Krieg in den Medien

Glossar

Boulevard

Boulevard, der [franz.]; ehemals breite Ringstraße, auch Prachtstraße. Die Begriffe Boulevardjournalismus und Boulevardmedien gehen zurück auf die Bezeichnungen Boulevardzeitung oder auch Boulevardpresse für Printmedien, die vorwiegend auf der Straße – also am Kiosk und selten im Abonnement – zum Verkauf angeboten werden. Charakteristisch für diese Kaufzeitungen sind eine betont aufsehenerregende Aufmachung mit reißerischen Überschriften und großflächigen Fotos sowie eine direkte, knappe Ausdrucksweise. Boulevardblätter wollen den Leser mit schockierenden Storys gewinnen: Neugier, Sensationslust und Nervenkitzel sollen nicht nur erzeugt, sondern gleichzeitig befriedigt werden. Bestimmende Themen sind Sex, Kriminalität, Skandale, Sport, aber auch allgemeiner Klatsch und Tratsch über Prominente. Im Fernsehen haben Boulevardmagazine mittlerweile ebenfalls einen festen Platz. Das gilt für die Programme der öffentlich-rechtlichen Sender genauso wie für die der privaten Kanäle. Boulevardjournalismus will nicht nur informieren, sondern vor allem unterhalten. Er produziert schnell zu konsumierende Berichte und erreicht damit Menschen unterschiedlichster Bildungsschichten. Im Kampf um Lesergunst und Einschaltquoten sind Boulevardmedien zu einem festen Bestandteil der Kommunikationsgesellschaft geworden.

Siehe auch: Dramatisierung, Emotionalisierung, Genre, Inszenierung, Medien, Personalisierung



01.10.2011



Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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