Beleuchteter Reichstag

Interviews

Hier kommen in loser Reihenfolge jüdische Frauen zu Wort, die über ihr Leben in Deutschland, ihre berufliche Tätigkeit, ihr gesellschaftliches Engagement und ihre eigene Geschichte sowie die ihrer Familie sprechen. Die interviewten Frauen und die, die wir noch vorstellen wollen, bestreiten ihren Alltag aktuell hauptsächlich in Deutschland, im Osten wie im Westen, und manche sind aus anderen Ländern hierhergekommen. Ziel ist es, die Diversität und das Arbeiten in der Praxis von in Deutschland lebenden und arbeitenden Jüdinnen darzustellen. Dazu nimmt das Projekt die unterschiedlichen Perspektiven und Lebensformen sowie religiöse Ausrichtungen von traditionell, orthodox, liberal bis säkular und non-religiös, von hetero bis queer, wie auch eine rein kulturell konnotierte Verbundenheit mit dem Judentum in den Blick.

Rahel R. Mann steht vor dem Haus Starnberger Straße 2 in Berlin-Schöneberg. Im Keller des Hauses war die damals Siebenjährige 1944 mehrere Monate lang versteckt.

„Angst kommt von Enge und das unterstütze ich nicht“

Die Shoah-Überlebende Rahel R. Mann, 1937 als Renate Wolf in Berlin-Neukölln geboren, spricht als Psychotherapeutin und Zeitzeugin über Gott(losigkeit) und Eigenverantwortung und über das, was sie stark gemacht hat – ihre Zeit im Versteck.

Mehr lesen

Farbfoto: Anetta Kahane in der Amadeu Antonio Stiftung in Berlin-Mitte, die sie 1998 gegründet hat.

Anetta Kahane, Kämpferin gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus

Die Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung erzählt im Interview, wie die Juden und Jüdinnen in der DDR Antisemitismus und Antizionismus erlebten und wie (ambivalent) das Verhältnis zum Jüdischen im Kommunismus war.

Mehr lesen

Das Foto zeigt Mirna Funk.

Mirna Funk: „Meiner Tochter soll es anders gehen“

Im Interview spricht Mirna Funk über ihre Kindheit in der Vorwendezeit, die Reisen nach Israel nach 1991, über Identitätssuche, die transgenerationale Weitergabe von Traumata, warum sie sich ein post-halachisches Judentum wünscht und was es für sie bedeutet, patrilineare Jüdin zu sein.

Mehr lesen

Judith Tarazi, Kunsttherapeutin, Leiterin des Kunstateliers Omanut und der Jüdischen Galerie Omanut sowie Leiterin und Beraterin der EUTB

Judith Tarazi: Jeder Mensch ist ein*e Künstler*in!

Judith Tarazi ist Leiterin des Kunstateliers und der Jüdischen Galerie Omanut und Leiterin und Beraterin der EUTB – Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung. Sharon Adler hat mit der Kunsttherapeutin über, das Prinzip der Wohlfahrt und der Fürsorge, Empowerment und ihr Engagement für Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung und psychischen Erkrankungen gesprochen.

Mehr lesen

Farbfoto: Rachel Kohn in ihrem Atelier in Berlin-Charlottenburg.

Rachel Kohn: Ansichten in Ton

Die in Prag geborene Bildhauerin Rachel Kohn ist neben ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit im Vorstand des "Frauenmuseums Berlin" aktiv und Kuratorin zahlreicher Ausstellungen. Im Interview mit Judith Kessler erzählt sie über ihren Weg nach Berlin, ihre Arbeit, ihr jüdisches, soziales und politisches Engagement, vor allem bei der Sichtbarmachung von Frauen in der Kunst.

Mehr lesen

Pressefoto Marina Weisband.

