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Der Rhein im Lauf der Geschichte

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Der Rhein im Lauf der Geschichte

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Einst bildete der Rhein die Grenze zwischen den Römern und den Germanen, später dann rangen Deutsche und Franzosen um die Vorherrschaft am Rhein. Doch der Transport von Waren und Ideen, wie Victor Hugo einst sagte, hat ihn zum europäischen Strom gemacht.

Die allegorische Darstellung des Rheins (mit Weinreben) am Neptunbrunnen in Berlin. (Manfred Brückels; Externer Link: Wikimedia Commons) Lizenz: cc by-sa/3.0/de

5. Jahrhundert vor Christus: Die Kelten siedeln am Rheinknie auf dem Gebiet des heutigen Basel.

58-50 vor Christus: Caesar erobert im Gallischen Krieg die Gebiete westlich des Rheins, die heute zu Belgien und Frankreich gehören.

55 vor Christus: Bau der ersten Brücke über den Rhein durch die Römer. Erster Vorstoß nach Germanien. Der Rhein wird bald als Grenze zwischen „Zivilisation“ und „Barbarei“ betrachtet.

12 vor Christus: Straßburg wird von den Römern in der Provinz Germania Superior gegründet.

9 vor Christus: Augustus verfolgt den Plan, die Rheingrenze nach Osten an die Elbe zu verlegen.

9 nach Christus: Varusschlacht am Teutoburger Wald. Die Germanen unter Arminius besiegen das römische Heer.

11: Die Römer gründen am Rhein ein Kastell, aus dem sich mit der Zeit eine zivile Siedlung, der vicus bonensis, entwickelt – das spätere Bonn.

15: Agrippina die Jüngere, die Mutter des späteren Kaisers Nero, wird am Rhein geboren. Nach ihr wird später die Stadt „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“ benannt, das heutige Köln.

16: Der römische Kaiser Tiberius verzichtet auf die ursprünglichen Pläne, das Römische Reich bis zur Elbe nach Osten auszudehnen. Stattdessen werden Rhein, Limes und Donau zur Ostgrenze des Römischen Reichs ausgebaut.

455: Während der Völkerwanderung erobern die Franken Köln. Die romanische Bevölkerung lebt weiter in der Stadt.

476: Ende des Weströmischen Kaiserreichs.

511: Tod Chlodwigs I. Aufteilung seines Reichs. Gründung des Stifts Sankt Goar.

782: Mainz wird Erzbistum und ein wichtiger Ausgangspunkt zur Eroberung der Sachsen im Osten.

800: Karl der Große wird in Rom zum Kaiser gekrönt und begründet das Römische Kaisertum und Reich neu.

843: Teilung des Karolingerreichs in das westfränkische, das ostfränkische und das lotharingische Reich. Der Rhein mäandert zwischen den beiden letztgenannten Reichen.

873: Einweihung des Kölner Doms, des Vorgängerbaus des heutigen Doms.

Satellitenbild von der Mündung der Waal und der Maas in die Nordsee. (NASA World Wind, bearbeitet von L.1951a; Externer Link: Wikimedia Commons) Lizenz: cc publicdomain/zero/1.0/deed.de

1032: Basel wird dem römisch-deutschen Reich angegliedert.

1038: Erstmalige urkundliche Erwähnung von Kehl

1180: Köln ist mit 40.000 Einwohnern die größte Stadt des Mittelalters in Deutschland.

1248: Beginn des Baus des neuen Doms in Köln.

1348: Während einer Pestepidemie stirbt die Hälfte der Basler Bevölkerung.

1388: Bau der "Lange Bruck" zwischen Straßburg und Kehl.

1501: Basel tritt der Eidgenossenschaft bei.

1517: Luthers Thesen in Wittenberg. Beginn der Reformation. Das Rheinland bleibt überwiegend katholisch.

1581: Rebellion des habsburgischen Niederlande gegen die Vorherrschaft der spanischen Niederlande. Gründung der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen, aus denen 1815 dann die Niederlande hervorgehen.

1681: Frankreichs König Ludwig XIV. erobert Straßburg.

Mitte 18. Jahrhundert: Englische Adlige entdecken auf ihrer Grand Tour auf den Kontinent auch den Rhein und das von nun an als romantisch empfundene Mittelrheintal mit seinen Burgen. 1791: Georg Forster übernimmt seine Rheinreise. Er empfindet das mittlere Rheintal als rückständig.

1792: Nach der französischen Revolution dringt Frankreich bis ans linke Rheinufer vor.

