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Alice Brauner: „Du musst risikobereit sein, wenn du Filme machst“

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? 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Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? 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Alice Brauner: „Du musst risikobereit sein, wenn du Filme machst“ Historikerin, Politologin, Journalistin, Autorin, Moderatorin, Film- und Fernsehproduzentin

Alice Brauner Sharon Adler

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Die Berlinerin ist als Geschäftsführerin der CCC Filmkunst GmbH, der CCC Cinema und Television GmbH und der CCC Filmstudios als Film- sowie als Fernseh- und Web-Produzentin tätig. Sie wurde vielfach für ihre Filme ausgezeichnet und erhielt 2017 den Veuve Clicquot Business Woman Award als mutigste und innovativste Unternehmerin Deutschlands.

„Du musst risikobereit sein, wenn du Filme machst“, Alice Brauner, Historikerin und Politologin, Journalistin, Buchautorin, Moderatorin, Film- und Fernsehproduzentin im Büro der CCC Filmkunst GmbH in Berlin (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2021)

Sharon Adler: Wie würdest du deine Kindheit und Jugend in Westberlin beschreiben?

Alice Brauner: Meine Kindheit und Jugend waren wirklich schön, schöner kann man sie sich nicht vorstellen. Ich bin mit drei älteren Geschwistern in einem Haus mit Garten und Schaukeln und Anbindung zum See im Grunewald aufgewachsen. Meine Eltern waren immer für uns da. Selbst mein Vater, von dem ja alle meinen, er sei ständig so hyperbeschäftigt gewesen. Wenn er nicht in den Filmstudios war, dann war er in seinem Büro bei uns zu Hause. Wir waren an Feiertagen immer zusammen, auch an Kindergeburtstagen. Das Tollste daran war für uns das Kino im ausgebauten Keller mit dem 35-Millimeter-Projektor und einer Leinwand. Herr Grohe, der Filmvorführer, hat uns die Karl May-Klassiker, „Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten“, „Der Schatz der Azteken“, „Der Tiger von Eschnapur“, vorgeführt. Das war für alle immer ein ganz großes Highlight. Ein Freund, Daniel Cukierman, hat gerade in Erinnerung an die alte Zeit aus seinem Keller ein „Artur und Maria Brauner Kino“ gemacht. Auch als Jugendliche habe ich Westberlin geliebt. Der „Dschungel“ und das „Cha Cha“ waren legendäre Läden, in die wir damals alle gegangen sind.

Kindergarten und Schule

Sharon Adler: Welche Erinnerungen hast du an die Jüdische Gemeinde und die jüdische Gemeinschaft?

Alice Brauner: Ich fühlte mich sehr aufgehoben. Rabbiner Weiß war für mich viel mehr eine Art Onkel, als dass ich ihn als große rabbinische Persönlichkeit wahrgenommen hätte. Wir waren mehr in der Joachimsthaler Straße, in der orthodoxen Synagoge, verortet, meine Bat Mitzwa musste ich als Mädchen allerdings in der liberalen Synagoge in der Pestalozzistraße machen, mit meinen auch heute noch engsten Freundinnen Alisa und Rita Goldmann.

Ich weiß nicht, ob das nur in Westberlin so war, aber durch die Freundeskreise der Eltern wurden die Strukturen schon in der Kindheit geschaffen. Die Clique meiner Freunde aus der Zeit im jüdischen Kindergarten besteht bis heute und verreist heute noch manchmal miteinander. Solche Strukturen haben meine Kinder nur teilweise kennengelernt, weil heute alles ein bisschen zerfaserter und zerfranster ist, da es mehr jüdische Schulen, jüdische Kindergärten, jüdische Möglichkeiten gibt.

„Meine Eltern und ich bei meiner Einschulung in die Grunewald-Grundschule in Berlin 1972“ (© Alice Brauner, privat)

Aber damals gab es eben nur den Kindergarten in der Delbrückstraße und die Grunewald-Grundschule, wohin die meisten jüdischen Kinder gegangen sind. Es gab kein jüdisches Gymnasium, aber die meisten waren auf der Hildegard-Wegscheider-Schule, die einen sehr großen jüdischen Anteil hatte. Die, die vielleicht ein bisschen ehrgeiziger waren, dazu gehörte ich auch, waren auf dem französischen Gymnasium. Das war eine Zeit, die sehr zusammengeschweißt hat. Ich hatte aber auch viele nichtjüdische Freunde. Darauf habe ich Wert gelegt. Mir ist das Judentum sehr wichtig, ich bin damit großgeworden. Aber eine „Gettoisierung“ habe ich immer abgelehnt.