Marina Weisband: Einfach nur Mensch sein

Sie ist Publizistin, Politikerin, Diplompsychologin, Beteiligungspädagogin, Netzaktivistin und Expertin für digitale Partizipation und Bildung. 1994 kamen sie und ihre Familie als "Kontingentflüchtlinge" nach Deutschland. Über die Zeit bei der Piratenpartei Deutschland und über ihre Rede zum Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2021 im Bundestag hat Sharon Adler mit ihr gesprochen

Mehr lesen

Hetty Berg im Jüdischen Museum Berlin vor der „Hall of Fame“, in der an bedeutende jüdische Persönlichkeiten erinnert wird.

Hetty Berg: „Wir wollen als Ort der Begegnung und des Austauschs vielfältigen Perspektiven einen Raum geben.“

Mehr als 30 Jahre lang war die Niederländerin Hetty Berg am Jüdischen Historischen Museum in Amsterdam in unterschiedlichen Funktionen tätig. Seit dem 1. April 2020 leitet die Kuratorin und Kulturhistorikerin das Jüdische Museum Berlin. Im Interview mit Sharon Adler spricht sie über jüdisch-deutsche Geschichte, Gegenwart und Zukunft, über kuratorische Pläne und Verantwortung, über Chancen, durch Wissensvermittlung Vorurteilen gegenüber Juden und Jüdinnen entgegenzuwirken, und die Herausforderungen, mit der Geschichte Berlins zu leben und zu arbeiten.

Mehr lesen

Das Foto zeigt Jalda Rebling.

Jalda Rebling: Ich bin einfach gerne jüdisch

Die jüdische Kantorin und Schauspielerin Chasan Jalda Rebling, 1951 in Amsterdam geboren und in Ostberlin aufgewachsen, erzählt über ihr Erbe als Tochter des berühmten Künstlerinnenpaares Lin Jaldati und Eberhard Rebling und wichtige Begegnungen und Stationen – über die DDR-Zeit und die Vereinigung der deutschen Staaten bis ins Jetzt – auf ihrem Weg zu der Persönlichkeit, die sie heute ist: eine international anerkannte Spezialistin für jüdische Musik und Geschichte(n) vom frühen Mittelalter bis zur Moderne. Die Fragen stellte Judith Kessler.

Mehr lesen

Das Foto zeigt die Künstlerin Ella Ponizovsky Bergelson bei der Anfertigung ihres Wandbildes in Berlin-Tempelhof.

Ella Ponizovsky Bergelson: Künstlerin und Schöpferin der hybriden Kalligrafie

Die in Moskau geborene und in Berlin lebende Künstlerin Ella Ponizovsky Bergelson nähert sich den Themen Migration und Integration durch Visualisierung von Sprache. Mit großflächigen, farbigen Wandbildern bringt sie auf Häuserfassaden jiddische Lyrik und Prosa als Kalligrafien in Jiddisch, Hebräisch, Arabisch, und Deutsch in den öffentlichen Raum. Über ihre Projekte „Present Figures/Gegenwartsfiguren“ und „Among Refugees/Unter Flüchtlingen – Generation Y“, darüber, was sie in Berlin inspiriert und über ihre familiären Wurzeln in Berlin spricht sie in diesem Interview mit Sharon Adler.

Mehr lesen

Das Foto zeigt Rachel Shneiderman, die ihre Recherchen zu der Shoahüberlebenden Charlotte Hermann im Rahmen des AVIVA-Projekts "Writing Girls" vorstellt.

Rachel Shneiderman: Erinnerungen der ehemaligen Gemeindeschwester und Pflegedienstleiterin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Seit 1984 arbeitete Rachel Shneiderman als Gemeindeschwester bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und hat sich viele Jahre lang um Shoah-Überlebende gekümmert. Besonders das Schicksal einer Auschwitzüberlebenden, die sie in dieser Zeit betreute, hat sie bis heute nicht losgelassen: Charlotte Hermann. 1997 hat die Jüdische Gemeinde einen Ambulanten Pflegedienst eingerichtet, den Rachel Shneiderman bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2011 geführt hat: als Pflegedienstleiterin, als Qualitätsbeauftragte und die letzten sieben Jahre als Geschäftsführerin.

