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Kita-Ausbau in den vergangenen Jahren | Sozialbericht 2024 | bpb.de

Kita-Ausbau in den vergangenen Jahren

Sophia Schmitz C. Katharina Spieß Mathias Huebener

/ 3 Minuten zu lesen

Sozialbericht: Kapitel 2.3.1

In den vergangenen Jahren wurde in Deutschland der Ausbau der Kindertageseinrichtungen erheblich vorangebracht. Nachdem seit 1996 Kinder ab dem Alter von drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz hatten, sind die Nutzungsquoten in diesem Bereich stark angestiegen und befinden sich seit einigen Jahren auf einem Niveau von rund 97 %. Inzwischen besucht nahezu jedes Kind ab einem Alter von drei Jahren eine Kindertageseinrichtung (siehe Interner Link: Kapitel 2.2.1). Der Bedarf nach einer Kitabetreuung ist für diese Altersgruppe nahezu gedeckt – wie aus Daten der Kinderbetreuungsstudie (KiBS) des Deutschen Jugendinstituts (DJI) München hervorgeht.

Mehrere Initiativen des Bundes, der Länder und Kommunen haben auch dazu geführt, dass sich im Bereich der Bildung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren viel getan hat. Beispielsweise durch die Einführung des Rechtanspruchs auf einen Kitaplatz ab dem zweiten Lebensjahr im Jahr 2013. In diesem Bereich haben die Nutzungsquoten in den vergangenen Jahren stark zugenommen, von rund 29 % im Jahr 2013 auf 35 % im Jahr 2020. Mit der Nutzung ist auch der Bedarf nach einer Kitabetreuung gestiegen. Trotz fortlaufendem Kita-Ausbau bleibt somit der ungedeckte Bedarf, definiert als die Differenz zwischen gewünschter Kitabetreuung und tatsächlicher Nutzung, mit etwa 14 bis 17 Prozentpunkten über die vergangenen Jahre weitgehend unverändert. Aus anderen Analysen geht hervor, dass die Kitanutzung und der Bedarf ab dem zweiten Lebensjahr sprunghaft ansteigen. Im ersten Lebensjahr ist der Anteil der Kinder in einer Kita und der Bedarf vernachlässigbar gering, da mehrheitlich die Mütter in Elternzeit sind und damit einen Großteil der Bildung und Betreuung abdecken.

Es fehlen somit nach wie vor viele Kitaplätze, insbesondere für Kinder im Alter von ein und zwei Jahren. Für ältere Kinder im Kitaalter fehlt es vor allem an Angeboten, die über eine Halbtagsbetreuung hinausgehen. Zudem sind große Unterschiede in der regionalen Verfügbarkeit von Kindertageseinrichtungen zu beobachten (siehe Interner Link: Kapitel 2.2.1). Dies hat auch damit zu tun, dass die Finanzierung von Kindertageseinrichtungen vorwiegend durch die Kommunen und die Länder geschieht, gleichwohl der Bund sich auch an den Kosten beteiligt. In Abhängigkeit von der finanziellen Ausstattung der Kommunen und Länder und der politischen Prioritätensetzung variieren die Kitaangebote und damit auch die Nutzung regional sehr stark. Neben diesen regionalen Unterschieden sind jedoch auch große Nutzungsunterschiede nach sozioökonomischen Merkmalen der Familien zu beobachten. Auch wenn diese weniger intensiv öffentlich diskutiert werden, führen sie dazu, dass bereits in der frühen Kindheit große Unterschiede bezüglich der Teilhabemöglichkeiten von Kindern bestehen.

Für welche Gruppen diese Unterschiede in Nutzung und Bedarf besonders hoch sind, wird im Folgenden anhand von Daten der KiBS des DJI München dargestellt. Wir betrachten die Jahre 2013 bis 2020 getrennt für Kinder unter drei Jahren und für Kinder im Alter ab drei Jahren bis zum Schuleintritt. Da für Kinder ab dem vierten Lebensjahr der Betreuungswunsch erst ab 2016 abgefragt wurde, beziehen sich die Analysen für diese Altersgruppe auf die Jahre 2016 bis 2020. Wir differenzieren Familien nach dem Bildungshintergrund der Mütter (da diese immer noch die Hauptbetreuungspersonen sind), dem Migrationshintergrund der Eltern, dem Haushaltsäquivalenzeinkommen, dem Haushaltstyp und danach, ob die Mutter erwerbstätig ist.

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