Sharon Adler: Wie habt ihr Judentum bei euch zuhause gelebt?

Alice Brauner: Meinen Eltern waren die Feiertage sehr, sehr wichtig. Meine Mutter hat Freitagabends immer die Schabbat-Kerzen angezündet und zu den Hohen Feiertagen sind wir regelmäßig in die Synagoge gegangen, nicht aber jeden Schabbat, denn oft waren meine Eltern auf Premieren oder sonst irgendwo bei irgendetwas, was mit Film zu tun hatte. Sie waren sehr angesehene Bürger der westdeutschen Gesellschaft, nicht nur in Berlin, und wurden auch von vielen nichtjüdischen Leuten eingeladen.

Aber wir sind traditionell erzogen worden, darauf hat mein Vater großen Wert gelegt. Wir haben alle Feiertage gefeiert, und meine Mutter hat dann traditionell gekocht. Auf die Speisegesetze wurde geachtet, aber eine koschere Küche haben wir nicht geführt. Das war damals in Berlin auch echt schwer möglich. Wir waren kosmopolitisch, überreligiös oder orthodox waren wir überhaupt nicht.

Sharon Adler: Die Jüdische Gemeinde in Westberlin zu der Zeit bestand fast nur aus Überlebenden. Wie hat sich das Leben nach dem Überleben innerhalb der jüdischen Gemeinschaft entwickelt? Wie würdest du diese Grundstimmung beschreiben?

Alice Brauner: Ich habe es als sehr liebevoll erlebt. Damals war man viel enger an Aktivitäten der Jüdischen Gemeinde angebunden, als es heute – auch bei meinen Kindern – der Fall ist. Man hat sehr viele Mitglieder immer wieder gesehen, auch auf allen großen Festlichkeiten, wie auf Bar- und Bat Mitzwen. Die fanden nicht in irgendwelchen Hotels statt, sondern im Großen Gemeindesaal in der Fasanenstraße, der dann entsprechend immer anders dekoriert wurde. Bestimmte Aktivitäten wie Religionsunterricht wurden einfach in der Gemeinde gemacht und dadurch waren wir immer auch räumlich mit der Gemeinde verbunden. Ob es über die zionistische Jugend Deutschlands war, über den Religionsunterricht, einen Kiddusch oder über Festivitäten. Es war wie eine Großfamilie. So habe ich das jedenfalls empfunden.

Das jüdische Westberlin der 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahre. Maria und Artur Brauner

Sharon Adler: Deine Eltern haben im November 1946 in einem Displaced Persons-Lager im schwäbischen Heidenheim geheiratet. Wie haben sie ihre Existenz im zerstörten Berlin aufgebaut, wie waren die ersten Jahre?

Alice Brauner: Kennengelernt haben sie sich in Stettin am Bahnhof. Beide waren auf der Suche nach überlebenden Familienmitgliedern. Polen kam nicht in Frage, denn dort gab es vor dem Krieg Antisemitismus, während des Krieges und nach dem Krieg. Das hat sie nachhaltig erschüttert und war ein Grund dafür, dass sie Polen für noch antisemitischer hielten als Deutschland.

Aus dem Familienalbum. Maria und Artur Brauner (© CCC Filmkunst GmbH)

