einfachPOLITIK: Bundestagswahl 2017

4.2.2021

Wie Sie wählen können

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Vor der Wahl bekommen Sie eine Wahlbenachrichtigung. Sie bekommen die Wahlbenachrichtigung mit der Post geschickt. Eine Wahlbenachrichtigung ist eine Einladung zur Wahl. Sie können damit wählen gehen.

Haben Sie 3 Wochen vor dem Wahltag, den 26. September 2021 noch keine Wahlbenachrichtigung bekommen? Melden Sie sich dann bei ihrer Stadt, Gemeinde oder dem Landkreis!

Auf der Wahlbenachrichtigung stehen Informationen zu der Wahl:
Die Grafik zeigt eine Wahlbenachrichtigung. Durch Sprechblasen sind die Uhrzeit, der Tag und der Ort der Wahl hervorgehoben. (© bpb)

  1. Auf der Wahlbenachrichtigung steht, wann Sie wählen können. Die Bundestagswahl 2021 findet am Sonntag, den 26. September 2021 statt statt. Sie können von 08:00 bis 18:00 Uhr wählen gehen.

  2. Auf der Wahlbenachrichtigung steht, wo Sie wählen können. Den Ort, an dem Sie wählen können, nennt man Wahllokal. Die Adresse steht auf der Wahlbenachrichtigung

Wählen im Wahllokal

  1. Die Grafik zeigt eine Wahlbenachrichtigung und einen Personalausweis. (© bpb)
    Am Tag der Wahl gehen Sie in Ihr Wahllokal. Nehmen Sie Ihren Personalausweis oder Reisepass mit. Denken Sie möglichst auch an Ihre Wahlbenachrichtigung. Sie dürfen auch wählen, wenn Sie Ihre Wahlbenachrichtigung verloren haben. Sie brauchen dann Ihren Personalausweis oder Reisepass.

  2. Die Grafik zeigt eine Hand, die einen Stimmzettel festhält. Im Hintergrund ist eine Frau hinter einem Tisch zu sehen. (© bpb)
    Im Wahllokal sitzen Wahlhelfer und Wahlhelferinnen. Die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer überprüfen, ob Sie im Wählerverzeichnis stehen. Die Wahlhelfer können Sie deshalb bitten, Ihre Wahlbenachrichtigung, ihren Wahlschein, Ihren Personalausweis oder Reisepass zu zeigen. Sie geben Ihnen den Stimmzettel.

  3. Die Grafik zeigt eine Person in einer Wahlkabine. Man sieht nur die Beine unter dem Tisch und die Kappe. Im Vordergrund ist ein ausgefüllter Stimmzettel. (© bpb)
    Sie nehmen Ihren Stimmzettel und gehen in eine Wahlkabine. Sie machen hier Ihre Kreuze. Wahlen sind geheim.
    • Nur Sie wissen, wen Sie gewählt haben.
    • Niemand darf zuschauen, wen Sie wählen.
    • Niemand darf überprüfen, wen Sie gewählt haben.
    • Sie müssen niemandem verraten, wen Sie gewählt haben!
  4. Die Grafik zeigt eine Hand, die einen gefalteten Stimmzettel in eine Urne wirft. (© bpb)
    Sie haben Ihre Kreuze gemacht. Dann falten Sie den Stimmzettel. Sie falten ihn so, dass keiner sehen kann, was Sie gewählt haben. Die Wahlhelfer und Wahlhelferinnen sagen oder zeigen Ihnen, dass Sie den Stimmzettel in die Wahlurne werfen dürfen. Die Wahlurne ist eine Kiste, in die alle Stimmzettel kommen.

