30 Jahre Deutsche Einheit Mehr erfahren
Denkmal für die Berliner Mauer

Lange Wege der Deutschen Einheit

Die deutsche Einheit ist in der Bilanz ihrer ersten dreißig Jahre eine Erfolgsgeschichte. Diese Einschätzung teilt die große Mehrheit der Bevölkerung. Neueren Umfragedaten zufolge meinen jeweils vier von fünf Ostdeutschen und Westdeutschen, dass die Vorteile der Wiedervereinigung überwiegen. Tatsächlich zeigen viele Fakten eine langfristige Tendenz zur Angleichung der Lebensqualität, der politischen Einstellungen und der Sozialkultur in beiden Teilen des Landes. Dennoch fühlen sich viele Menschen in Ostdeutschland persönlich zurückgesetzt. Deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger als im Westen des Landes sagen im Osten, ihnen werde in der Gesellschaft nicht der verdiente Respekt entgegengebracht.

Die zwiespältige Gefühlslage spiegelt den tatsächlichen Stand der Transformation wider, die seit 1989/90 stattgefunden hat. Einerseits fällt die Bilanz der Erneuerung beachtlich aus, was etwa in der nachgeholten Modernisierung der Infrastruktur und des Bildungswesens, in der Beseitigung von Umweltschäden und im Aufbau einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft erkennbar ist. Andererseits veranschaulicht eine im Juli 2019 veröffentlichte "Disparitätenkarte" der Bundesrepublik, dass zwar auch Ostdeutschland Groß- und Mittelstädte hat, die sich dynamisch entwickeln, aber zugleich nahezu flächendeckend ländliche Regionen aufweist, die unter einer dauerhaften Strukturkrise leiden.

Für Ostdeutschland ist zudem kennzeichnend, dass die dortige Bevölkerung einen "doppelten Transformationsschock" zu verarbeiten hat. Der Schock wurde erstmals bewirkt durch die ökonomischen und gesellschaftlichen Umbrüche der frühen 1990er Jahre und sodann verdoppelt durch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/2009. Diese schockartige Erfahrung entfaltet psychologische Langzeitwirkungen, die sich auch in politischen Einstellungen niederschlagen. Nicht nur im Wahlverhalten, sondern auch bei der Demokratiezufriedenheit und bei dem Vertrauen in politische Akteure und Institutionen hat sich die Ost-West-Schere nach einer 25 Jahre währenden Schließungstendenz in der letzten Zeit wieder deutlich geöffnet. Auch die Zufriedenheit mit der Entwicklung, die Deutschland nach der Vereinigung genommen hat, sinkt sichtbar. Im Sommer 2019 äußerten sich gut zwei Drittel der Ostdeutschen wohlwollend, nach rund 80 Prozent im November 2017.

Auftrag der Politik ist es, in ganz Deutschland für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen. Dank der in vielen Bereichen positiv verlaufenen ostdeutschen Entwicklung orientiert sich die Erfüllung dieses Auftrags nicht mehr automatisch an der Scheidelinie zwischen West und Ost. Dennoch bleiben in Ostdeutschland auch künftig besondere Herausforderungen zu bewältigen, weil dort einigungsbedingte Probleme nachwirken und durch strukturelle Krisen jüngeren Datums überlagert und verstärkt werden. Beispiele hierfür sind die Überalterung, der Fachkräftemangel, die ausgedünnte Grundversorgung in ländlichen Räumen sowie der industrielle Umbruch in den Braunkohlerevieren.

Das hier präsentierte Angebot basiert auf einem Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Jena und Halle, in welchem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen erstmals vor knapp zehn Jahren die "langen Wege" der deutschen Einigung nachgezeichnet haben. Das Angebot wurde im Jahr 2020 aktualisiert

Straßenschild, das Treuhandmitarbeiter davor warnt, die Gemeinden Siegelbach, Dosdorf und Espenfeld im Kreis Arnstadt/Thüringen zu betreten.  Aufgenommen am 6. März 1992.

