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Jugendliche sitzen bei einem Rollenspiel hinter Stacheldraht, 08.06.2016.

6.4.2016

M 03.04.02 Franz Grün: Unsere Vertreibung in Richtung Westen 1946

- ein Leben in Notunterkünften und Massenlagern

Ab dem Jahr 1946 lebte die Familie Grün in verschiedenen Notunterkünften und Massenlagern. Eine besonders prägende Station im Leben von Franz Grün war der Aufenthalt in der Rantumer Kaserne auf Sylt. Hier erlebte die Familie auch den "Hungerwinter" 1946/47.

Wolfgang Sander:
Sie waren also froh, dass der Vater diese Entscheidung getroffen hat und sie am Ende des Krieges ihre Heimat Pommern verlassen haben.

Franz Grün:
Ja. Als wir noch zu Hause waren, sind immer wieder Russen oder Polen gekommen, wer es genau war, weiß ich nicht, es können auch Ukrainer gewesen sein. Ein Soldat oder zwei. Es waren mehrere Ereignisse innerhalb dieser Tage. Da haben sie einmal ein Rind tot geschossen, einmal ein Schwein, im Hof ein Stück Fleisch rausgeschnitten. „Mattka, du machen!“ Vater wollte raus, Blut rauslassen, nichts zu machen, gab es nicht. Die Viecher sind dagelegen, sind verrottet mehr oder weniger. Irgendjemand hat sie dann wahrscheinlich später abgeholt. Wir haben das ja nicht mehr mitgekriegt, wir waren ja schon wieder weg vom Hof. Also das war eine Katastrophe, was da abgelaufen ist. Mein Vater hat damals selbst erfahren und mehr oder weniger zu hören bekommen: die Deutschen müssen gehen.

Dann hat es eines Morgens im Juni 1946 geheißen – es muss Anfang Juni gewesen sein, vielleicht der 6., ich hab es zu Hause genau aufgeschrieben - da hat es geheißen morgens um Viere:, „Die Deutschen raus, raus, raus, raus!“ Das war ein Krach, da war ein Leben auf einmal in der ganzen Umgebung. Die haben uns alle, uns Deutschen in die alten Siedlungshäuser eingepfercht. Die anderen Häuser waren alle schon sauber gemacht und da waren dann schon andere drin. Auf jeden Fall ist es dann losgegangen. Mutter hat für uns Kinder einen kleinen Rucksack genäht, so aus Handtüchern, so aus festem Stoff hat man früher als feste Handtücher gehabt, so ganz rauer Stoff. Ich war in dem Alter, ich hätte laufen müssen diese 22 km bis Deutsch Krone, bis zur Kreisstadt. Für die älteren Leute und für die Kleinkinder wurden ein paar Pferdefuhrwerke zur Verfügung gestellt. Die älteren Leute so 70, 80 ,90 die durften auf die Wagen und die kleinen Kinder bis 4. bis 5. Lebensjahr. Ich war zu alt, mein Bruder auch. Meine anderen beiden Geschwister durften auf die Wagen. Ich hab das ein paar Kilometer geschafft. Dann bin ich plötzlich nach hinten umgefallen, keine Kraft mehr gehabt. Man war das ja nicht gewohnt zu laufen, über 20 km. Dann durfte ich auch aufsitzen, durfte ich auch mitfahren. Wir kamen in der Kreisstadt in das Kreiswehrersatzamt. Mein Vater wusste, was das ist, er hat das gekannt. Und da war aber kaum noch eine Scheibe drin. Da haben wir auch ein, zwei Nächte verbringen müssen. Aber unsere Familie war zusammen! Das war ein ganz großes Glück. Der Vater war dabei, durfte mit uns und wir haben unsere wenigen Sachen einigermaßen festhalten können. Man hat uns dann schon einiges weggeklaut.

