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Die demografische Entwicklung in Deutschland: Ein faktenbasierter Überblick | Demografischer Wandel | bpb.de

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Die demografische Entwicklung in Deutschland: Ein faktenbasierter Überblick

C. Katharina Spieß

/ 9 Minuten zu lesen

Der demografische Wandel in Deutschland wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Ob Geburtenniveau, Lebenserwartung oder Migration – sie alle wirken sich auf die deutsche Bevölkerungsstruktur aus.

(bpb, Leitwerk) Lizenz: cc by-nc-nd/4.0/deed.de

Zusammenfassung

  • Geburtenniveau, Lebenserwartung und Migration beeinflussen den demografischen Wandel, der als „Megatrend“ unserer Zeit gilt

  • Der demografische Wandel ist zu einem gewissen Punkt vorhersehbar gewesen – doch multiple Krisen wie die Corona-Pandemie oder der Ukraine-Krieg (inklusive Fluchtbewegungen nach Deutschland) haben unerwartet Einfluss darauf genommen

  • Laut Bevölkerungsvorausberechnungen werden Alterung und Geburtendefizit weiter zunehmen – mit Folgen für den Arbeitsmarkt, das Renten-, Gesundheits- und Pflegesystem

Der demografische Wandel ist einer der „Megatrends“ unserer Zeit: eine Entwicklung, die sich bereits seit Jahrzehnten hinzieht und einen langfristigen Einfluss auf die Bevölkerungsstruktur, gesellschaftliche Prozesse und politische Entscheidungen hat. Mit dem Ausscheiden der sogenannten Babyboomer (Geburtsjahrgänge von 1955 bis 1969) aus dem Erwerbsalter werden die damit verbundenen Herausforderungen in Deutschland gerade vielfach diskutiert. Im Fokus der öffentlichen Diskussion stehen derzeit das abnehmende Erwerbspersonenpotenzial, der daraus resultierende Fachkräftemangel sowie die Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rente. Künftig könnte sich das Augenmerk verstärkt auf unser Gesundheits- und Pflegesystem richten, denn Deutschland altert, und in einigen Jahren werden die Babyboomer deutlich mehr Gesundheits- und Pflegeleistungen benötigen als ältere Menschen heute.

Langfristige Trends und kurzfristige Einflüsse

Der demografische Wandel mit seinen Auswirkungen auf die Gesellschaft ist ein Thema, mit dem sich die Fachwelt bereits seit Jahrzehnten intensiv beschäftigt. Entwicklungen, die zur heutigen Bevölkerungsstruktur geführt haben, wurden in der Tendenz schon vor vielen Jahren prognostiziert. Dies hat damit zu tun, dass zentrale Parameter der Demografie wie die Fertilität, also die Geburtenrate, und die Mortalität, also die Sterblichkeit, relativ stabil verlaufen: Seit Jahrzehnten ist die Geburtenrate in Deutschland niedrig, während die Lebenserwartung mit sehr wenigen Ausnahmen kontinuierlich steigt. Der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung nimmt dadurch weiter zu.

Gleichwohl dieser Trend schon vor vielen Jahren vorausberechnet wurde, ist die Alterung der Gesellschaft insgesamt weniger schnell vorangeschritten als vorhergesagt. Dies hat mit dem dritten zentralen Parameter der Bevölkerungsentwicklung zu tun, der Migration. Dabei sorgt die Migration innerhalb Deutschlands (Binnenmigration) dafür, dass die Regionen in unterschiedlichem Ausmaß vom demografischen Wandel betroffen sind. Hingegen hat der Zuzug überwiegend junger Menschen aus dem Ausland die Alterung der Bevölkerung verlangsamt. Diese Außenmigration ist der bedeutendste Parameter für die Erklärung kurzfristiger Veränderungen in der Bevölkerungsgröße. Die Corona-Pandemie oder auch die russische Invasion in die Ukraine und die daraus resultierenden Flüchtlingsbewegungen aus der Ukraine nach Deutschland sind nur zwei Beispiele, die zeigen, wie schnell sich größere Ereignisse auf die Bevölkerungsstruktur und -entwicklung auswirken können.