Marcus Böick

Treuhandanstalt und Wirtschaftsumbau

Auch 30 Jahre nach der Deutschen Einheit ist es vor allem die Debatte um den Wirtschaftsumbau sowie die hiermit verbundenen gesellschaftlichen wie kulturellen Umbrüche nach 1990, die die allgemeine Jubelstimmung trüben. Die noch immer umstrittene Treuhand erweist sich damit auch über ein Vierteljahrhundert nach ihrer Schließung als emotional wie symbolisch hochaufgeladener Streitfall. Marcus Böick erklärt, warum.

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Ein blaues VW-Käfer Cabriolet in der Einfahrt zur Treuhandanstalt in Berlin 1993

Heinrich Best / Ronald Gebauer

Die Kosten und Erträge der Wiedervereinigung Deutschlands

Wie hoch war der Preis der Einheit? Heinrich Best und Ronald Gebauer meinen: Die geldwerten Vorteile der deutschen Wiedervereinigung bis zum Jahr 2016 überwiegen die Kosten, die bei einer fortwährenden Teilung aufgelaufen wären.

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Eine Wählerin wirft bei der Stimmabgabe zur Landtagswahl in Sachsen den Wahlzettel in einem Wahllokal in eine Wahlurne.

Oscar W. Gabriel

Repräsentative und direkte Demokratie

In repräsentativen Demokratien übernimmt das Volk nur bei der Wahl der politischen Führung die Rolle eines Entscheidungsträgers. Durch die seit 1990 durchgeführten direktdemokratischen Reformen wurde das bisher bestehende Entscheidungsmonopol der Institutionen und Akteure der repräsentativen Demokratie allerdings durchbrochen.

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Pogida-Demonstranten mit einem Banner "Wir lassen uns nicht länger belügen - Wir sind das Volk stehen am 20.01.2016 auf dem Bassinplatz in Potsdam (Brandenburg)

Richard Hilmer

Politische Einheit, gespaltene Meinungsmuster

Die bundesdeutsche Gesellschaft ist polarisiert wie lange nicht mehr, schreibt Richard Hilmer. Anders als in früheren Jahren verlaufe die Hauptkonfliktlinie aber nicht auf der sozio-ökonomischen, sondern auf der kulturellen Achse.

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Übung der Jugendfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr in Welzheim/Baden-Württemberg 2017

Holger Backhaus-Maul / Rudolf Speth

Bürgerschaftliches Engagement und zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland

In der alten Bundesrepublik Deutschland waren bürgerschaftliches Engagement und zivilgesellschaftliche Organisationen seit Jahrzehnten gesellschaftlich verankert. In Ostdeutschland beginnt erst mit dem Ende der DDR-Diktatur der Auf- und Ausbau zivilgesellschaftliche Organisationen.

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Zwei Männer putzen eine Fensterfront von einer Hebebühne.

Tobias Jaeck

Der Niedriglohnsektor in Ost- und Westdeutschland

Über 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten arbeiten in Deutschland zu Niedriglöhnen. Im EU-weiten Vergleich liegt Deutschland unter den sechs Ländern mit den höchsten Anteilen. In Ostdeutschland ist ein ungleich größerer Teil der Erwerbstätigen im Niedriglohnsektor beschäftigt.

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Günstige Schallplatten und Möbel im Angebot eines Sozialkaufhauses in Erfurt/Thüringen. Ein Kunde schaut sich Küchenschränke an.

Everhard Holtmann

Soziale Gerechtigkeit – mehr als eine Frage der Moral

War die DDR die "gleichere" Gesellschaft? Welche Gerechtigkeitsvorstellungen hegte die Bevölkerung in Ost- und Westdeutschland zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung? Und wie hat sich das bis heute gefestigt oder gewandelt?

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Ein neues Teilstück der Autobahn 14 ist vor der Eröffnung des Teilstücks zu sehen, während auf der Bundesstraße 189 (links) Fahrzeuge fahren (Luftaufnahme mit einer Drohne).