Unsere Vertreibung mit dem Güterzug nach Swinemünde und mit dem Schiff nach Lübeck

Wolfgang Sander:
In der Kreisstadt sind Sie nur kurz geblieben…

Franz Grün: Ja, da waren wir ca. zwei Nächte in Deutsch Krone und dann sind wir mit dem Güterzug nach Stettin gebracht worden. Und zwar ich glaube, es war Swinemünde bei Stettin, und da hat der Zug gehalten an einem Bahndamm. Da ging es den Bahndamm vielleicht fünf Meter runter und da standen dann schon wieder welche, die uns bestohlen haben, was ging. Also weggerissen haben, was wir nicht halten konnten. Aber wir haben so einigermaßen unsere Betten gerettet. (Eine Uhr oder so etwas haben wir sowieso nicht mehr gehabt, das war alle weg.) Auf jeden Fall wurden wir da auch wieder untergebracht und zwar - ich glaube - es könnte in einem ehemaligen Krankenhaus gewesen sein. Da war auch kein Fenster mehr drin, gar nichts, gezogen hat es. Da sind sie auch wieder gekommen und haben uns zusammengepfercht. Wir haben festgehalten, was man einigermaßen mitnehmen konnte und was man unbedingt gebraucht hat.

Dann sind wir auf ein Schiff gekommen, auf die Isar, so hat das Schiff geheißen. Und dieses Schiff war angeblich beladen mit ca. 10.000 Flüchtlingen, aber ich glaub das nicht. Wenn das vielleicht 3000 bis 4000 waren, waren es meiner Meinung nach viel. Und wir sind dann zweieinhalb Tage mindestens, wenn nicht drei Tage auf dem Schiff gewesen.

Zu Trinken gab es ab und zu ein bisschen Wasser, aber zu essen gab es nichts. Wir sind dann, soviel wie meine Eltern erzählt haben, wahrscheinlich den großen Belt hoch und den kleinen Belt zurück, also an Dänemark hoch Richtung Schweden und wieder zurück, um den Minenfeldern vor der deutschen Küste zu entgehen. Die Gustloff war ja untergegangen[1], man wusste ja nicht, wo sonst noch überall Minen sind. Auf jeden Fall kamen wir dann nach zwei bis drei Tagen nach Lübeck-Pöppendorf und wurden im damaligen Barackenlager, in Wellblechbarracken untergebracht. Die waren mitten im Wald. Aber da haben wir das erste Mal etwas zu Essen bekommen und das vergesse ich nie: eine Erbsensuppe mit Kartoffeln, Erbsen drin, ein bisschen Speck oder Würstle-Stückchen, so kleine Brotwürfel drin. Und jedes Kind hat ein Ripple Schokolade gekriegt. Das war für uns das Höchste. Und da waren wir auch so zwei bis drei Nächte.

Wolfgang Sander:
Das bleibt in Erinnerung und das verbinden Sie mit Lübeck.

Franz Grün: Ja, da kamen wir am 13. Juni 1946 an und blieben aber nur kurz. Von dort aus wurden wir dann wieder in einen Zug gesteckt und abtransportiert Richtung Sylt. Also von Lübeck aus rüber, man hat der Zug noch umhängen müssen, auf jeden Fall wir sind dann über den Hindenburgdamm nach Sylt gekommen. Meine Mutter hat damals gesagt: „So, jetzt fahren sie uns noch ins Meer.“

Unser Überlebenskampf in der Rantumer Kaserne (Sylt): der Hungerwinter 1946/47

Wolfgang Sander:
…und da war rechts und links nichts als Wasser.

Ankunftszug in Westerland (Sylt) im Jahr 1946Ankunftszug in Westerland (Sylt) im Jahr 1946 (© Sander/Grün)
Herr Grün: Ja, Wasser, da war wahrscheinlich Flut. Und dann hat der Vater gesagt „Du, da gibt es einen Hindenburg-Damm, der ist nach dem Hindenburg benannt, aber wo der hingeht, das weiß ich nicht.“ Und dann kamen wir in Westerland an mit einem heruntergekommenen Personenzug und wurden dann transportiert oder mussten laufen, weiß ich nicht, nach Dikjen Deel. In Dikjen Deel, da waren ein paar Baracken. Dort waren, ich weiß es nicht, 100 bis 200 Leute untergebracht. Und drei oder vier Tage später kamen wir nach Rantum, in die Kaserne ins jetzige Haus Stegerwald.