Die Strichzeichnung stellt eine Szene im Wahllokal dar. Im Vordergrund ist eine Frau zu sehen, die an einem Tisch steht. Hinter dem Tisch sitzen zwei Personen und schauen in Papiere vor ihnen. Neben dem Tisch steht eine Wahlurne. Neben der Frau wartet ein kleines Kind auf einem Laufrad. Im Hintergrund sind zwei Wahlkabinen zu sehen. Aus der einen Wahlkabine kommt eine Person heraus. (© bpb)


Barrierefreiheit

Jeder Bürger und jede Bürgerin soll die Möglichkeit haben, seine Stimme abzugeben.
  • Die Grafik zeigt eine Wahlschablone. Eine Lupe vergrößert einen Teil der Schablone. Man kann Blindenschrift erkennen. (© bpb)
    Manchmal braucht eine Person aber Hilfe beim Wählen. Zum Beispiel wenn jemand nicht sehen kann. Dafür gibt es Wahlschablonen. Die Wahlschablonen sind kostenfrei. Sie können die Wahlschablonen bei den Landesvereinen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes beantragen.

  • Die Grafik zeigt zwei Personen. Ein Mann mit einem Gehstock und eine Frau, die ihm unter den Arm greift. (© bpb)
    Es kann auch ein Helfer oder eine Helferin mit Ihnen in die Wahlkabine kommen und Ihnen vielleicht beim Lesen helfen. Ein Helfer oder eine Helferin kann Ihnen vielleicht helfen, wenn Sie den Stimmzettel allein nicht falten können. Sie können entscheiden, wer Ihnen hilft. Ihnen kann zum Beispiel Ihre Assistenz oder Ihr Betreuer oder Ihre Betreuerin beim Wählen helfen. Die Wahlhelfer und Wahlhelferinnen im Wahllokal können Ihnen auch helfen.
Auf der Wahlbenachrichtigung steht auch, ob das Wahllokal barrierefrei ist.
Barrierefrei meint: Sie kommen dort mit einem Rollstuhl oder einer Gehhilfe problemlos rein. Ist das Wahllokal nicht barrierefrei, können Sie in einem anderen Wahllokal wählen. Wie Sie ein barrierefreies Wahllokal finden, steht auf der Wahlbenachrichtigung.

Um in einem anderen Wahllokal zu wählen, brauchen Sie aber einen Wahlschein. Sie können nicht einfach so in ein anderes Wahllokal gehen.

Den Wahlschein können Sie bei Ihrer Gemeinde beantragen. Das geht genauso, wie Sie auch die Briefwahl beantragen.Auf den nächsten Seiten wird erklärt, wie Sie die Briefwahl beantragen.
Die Strichzeichnung zeigt einen Rollstuhlfahrer, der eine Rampe hochfährt. Hinter der Rampe hängt ein Zettel mit der Aufschrift ‚Wahllokal‘. (© bpb)



Briefwahl

Vielleicht können Sie nicht zum Wahllokal gehen.
  • Zum Beispiel wenn Sie am Wahltag im Urlaub sind
  • oder weil Sie krank sind.
Dafür gibt es die Briefwahl. Dann können Sie vor dem Wahltag wählen. Sie können per Post oder im Wahlamt wählen.
Sie müssen die Briefwahl zuerst beantragen. Sie können auch jemanden fragen, der Ihnen helfen kann. Füllen Sie die Rückseite der Wahlbenachrichtigung aus. Schicken Sie die Wahlbenachrichtigung zurück an die Wahlbehörde. Die Adresse steht auf der Wahlbenachrichtigung. Sie können die Briefwahl auch im Internet beantragen.

Die Grafik zeigt einen Wahlscheinantrag, der von Marie Musterfrau ausgefüllt ist. Hervorgehoben ist die Unterschrift. (© bpb)


Die Wahlbehörde schickt Ihnen die Unterlagen zur Wahl zu. Dazu gehört:
  • eine Anleitung, wie Sie per Briefwahl wählen können
  • ein Stimmzettel, auf dem Sie wählen können
  • ein blauer Briefumschlag ohne Adresse
  • ein roter Briefumschlag mit der Adresse der Wahlbehörde
  • ein Wahlschein
So wählen Sie bei der Bundestagswahl: Auf dem Stimmzettel machen Sie zwei Kreuze Ihrer Wahl. Ein Kreuz ist für die Erststimme, das andere für die Zweitstimme.
  • Die Grafik zeigt einen blauen Briefumschlag, in dem ein Stimmzettel steckt.
    Stecken Sie den angekreuzten Stimmzettel in den leeren blauen Briefumschlag. Das ist wichtig, weil Ihre Wahl geheim ist.