Tobias Jaeck

Verkehrsinfrastruktur in Ostdeutschland

Die Infrastruktur in der DDR war zum Zeitpunkt des Mauerfalls und der Wiedervereinigung stark überholungs- und erneuerungsbedürftig. Besonders im Bereich Verkehr und Telekommunikation, aber auch im Städte- und Wohnungsbau war der Modernisierungs- und Nachholbedarf außerordentlich hoch.

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Ein Anatomie-Hörsaal der Medizinischen Fakultät an der Martin-Luther-Universität in Halle (Sachsen).

Peer Pasternack

Der Wandel an den Hochschulen seit 1990 in Ostdeutschland

An den Hochschulen im Osten galt es deutlich mehr Pluralität herzustellen. Auf der formalen Ebene kann man feststellen: Eine Reihe von Merkmalen der DDR-Hochschulen sind in aktuellen Reformentwicklungen wiederzufinden – allerdings ohne Bezugnahmen auf die DDR.

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Ein Grenz-Beobachtungsturm aus den 60er Jahren zwischen Elementen der Betonsperrmauer der ehemaligen innerdeutsche Grenze.

Bernd Martens

Die Einigung als Experiment

Fand nach der Wende im Osten Deutschlands ein gesellschaftlicher Großversuch statt? Wurden hier Neuerungen erprobt? Und wenn ja: von wem und mit welchen Ergebnissen?

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Ein 16-geschossiger Plattenbau in Magdeburg wird abgetragen.

Berthold Vogel

Schrumpfende Regionen: ein ostdeutsches Schicksal?

In immer mehr Regionen Ostdeutschlands ist eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse im dreißigsten Jahr nach der Maueröffnung nicht vorhanden. Mit schrumpfender Bevölkerungszahl schwindet die Wirtschafts- und Steuerkraft; mit der schwindenden ökonomischen Energie kommt es zum Rückbau der Infrastruktur. Die Folge ist, dass noch mehr Menschen die Region verlassen.

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Kohlgemüse in einem Karton mit der Aufschrift "Mecklenburger Ernte".

Karl-Friedrich Bohler / Tobias Franzheld

Langlebige regionale Disparitäten

Die Systemdifferenz zwischen Ost und West entwickelte und verfestigte bestimmte Disparitäten. Auch 30 Jahre nach der Einheit sind deutlich regionale Unterschiede erkennbar, deren Entstehung sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.

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Ein großes Werbeschild mit verschiedenen Stellenanzeigen in Form eines Verkehrsschilds.

Silke Röbenack

Der lange Weg zur Einheit – Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Ost- und Westdeutschland

Wie hat sich die Zahl der Arbeitslosen seit der Wiedervereinigung entwickelt? Welche Unterschiede bestehen zwischen Ost und West? Und welche Entwicklungen lassen sich nachzeichnen?

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Vater und Sohn gehen im Dresdner Zoo spazieren.

Sabine Böttcher

Nachholende Modernisierung im Westen: Der Wandel der Geschlechterrolle und des Familienbildes

Wie haben sich die Geschlechterrollen von Männern und Frauen seit der Wiedervereinigung verändert? Welche Ursachen liegen diesen Veränderungen zugrunde? Und welche Auswirkungen haben sie auf das gesellschaftliche Miteinander im Familien- und Berufsleben?

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Kinder mit Kopfhörer und Raumfahrtanzug spielen Kosmonaut (Bezeichnung in der DDR für Astronaut) an einem nachgestalteten Raketen-Cockpit im Kosmonautenzentrum im Pionierpark in Karl-Marx-Stadt aufgenommen im August 1989.

Bernd Martens

Erinnertes Leben im Osten – die DDR im Generationengespräch

Welche Erinnerungen an die DDR und die Wendezeit bestehen in Ostdeutschland? Lassen sich Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Generationen ausmachen? Welchen Einfluss hat die persönliche Erfahrung auf die Erinnerung? Gibt es Kontinuitäten von Überzeugungen innerhalb von Familien zwischen Kindern, Eltern und Großeltern?