Da waren wir im ersten Obergeschoss, also erster Stock sagt man bei uns, in der Mitte des Hauses untergebracht mit fast 300 Leuten. In der Mitte des Hauses war früher immer eine Dehnungsfuge. Die Dehnungsfuge war gerade neben unserem Zimmer. Der Winter 1946/47 war bitter, bitter kalt. Da hat es bis zu 4 Meter Schneeverwehungen gehabt. Die Schmalspurbahn hier in Rantum an den Dünen entlang war bis zu 4 Meter hoch zu geweht. Unglaublich. Da haben wir an dieser Wand Eis gehabt, mit Sicherheit zwei bis fünf cm dick, also in dem Wohnbereich, wo wir waren.

Wolfgang Sander:
Mit ihrer Familie, mit sechs Personen also zwei Eltern und vier Kinder in einem Zimmer.

Franz Grün: Ja, wir hatten ein Zimmer, zum Glück ein Zimmer! Das war also 2,40 Meter breit 4 Meter lang, ich hab es noch abgemessen, wo es noch so war. Der Bau ist ja später umgebaut worden. Auf jeden Fall, wir haben das große Glück gehabt, wir waren in einem Zimmer, wir hatten zwei Militärbetten: Unten haben Vater und Mutter geschlafen in einem und oben haben wir vier Kinder Füße gegeneinander geschlafen und zwar drei Jahre lange.

Als wir am Anfang hierher nach Rantum kamen, war ein Stacheldraht, so ein Rollendraht ca. zwei Meter hoch, vom Watt bis zur Nordsee rüber. Die (Einwohner von Sylt) haben Angst gehabt, das ist klar, da waren angeblich 3.000 Leute im Lager. Uns in der Schule hat man damals gesagt, das Dorf hat 101 Einwohner, aber ich glaube, die haben mehr gehabt, es war ein bisschen untertrieben. Dann nach etwa einem Vierteljahr kam dieser Stacheldraht weg.

Aber es war natürlich klar, da waren plötzlich 3.000 Leute und keine Verpflegung. Wir haben ja alles Mögliche probiert zu essen. Wir haben im Watt gesucht. Ich weiß nicht was alles, was wir lebend gefunden haben. Würmer und alles Mögliche hat man gesammelt, hat es mit heim, hat es mit ein bisschen Wasser in den Kochtopf getan, hat das aufgekocht, hat die Brühe abgeleert, hat dazu das zuvor schon gerupfte Gras oder Dünenhafer miteinander gekocht und gegessen. Wir waren alle abgemagert bis auf Haut und Knochen… Wir Kinder: alles Fingerle. Auf Bildern sieht man, dass wir alle fast verhungert waren. Und nach einem Vierteljahr etwa kam dann eine Gemeinschaftsküche.

Dann war es besser. Aber das Essen war natürlich teilweise katastrophal, teilweise Würmer drin, so lang im Essen und so weiter. Ahhhhhh, fürchterlich. Aber man hat es aus Not gegessen. Wir haben Holz gesucht. Der Vater hat ja in dem kleinen Zimmerle durch die Scheibe ein Loch gemacht und da ein Rohr raus gesteckt und einen kleinen Ofen gehabt. Für ihren Ofen haben natürlich 3.000 Flüchtlinge Holz gesucht auf der Insel, aber da war ja nichts, war ja kein Wald, bisschen Gestrüpp, mehr nicht. Das war schlimm. Später hatten wir dann zum Schluss noch ein bisschen Kohle oder Koks gehabt. Dass man ein bisschen überschlagen (etwas angeheizt) hatte ab und zu. Ansonsten haben sich die Leute gegenseitig gewärmt.

Meine Kindertage auf der Insel: hungern, betteln, hamstern und die Schule besuchen

Wolfgang Sander:
Sind Sie damals in Rantum auch zur Schule gegangen?

