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Schutzsuchende | Sozialbericht 2024 | bpb.de

Schutzsuchende

Olga Grigoriev Thomas Körner

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Sozialbericht: Kapitel 1.2.4

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht seit dem Jahr 2017 eine jährliche Statistik zu den in Deutschland lebenden Schutzsuchenden. Die Ergebnisse basieren auf dem Ausländerzentralregister (AZR), das alle notwendigen Informationen über den aufenthaltsrechtlichen Status der in Deutschland registrierten Ausländerinnen und Ausländer enthält.

Ende 2023 waren rund 3,2 Millionen Schutzsuchende in Deutschland registriert, was etwa einem Viertel der ausländischen Bevölkerung (23 %) entspricht. Der größte Anstieg der Zahl der registrierten Schutzsuchenden innerhalb eines Berichtsjahres war von 2021 auf 2022 zu beobachten: In diesem Zeitraum stieg die Zahl um mehr als 1,1 Millionen.

Schutzsuchende lassen sich nach dem sogenannten Schutzstatus unterscheiden. Personen, über deren Asylantrag noch nicht entschieden wurde, haben einen offenen Schutzstatus. Am Jahresende 2023 war dies bei 454.795 Schutzsuchenden der Fall (14,3 %). Bei rund 2,5 Millionen Schutzsuchenden (79,7 %) wurde über das Gesuch auf Schutz positiv entschieden – sie verfügten Ende 2023 über einen anerkannten Schutzstatus. Beim überwiegenden Teil von ihnen war diese Anerkennung jedoch nur befristet (86,5 %). Bei 189.405 Schutzsuchenden wurde der Antrag auf Asyl abgelehnt. Diese Personen hatten einen abgelehnten Schutzstatus und waren grundsätzlich ausreisepflichtig. Bei 82,8 % der Schutzsuchenden (156.875 Menschen) war diese Ausreisepflicht aufgrund einer Duldung jedoch vorübergehend ausgesetzt.

Ende 2023 stammten mehr als die Hälfte aller Schutzsuchenden aus zwei Herkunftsländern: der Ukraine (976.905 Personen) und Syrien (711.650 Personen). Allein aus der Ukraine machte der Anteil der Schutzsuchenden fast ein Drittel (30,8 %) aller Schutzsuchenden aus. Die meisten Schutzsuchenden mit offenem Schutzstatus kamen aus der Türkei (83.600 Personen), gefolgt von Syrien (80.885 Menschen) und Afghanistan (56.680 Personen). Hinsichtlich der Schutzsuchenden mit befristeter Anerkennung kam die Mehrheit aus der Ukraine (896.520 Personen) oder Syrien (561.750 Personen).

Bei den unbefristeten Anerkennungen lag Syrien (62.350 Personen) an der Spitze aller Länder, gefolgt von der Ukraine (28.530 Personen), dem Irak (28.065 Personen) und der Russischen Föderation (27.420 Personen). Die meisten Schutzsuchenden mit abgelehntem Antrag kamen aus dem Irak (23.495 Personen) und Syrien (13.900 Personen).

Bei den Schutzsuchenden dominieren junge Männer: Der Anteil der Männer unter den Schutzsuchenden lag Ende 2023 bei 55 %. Insbesondere in der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren waren Männer überrepräsentiert.

Abb 11 Altersaufbau der Schutzsuchenden 2023 — in Tausend je Altersjahr (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

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