Mehr lesen

Das Foto zeigt Marguerite Marcus in ihrer Praxis.

Marguerite Marcus: Kinderärztin, Familientherapeutin, Feministin, Netzwerkerin aus Leidenschaft

In ihrer Arbeit und in ihrem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement beschäftigt sich die 1959 geborene Berlinerin Marguerite Marcus vor allem mit den psychischen Spätfolgen der Shoah. Unter dem Aspekt „Transgenerationale Übertragung von Traumata“ nimmt sie die Vererbung von Traumata auf die Kinder von Holocaustüberlebenden, den Angehörigen der Zweiten, Dritten und inzwischen schon Vierten Generation in den Blick.

Mehr lesen

Das Foto zeigt Rabbinerin Esther Jonas-Märtin in Leipzig im Jahr 2020.

Esther Jonas-Märtin – Rabbinerin und Publizistin aus Leipzig. Positionen und Perspektiven

Sie ist assoziiertes Mitglied der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland und Vorstand des jüdischen Lehrhauses "Beth Etz Chaim". Sie forscht und publiziert zum Judentum, zur Situation der Jüdinnen und Juden in der DDR und zu "Jüdischen Frauen, Organisationen und Bewegungen in Deutschland nach 1945". Über die Herausforderungen im Kontext von Wissenschaft und Religion, den täglichen Spagat jüdischer Menschen zwischen Selbst- und Fremdbestimmung und auch zu ihrer Forderung nach einem Wandel in der Bildungspolitik und Erinnerungskultur erzählt Esther Jonas-Märtin in diesem Gespräch.

Mehr lesen

Das Foto zeigt Shelly Kupferberg in Berlin im Herbst 2020.

Shelly Kupferberg: Zwischen Chanukkia und Lametta

Shelly Kupferberg ist 1974 in Tel Aviv geboren und in West-Berlin aufgewachsen. Im Interview erzählt sie von einer Kindheit und Jugend, die geprägt war vom linken Engagement ihrer in Israel geborenen Eltern, von Sommercamps mit der Jüdischen Gemeinde und ihren Erinnerungen an die Zeit als Einzige von zwei Jüdinnen während ihrer Schulzeit. Wie sie 1989 die Öffnung der innerdeutschen Grenzen erlebt hat und wie es später für sie war, von der Anti-Haltung der DDR gegenüber Israel zu erfahren.

Mehr lesen

Das Foto zeigt Jessica Jacoby. Im Hintergrund sieht man die frühere Kameratasche ihres Vaters Klaus (Claude) Jacoby. Berlin 2020

Jessica Jacoby: Lebenslanges Engagement für die Sichtbarkeit von Jüdinnen

Die 1954 geborene Filmjournalistin, Dokumentarfilmautorin und Mitherausgeberin der 1994 erschienenen Anthologie "Nach der Shoa geboren. Jüdische Frauen in Deutschland", Jessica Jacoby, gründete 1984 in West-Berlin mit anderen Frauen den lesbisch-feministischen "Schabbeskreis", der sich für die Präsenz und Wahrnehmung jüdischer Frauen in der neuen Frauenbewegung und mit Antisemitismus in feministischen Zusammenhängen auseinandersetzte.

Mehr lesen

Das Foto zeigt Lala Süsskind.

Die Unbestechliche, die Unermüdliche - Lala Süsskind

Lala Süsskind gilt als die Unbestechliche, als die quirlige kleine Frau mit großem Herz und ebenso großer Klappe. Sie mischt sich ein und macht öffentlich auf Missstände aufmerksam: Ob auf dem Bebelplatz zur Kundgebung gegen das geplante Verbot der Brit Mila (der Beschneidung von neugeborenen Söhnen am achten Tag nach der Geburt) im Jahr 2012, regelmäßig auf dem Ku'damm gegen den antiisraelischen Al Quds-Tag oder gegen Homophobie und Antisemitismus.

Mehr lesen

Deutschland Archiv