Franz Grün: Die Schule begann für uns Kinder 1946. Mitte Juni kamen wir hierher und Ende September Anfang Oktober hat die Schule begonnen. Den Unterricht haben Eltern und ein paar Lehrer gemacht. Mit der Zeit hat man dann überall Lehrer unter den Flüchtlingen auftreiben können. Und wir haben Schreiben gelernt mit so einem kleinen Stummele von Bleistift, irgendwo haben die Lehrer das hergebracht, war das von Amerika oder irgendwo, aber auf jeden Fall auf Zeitungsrändern haben wir so Buchstaben gelernt. Und dann ging es los: erstes Schuljahr, zweites Schuljahr. Alle die keine Schule hatten bisher, mussten ins erste, ich musste auch ins erste und der Bruder auch, aber nach einem Monat oder zwei kamen wir schon ins zweite. Weil man gemerkt hat, die können schon ein bisschen was und die sind tüchtig. Dann kamen wir also ins zweite und dann ist es so weitergegangen und dann haben wir Lehrer gehabt, die waren auch in Ordnung, sehr streng. Da war dann ein System eingeführt, das hab ich noch niemals erlebt, dass es so was überhaupt gibt. Klassen A, B, C in einem Jahrgang! Und unter den Klassen wurden während des Jahres die besten versetzt nach A, die schlechtesten von A wurden zu B gesetzt, genauso von B nach C. Also da hat man schon Leistung verlangt. Sonntags sind wir zum Gottesdienst zu Fuß nach Westerland gegangen. Dort haben wir auch zusammen mit meinem Bruder meine erste heilige Kommunion gefeiert.

Wolfgang Sander:
Was machten die Erwachsenen?

Franz Grün: Der Vater hat zunächst in der Lagerverwaltung mitgeholfen und dann auch beim Schnee-Schippen. Wir Kinder haben das auch versucht, aber für uns hat man keine Schippen. Unser Vater hat dann bei den Tommies (Engländern) auf dem Flugplatz in Tinnum gearbeitet. Er musste zu Fuß jeden Tag über den Deich zwischen Rantum-Becken und Wattenmeer die 6 bis 7 km morgens hin und abends zurück gehen. Gekriegt hat er dafür nichts von denen, aber da hat man irgendwo Sozialhilfe oder was bekommen. Dann musste man irgendwo arbeiten und er hat sich nicht gedrückt, er hat das gemacht. Und dann hat er ein oder zwei Mal fetten Speck um den Bauch gebunden gehabt, den hat er geklaut, den mussten sie wegschmeißen. Das war Abfall, den durften die Deutschen nicht mitnehmen. Und da hatte man dann ab und zu mal ein bisschen Speck gehabt zum Anbraten. Dann sind wir regelmäßig nachher, wo wir die Essenmarken bekommen haben (ich nehme an, das war ab 1947/48 etwa Zigarettenmarken, Zuckermarken und alles Mögliche) und dann sind wir zum Hamstern gegangen aufs Festland, mit der Bahn rüber gefahren über den Hindenburg Damm und die Höfe abgeklappert. Und da ist der Opa, also mein Vater, teilweise heimgekommen mit 2 Pfund Kartoffeln, 10 bis 15 Stunden unterwegs. Oder ein kleines Stückchen Speck. Auf jeden Fall ich bin auch zwei bis drei Mal mit. Es war Bettelei und da bist du dir vorgekommen, wie wenn du das letzte Lebewesen bist, das es überhaupt gibt. Aber wir haben dann einen getroffen, der hat wirklich nichts weitergehabt als einen ganz kleinen Hof (Brodersen), wo der hingehört hat in der Gegend Niebüll, Klanxbüll, weiß ich nicht, auf jeden Fall vom Bahnhof ein Stück weit weg. Der Bauer hat uns immer was gegeben, wenn ein Kind dabei war. Und wenn es bloß eine Kleinigkeit war. Der hat immer irgendwie was gehabt… Die haben geholfen, wo es ging. Und das hat uns gut getan solche Leute.

Wolfgang Sander:
Wie sind Sie in der Kaserne mit über 3.000 Menschen klar gekommen? Das ist ja auch nicht ganz einfach.

Franz Grün: Es war bei uns im Kasernenblock, im heutigen „Stegerwald“, meines Wissens alles normal. Ich weiß es nicht, waren da 300 drin oder 500, es waren in den Zimmern immer sehr viele Leute. Auf jeden Fall in unserem Block war an für sich Frieden, da war Ruhe. Dafür haben einige Männer, auch mein Vater gesorgt. Dort waren Leute, die aus guten normal-bürgerlichen Verhältnissen stammten, Landwirte, normale Arbeiter. Aber das „Gesindel“, kann man so sagen, war im Ostpreußen-Block untergebracht. Man muss sich vorstellen, Ostpreußen hat ja unglaublich viele große Güter gehabt. Und da (in dem ca. 190 m langen Block) waren sehr viele von den Knechten und Mägden und von denen untergebracht, die nie was Normales gekannt haben, die haben bloß Arbeiten, Schaffen, Schinden und Saufen gekannt. Da hat es auch Tote gegeben, das war schlimm in dem Block.

