Dossierbild Geschichte im Fluss

14.5.2012 | Von:
Jürgen Peters

Die Zukunft des Oderbruchs

Chronologie

1730: In der Küstriner Festungshaft reift bei Friedrich, damals noch Kronprinz, der Entschluss, die Flussniederungen von Warthe und Oder trockenzulegen.

1747: Gleich nach Beendigung des Zweiten Schlesischen Krieges macht sich Friedrich II. an die Trockenlegung des Oderbruchs. Durch den Bau eines Kanals zwischen Güstebiese und Hohensaaten wird der Lauf der Oder um 20 Kilometer verkürzt. Städte wie Wriezen und Oderberg sind nun vom Oderlauf abgeschnitten.

1753: Beginn der Kolonisation im Oderbruch durch Siedler aus verschiedenen Ländern Europas. Das Oderbruch wird ein kultureller Schmelztiegel.

1763: Nach dem Siebenjährigen Krieg beginnt die Trockenlegung des Warthebruchs. Sie wird nicht vollendet. Noch heute ist der westliche Teil an der Odermündung natürliches Überschwemmungsgebiet. Polen hat diesen Teil als Nationalpark ausgewiesen.

1997: Jahrhunderthochwasser an der Oder. Das Oderbruch bleibt verschont.

2008: Der Oderbruchpavillon, ein Netzwerk von Landschaftsplanern, stellt vier Szenarien für die Zukunft des Oderbruchs vor. Landwirte fürchten, die Bruchlandschaft könnte der Natur überlassen werden.

2010: Erneutes Hochwasser. Vorschlag, die Kulturlandschaft als Unesco-Welterbe zu schützen.


Zum Weiterlesen

Die Oder

  • Uwe Rada: Die Oder. Lebenslauf eines Flusses. Siedler Verlag (2009). Die erste Biografie des Stromes, der Deutsche und Polen verbindet und nicht mehr trennt. "Dieses Buch ist längst fällig gewesen" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

  • Karl Schlögel/Beata Halicka (Hg.): Oder-Odra. Blicke auf einen europäischen Strom. Peter Lang Verlag (2007). Autoren aus Tschechien, Polen und Deutschland über die Rekonstruktion des Kulturraums Oder. "Das Buch ist mehr als nur ein Konferenzband." (Inter Finitimos)

  • Wolfgang Tschechne: Große Oder, großer Strom. Bergstadt Verlag Wilhelm Gottlieb Korn (2006). Eine Reise entlang des Stroms von der Quelle bis zur Mündung.

  • Institut für angewandte Geschichte (Hg.): Terra Transoderana. Zwischen Neumark und Ziemia Lubuska. Bebra Verlag (2008). Ein Almanach zu einer Brückenregion, deren Geschichte wieder entdeckt wird. "Und der Reiz dieses Buches nun liegt auch darin, die Widersprüchlichkeit aufzuzeigen und nach Wegen zu suchen, um zwei zumeist getrennt bestehenden Perspektiven zu verbinden." (Kulturradio)