Bildnachweis v. l. n. r.: Spielfigur „Blitzcrank“ aus „League of Legends“ (Quelle: Pixabay); Schutzbrief von Feist Hertz, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Leo Baeck Institute – New York | Berlin); Einsteinturm (Quelle: Wikimedia); Silberne Spielzeuglokomotive, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Jüdisches Museum Hohenems); „Der Vollkommene Pferdekenner“, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Leo Baeck Institute – New York | Berlin); Salvarsan-Ampulle, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Georg-Speyer-Haus); Stolpersteine für die Familie Frank in Aachen, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Volkshochschule Aachen); Siegel von Josel von Rosheim (© Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 56 U 15); Edikt von Kaiser Konstantin aus dem Jahr 321, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Biblioteca Apostolica Vaticana); Motorroller "Schwalbe KR51" der Firma Simson, Lizenz: CC-BY-NC-ND (AKF Fahrzeugteile GmbH; Foto: Leo Baeck Institute – New York | Berlin)

Geteilte Geschichte
1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Deutsche Geschichte ist auch jüdische Geschichte, und jüdische Geschichte ist auch deutsche Geschichte. Eine geteilte Geschichte - eine "Shared History". Dabei gestaltet sich jüdisches Leben in Deutschland in den verschiedenen Epochen sehr wechselvoll: Die Erfahrungen, die den Alltag jüdischer Menschen über Jahrhunderte prägen, sind bestimmt von Diskriminierung, Ausgrenzung, Anpassung, Verfolgung, Exil und Vernichtung auf der einen Seite und von Akzeptanz, Aufstieg und Erneuerung auf der anderen Seite. Um diese unterschiedlichen Seiten jüdischer Geschichte im deutschen Sprachraum zu schildern, zeigt die bpb in diesem Dossier in Kooperation mit dem Leo Baeck Institut New York I Berlin nach und nach viele verschiedene Objekte. Sie erzählen von einer jüdischen Identität, die seit Jahrhunderten tief verwoben ist mit der Geschichte der Mehrheitsbevölkerung. In der Philosophie, der Kunst, der Wissenschaft, der Medizin oder auch in der Wirtschaft gestalten seit Jahrhunderten viele Menschen mit jüdischem Hintergrund die gesellschaftlichen Entwicklungen mit.

Zu jedem Objekt wird der historische Kontext erläutert und eine Geschichte zum Objekt aus der Perspektive einer Einzelperson erzählt, die mit dem Objekt verbunden ist. Diese persönliche Sichtweise auf die Geschichte legt nahe, wie viele der Themen, die den breiten Bogen der jüdischen Geschichte spannen, auch unsere heutige Welt prägen.

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Römerzeit und Mittelalter

Das Edikt Kaiser Konstantins von 321.

Das Edikt Kaiser Konstantins von 321

Konstantins Dekret bezeugt, dass Juden in den gesellschaftlichen Strukturen und im städtischen Leben Kölns und anderer Gemeinden eine bedeutende Rolle spielten.

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Römische Öllampe aus Ton mit Darstellung des siebenarmigen Leuchters

Römische Tonlampe mit Menora

Ursprünglich im Zweiten Tempel in Jerusalem benutzt, wurde die Menora überall in der Diaspora als eines der Symbole des Judentums verwendet.

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Signet Ring

Siegelring


Dieser Ring ist einer der ältesten archäologischen Funde, die ein jüdisches Leben in der Schweiz und im restlichen Europa während des späten Römischen Reiches bezeugen.

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Frühe Neuzeit

Handschrift von Trient

Handschrift von Trient

In der vollständig dokumentierten "Ritualmord"-Klage wurden die Juden von Trient 1475 des rituellen Mordes an einem christlichen Kleinkind namens Simon beschuldigt.

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Augenspiegel von Johannes Reuchlin

Augenspiegel von Johannes Reuchlin

Ein christlicher Gelehrter des Hebräischen argumentiert gegen den Aufruf zur Verbrennung sämtlicher jüdischen Bücher.