Quelle: Interview mit Franz Grün* vom Sommer 2015, durchgeführt von Wolfgang Sander (*Name von der Redaktion geändert)

Arbeitsaufträge Arbeitsgruppe 2

In seinem Interview berichtet Franz Grün, wie er als Junge Vertreibung und Flucht nach dem 2. Weltkrieg erlebt und überstanden hat. Er geht auf vier Abschnitte seines Lebens ein. Deine Aufgabe ist es zu berichten, wie seine Familie und er auf der Flucht schwierige Situationen gemeistert haben:
  1. Meine Kindheit und Kriegserlebnisse in Pommern (1939 -1945)
  2. Unsere Vertreibung in Richtung Westen 1946: ein Leben in Notunterkünften und Massenlagern
  3. Neuanfang 1949 in Hohenzollern-Sigmaringen: Meine Jugend- und Lehrzeit
  4. Mein Berufswechsel (1957): als Zimmermann zur Polizei
Deine Arbeitsgruppe 2

soll sich mit dem zweiten Lebensabschnitt von Franz Grün („Unsere Vertreibung in Richtung Westen 1946“) befassen und analysieren, wie seine Familie hier die sehr schwierigen Situationen gemeistert hat. Zur Information: Die Zahl der Heimatvertriebenen, die nach dem Krieg wie die Familie Grün die Ostgebiete verlassen und gen Westen in die sowjetische, englische, amerikanische oder französische Besatzungszone Deutschlands teilweise auch nach Österreich geflüchtet sind, betrug mehr als 12 Millionen Menschen. Die Aufnahme dieser riesigen Zahl von heimatlosen, hungernden und völlig verarmten Menschen wurde auch dadurch noch erschwert, dass die aufnehmenden Städte Restdeutschlands bis zu mehr als 80% zerstört waren. Auffällig in der Erzählung von Franz Grün ist, dass neben den Horrormeldungen immer wieder Hoffnungsschimmer auftauchen, dass es also immer irgendwie weitergehen wird.
  1. Liste mit Hilfe des Auswertungsblatt „Unsere Flucht in Richtung Westen 1946“ die wichtigen Ereignisse in den vier Etappen der Flucht auf und notiere mit einem + oder - die Bewertungen, die der Erzähler jeweils untergründig erkennen lässt.
  2. Beschreibe, welche Rolle soziale Beziehungen (innerhalb der Familie und zu anderen Personen) gespielt haben, um die extremen Notlagen zu überstehen. Fasse die Ergebnisse thesenartig zusammen.
  3. Erkläre mit Hilfe der soziologischen Begriffe wie soziale Gruppe, Norm, abweichendes Verhalten, Sanktion, Entwicklungsaufgabe, Identifikation, Resilienz (Durchhaltevermögen), (siehe Baustein 2) die Überlebensstrategien von F. Grün und seiner Familie in den verschiedenen Situationen. Notier die Ergebnisse stichwortartig in der Spalte „sozialwissenschaftliche Erklärungen“ des Auswertungsblattes. Bereite deinen Bericht für die Klasse vor, indem du darstellst, welche Notsituation F. Grün zu überstehen hatte und indem du erklärst, wie er das mit seiner Familie geschafft hat.
  4. Vergleiche die Ergebnisse deiner Gruppe mit denen der anderen und nutze sie, um dir ein zusammenhängendes Bild davon zu machen, wie F. Grün (und seine Familie) Konflikte und Krisen überwunden hat.
Das Arbeitsmaterial PDF-Icon M 03.04.02 Franz Grün: Unsere Vertreibung in Richtung Westen 1946 ist als PDF-Dokument abrufbar.

Fußnoten

1.
Mit 9.000 Flüchtlingen an Bord, 1945 versenkt durch ein russisches U-Boot.

GrafStat Software
Forschen mit GrafStat

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