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Braunkohle-Tagebau Welzow bei Senftenberg

Bernd Martens

Die Wirtschaft in der DDR

Auch wenn die DDR 1989 nicht bankrott war: Jahrelang hatte sie über die eigenen Verhältnisse gelebt. Zudem war die Wirtschaftspolitik von drei nicht miteinander zu vereinbaren Zielen bestimmt. Der ökonomische Zusammenbruch war damit abzusehen.

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Neubauwohnungen in Feldkirchen bei München

Holger Lengfeld / Jessica Ordemann

Soziale Schichtung und die Entwicklung der gesellschaftlichen Mitte in Ost- und Westdeutschland nach 1990

Ab Mitte der 1980er Jahre setzte die Globalisierung Deutschland unter Modernisierungsdruck: Es kam es zum weiteren Rückgang der in der Industrie beschäftigten Personen – und zum Anstieg von Dienstleistungsberufen. Beide Prozesse führten in Ost und West zu einem Schrumpfen der unteren Mittelschicht, während die obere Mittelschicht wuchs. Dennoch gibt es noch immer klare Unterschiede, denn die Sozialstruktur Ostdeutschlands ist "gestaucht“: Dort sind nach wie vor einfache soziale Lagen stärker vertreten als in Westdeutschland.

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Tag der offenen Tür im Paulinum der Universität Leipzig

Gert Pickel

Kirchenbindung und Religiosität in Ost und West

Konfessionslosigkeit ist in Ostdeutschland der Normalfall, Religion spielt hier eine untergeordnete Rolle. Dabei waren nach dem Zweiten Weltkrieg auch hier 96% der Menschen Anhänger einer christlichen Konfession. Was sind die Gründe für den radikalen Wandel?

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Blick auf zwei Straßenschilder (Forstweg und Hans-Klakow-Straße) und den Wegweiser zur Gemeindeverwaltung in Brieselang, einer amtsfreien Gemeinde im Osten des brandenburgischen Landkreises Havelland

Winfried Kluth

Neugründung der Länder und Rückkehr zur kommunalen Selbstverwaltung

Vom "demokratischen Zentralismus" bis zu den fünf "Neuen Ländern": Wie war die Verwaltung der DDR aufgebaut? Wie erfolgte ihr Umbau im Einigungsjahr? Und wie weit ist die Angleichung der Verwaltungsinstitutionen fortgeschritten?

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Brandenburg: Bäume säumen einen Feldweg im Oderbruch

Bernd Martens

Landwirtschaft in Ostdeutschland: der späte Erfolg der DDR

Drei Jahrzehnte nach der Wende zeichnet sich ab, dass nur wenig von den Strukturen der DDR Bestand haben wird. Die ostdeutsche Agrarstruktur gehört aber dazu. Die durch Zwang kollektivierte Landwirtschaft blieb durch freiwillige Entscheidungen der Genossenschaftsmitglieder nach der Einheit erhalten. Und diese Form der landwirtschaftlichen Massenproduktion konnte unter den Bedingungen der europäischen Agrarordnung ihre Stärken entfalten.

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Vietnamesische Vertragsarbeiterin. Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter aus Vietnam, Mosambik und Angola, Kuba, Algerien, Ungarn und Polen bildeten die größte Gruppe von in der DDR lebenden Ausländern.

Patrice G. Poutrus

Ausländer in Ostdeutschland

Neben den sowjetischen Besatzungstruppen bildeten Vertragsarbeiter die größte Gruppe von in der DDR lebenden Ausländern. Es gab aber auch ausländische Studierende und politische Emigranten. Politische Gründe für ihre Anwesenheit und ökonomischer Nutzen wurden in der DDR nie offen debattiert. In der Folge wurden alle Ausländer als Kostgänger der Aufnahmegesellschaft wahrgenommen, meint Patrice Poutrus. Mit Folgen bis in die Gegenwart.

