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Abweichungen zwischen den alten und neuen Bundesländern

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Abweichungen zwischen den alten und neuen Bundesländern

Gerhard Bäcker Ernst Kistler

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Die Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern sind immer noch groß. Dies trifft auch auf die Arbeitnehmereinkommen zu. Zwar hat es nach der Wende einen schnellen Anstieg der Löhne und Gehälter im Osten gegeben, aber das Westniveau ist immer noch nicht erreicht.

Friseur mit Kundin. Regionale Verdienstdifferenzierungen zeigen sich vor allem an dem Gegensatz zwischen den alten und neuen Bundesländern. (© picture-alliance/dpa)

Da der Branchenmix, d.h. die sektorale Wirtschaftsstruktur in den einzelnen Regionen stark differiert, lässt sich auch eine interregionale Lohndifferenzierung feststellen. Regionale Verdienstdifferenzierungen zeigen sich nicht nur in dem Gegensatz zwischen den alten und neuen Bundesländern, sondern auch zwischen den westdeutschen Bundesländern und zwischen den ostdeutschen Bundesländern.

Besonders augenfällig sind die nach wie vor niedrigeren Einkommen in den neuen Bundesländern . Die Wirtschaft in den neuen Bundesländern insgesamt ist – mit Ausnahmen – immer noch produktivitätsschwächer als in den alten Ländern. Das spiegelt sich auch in den durchschnittlichen Verdiensten wider. So lagen im Jahr 2019 die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste von Vollzeitbeschäftigten in Ostdeutschland im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich mit 3.461 Euro bei lediglich 76 Prozent des westdeutschen Niveaus (4.546 €) (vgl. Abbildung "Durchschnittliche Bruttomonatsverdienste/Vollzeitbeschäftigte nach Leistungsgruppen, 2019, im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich, alte u. neue Länder"). Auch innerhalb der einzelnen Leistungsgruppen sind die Abweichungen zwischen Ost und West stark ausgeprägt.

Durchschnittliche Bruttomonatsverdienste/Vollzeitbeschäftigte nach Leistungsgruppen, 2019, im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich, alte u. neue Länder (Interner Link: Grafik zum Download) (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Dahinter stehen drei Einflussfaktoren, nämlich die Verdienstdifferenzierungen

  • aufgrund von Unterschieden in der Wirtschaftsstruktur (sektorale Lohndifferenzierung);

  • aufgrund von Unterschieden in den Tätigkeitsniveaus der Beschäftigten (tätigkeitsbezogene Lohndifferenzierung);

  • aufgrund von Unterschieden in der Durchsetzungsfähigkeit der tarifpolitischen Akteure (machtpolitische Lohndifferenzierung).

Fussnoten

Fußnoten

  1. Bosch/Kalina/Weinkopf 2014; Bundesregierung 2020.

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Weitere Inhalte

Gerhard Bäcker, Prof. Dr., geboren 1947 in Wülfrath ist Senior Professor im Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Bis zur Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls "Soziologie des Sozialstaates" in der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Forschungsschwerpunkte: Theorie und Empirie des Wohlfahrtsstaates in Deutschland und im internationalen Vergleich, Ökonomische Grundlagen und Finanzierung des Sozialstaates, Systeme der sozialen Sicherung, insbesondere Alterssicherung, Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Lebenslagen- und Armutsforschung.

Ernst Kistler, Prof. Dr., geboren 1952 in Windach/Ammersee ist Direktor des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie, INIFES gGmbH in Stadtbergen bei Augsburg. Forschungsschwerpunkte: Sozial- und Arbeitsmarktberichterstattung, Demografie, Sozialpolitik, Armutsforschung.