Artikel im

Menschen in Deutschland können etwas ändern | einfach POLITIK | bpb.de

Menschen in Deutschland können etwas ändern

/ 2 Minuten zu lesen

Jeder Mensch hat eigene Interessen, Wüsche und Ziele. Wenn Menschen mit den politischen Entscheidungen in der Demokratie nicht einverstanden sind, können sie etwas dagegen tun.

Interner Link: Dieses Kapitel als Hörangebot

Die „Ehe für alle“

Politik ist gemeinsam Handeln. Menschen können durch gemeinsames Handeln die Regeln ändern.
Dafür ist die „Ehe für alle“ ein Beispiel. Im Jahr 2017 hat der Bundestag über die „Ehe für alle“ abgestimmt.

Hochzeit (© bpb)

Davor galt: Eine Frau kann nur einen Mann heiraten. Und ein Mann nur eine Frau.

„Ehe für alle“ bedeutet:

  • Auch zwei Frauen können heiraten.

  • Auch zwei Männer können heiraten.

Wenn ein Mann einen Mann liebt oder eine Frau eine Frau liebt, heißt das Homosexualität.

Die meisten Menschen in Deutschland haben lange gedacht: Nur ein Mann und eine Frau dürfen heiraten. Es war undenkbar, dass homosexuelle Menschen heiraten.

Im Grundgesetz steht aber:

Zitat

„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“


Das bedeutet auch: Niemand darf benachteiligt sein, weil er oder sie homosexuell ist.

Menschen haben sich deshalb irgendwann für die „Ehe für alle“ eingesetzt. Homosexuelle Menschen haben in der Öffentlichkeit gesagt: „Ich bin eine Frau und ich liebe eine Frau“ oder „Ich bin ein Mann und ich liebe einen Mann“.

Auch Politiker, Schauspieler oder Fernsehmoderatorinnen haben öffentlich gesagt:

Zitat

„Ich bin homosexuell.“

  • Ein Zeichen für Homosexualität ist die Regenbogenfahne. Manche tragen deshalb eine Regenbogenfahne an der Kleidung. Sie sagen damit: Ich finde Homosexualität okay.

  • Es haben sich spezielle Vereine gegründet. Die Vereine setzen sich für die „Ehe für alle“ oder die Rechte homosexueller Menschen ein.

  • Es wurde viel über das Thema „Ehe für alle“ in Zeitungen, im Fernsehen oder Radio geschrieben und gesprochen.

  • Viele Menschen haben mit ihren Freunden über Homosexualität gesprochen. Und sie haben über die „Ehe für alle“ diskutiert.

Manche sind dafür, manche aber auch dagegen.

  • Unterschiedliche Personen haben für die „Ehe für alle“ demonstriert. Manche demonstrierten auch gegen die „Ehe für alle“ oder sammelten Unterschriften.

  • Manche Parteien haben die „Ehe für alle“ gefordert. Andere Parteien waren dagegen.

  • Im Jahr 2013 gab es einen ersten Gesetzentwurf zur „Ehe für alle“.

Es haben sich viele Personen für die „Ehe für alle“ eingesetzt. Die öffentliche Meinung änderte sich dadurch Schritt für Schritt.

Im Jahr 2017 wurde über die „Ehe für alle“ im Bundestag abgestimmt. Die meisten Abgeordneten stimmten dafür. So gibt es jetzt die „Ehe für alle“.

Der Weg zur „Ehe für alle“ hat etwa 35 Jahre gedauert. Es gibt auch heute noch Menschen, die nicht mit der „Ehe für alle“ einverstanden sind. Trotzdem gilt das Gesetz der „Ehe für alle“.

Liebe ist für alle da. (© bpb)

Änderungen sind möglich

Die Entscheidung zur „Ehe für alle“ zeigt: Manchmal denkt man, etwas ändert sich nie. Aber man kann versuchen, es zu ändern. Manchmal denkt man auch: „Alleine kann ich nichts verändern.“

Sie können sich mit anderen Menschen zusammentun. Und dann kann sich vielleicht etwas ändern. Das Beispiel „Ehe für alle“ zeigt: Auch Gesetze können geändert werden. Dazu braucht es Einmischung und viel Geduld.

Weitere Inhalte