Mein Opa hat in seinem Tagebuch über die Deutschen vorangestellt, er könne nicht eine ganze Nation für die Verbrechen Einzelner verantwortlich machen und dass es in jeder Nation gute und schlechte Menschen gibt. Und dass sie mit den Deutschen auch die ein oder andere gute Erfahrungen gemacht haben. Sonst hätten meine Mutter und andere nicht überlebt. Also Deutschland. Sie hatten in Stettin noch einen Laden, wo sie Kaffee und alles, was sie bekommen konnten, angeboten haben. Dort hat mein Vater sich schon eine Grundersparnis aufgebaut. Aber er hatte immer die ganz große Vision vom Film. 1946 hat er in Berlin die CCC (Central Cinema Company) gegründet. Josef Einstein, der später mein Onkel wurde, fuhr den ersten Mercedes in Berlin und hatte sich in der Stadt schon einen großen Namen gemacht. Er half meinem Vater bei der Finanzierung und stellte ihm die ganzen Filmleute vor. Für ihn stand sehr früh fest, dass er mit seinen Filmen den Deutschen aufzeigen wollte, was alles passiert ist. Nicht mit moralisch erhobenem Zeigefinger, sondern nach dem Motto: „Ist Euch eigentlich bewusst, welche unfassbaren Grausamkeiten uns angetan wurden?“ Das hat er klipp und klar gesagt und das hat er mit „Morituri“, seinem ersten Film, der den Opfern der Shoah gewidmet war, dokumentiert.

Meine Mutter hat anfangs bei einigen Filmen als Kostümbildnerin mitgearbeitet. Sie liebte Mode schon immer und hat das daher auch sehr gut bei den Filmen umsetzen könne, bis wir Kinder kamen.

Maria Brauner sel. A.

Sharon Adler: Welche Erinnerungen hast du an das Engagement deiner Mutter in der Jüdischen Gemeinde, an die Menschen, mit denen sie zusammenarbeitete und um die sie sich kümmerte?

Alice Brauner: Meine Mutter ist menschlich so weit oben anzusiedeln, wie man es überhaupt nur sein kann. Sie ist ein Synonym für Werte und Menschlichkeit. Sie war Sozialdezernentin, Gemeinderepräsentantin und Patientenfürsprecherin im Jüdischen Krankenhaus. Mittwochs hatte sie eine Sprechstunde im jüdischen Interner Link: Pflegeheim und dienstags im jüdischen Seniorenheim. Ich war oft dabei, vor allem, als ich noch studiert habe. Sie hat den Menschen nicht nur die Hand gehalten, sondern hat auch kontrolliert, ob es genug Nachthemden und genug Unterwäsche gibt und ob Löcher drin sind. Regelmäßig hat sie alles aus eigener Tasche neu besorgt und in die Schränke einsortiert, ohne ein Wort darüber zu verlieren.

Diesen Menschen zur Seite zu stehen, war für sie neben der Familie die wichtigste Verpflichtung, eine essenzielle Aufgabe und ihr absoluter Lebensinhalt. Sie hat gesehen, dass sie, obwohl sie den Krieg miterlebt hat, auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurde. Also musste sie anderen Menschen helfen, die nicht das Glück hatten. Meinen Vater hat sie bekniet, er solle Geld anlegen, damit sie Dekubitus-Matratzen für die bettlägerigen Patienten/innen, damit diese sich nicht wundliegen, kaufen kann. Und so ist es dann auch gelaufen. Sie hat sehr viel privates Geld in die Hand genommen, um zu helfen. Aber Geld war gar nicht das Entscheidende, es war ihre Anwesenheit. Sie hat sich für jeden einzelnen stundenlang Zeit genommen. Jeder hat sich auf Maria Brauner gefreut, auch die Schwestern: „Ah, Maria Brauner kommt“ hieß es dann immer, und dann gab es erst mal Frühstück in deren Küche im Seniorenheim oder im Pflegeheim. Meine Mutter wurde abgöttisch geliebt und zu Recht bewundert.

Sharon Adler: Du hast als Referentin bei der Stiftung "Survivors of the Shoah Visual History Foundation" gearbeitet und Interviews mit Überlebenden geführt, darunter auch mit deiner Mutter. Was hat dich besonders berührt?

Alice Brauner: Eigentlich durfte man wegen der emotionalen Nähe keine Interviews mit Angehörigen führen. Die Interviews waren ja sehr standardisiert: 20 Prozent Vorkriegszeit, 60 Prozent Kriegszeit, 20 Prozent Nachkriegszeit. Und wir wurden sehr gut darauf vorbereitet und ausgebildet. Das Interview mit meiner Mutter ist mir nicht schwergefallen, weil sie mir vorher schon viel erzählt hat. Interessant war es, dass meine Mutter, die sonst immer extrem ausufernd, sehr blumig und ausschmückend erzählt hat, und im positivsten Sinne zu Übertreibungen neigte, sachlich und punktuell immer gleich war, wenn es um ihre Lebensgeschichte ging. Die Erinnerungen hatten sich in ihrem Gehirn eingebrannt.