All dies verdeutlicht, dass der demografische Wandel in der Tendenz zwar vorhersehbar ist, aber größere nationale wie globale Krisen durchaus unerwarteten Einfluss nehmen können. Dennoch ist der demografische Wandel kein Schicksal, dem nicht entgangen werden kann – schließlich lassen sich demografische Prozesse durch politische Rahmenbedingungen, Ressourcen, Werte und Normen auf gesellschaftlicher wie individueller Ebene gestalten.

Konstant niedrige Geburtenrate trifft auf steigende Lebenserwartung

Seit Anfang der 1970er Jahre liegt das Interner Link: Geburtenniveau in Deutschland zum Teil deutlich unter dem sogenannten „Bestandserhaltungsniveau“ von 2,1 Kindern je Frau: Das bedeutet, dass jede Frau derzeit rein rechnerisch 2,1 Kinder bekommen müsste, um die Elterngeneration zu sichern beziehungsweise zu ersetzten. Wird dieser Wert nicht erreicht, schrumpft die Bevölkerung. Nach einem leichten Anstieg in den Vorjahren ging die Geburtenrate mit Ende der Corona-Pandemie ab 2022 wieder zurück und lag 2024 bei 1,35 Kindern. In Ostdeutschland war die Geburtenrate mit 1,27 Kindern je Frau niedriger als in Westdeutschland (1,38). Die Geburtenrate in Deutschland ist bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit außerdem geringer als bei Ausländerinnen, auch wenn sie sich vielfach mit den Jahren in Deutschland angleicht (siehe Abb. „Zusammengefasste Geburtenziffer“).

Bemerkenswert ist, dass sich junge Menschen im Schnitt etwa 1,7 Kinder wünschen – ein seit vielen Jahren weitgehend konstanter Wert. Dass sie diese Kinderwünsche vermehrt nicht umsetzen, wird unter anderem auf multiple Krisen zurückgeführt. Für die Politik ist dieser Befund relevant, da die Entscheidung für Kinder zwar individuell getroffen wird, allerdings von auch politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie passendem und bezahlbarem Wohnraum, dem Bildungs- und Betreuungsangebot oder der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit beeinflusst wird.

Die Interner Link: Lebenserwartung, die während der Interner Link: Corona-Pandemie in allen Regionen Deutschlands gefallen war, hat sich aktuell wieder erholt. Mit größeren regionalen Unterschieden sind deutschlandweit wieder Anstiege bei der Lebenserwartung zu beobachten, insbesondere im Süden Deutschlands (siehe Abb. „Lebenserwartung bei Geburt“). Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt betrug im Jahr 2024 für Frauen 83,5 Jahre und für Männer 78,9 Externer Link: Jahre].

Es ist aufgrund des medizinischen Fortschritts und einem größeren Gesundheitsbewusstsein mit entsprechenden Verhaltensveränderungen davon auszugehen, dass die Lebenserwartung gerade im höheren Alter weiter steigen wird. Allerdings sind nicht alle Bevölkerungsgruppen in gleichem Ausmaß davon betroffen: Menschen mit besserer Bildung und höherem Einkommen haben im Durchschnitt eine längere Lebenserwartung. Diese Unterschiede machen sich auch in anderen Bereichen fest und zeigen, dass eine Betrachtung des demografischen Wandels immer auch Interner Link: Ungleichheitsperspektiven mit im Blick haben sollte.

