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Einkommensunterschiede bei Personen mit Migrationshintergrund | Sozialbericht 2024 | bpb.de

Einkommensunterschiede bei Personen mit Migrationshintergrund

Jan Goebel Peter Krause

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Sozialbericht: Kapitel 5.3.4

Die Bevölkerung mit direktem (selbst eingewandert) oder indirektem (Eltern eingewandert) Migrationshintergrund variiert sehr stark hinsichtlich der Herkunftsländer und dem jeweiligen Ausbildungsgrad (siehe Interner Link: Kapitel 7.3). Entsprechend breit streuen auch die Einkommen. Im Jahr 2021 wiesen 76,8 % der Menschen in Deutschland keinen Migrationshintergrund auf (2016: 77,3 %), knapp 10 % wiesen einen indirekten Migrationshintergrund auf – diese Personen sind also in Deutschland geboren –, gut 10 % sind bereits vor mehr als fünf Jahren nach Deutschland zugewandert, weniger als 1 % innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Der Bevölkerungsanteil an Schutzsuchenden (Asylsuchende und Geflüchtete), die seit mehr als fünf Jahren in Deutschland leben, beträgt inzwischen 2 % und weniger als 1 % sind seit weniger als fünf Jahren in Deutschland. Der Anteil derer, die (noch) in Gemeinschaftsunterkünften leben, ist empirisch vernachlässigbar. Die Bevölkerungsanteile haben sich von 2016 bis 2021 wenig verändert. Der Bevölkerungsanteil der in Deutschland ansässigen Personen mit indirektem oder direktem Migrationshintergrund ist von 2016 bis 2021 leicht gestiegen, der Bevölkerungsanteil an Schutzsuchenden ist in etwa gleich geblieben, hat sich aber in der Zusammensetzung hinsichtlich der Aufenthaltsdauer geändert.

Tab 3: Verteilung der monatlichen Haushalstnettoäquivalenzeinkommen bei Personen mit Migrationshintergrund und Schutzsuchenden (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Alle Bevölkerungs- und Einkommensgruppen partizipierten an der positiven Einkommensentwicklung von 2016 bis 2021. Die Einkommen der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund lagen im Jahr 2021 bei den mittleren Einkommensschichten 2 Prozentpunkte über den Vergleichswerten der Gesamtbevölkerung. Bereits länger in Deutschland lebende Personen mit direktem oder indirektem Migrationshintergrund wiesen 2021 im Mittel 86 beziehungsweise 88 % der mittleren Einkommen der Gesamt­bevölkerung auf. Bei Personen, die in den vergangenen fünf Jahren nach Deutschland gezogen sind, lagen die mittleren Einkommen nur bei 77 % des gesamtdeutschen Vergleichswerts – diese Gruppe umschließt auch ausländische Fachkräfte. Die Einkommen von Schutzsuchenden fielen deutlich niedriger aus. Bei längerer Aufenthaltsdauer lagen sie bei 52 %, bei erst kurzer Aufenthaltsdauer (innerhalb der vergangenen fünf Jahre zugezogen) nur bei 39 % des gesamtdeutschen Vergleichswerts. Die materielle Eingliederung von Personen mit Migrationshintergrund sowie von Schutzsuchenden variiert weiterhin in Abhängigkeit von den Migrationsursachen sowie dem zeitlichen Abstand des Zuzugs.

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