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Parteienlandschaft Deutschland

Everhard Holtmann

Entwicklung und Wandel des Parteiensystems

Parteien übertragen den sich bei Wahlen äußernden Volkswillen als Fraktionen in die staatliche Sphäre der Gesetzgebung. Mittels Parteien wird das politische Geschehen in Bund, Ländern und der kommunalen Ebene miteinander verbunden. Was steckt hinter dem Begriff Parteiensystem?

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Kinder in einer Krippe in Frankfurt (Oder) sitzen an einem Tisch und essen.

Sabine Böttcher

Kitas und Kindererziehung in Ost und West

Vollversorgung und Einflussnahme versus Unterangebot und konzeptionelle Vielfalt: Was unterschied die Kinderbetreuung in Ost und West? Und welche Herausforderungen gilt es heute gemeinsam zu meistern?

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Porsche-Mitartbeiter bei der Montage in Leipzig.

Thomas Ketzmerick

Der Mangel an Fachkräften

Zu Beginn des Jahrtausends erschien die Arbeitslosigkeit als drängendstes Problem in Ostdeutschland, heute gibt es in vielen Bereichen Fachkräfte-Engpässe. Welche konjunkturellen, institutionellen und demografischen Ursachen sind hierfür auszumachen? Und welche Folgen hat das für Betriebe und Gesellschaft?

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Ein Rentner zählt das Geld in seiner Geldbörse, aufgenommen am 10.12.2015 in Osterode am Harz

Bernd Martens/Ronald Gebauer

Einkommen und Vermögen – wachsende Ungleichheiten

Trotz Annäherung: In den neuen Bundesländern leben die ärmeren Deutschen. Das zeigt ein Blick auf Einkommen und Vermögen in Ost und West.

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Schlagloch in einer Straße in Frankfurt/Oder

Mario Hesse

Öffentliche Haushalte in Ost- und Westdeutschland

Obwohl der Osten Deutschlands erkennbar aufgeholt hat, liegen Wirtschaftskraft- und originäres Einnahmenniveau weiterhin deutlich unter den Werten der westdeutschen Vergleichsgruppe. Die Abhängigkeit der neuen Länder von der föderalen Solidargemeinschaft dürfte deshalb auch in Zukunft hoch bleiben, glaubt Mario Hesse.

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Arbeiter auf einer Baustelle in Potsdam

Ina Krause

Arbeit und Arbeitsmarkt - Angleichung bei sich verfestigenden Strukturdifferenzen

Die langjährige Abschöpfung der Arbeitskraftpotentiale hat in vielen Regionen in Ostdeutschland zu einer dauerhaften Abwertung des Wirtschaftsstandortes geführt. Mit der Energiewende, der Digitalisierung und der wirtschaftspolitischen Bearbeitung der Corona-Krise kommen weitere Anforderungen auf die ostdeutsche Wirtschaft und den Arbeitsmarkt zu.

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Die ehemalige Strickwarenfabrik "MICADO" in Zwickau (Sachsen).

Bernd Martens

Der entindustrialisierte Osten

Die DDR-Wirtschaft war durch große industrielle Kombinate geprägt. Mit dem ökonomischen Umbruch gingen diese großen Industrieunternehmen in Ostdeutschland verloren. Ein Problem, das bis heute ungelöst ist.

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Abriss der Groß-Kokerei in Lauchhammer 1992

Bernd Martens

Wirtschaftlicher Zusammenbruch und Neuanfang nach 1990

Geringe Produktivität, überalterte Anlagen, Zusammenbruch der Märkte: Die Ausgangslage ostdeutscher Betriebe war schlecht, als sie sich mit der Währungsunion "über Nacht" der globalen Konkurrenz stellen mussten. Die Folge: eine Schocktherapie für die Wirtschaft.

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#Unteilbar-Demonstration in Dresden, 24.08.2019.