Migration als dynamischer Faktor

Neben der Entwicklung der Geburtenrate und der Lebenserwartung ist für die Bevölkerungsstruktur die Außenmigration relevant. Seit 2010 sind jährlich mehr Menschen nach Deutschland eingewandert als aus Deutschland ausgewandert - das war in der Geschichte der Bundesrepublik immer mal wieder so (siehe Abb. „Zu- und Abwanderung über die Außengrenzen“). Die Nettozuwanderung schwankte über die Jahre allerdings stark. Nettowanderung beschreibt, wie viele Menschen innerhalb eines bestimmten Zeitraums einwandern, abzüglich derer, die auswandern. Besonders hoch war diese Zahl in den Jahren 2015 und 2016 wegen des Bürgerkriegs in Syrien sowie 2022 als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Inzwischen ist die Gruppe der Interner Link: Ukrainerinnen und Ukrainer die zweitgrößte nicht-deutsche Bevölkerungsgruppe in Deutschland – nur übertroffen von Menschen mit türkischer Staatsbürgerschaft. Beim Fortzug deutscher Staatsangehöriger sind die Schweiz, Österreich und die USA weiterhin die häufigsten Zielländer. Im Jahr 2024 sind rund 430.000 Menschen mehr nach Deutschland eingewandert als aus Deutschland ausgewandert (1.694.000 Zuzüge und 1.264.000 Fortzüge). Wie sich der Wanderungssaldo künftig entwickeln wird, ist von politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklungen abhängig. Auch die deutsche Migrationspolitik sowie Beschlüsse auf EU-Ebene werden die Zuwanderung nach Deutschland beeinflussen.

Aus demografischer Sicht haben regionale Unterschiede in den letzten Jahren zugenommen – vor allem zwischen jungen und wachsenden, vor allem urbanen und suburbanen Regionen sowie stark gealterten ländlichen Kreisen, in denen die Bevölkerungszahl zurückgeht. Nach Modellrechnungen werden die regionalen Unterschiede in der Bevölkerungsdynamik in Zukunft weiter zunehmen. Diese Entwicklung geht nur zu einem geringen Teil auf regionale Unterschiede im Geburtenniveau und der Lebenserwartung zurück, sondern ist vor allem das Ergebnis von Wanderungsbewegungen vorwiegend junger Menschen.

Generell weist die Binnenwanderung im Lebensverlauf ein typisches Muster auf: Junge Menschen ziehen für Ausbildung und Beruf in urbane und strukturstarke Kreise, während sie in der Familienbildungsphase eher (wieder) in das suburbane Umland (zurück-)ziehen. Mit zunehmendem Alter sinkt die Umzugshäufigkeit in andere Kreise, Zuwächse durch Umzüge im Ruhestandsalter weisen nur wenige Kreise auf. Die von Abwanderung junger Menschen betroffenen Kreise und Städte verlieren dadurch zusätzlich auch eine potenzielle Elterngeneration, wodurch die Geburtenzahlen in diesen Kreisen sinken werden.

Die demografische Alterung insbesondere ländlicher Kreise, die durch die Abwanderung der letzten Jahrzehnte verursacht wurde, ist demnach ein wichtiger Faktor für die künftige Bevölkerungsentwicklung. Dies trifft eher strukturschwache und sehr ländliche Kreise, die sich insbesondere im mittleren und östlichen Teil Deutschlands befinden. Die Zuwanderung überwiegend junger Menschen aus dem Ausland bedeutet für die bevorzugten Zielregionen einen verjüngenden Effekt und ein kurzfristiges Bevölkerungswachstum. Aufgrund der hohen Zuwanderung der vergangenen Jahre übersteigt der demografische Effekt dieser Außenwanderung, also der Zuwanderung aus dem Ausland nach Deutschland, aktuell deutlich den der nationalen Binnenwanderung innerhalb Deutschlands.

Prognosen für die Zukunft: Bevölkerungsvorausberechnungen bis 2070

In Deutschland werden seit Jahren immer weniger Babys geboren. 2025 waren es 654.300. (© picture-alliance, ZB | Ralf Hirschberger)

Nach den aktuellsten Interner Link: Bevölkerungsvorausberechnungen werden das Geburtendefizit und die Alterung in Zukunft weiter zunehmen – diese Entwicklung ist durch die gegenwärtige Altersstruktur bereits weitgehend vorgegeben. Bevölkerungsvorausberechnungen können die Zukunft allerdings nicht vorhersagen, sie sind lediglich als Prognose zu verstehen, die auf bestimmten Annahmen beruhen und verschiedene Varianten berechnen.