Als Historikerin habe ich gemeint, vieles zu wissen und glaubte, nichts könne mich mehr schockieren. Aber ich konnte längst nicht so viele Interviews führen wie ich wollte, denn obwohl ich ein sehr starker Mensch bin, musste ich damit aufhören, als ich schwanger wurde. So sehr hat mich das mitgenommen. Später habe ich die Foundation auf Veranstaltungen als Referentin vorgestellt.

Sharon Adler: Deine Eltern haben fast ihre gesamten Familien in der Shoah verloren. Schon bald wird es keine Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mehr geben, die von den Verbrechen der Shoah berichten können. Wie sollte deiner Meinung nach Erinnerungskultur mit Blick auf die Jugend und die nachfolgenden Generationen gestaltet sein?

Alice Brauner: Ich kann allen nur dringend empfehlen, aufzuschreiben, was ihnen ihre Eltern, berühmt oder nicht, erzählt haben. Dass das extrem wichtig ist, sehe ich auch an meinen eigenen Kindern. In meinem Freundeskreis wurden einige durch mein Buch „Also dann in Berlin …“ dazu motiviert, in ihrer Familiengeschichte nachzuforschen und sie aufzuschreiben. Auch über das Medium Film lassen sich viele Menschen erreichen. Das habe ich selbst erfahren.

Als ich unseren Film „Wunderkinder“ in den neuen Bundesländern vorgestellt habe, „begrüßten“ mich in einem Kino zwei der eingeladenen Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren mit dem Hitlergruß. Wohl so eine Art Mutprobe, um besonders cool zu sein. Die Lehrer wollten die sofort aus dem Kino befördern, aber ich ging zu ihnen rüber und habe sie dazu aufgefordert, den Film zu gucken. Nur so werden sie mit der Realität, in dem Fall mit der filmischen Realität, konfrontiert. Sie waren danach so klein mit Hut und haben sich nicht mehr getraut, was zu sagen. Weil es etwas bei ihnen ausgelöst hat. Wenn es nach meiner politischen Auffassung ginge, würde ich auf die Antisemitismusbeauftragten verzichten und eine therapiebasierte Sozialisation mithilfe von regelmäßigen Filmvorführungen mit anschließender Diskussion mit dem oder der Geschichtslehrer/in vorschlagen.

(Fehlende) Auseinandersetzung mit NS in den 1950er-Jahren

Sharon Adler: Viele der von deinem Vater produzierten Filme befassen sich neben Unterhaltung und Komödie mit NS-Themen. Wie wurden diese Filme von der Öffentlichkeit aufgenommen?

Alice Brauner: In der bundesdeutschen Geschichte der 1950er-Jahre wurde „Morituri“

„Morituri“ war der erste Film von Artur Brauner „gegen das Vergessen“. Die Lizenz zur Vorführung bekam er erst nach langen Verhandlungen mit den Filmbehörden der Alliierten, obwohl er ein anerkanntes Opfer des Faschismus war. (© CCC Filmkunst GmbH)

schwerstkritisiert und nach zwei Tagen aus dem Kino rausgenommen. Die Vitrinen, in denen die Fotos und Plakate hingen, wurden eingeschlagen. Mit „Zeugin aus der Hölle“ hat mein Vater dann noch einen weiteren Versuch gemacht. Für mich einer der besten Filme mit Irene Papas, und ein extrem guter Film über den Holocaust. Er ist angelehnt an eine Zeugin aus den Auschwitz-Prozessen, die, als sie aussagen wollte, von Neonazis schwerstbedroht wurde. Ein Schwarz-Weiß-Film, den wir digitalisiert und als DVD neu herausgebracht haben. Erst später, als mein Vater gesehen hat, wieviel Verlust er damit macht und dass er seine Familie so nicht ernähren kann, hat er diese ganzen spektakulären Karl May-, Dr. Mabuse- und Edgar Wallace-Filme und die Komödien sehr erfolgreich produziert. Bis heute verkaufe ich die Filme sehr gut ans deutsche Fernsehen, aber auch ins Ausland. Und erst, als er sich finanziell ein so großes Polster geschaffen hat, dass es ihm letztendlich komplett egal war, ob diese Filme kommerzielle Erfolge werden oder wirtschaftliche Maximalflops, hat er all das verfilmt, was ihm am Herzen, was ihm auf der Seele lag, was ihm wichtig war. Er hat immer gesagt, dass er „diese Geschichten bis an mein Lebensende erzählen muss“ – und das hat er dann auch getan.