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Siegel von Josel von Rosheim 1551

Siegel von Josel von Rosheim

Als die Grundrechte der Juden von lokalen Herrschern abhängig waren, bewährte sich Josel von Rosheim als versierter Verhandler im Namen seiner Glaubensgenossen.

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Absolutismus

Plohn-Parochet aus Prag

Plohn-Parochet aus Prag


Diese Parochet, gefertigt aus dem seidenen Kleid eines Mitglieds der jüdischen Gemeinde, war ein wertvolles Geschenk an diese und sollte das Andenken des Spenders bewahren.

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Modell von Hamburg in der Zeit des Lebens von Glikl von Hameln

Hamburg in der Zeit des Lebens von Glikl von Hameln

Glückel, eine Geschäftsfrau, und alle anderen Juden mussten Hamburg jeden Abend verlassen und in ihre Wohnungen im nahen Altona zurückkehren.

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Ritueller Gewürzturm aus Frankfurt

Ritueller Gewürzturm aus Frankfurt


Ein jüdischer Kunde gab diesen Gewürzturm bei einem christlichen Silberschmied in Auftrag, was beweist, dass der starke Einfluss von Mode und Geschmack konfessionelle Grenzen überschritt - selbst bei Sakralgegenständen.

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Vom 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg

Etwas über die rabbinische Literatur von Leopold Zunz

"Etwas über die rabbinische Literatur"

Mit diesem schmalen Band etablierte Leopold Zunz die Wissenschaft des Judentums und plädierte für das Studium der Geschichte als Schlüssel zu jüdischer Freiheit und Gleichheit.

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Fanny Hensels Kreuz.

Fanny Hensels Kreuz


Für die musikalisch begabte Enkelin des berühmtesten jüdischen Philosophen in Berlin war ein hölzernes Kreuz nicht nur ein Symbol religiöser Überzeugung, sondern auch künstlerischer Freiheit.

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Kronprinz Ferdinand V., König von Ungarn, besucht 1830 die hebräisch-deutsche Primär-Hauptschule in Pressburg.

Hebräisch-deutsche Schule in Pressburg

Im 19. Jahrhundert fochten Reformer und Traditionalisten erbitterte Kämpfe über Erziehung aus. Die eine Seite sah das Klassenzimmer als Bollwerk jüdischer Tradition, die andere betrachtete es als Ort sozialen Fortkommens und der Aufklärung.

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Zwischenkriegszeit

Die Handschuhe des Lokomotivführers Julius Brod

Die Handschuhe vom Lokomotivführer Julius Brod

Diese Handschuhe trug Julius Brod als Oberlokführer der Kaiserlich-Königlichen Bosnischen Eisenbahn. 1914 chauffierte er Erzherzog Ferdinand nach Sarajewo, wo dieser ermordet und damit der Erste Weltkrieg ausgelöst wurde.

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Der Golem von Hugo Steiner-Prag

Der Golem von Hugo Steiner-Prag


Durch seinen menschlichen Erschaffer mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, dient ein Golem – nicht Mensch, nicht Maschine – als Beschützer oder Gehilfe.

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Max Haller‘s Orden aus dem Ersten Weltkrieg

Max Hallers Orden aus dem Ersten Weltkrieg

Militärische Auszeichnungen von einem der 100.000 deutsch-jüdischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg kämpften.

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Der Holocaust

Puppe von Inga Pollak

Debórah Dwork

Puppe von Inga Pollak

Inge Pollak (später Inga Jane Joseph) hatte Trixie im Arm, eine Puppe, die sie von ihrer Mutter bekommen hatte, als sie und ihre Schwester 1939 auf einem Kindertransport das von den Nazis annektierte Österreich verließen.

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"Judensterne".