Die Basis für die aktuelle Interner Link: 16. Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts ist die letzte Bestandsaufnahme der Bevölkerung in Deutschland, wie sie im Rahmen des Zensus von 2022 erfolgte. Die Prognose der 16. Vorausberechnung blickt bis zum Jahr 2070. Wie sich die Einwohnerzahl in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird, ist dabei stark von der Außenmigration abhängig. Die prognostizierte Zuwanderung wird den Alterungsprozess allerdings nur abschwächen, nicht komplett verhindern. Sollte Deutschland zukünftig Abwanderung verzeichnen, würde dies die Alterung wiederum noch einmal beschleunigen.

Insgesamt ergeben die Berechnungen, dass die Bevölkerung in Deutschland im Jahr 2070 kleiner sein wird, wobei je nach Variante von 67 Millionen bis 83,2 Millionen Menschen auszugehen ist (Stand 2025 leben in Deutschland 83,5 Millionen Menschen). Das durchschnittliche Alter der Bevölkerung wird steigen, je nach Variante von 44,9 im Jahr 2024 auf Werte zwischen 45,8 bis 51,7 im Jahr 2070. Insbesondere der Anteil der älteren Bevölkerung wird zunehmen. Je nach Annahmen kann der Anteil der Hochaltrigen (Personen über 80 Jahre) im Jahr 2070 bis zu 15 Prozent betragen, während er im Jahr 2024 bei sieben Prozent lag.

Wie sich der Wandel der Bevölkerungsstruktur vollziehen könnte, lässt sich an drei klassischen Kenngrößen der Demografie anschaulich darstellen: Wird der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (hier als die Bevölkerung im Alter von 20 bis 66 Jahren definiert) die jüngere Bevölkerung unter 20 Jahren gegenübergestellt, so ergibt sich der sogenannte Jugendquotient. Dahinter verbirgt sich die Überlegung, dass die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter für die Erziehung und Ausbildung der Jüngeren sorgen muss. Stellt man wiederum die Bevölkerung im Rentenalter – also Menschen, die Rentenleistungen beziehen – der Bevölkerung im Erwerbsalter gegenüber, ergibt sich der sogenannte Altenquotient.

Die gegenwärtige Altersverteilung wird den Altenquotienten noch bis Mitte der 2030er Jahre prägen. Er wird bis dahin weiterhin ansteigen. In Abhängigkeit der jeweiligen Variante wird er 43 bis 61 im Jahr 2070 betragen mit einem Basiswert von 33 im Jahr 2024. Das bedeutet, dass 2070 43 bis 61 Menschen im Rentenalter auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter kommen, 2024 waren es 33 auf 100 Menschen. Der Jugendquotient wird hingegen nur leicht steigen, von 30 im Jahr 2024 auf etwa 34 im Jahr 2070. Das heißt, dass 2070 etwa 34 junge Menschen auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter kommen. All dies verdeutlicht, dass sich die Altersstruktur in Deutschland bis zum Jahr 2070 deutlich verändern wird und man auf diese Veränderungen reagieren muss.

Unser Gesellschaftssystem und die Wirtschaft bauen bisher auf einer Altersstruktur auf, bei der man von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen den Generationen ausging. Diese Ausgewogenheit war beispielweise damit verbunden, dass die Erwerbsbevölkerung für die Alterssicherung der älteren Generation sorgen kann, ohne dabei zu hohe Beiträge leisten zu müssen. Dies ist durch die aktuellen Entwicklungen schon jetzt nicht mehr gegeben und wird sich in naher Zukunft noch stärker ausprägen.