Swen Hutter und Ines Schäfer

Politischer Protest im wiedervereinigten Deutschland

Demonstrationen und Kundgebungen bleiben bundesweit die häufigste Form nicht-institutionalisierter politischer Beteiligung in der Zeit von 1975 bis 2018. Umweltthemen gewinnen in den letzten Jahren wieder an Popularität, vor allem in Westdeutschland. Migrationsbezogene Themen (inklusive Rechtsextremismus und Rassismus) dominieren jedoch die deutsche Protestlandschaft.

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Abgeordnete der Volkskammer der DDR stimmten 1990 in namentlicher Abstimmung dem Einigungsvertrag mit der Bundesrepublik Deutschland zu.

Winfried Kluth

Institutionenbildung in Ostdeutschland

Bis Mitte der 1990er Jahre mussten Gesetzgeber und Verwaltung in den neuen Bundesländern zunächst die Staats- und Verwaltungsstrukturen arbeitsfähig machen. Erst danach konnten eigenständige Regelungen erlassen werden.

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Die Wende in den Schulen

Bernd Martens

Die Wende in den Schulen

Der Transfer der Institution Schule in Ostdeutschland war erfolgreich. Relativ problemlos wurde bei laufendem Betrieb das alte Schulsystem abgeschafft und etwas Neues eingeführt. Die verstärkten bildungspolitischen Diskussionen der letzten Jahre verdeutlichen aber einen Veränderungsdruck, von dem das Schulwesen in ganz Deutschland betroffen ist.

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Die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner (SPD), Sachsen, Kurt Biedenkopf (CDU), Thüringen, Bernhard Vogel (CDU), Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff (SPD), Brandenburg, Manfred Stolpe (SPD) und der Chef der Berliner Senatskanzlei, Andre Schmitz (v.l.n.r.) 2001 in Erfurt.

Raj Kollmorgen

Zwischen Austausch und Marginalisierung: Ostdeutsche in den Eliten nach der Vereinigung

Wer die Transformation Ostdeutschlands und Entwicklung des Vereinigungsprozesses seit 1989 erklären und bewerten will, kommt an der Frage nach dem Austausch der alten Führungskräfte und der Präsenz Ostdeutscher in den Eliten der Bundesrepublik nicht vorbei.

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Ein Wahlbrief für die Landtagswahl 2019 wird in eine Wahlurne gesteckt.

Kerstin Völkl

Wahlverhalten in Ost- und Westdeutschland im Zeitverlauf

Allgemeine Wahlen sind die wichtigste politische Partizipationsform. Dennoch machen längst nicht alle von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Wie haben sich Wahlbeteiligung und Wahlverhalten entwickelt? Wo gibt es Unterschiede zwischen Ost und West?

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Arbeiter entfernen am 24.04.1990 das Emblem des ostdeutschen Gewerkschaftsbundes FDGB von der Fassade des ehemaligen Hauses der Gewerkschaften in Berlin.

Wolfgang Schroeder / Samuel Greef

Unternehmerverbände und Gewerkschaften - Mitgliederstand und verbandspolitische Reichweite

Auf Arbeitnehmer- wie auch auf Arbeitgeberseite gibt es Organisationen, die auf freiwilliger Mitgliedschaft basieren. Diese Mitgliederorganisationen handeln als tarifpolitische Kollektivakteure, die im Laufe der Zeit arbeitsteilig gegliederte, bürokratisierte und professionalisierte Apparate aufgebaut haben.

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Kindertagesstätte in Dresden. Mit der angebotenen Kinderbetreuung sind Ostdeutsche im Durchschnitt zufriedener als Westdeutsche.

Mandy Stobbe

Lebenszufriedenheit und subjektives Wohlbefinden

Wie zufrieden sind die Menschen in Ost und West mit der eigenen sozialen Situation und ihren privaten Lebensbedingungen? Und welche Faktoren beeinflussen die Lebenszufriedenheit?