Joanne Intrator, Verena Buser

Der "Judenstern"

Die Vorschrift, den Davidstern mit der Aufschrift „Jude“ zu tragen, wurde 1941 über alle Juden im Reich im Alter von über sechs Jahren verhängt.

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Mehr Objekte?

Dossierbild 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Mehr Objekte?

Nach und nach werden hier und auf www.sharedhistoryproject.org in chronologischer Reihenfolge insgesamt 58 verschiedene Objekte präsentiert - von den frühesten Nachweisen jüdischer Präsenz in den römischen Provinzen des Rheinlands bis zum Deutschland und Österreich der Gegenwart.

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Mehr zum Thema

Jüdische Grundschule, Frankfurt am Main

Dossier

Jüdisches Leben in Deutschland – Vergangenheit und Gegenwart

In Deutschland lebt die drittgrößte jüdische Gemeinschaft Europas. Seit den 1990er Jahren hat sich jüdisches Leben in Deutschland mit einer ganz neuen Dynamik und Vitalität entwickelt, innerjüdische Pluralität mit seinen mannigfaltigen Erscheinungs- und Ausdrucksformen ist zum Wesensmerkmal jüdischer Gegenwart geworden. Das Dossier versucht diese Pluralität und Vielstimmigkeit sicht- und hörbar zu machen.

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Bei der Ausstellung "Willkommen im Labyrinth - Künstlerische Irreführungen" im Marta Herford Museum in Herford hängen in einer Installation der Künstlerin Song Dong zahlreiche Lampen in einem mit Spiegeln verkleideten Raum.

APUZ "Zeitgeschichte/n"

Vom Erfolg ins Abseits? Jüdische Geschichte als Geschichte der "Anderen"

Zwei Inputs auf eine Fragestellung: Wie ist es möglich, Geschichte zu erforschen und zu schreiben, die das "Allgemeine" ebenso umfasst wie das "Andere"?

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Aus der Mediathek

Jüdische Emanzipation

In Folge der europäischen Aufklärung wuchsen Ende des 18. Jahrhunderts auch im deutschsprachigen Raum das jüdische Streben und die Forderung nach politischer und menschlicher Gleichberechtigung.

Jüdisches Leben

Informationen zur politischen Bildung Nr. 307/2010

Jüdisches Leben in Deutschland

Die Geschichte des deutschen Judentums lässt sich nicht auf die Verfolgung durch die Nationalsozialisten reduzieren - die jüdische Kultur prägt seit Jahrhunderten Europa und Deutschland mit. Arno Herzig zeichnet Phasen der Ausgrenzung, aber auch der Annäherung zwischen jüdischer Minderheit und christlicher Mehrheit nach.

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Jüdische Vielfalt im Unterrricht

Umgang mit Antisemitismus in der Schule

Obwohl Antisemitismus den demokratischen Leitwerten der Gesellschaft nach geächtet ist, hat er sich als Problem in Schulen verfestigt. Wie konnte es dazu kommen? Und welche Handlungsmöglichkeiten gibt es, um ihm entgegenzutreten?

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In einer Gesellschaft, in der Jüdinnen und Juden vielstimmig, divers und auch widersprüchlich erlebt werden, können bundesrepublikanische Selbstverständnisse hinterfragt und der Antisemitismus anders verhandelt werden.

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Gemeinsame Empfehlung zum Umgang mit Antisemitismus in der Schule

Beschluss des Präsidiums des Zentralrats der Juden in Deutschland Zentralrats der Juden in Deutschland, der Bund-Länder-Kommission der Antisemitismusbeauftragten und der Kultusministerkonferenz.

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Im Jahre 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich 1700 Jahre auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Für bpb und KMK ist das Festjahr ein Anlass auf der jährlichen Fachtagung der Frage nachzugehen: Wie kann Schule und Unterricht dazu beitragen, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen.