  • Die Grafik zeigt einen Wahlschein und einen Stift bei der Unterschrift. (© bpb)
    Ihre Unterschrift bedeutet, dass Sie selbst gewählt haben oder dass jemand den Stimmzettel für Sie ausgefüllt hat. Er oder sie hat dann aber so gewählt, wie Sie es wollten. Es ist Ihre Stimme! Ihre Meinung zählt!

  • Die Grafik zeigt einen Roten Briefumschlag, in dem ein blauer Briefumschlag und ein Wahlschein stecken. (© bpb)
    In den roten Umschlag kommen der unterschriebene Wahlschein und der blaue Umschlag mit dem Stimmzettel.

  • Die Grafik zeigt einen roten Briefumschlag mit Adresse. (© bpb)
    Auf dem roten Umschlag steht die Adresse der Wahlbehörde. Stecken Sie den Umschlag in einen Briefkasten der Post. Sie brauchen keine Briefmarke. Eine Briefwahl kostet nichts.

  • Die Grafik zeigt eine Hand, die einen roten Briefumschlag in einen Briefkasten der Deutschen Post wirft. (© bpb)
    Schicken Sie Ihren Wahlbrief spätestens drei Tage vor der Wahl ab. Der Brief muss bis 18 Uhr am Wahlsonntag angekommen sein. Dann werden die Stimmen gezählt.



Wie der Stimmzettel aussieht

Die Parteien machen den Wählern und Wählerinnen Vorschläge, wer Abgeordneter im Bundestag werden soll. Dann können Sie die Abgeordneten wählen. Die Abgeordneten vertreten Sie im Bundestag.

Bei der Bundestagswahl haben Sie zwei Stimmen. Sie heißen Erststimme und Zweitstimme.

Die Grafik zeigt einen leeren Stimmzettel. (© bpb)


Die Erststimme

Mit der Erststimme wählen Sie eine Person aus Ihrem Wahlkreis.Diese Person soll einen Sitz im Bundestag bekommen. Meistens schlagen die Parteien diese Personen vor.

Deutschland hat 299 Wahlkreise. (© bpb)
Für die Wahl wird Deutschland in Wahlkreise aufgeteilt. In jedem Wahlkreis sind ungefähr gleich viele Einwohner. In Deutschland gibt es 299 Wahlkreise.
Nach der Bundestagswahl 2021 soll die Zahl der Wahlkreise verringert werden, damit der Bundestag nicht so groß wird.


Sie können eine Person wählen, die Ihren Wohnort im Bundestag vertreten soll. Die Person mit den meisten Stimmen, darf in den Bundestag. Man nennt sie Wahlkreisabgeordneter oder Wahlkreisabgeordnete. Man sagt auch: Der oder die Wahlkreisabgeordnete wird direkt gewählt.

Der oder die Wahlkreisabgeordnete kommt direkt in den Bundestag. Dabei ist es egal, wie viele Stimmen die Partei des Kandidaten oder der Kandidatin bekommt.
Deswegen werden sie auch Direktkandidaten genannt. Aus jedem Wahlkreis kommt ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete direkt in den Bundestag.


