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Berufsständische Versorgungswerke

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Berufsständische Versorgungswerke

Gerhard Bäcker Ernst Kistler

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Bei der berufsständischen Altersversorgung handelt es sich um eine auf einer gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft beruhende Altersversorgung für in Kammern organisierte freie Berufe, die durch einzelne Versorgungswerke erbracht wird.

Berufsständische Versorgungswerke leisten Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenrenten für folgende Berufsgruppen: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, psychologische Psychotherapeuten und Ingenieure. (© ddp/AP)

Leistungsziel der berufsständischen Altersversorgung ist die Sicherung des Lebensstandards auf der Grundlage des versicherten und verbeitragten Einkommens. Es dominiert das Versicherungs- und Äquivalenzprinzip. Die für die Gesetzliche Rentenversicherung typischen Elemente eines sozialen Ausgleichs finden sich bei der berufsständischen Altersversorgung nicht.

Die Finanzierung beruht auf dem Kapitaldeckungsverfahren (Anwartschaftsdeckungsverfahren bzw. Deckungsplanverfahren; vgl. Interner Link: Umlage- versus Kapitaldeckungsverfahren): Die Beitragseinnahmen werden kapitalbildend angelegt, die Leistungen werden (zumindest zum Teil) aus dem Kapitalstock finanziert. Öffentliche (steuerfinanzierte) Zuschüsse gibt es bei der berufsständischen Altersversorgung nicht. Die Versorgungswerke beziehen nur die Angehörigen der jeweiligen Berufsgruppe ein, wobei es die Möglichkeit gibt, dass auch Angestellte, die bei den freien Berufen beschäftigt sind, unter bestimmten Bedingungen Mitglied werden und sich von der Gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen können.

Derzeit werden 89 auf Landesrecht beruhende öffentlich-rechtliche Pflichtversorgungseinrichtungen gezählt. Diese Einrichtungen sind in der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen zusammengeschlossen. Im Einzelnen werden folgende Berufsgruppen erfasst: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, psychologische Psychotherapeuten, Ingenieure.

Mitgliederstruktur der berufsständischen Versorgungswerke 2015 (Interner Link: Grafik zum Download) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Die Zahl der beitragsleistenden Mitglieder lag Ende 2015 bei etwa 950.000 Personen, wobei den Ärzten (einschließlich Zahn- und Tierärzte) die mit Abstand größte Bedeutung zukommt (vgl. Abbildung "Mitgliederstruktur der berufsständischen Versorgungswerke 2015 "). Die Zahl der Rentenempfänger betrug 2015 gut 221.000 Personen, die durchschnittliche Höhe der Altersrente lag bei 2.177 Euro/Männer bzw. 1.733 Euro/Frauen.

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Gerhard Bäcker, Prof. Dr., geboren 1947 in Wülfrath ist Senior Professor im Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Bis zur Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls "Soziologie des Sozialstaates" in der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Forschungsschwerpunkte: Theorie und Empirie des Wohlfahrtsstaates in Deutschland und im internationalen Vergleich, Ökonomische Grundlagen und Finanzierung des Sozialstaates, Systeme der sozialen Sicherung, insbesondere Alterssicherung, Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Lebenslagen- und Armutsforschung.

Ernst Kistler, Prof. Dr., geboren 1952 in Windach/Ammersee ist Direktor des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie, INIFES gGmbH in Stadtbergen bei Augsburg. Forschungsschwerpunkte: Sozial- und Arbeitsmarktberichterstattung, Demografie, Sozialpolitik, Armutsforschung.