibliche Orgasmus seit Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden Gegenstand von Diskussionen ist, sind die Probleme weiblicher Befriedigung immer noch nicht gelöst." Im Jahr 1982 – als sich das Diaphragma, einst das wichtigste Verhütungsmittel der Weimarer Sexualreform, auch in den USA immer größerer Beliebtheit erfreute, als sicherere und weniger medizintechnische Alternative zum IUP und zur Pille – verkündete ein Sexualratgeber, der G-Punkt sei das Geheimnis zur Erreichung des so selten auftretenden vaginalen Orgasmus. Das Buch ging auf Gräfenbergs Forschung ein und verwendete die Kurzbezeichnung des nach ihm benannten Gräfenberg-Punkts in seinem Titel: "G Spot". Gräfenberg, der 1957 vereinsamt in New York gestorben war, und seine "Entdeckung" erhielten damit eine verspätete und kurzlebige Würdigung in der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Dieser Beitrag ist Teil des Shared History Projektes vom Leo Baeck Institut New York I Berlin.

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