Krieg in den Medien

Glossar

Konvergenz

Konvergenz, die [lat. convergere: sich annähern]; in der Biologie die Ähnlichkeit beziehungsweise Übereinstimmung von Gestalt, innerem Bau, dem Stoffwechsel oder Erbgut verschiedener nicht näher verwandter Tier- und Pflanzengruppen. So bezeichnet man beispielsweise die Flügel von Vögeln und Insekten als konvergent.
Unter Medienkonvergenz wird ganz allgemein ein Zusammenwachsen von bisher getrennten Bereichen der Kommunikation verstanden. Die hier zu beobachtenden Entwicklungen ereignen sich auf inhaltlicher und technischer Ebene. Im Hinblick auf die Medieninhalte versteht man unter Konvergenz die parallele Verbreitung eines Angebots über verschiedene Medien. Damit ist nicht nur das traditionell bekannte Beispiel des Kinofilms gemeint, den es auch auf Video und DVD gibt, sondern die zeitgleiche Darbietung eines Inhalts in verschiedenen Medien. So wird beispielsweise während einer TV-Show die dazugehörige Internetadresse eingeblendet, auf das zur Sendung entwickelte Computerspiel und auch auf die Show-Zeitschrift verwiesen. Die präsentierte Webseite dagegen liefert Hinweise zum TV-Format und macht auf veröffentlichte CDs, Computerspiele und Mobilfunkangebote zur Sendung aufmerksam.
Im technischen Sinn beschreibt der Begriff Medienkonvergenz das Zusammenwachsen von Übertragungswegen und das dadurch ermöglichte Verschmelzen verschiedener Einzelmedien in einem gemeinsamen Ausgabegerät. So können durch die Digitalisierung von Daten über das Internet verschiedene Angebote in Bild, Text und Ton gleichzeitig dargeboten werden. Im Internet lässt sich fernsehen, Radio hören, Musik herunterladen oder in den Onlineausgaben von Zeitungen lesen. Es wird so zum zentralen Medium und der Computer zum Multimediagerät. Ähnliches ist übrigens auch im Sektor der Mobilfunkkommunikation zu beobachten. Mit dem Handy bzw. mit Smartphones kann man nicht nur telefonieren, sondern spielen, fotografieren, Musik hören, Filme anschauen, E-Books lesen oder das Internet nutzen. Neben Medienkonvergenz werden – mit ähnlicher Bedeutung – auch die Begriffe Crossmedia oder Multimedia verwendet.



01.10.2011



Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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