1793: Unter dem Einfluss des revolutionären Frankreich gründet sich in Mainz die Mainzer Republik

1806: Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bildete Napoleon den Rheinbund, ein Staatenbündnis, das neben den westrheinischen auch ostrheinische deutsche Territorialstaaten einschloss. Der Code Napoleon bringt Freiheits- und Menschenrechte.

1813: Die deutschen Befreiungskriege beenden den Rheinbund.

1815: Auf dem Wiener Kongress verliert Frankreich die linksrheinischen Gebiete, behält aber das Elsass. Das Rheinland und Westfalen kommen zu Preußen. Der Rhein wird internationalisiert.

1817: Der badische Ingenieur Johann Gottfried Tulla beginnt mit seiner "Rheinkorrektur". Mit diesem Hochwasserschutzprojekt wird der Lauf der Oberrheins begradigt.

1831: Die internationale Rheinkommission nimmt ihre Arbeit auf.

1840: Während der Rheinkrise beansprucht Frankreich den Rhein als natürliche Grenze. Es beginnt die Propagandaschlacht um den Rhein.

1860er Jahre: Gründung von BASF, Bayer und Hoechst. Vor der chemischen Industrie waren die Abwasser des Kohlebergbaus über die Emscher in den Rhein gelangt.

1871: Im Deutsch-Französischen Krieg annektiert das Deutsche Reich Elsass und Lothringen. Gründung des Deutschen Reichs.

1872: Die Niederlande graben mit dem "Nieuwe Waterweg" einen Kanal in die Nordsee, der den Aufschwung Rotterdams zum größten Hafen Europas ermöglicht.

1880: Fertigstellung des Kölner Doms nach 600 Jahren Bauzeit.

1883: Einweihung des Niederwalddenkmals mit der Germania in Erinnerung an die deutsche Reichsgründung 1871.

Das Deutsche Eck mit dem Zusammenfluss von Mosel und Rhein in Koblenz wird vom Reiterstandbild Wilhelms I. dominiert. (Holger Weinandt, Externer Link: Wikimedia Commons) Lizenz: cc by-sa/3.0/de

1897: Errichtung des Reiterstandbilds des Kaisers Wilhelm I. am Deutschen Eck in Koblenz.

1918: Ende des Ersten Weltkriegs. Im Waffenstillstand vom 11. November wird die Demilitarisierung des Rheinlandes festgelegt. Straßburg und das Elsass kommen wieder zu Frankreich.

1919: Der Versailler Vertrag regelt eine "Friedensbesetzung" des Rheinlands.

1921: Frankreich beginnt mit dem Bau des Grand Canal d'Alsace, dem Rheinseitenkanal. Der Rhein ist nun bis Basel schiffbar.

1923: Düsseldorfer Blutsonntag und blutiger Karsamstag bei Krupp. Ruhrkampf.

1925: Antifranzösische so genannte Jahrtausendfeiern im Rheinland anlässlich des 1.000sten Jahrestags der Einverleibung des mittelfränkischen Lotharingen in das ostfränkische Reich Heinrichs I.

1930: Am 30. Juni beenden die französischen und belgischen Truppen die Rheinlandbesetzung.

1936: Hitler marschiert ins entmilitarisierte Rheinland ein.

1949: Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Bonn wird Hauptstadt. Wahl von Konrad Adenauer zum Bundeskanzler. Beginn der Bonner Republik.

1960: Bau der Europabrücke zwischen Straßburg und Kehl.

1963: De Gaulle und Adenauer unterzeichnen den Élysée-Vertrag genannten Freundschaftsvertrag. In dessen Folge wird das deutsch-französische Jugendwerk gegründet.

1969: Im deutsch-französischen Abkommen wird geregelt, dass beide Staaten bei den Eingriffen in den Rhein kooperieren.

1986: Chemieunglück bei Sandoz in der Nähe von Basel. Umdenken beim Umweltschutz.

1993: Jahrhunderthochwasser als Mittelrhein. Koblenz und die Kölner Altstadt stehen unter Wasser.

1995: Der Schengenvertrag tritt in Kraft. Wegfall der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Frankreich sowie den Niederlanden.

1998: Aktionsplan zum Hochwasserschutz durch die Anlage neuer Auen am Oberrhein.

2002: Das obere Mittelrheintal wird Welterbe der Unesco.

2004: Bau der Fußgänger- und Radfahrerbrücke Passerelle de deux rives im Rahmen der gemeinsamen Landesgartenschau zwischen Straßburg und Kehl.

2009: Nato-Gipfel in Straßburg mit Fototermin auf der Passerelle.

Fussnoten

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