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Aufschrift auf einem Stahlblock in Eisenhüttenstadt. Ende März 2019 wurde bekannt, dass der Konzern Arcelor Mittal im Wege des Umbaus der Strukturen im Konzern die gesellschaftsrechtliche Eigenständigkeit des Standorts und die damit einhergehende Mitbestimmung in Frage stellt. Es erfolgte Widerstand seitens des Betriebsrates und der Beschäftigten gemeinsam mit der IG Metall.

Michael Fritsch / Michael Wyrwich

Ein langer Weg – Anpassungsprobleme in der ostdeutschen Unternehmenslandschaft

Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft: Innerhalb kürzester Zeit mussten sich die Betriebe und Unternehmen in Ostdeutschland den neuen Bedingungen anpassen. Neben der Umstrukturierung der DDR-Altbetriebe "von oben" fand eine Transformation "von unten" durch Gründung neuer Unternehmen statt.

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Abgeordnete heben bei einer Abstimmung im Landtag die Hände.

Oscar W. Gabriel

Partizipation im Wandel

Noch in den 1950er und 1960er Jahren waren sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR fest in obrigkeitsstaatliche Traditionen eingebettet. Infolge der Protestbewegung entwickelten sich neue Partizipationsformen in der alten Bundesrepublik. Und Partizipation wurde zu einem breit anerkannten politischen Ziel.

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DDR-Grenzsoldaten tragen 1971 eine Person, die beim Fluchtversuch angeschossen wurde, durch die Grenzanlagen in Berlin.

Everhard Holtmann

Die DDR – ein Unrechtsstaat?

War die DDR ein Unrechtsstaat? Die Frage wird von Medien, Politikern und Öffentlichkeit häufig diskutiert. Dabei war in der DDR von Rechtsstaatsprinzipien nichts übrig geblieben. Woher also kommt die oft positive Bewertung der DDR?

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Eine leerstehende Industrieanlage in Meissen, Sachsen.

Joachim Ragnitz

Strukturwandel nach Entindustrialisierung

Bis heute wirkt der massive Strukturbruch der frühen 1990er Jahre nach – auch weil der rapide Wachstumsprozess in Ostdeutschland in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre ins Stocken geriet.

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Leerstehende Geschäfte und in der Mark Brandenburg. Der Verfall der Dörfer ist in der deutlich erkennbar.

Bernd Martens

Der Zug nach Westen – Jahrzehntelange Abwanderung, die allmählich nachlässt

Die DDR stellt einen Sonderfall unter den Industriegesellschaften dar, weil sie durchgehend eine negative Bevölkerungsentwicklung aufwies. Zwischen 1948 und 1989 sank die Einwohnerzahl von 19,1 Mio. auf 16,4 Mio. Dieser Rückgang ist zum großen Teil auf Abwanderung zurückzuführen. Ab ungefähr 2008 war der Höhepunkt der Abwanderungswelle überschritten.

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Die Warnow-Werft in Warnemünde, welche damals noch in Besitz der Treuhand war, aufgenommen 1992.

Bernd Martens

DDR-Betriebe im Übergang – weniger gesellschaftliche Funktionen, mehr wirtschaftliche Freiheiten

Anders als in der BRD hatten Betriebe in der DDR eine grundsätzliche Funktion: Sie waren der zentrale Vergesellschaftskern im Realsozialismus, sie stellten die soziale Versorgung wie Kinderbetreuung und medizinische Versorgung sicher u.a. Mit der Wende von 1990 veränderte sich die Situation grundlegend. Betriebsgemeinschaften wurden zu Zweckgemeinschaften.

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Das Bundesministerium der Finanzen in Berlin.

Nathalie Behnke

Finanzausgleich, Finanztransfers und Reformen der Finanzverfassung

Seit der Gründung der Bundesrepublik hat die Politik ein hochgradig verflochtenes System von Transfers geschaffen, das dennoch flexibel genug ist, an veränderte Bedingungen angepasst zu werden. Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung bestehen massive Unterschiede in der Wirtschafts- und Finanzkraft zwischen den Bundesländern.

