Krieg in den Medien

Glossar

Personalisierung

Personalisierung, die; etwas auf eine Person beziehen oder ausrichten. In den Bereichen Politik und Gesellschaftskritik wird unter Personalisierung die direkte Zuschreibung der Verantwortlichkeit für Geschehnisse und Entwicklungen an konkrete gesellschaftliche Gruppen oder an Individuen bezeichnet. Eine derartige Zuschreibung geschieht meistens in negativer Hinsicht, beispielsweise dass die Ausländer schuld seien an der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland oder George W. Bush (geboren 1946) am Krieg gegen den Iran. Dabei werden komplexe Zusammenhänge oftmals derart reduziert und vereinfacht, dass die dahinter liegende Logik nicht mehr erkannt werden kann und gleichzeitig sehr populistisch die angeblich wahren Schuldigen ausgemacht werden. In diesem Sinne sind Personalisierungen auch ein Wesenszug von Antisemitismus, Rassismus, Antikommunismus und Antiamerikanismus.
Im Medienbereich ist Personalisierung – neben Dramatisierung, Emotionalisierung und Inszenierung – ein charakteristisches Merkmal des Boulevardjournalismus. Um eine Nähe zum Publikum herzustellen und Emotionen anzusprechen, werden Inhalte und Sachverhalte häufig visualisiert und vereinfacht, vertraut gemacht, dramatisiert und eben auch personalisiert. So fokussiert eine Boulevardberichterstattung stärker auf Personen, wie zum Beispiel einen Politiker, als auf deren Handlungsfeld, wie die Politik, wobei komplexe Sachzusammenhänge reduziert dargestellt werden. Die nachrichtliche Bedeutung tritt dabei in den Hintergrund.
Siehe auch: Boulevard, Populismus



01.10.2011



Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

Mehr lesen

Jeden Tag tragen Medien die Krisen in unsere Kinderzimmer. Wie gehen Jungen und Mädchen damit um? Kindernachrichten aus der ganzen Welt bieten Hilfe.

Mehr lesen

Was mit Graffiti auf Höhlenwänden begann, ist heute vom Bildschirm bis zur Litfaßsäule allgegenwärtig: Bilder bestimmen unser Leben. Das Dossier erklärt ihre Bedeutung in Geschichte und Politik und zeichnet die Entwicklung der Bildkultur nach.

Mehr lesen

Publikationen zum Thema

APuZ 22-23/2014

Politik, Medien, Öffentlichkeit

Um zu einer gelingenden "deliberativen Demokratie" beizutragen und den Bürgerinnen und Bürgern die...

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Der Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten lautet: Gewährleistung einer unabhä...

Medienfreiheit

Medienfreiheit

Wenn die Öffentlichkeit mit brutalen Bildern geschockt wird oder Maßstäbe ins Rutschen geraten, w...

Massenmedien

Massenmedien

Angebot und Vielfalt der Medien haben in den vergangenen Jahrzehnten einen dramatischen Wandel erfah...

Unterhaltungsrepublik Deutschland

Unterhaltungs-
republik Deutschland

Gute Unterhaltung versuche die Menschen von sich selbst abzulenken, so das Bonmot des Schauspielers ...

Coverbild Hate Radio

Hate Radio

Der Radiosender RTLM spielte 1994 eine wesentliche Rolle beim Völkermord in Ruanda. Als Sprachrohr ...

Zum Shop