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Um klischeehaften bis antisemitischen Darstellungen jüdischen Lebens und der ungenügenden Abbildung besonders weiblichen jüdischen Lebens etwas entgegenzusetzen, hat sich die Redaktion des Deutschland Archivs vorgenommen, in den kommenden zwei Jahren jüdische Frauen in den Fokus zu setzen. Dazu wird eine Reihe mit Beiträgen, Interviews und Porträts veröffentlicht.

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Teaser Link www.chotzen.de
Online-Angebot

chotzen.de

Auf der Webseite www.chotzen.de wird die Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis heute erzählt. Mit vielen Filmen, Bildern und Dokumenten.

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Elf Familiengeschichten zeigen, was Verfolgung, Kriege und Ost-West-Konflikt für Juden in Europa konkret bedeuten konnten. Jede der elf Biographien wird in einem Film erzählt. Interaktive Karten lassen die Größenordnung des Völkermordes und die Flucht- und Auswanderungsbewegungen vor und nach 1945 nachvollziehen. Texte beleuchten u.a. die Situation im Nachkriegseuropa sowie nach 1990.

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Antisemitismus ist eine antimoderne Weltanschauung, die in der Existenz der Juden die Ursache aller Probleme der heutigen Welt sieht. Das Dossier beleuchtet Geschichte und Gegenwart der Judenfeindschaft und hilft, sie zu entlarven.

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In dem Arte-Zweiteiler "Jüdisch in Europa" begeben sich der Journalist Yves Kugelmann und die Filmproduzentin Alice Brauner auf eine Reise, um jüdisches Leben in Europa aufzuspüren. Dabei thematisieren sie die kulturellen Wurzeln der Juden in Europa, ihren Alltag und ihr Selbstverständnis ebenso wie die Mythen und den Umgang mit ihnen. Sie zeigen, wie Juden heute in Europa leben, wo die alten und neuen Zentren be- und entstehen und wie sich die jüdische Gemeinschaft (auch im Umgang mit Migrations- und Islamdebatten) wandelt.

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Antisemitismus, was ist das? Kurz und leicht verständlich erklärt im Glossar des Dossiers Rechtsextremismus auf www.bpb.de. Getextet von Toralf Staud, Johannes Radke, Heike Kleffner und FLMH. Eingesprochen von Jungschauspielern/-innen.

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Antisemitismus erscheint in vielen Formen. Dieser Film zeigt, was das eigentlich für Jüdinnen und Juden bedeutet: Diskriminierung auf der Straße, auf dem Schulhof oder im Netz.

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"Antisemitismus in Deutschland" lautet der Titel der Studie, die am Montag (23.01.2012) in Berlin zu sehen ist. Ein unabhängiger Expertenkreis hatte nach einem Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 2008 das Ausmaß des Antisemitismus in Deutschland untersucht und nun die Studie vorgelegt.
Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 28–30/2014)

Antisemitismus

Antisemitische Ressentiments finden sich im Islamismus, sind verankert im Rechtsextremismus und brechen sich in Teilen des linksextremistischen Milieus Bahn. Zu einfach wäre es allerdings, judenfeindliche Einstellungen radikalen Gruppierungen allein zuzuschreiben, denn sie existieren auch in der Mitte der Gesellschaft.

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Farbfoto: Enkel und Großvater betrachten Fotos in einem Fotoalbum in Emmendingen.
Was hat Dein Opa im Krieg gemacht?

Familiengeschichte(n)

Wie haben meine Großeltern im Nationalsozialismus gelebt? Welche Erfahrungen haben meine Eltern als Kriegskinder gemacht? Welche Auswirkungen haben Traumata, die von Generation zu Generation weitergegeben werden? Diese Übersichtsseite zeigt Menschen auf ihrer Spurensuche und bietet mehr Infos zum historischen Kontext.

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Seit 75 Jahren ist der Nationalsozialismus Geschichte - und doch wirkt er bis heute weiter – in der eigenen Familie. Brigitte Baetz und Melanie Longerich gehen mit ihrem Podcast "gestern ist jetzt" auf die Suche nach Antworten.

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