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Besetzung der Stasi-Zentrale in Ost-Berlin im Januar 1990.

Everhard Holtmann

Politischer Systemwechsel

Auflösung der alten Ordnung, Übergang und Erneuerung: Wie verlief der Weg von der DDR zum geeinten Deutschland? Was kennzeichnet den Transformationsprozess? Und wo stehen wir heute?

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"Das grüne Band", ehemaliger Grenzstreifen an der innerdeutschen Grenze, hier zwischen Thüringen und Hessen. Anfang Dezember 1989 trafen sich Natur- und Umweltschützer aus der Bundesrepublik und der DDR und verabschiedeten die erste Resolution, die die Unterschutzstellung des (ehemaligen) Grenzstreifens forderte.

Dieter Rink

Umwelt

Bereits zu DDR-Zeiten kritisierten viele Aktionsgruppen die starke Umweltverschmutzung. Umweltthemen spielten während der Mobilisierung im Herbst 1989 eine wichtige Rolle. Seit 1990 hat sich die Umweltsituation in Deutschland zwar verbessert, aber viele ambitionierte Umweltschutz- und Klimaziele werden noch immer nicht erreicht.

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Der Einigungsvertrag liegt am Dienstag (31.08.2010) zu Beginn einer Festveranstaltung zum 20. Jahrestag der Unterzeichnung des Einigungsvertrages in Berlin in einer Vitrine aus.

Rebecca Plassa

Der äußere Weg zur Einheit

Während die USA die Wiedervereinigung begrüßten, herrschte anderswo Skepsis: Die Sowjetunion musste mit ihr ein Scheitern der sozialistischen Systemordnung eingestehen. Und Europa sorgte sich vor einem wiedererstarkten Deutschland.

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Aus der Mediathek

Lange Wege der Deutschen Einheit

Teil 1: Hauptstraße der Einheit

Die deutsche Einigung ist eine Erfolgsgeschichte. Aber auch mehr als 20 Jahre nach dem Einheitsvertrag ist eine schnelle Angleichung der Verhältnisse in Ost- und Westdeutschland nicht zu erwarten. Vor allem in Ostdeutschland hat der Systemumbruch von 1990 zu teilweise schockartigen Umwälzungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und persönlichen Lebensumständen geführt.

Illustration, die Kathrin und Ereignisse rund um den Mauerfall 1989 zeigt.
Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Der 18. März steht mit den revolutionären Berliner Barrikadenkämpfen vom 18. März 1848 und der ersten freien DDR-Volkskammerwahl vom 18. März 1990 in besonderem Maße für die repräsentative Demokratie, für Menschen- und Bürgerrechte und für die Einheit Deutschlands.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Auf der Seepromenade Warnemünde
3. Juli 1990
Dossier

Ostzeit

Die Fotografen der Agentur Ostkreuz erzählen in ihren Bildern Geschichten aus einem vergangenen Land – authentisch und ungeschönt. Sie zeigen den Alltag, die Arbeit und die Menschen hinter der DDR.

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Stacheldrahtsperre in der Bernauer Straße: Volkspolizisten halten Ost-Berliner in Schach, 13. August 1961
Online-Angebot

Chronik der Mauer

28 Jahre war die Berliner Mauer Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. In zeitlicher Abfolge werden Ursachen, Verlauf und Folgen von Mauerbau und Mauerfall durch Texte, Film- und Tonmaterial, Fotos und Zeitzeugeninterviews dargestellt.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

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Angebote der Bundesregierung

Freiheit und Einheit

"Freiheit und Einheit" ist die Internetseite der Bundesregierung zur Erinnerung an die Ereignisse rund um Friedliche Revolution und Wiedervereinigung. Hier finden Sie eine Chronik der Ereignisse, Veranstaltungshinweise sowie eine umfangreiche Mediathek.

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