Dossierbild Geschichte im Fluss

30.4.2013 | Von:
Dragan Velikić

Vukovar und die Serben

Chronologie

1980: Josip Broz Tito stirbt. Mit ihm hat der Vielvölkerstaat Jugoslawien keine Integrationsfigur mehr.

1991: Kroatien und Slowenien erklären ihren Austritt aus der jugoslawischen Föderation. Anerkennung Kroatiens durch Deutschland.

1991: Im September beginnt die Belagerung der kroatischen Donaustadt Vukovar durch die Jugoslawische Armee und serbische Freischärler. Die Zivilbevölkerung bleibt in der Stadt. Der Widerstand ist für die Belagerer überraschend. Die Belagerung dauert 87 Tage. Etwa 1.400 Kroaten lassen ihr Leben.
Am 18. November fällt Vukovar. Ein Teil der Gefangenen wird von Serben in einem Hospital zusammengetrieben und anschließend in einer Schweinefarm in Ovćara umgebracht.

1995: Vukovar kommt unter eine provisorische UN-Verwaltung. Im August beginnt die kroatische "Operation Sturm". Etwa 180.000 Kroaten erobern unter der Führung von General Ante Gotovina Vukovar zurück. 300 serbische Zivilisten werden ermordet, 90.000 vertrieben.

1998: Vukovar wird auch offiziell wieder kroatisch. Die Grenze zu Serbien verläuft entlang der Donau bei Ilok.

2010: Ein Teil der serbischen Bevölkerung kehrt nach Vukovar zurück.

2012: Das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag spricht Ante Gotovina vom Vorwurf des Völkermords frei. Proteste in Serbien.

2012: Proteste in Kroatien gegen kiryllische Straßenschilder in Vukovar.

2013: Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union.


Zum Weiterlesen

Die Donau

  • Claudio Magris: Die Donau. Biografie eines Flusses. Zsolnay Verlag (1996). Eine intellektuelle Reise durch die Geistesgeschichte an der Donau von der Quelle bis zur Mündung. Der Klassiker unter den Flussgeschichten.

  • Michael W. Weithmann: Die Donau. Geschichte eines europäischen Flusses. Böhlau Verlag (2012). Eine fundierte Geschichte des Donauraums von der Antike bis zur Gegenwart. "Die wohl beste Neuerscheinung der letzten Jahre zur Geschichte und Gegenwart des Donauraums." (Siebenbürger Zeitung)

  • Frank Gauditz: Warten auf Europa. Begegnungen an der Donau. Deutsches Kulturforum östliches Europa (2006). Der Fotograf Frank Gauditz reiste die Donau entlang und legt ein biografisches Porträt der Donau am Beispiel ihrer Menschen vor.

  • Christian Fridrich (Hg.): Europa Erlesen. Donau. Wieser Verlag (2012). Auch der Wieser-Verlag hat sich der Donau angenommen. Auf mehr als 600 Seiten bietet die Anthologie bekannte und unbekannte Texte über die Donau.

  • Michal Hvorecky: Tod auf der Donau. Tropen Verlag (2010). Der Thriller des slowakischen Autors spielt auf einem Kreuzfahrtsschiff auf einer Fahrt von Regensburg zum Schwarzen Meer. "Porträt und Chronik eines paneuropäischen Flusses" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)