Die Grafik zeigt eine Karte von der Bundesrepublik Deutschland. In der Mitte ist ein Wahlkreis rot eingefärbt. Rechts neben der Karte ist der Wahlkreis vergrößert dargestellt mit einem Mann und einem angekreuzten Kreis. Links neben der Karte ist ein Stimmzettel zu sehen mit einer Lupe über der Erststimme. Diese Seite des Stimmzettels ist auch nochmal vergrößert dargestellt. (© bpb)


Die Zweitstimme

Die Zweitstimme ist wichtiger als die Erststimme. Mit Ihrer Zweitstimme entscheiden Sie: Wie viele Sitze eine Partei im Bundestag bekommt.

Ein Beispiel: Doppelt so viele Menschen haben die Partei X gewählt wie die Partei Y. Dann bekommt auch die Partei X doppelt so viele Sitze im Bundestag wie die Partei Y.

Die Zweitstimme ist für die Landesliste. Vor der Wahl machen Parteien eine Liste für jedes Bundesland. Deshalb heißt die Liste auch Landesliste. Auf der Landesliste stehen Kandidaten und Kandidatinnen einer Partei. Sie wollen Abgeordnete im Bundestag werden.

Vielleicht denken Sie, dass eine Partei gute Ideen hat. Oder Sie finden die Kandidaten und Kandidatinnen auf der Liste gut. Dann wählen Sie die Landesliste der Partei mit Ihrer Zweitstimme!
Die Grafik zeigt einen runden blauen Kreis. In der Mitte ist das Wort ‚Bundestag‘ zu lesen. Darüber ist der Bundesadler abgebildet. In der unteren Hälfte sind die Abschnitte des Kreises in verschiedenen Farben eingefärbt. Die Größen der Abschnitte sind unterschiedlich. In den Abschnitten sind Grafiken die Menschen darstellen sollen in den jeweiligen Farben zu sehen. 
Links neben der Bundestaggrafik ist ein Stimmzettel zu sehen mit einer Lupe über der Zweitstimme. Diese Seite des Stimmzettels ist auch nochmal vergrößert dargestellt.


Insgesamt machen Sie also zwei Kreuze: Ein Kreuz für die Erststimme und ein Kreuz für die Zweistimme!
Mit der Erststimme wählen Sie eine Person aus Ihrem Wahlkreis.
Mit der Zweitstimme wählen Sie das Verhältnis der Parteien im Bundestag. Sie wählen also, welcher Partei Sie mehr Gewicht im Bundestag geben wollen.

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Wie eine Landesliste entsteht

Die Parteien machen vor der Wahl in jedem Bundesland eine Liste.
Die Liste in einem Bundesland heißt Landesliste.
Auf der Landesliste stehen Kandidaten und Kandidatinnen.

Wenn eine Liste gemacht werden soll, laden die Parteien
zu Treffen in den Bundesländern ein.
Diese Treffen der Parteien nennt man Parteitage.

Es gibt Parteitage in Hessen, Sachsen und allen anderen Bundesländern.
Zu einem Parteitag fahren dann Menschen aus den Dörfern und Städten aus dem Bundesland.


Die Menschen, die zu den Parteitagen fahren dürfen, nennt man Delegierte.
Die Delegierten wurden auf Treffen der Partei in den Dörfern und Städten gewählt.

Auf dem Parteitag stellen sich die Personen vor, die Kandidaten oder Kandidatinnen werden wollen.
  • Sie sagen ihren Namen und
  • warum sie die Bürger und Bürgerinnen im Bundestag gut vertreten können.
  • Dann wählen die Delegierten die Kandidaten und Kandidatinnen.
Danach steht fest:
  • Wer ist erster Kandidat oder erste Kandidatin der Partei,
  • wer ist zweiter Kandidat oder zweite Kandidatin der Partei,
  • wer ist dritter Kandidat oder dritte Kandidatin der Partei?
  • Und so weiter.
Die Reihenfolge ist wichtig:
Der erste Kandidat oder die erste Kandidatin hat die besten Chancen, in den Bundestag zu kommen.
Der zweite Kandidat oder die zweite Kandidatin hat zweitbeste Chancen und so weiter.


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