Dossierbild Geschichte im Fluss

29.8.2012

Der Rhein im Lauf der Geschichte

Satellitenbild von der Mündung der Waal und der Maas in die Nordsee.Satellitenbild von der Mündung der Waal und der Maas in die Nordsee. (© Wikimedia)
1032: Basel wird dem römisch-deutschen Reich angegliedert.

1038: Erstmalige urkundliche Erwähnung von Kehl

1180: Köln ist mit 40.000 Einwohnern die größte Stadt des Mittelalters in Deutschland.

1248: Beginn des Baus des neuen Doms in Köln.

1348: Während einer Pestepidemie stirbt die Hälfte der Basler Bevölkerung.

1388: Bau der "Lange Bruck" zwischen Straßburg und Kehl.

1501: Basel tritt der Eidgenossenschaft bei.

1517: Luthers Thesen in Wittenberg. Beginn der Reformation. Das Rheinland bleibt überwiegend katholisch.

1581: Rebellion des habsburgischen Niederlande gegen die Vorherrschaft der spanischen Niederlande. Gründung der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen, aus denen 1815 dann die Niederlande hervorgehen.

1681: Frankreichs König Ludwig XIV. erobert Straßburg.

Mitte 18. Jahrhundert: Englische Adlige entdecken auf ihrer Grand Tour auf den Kontinent auch den Rhein und das von nun an als romantisch empfundene Mittelrheintal mit seinen Burgen. 1791: Georg Forster übernimmt seine Rheinreise. Er empfindet das mittlere Rheintal als rückständig.

1792: Nach der französischen Revolution dringt Frankreich bis ans linke Rheinufer vor.

1793: Unter dem Einfluss des revolutionären Frankreich gründet sich in Mainz die Mainzer Republik

1806: Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bildete Napoleon den Rheinbund, ein Staatenbündnis, das neben den westrheinischen auch ostrheinische deutsche Territorialstaaten einschloss. Der Code Napoleon bringt Freiheits- und Menschenrechte.

1813: Die deutschen Befreiungskriege beenden den Rheinbund.

1815: Auf dem Wiener Kongress verliert Frankreich die linksrheinischen Gebiete, behält aber das Elsass. Das Rheinland und Westfalen kommen zu Preußen. Der Rhein wird internationalisiert.

1817: Der badische Ingenieur Johann Gottfried Tulla beginnt mit seiner "Rheinkorrektur". Mit diesem Hochwasserschutzprojekt wird der Lauf der Oberrheins begradigt.

1831: Die internationale Rheinkommission nimmt ihre Arbeit auf.

1840: Während der Rheinkrise beansprucht Frankreich den Rhein als natürliche Grenze. Es beginnt die Propagandaschlacht um den Rhein.

1860er Jahre: Gründung von BASF, Bayer und Hoechst. Vor der chemischen Industrie waren die Abwasser des Kohlebergbaus über die Emscher in den Rhein gelangt.

1871: Im Deutsch-Französischen Krieg annektiert das Deutsche Reich Elsass und Lothringen. Gründung des Deutschen Reichs.

1872: Die Niederlande graben mit dem "Nieuwe Waterweg" einen Kanal in die Nordsee, der den Aufschwung Rotterdams zum größten Hafen Europas ermöglicht.

1880: Fertigstellung des Kölner Doms nach 600 Jahren Bauzeit.

1883: Einweihung des Niederwalddenkmals mit der Germania in Erinnerung an die deutsche Reichsgründung 1871.


Zum Weiterlesen

Der Rhein

  • Lucien Febvre: Der Rhein und seine Geschichte. Campus Verlag (2006): Der Klassiker der Rheinliteratur. Febvre beschreibt den Rhein erstmals aus einer übernationalen Perspektive. "Lucien Febvre ist der Aufklärung verpflichtet." (Die Zeit)

  • Horst Johannes Tümmers: Der Rhein. Ein europäischer Fluss und seine Geschichte. Beck Verlag München (1994). Tümmers hat sich die Geschichte des Stromes zu Fuß erlaufen. Noch immer ein Standardwerk. "Ein generalistisches, im besten Sinne gelehrtes, informatives und nicht zuletzt aufrüttelndes Buch." (Sehepunkte)

  • Gertrude Cepl-Kaufmann/Antje Johanning: Mythos Rhein. Kulturgeschichte eines Stromes. Primus Verlag (2003). Die Geschichte des Rheins als literarische Geschichte. "Ein origineller Ansatz zu einer Kulturgeschichte." (NZZ)

  • Karen Denni: Rheinüberschreitungen. Grenzüberwindungen. UVK-Verlag (2008). Karen Denni schreibt die Geschichte der Brücken zwischen Straßburg und Kehl und mit ihr ein Stück deutsch-französische Geschichte.