Bildung und Wohlbefinden als weitere zentrale Faktoren

Die Bevölkerungsdynamik auf die Entwicklung der Bevölkerungszahl und der Bevölkerungsstruktur nach Alter zu beschränken, wäre allerdings unvollständig. In der heutigen Wissensgesellschaft sind neben den Menschen an sich auch das Humanvermögen der Bevölkerung und damit die Fähigkeiten der Menschen von Bedeutung. Daher ist es eine Herausforderung des Alterungsprozesses, die in der Bevölkerung vorhandenen Bildungspotenziale bestmöglich und vollständig zu nutzen. Neben den Parametern Geburtenrate, Sterblichkeit und Migration, ist die Interner Link: Bildung somit ein weiterer zentraler Bestandteil, um den demografischen Wandel nicht nur zu beschreiben, sondern auch zu bewerten und zu gestalten.

Dass der Bildung innerhalb des demografischen Wandels eine zentrale Bedeutung zukommt, wird besonders deutlich, wenn man das abnehmende Erwerbspersonenpotenzial betrachtet: Um dieser Entwicklung zu begegnen, sollten alle Bildungspotenziale von Anfang an ausgeschöpft werden. Nach wie vor gelingt dies jedoch nur bedingt. So haben zum Beispiel 13 Prozent der Bevölkerung in Deutschland keinen beruflichen Bildungsabschluss, etwa durch eine Ausbildung oder ein Studium. Darüber hinaus wird vor dem Hintergrund einer weiter steigenden Lebenserwartung diskutiert, das Renteneintrittsalter zu erhöhen.

Die Erwerbsfähigkeit kann dann besonders gut bis ins höhere Alter erhalten werden, wenn beispielsweise Tätigkeitswechsel erfolgen, die wiederum besser von statten gehen, wenn sie durch ein lebenslanges (Neu-)Lernen begleitet sind. Auch dies hat mit den individuellen Fähigkeiten der Bevölkerung zu tun. Darüber hinaus können immer mehr Arbeitsprozesse durch künstliche Intelligenz ausgeführt werden, wodurch Jobs für Menschen wegfallen aber auch andere Jobs hinzukommen könnten. Diese digitale Transformation erfordert ebenfalls eine gut ausgebildete Bevölkerung.

Neben der Bildung ist auch das Wohlbefinden der Bevölkerung bedeutsam, wenn es um die Herausforderungen des demografischen Wandels geht. Klassische demografische Prozesse, wie die Entscheidung für Kinder, die Lebenserwartung oder auch der Entschluss auszuwandern, werden vom individuellen Wohlbefinden geprägt. Dies wird vielfach über die subjektive Lebenszufriedenheit erfasst und trägt auch dazu bei, demografische Ereignisse zu erklären. Dabei zeigen sich zwischen den Bevölkerungsgruppen größere Unterschiede in der Zufriedenheit. Dies wiederum beeinflusst die weitere Bevölkerungsentwicklung. Nicht zuletzt wirken sich auch politische Entscheidungen, sei es in der Familien-, Arbeitsmarkt-, Bildungs-, Integrations- oder Gesundheitspolitik, stark auf das subjektive Wohlbefinden aus, das auch als Wohlstandsmaß einer Gesellschaft verwendet wird.

Den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, setzt also voraus, sich mit vielfältigen Parametern der Bevölkerung auf unterschiedlichen Ebenen zu befassen. Demografiepolitik ist ein Querschnittsthema, mit dem sich sowohl der Bund, die Länder, die Kommunen aber auch die Bevölkerung selbst beschäftigen müssen.

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Prof. Dr. C. Katharina Spieß ist Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). Sie hat die Professur für Bevölkerungsökonomie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne. Von 2012 bis 2021 leitete sie die Abteilung Bildung und Familie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Bevölkerungsstudien, insbesondere zu Bildungs- und Familienthemen, und sie ist Mitglied verschiedener Forschungsnetzwerke, Expertengruppen und Kommissionen.