„Filme gegen das Vergessen“

Sharon Adler: Was ist dir an der Reihe „Filme gegen das Vergessen“ besonders wichtig?

Alice Brauner: Dass hier nicht mit einem anklagenden Zeigefinger auf die Schuldigen gezeigt wird, sondern dass man versteht, wie es überhaupt zu all dem Hass, der Diskriminierung, der Entrechtung, der Demütigung und schlussendlich der Ermordung kommen konnte. Und dass es damals die Juden waren, aber es durch Intoleranz und Herrenmenschendenken irgendwann jeden treffen kann!

Marina, Mabuse und Morituri. 70 Jahre Deutscher Nachkriegsfilm im Spiegel der CCC“

Sharon Adler: Mit deiner Doku setzt du deinem Vater ein filmisches Denkmal. Was würdest du aus deiner Sicht als Tochter, aber auch als Historikerin, sagen, sind seine wichtigsten Verdienste (für den deutschen Film, für das Medium Film als Mittel gegen das Vergessen, für die Erinnerung an jüdische Regisseure, die aus Deutschland vertrieben wurden)?

Alice Brauner: Zunächst einmal war es grundsätzlich für die bundesdeutsche Filmgeschichte unfassbar wichtig, dass mein Vater sich mit den Studios in Berlin angesiedelt hat. Die CCC Filmkunst gehörten zu den meistfrequentierten Studios – er hat ja nicht nur seine eigenen Filme gedreht – in den Ateliers entstanden vor allem auch viele nationale und internationale Fremdproduktionen. Und er hat Berlin das Gesicht und die Wichtigkeit als Filmstadt und als Filmstandort zurückgegeben. Dass er 25 Filme den Opfern des Holocaust und der jüdischen Sache gewidmet hat, verleiht ihm meiner Meinung nach bis heute weltweit eine herausragende Stellung in der Filmlandschaft. Das war sehr mutig, denn er hat sich dadurch auch angreifbar gemacht. Ich habe das Gefühl, dass mit jedem Jahr, das vergeht, diese Filme wie „Babij Jar“ „Hitlerjunge Salomon“ oder „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“ die teilweise beim Publikum nicht den Erfolg generieren konnten, den sich mein Vater gewünscht hätte und den sie verdient hätten, sich heute einer zunehmenderen Wertschätzung erfreuen.

Sharon Adler: 2009 bist du offiziell in die CCC Filmkunst eingestiegen. Heute bist du als Geschäftsführerin der CCC Filmkunst GmbH, der CCC Cinema und Television GmbH und der CCC Filmstudios als Film-, Fernseh- und Web-Produzentin tätig. Was waren (und sind) die größten Herausforderungen?

Artur und Maria Brauner, Dr. Alice Brauner mit Ehemann Michael Zechbauer und den Söhnen Ben und David, anlässlich 70 Jahre CCC, Studios Eiswerder, Berlin, 23.9.2016, (© picture-alliance, Eva Oertwig/SCHROEWIG)

Alice Brauner: Ich bin mit Film großgeworden. Mein Vater hat mich Drehbücher lesen lassen, ich durfte Kalkulationen einsehen, er hat mir erklärt, was man beim Rohschnitt beachten muss. Aber ich habe nie die Herstellung eines Films gemacht. Ich wäre auch nie angetreten, wenn er mich nicht mit dem Satz gefragt hätte: „Du kannst nicht alles das untergehen lassen, was ich aufgebaut habe.“ Mein Fokus heute liegt ganz klar darauf, als eines der ganz wenigen noch unabhängigen Film-Produktionsunternehmen, als das älteste in Deutschland seit dem Krieg und noch aktiv produzierende, unabhängig zu bleiben.

Wichtig ist mir auch, sich als Frau in dieser Branche behaupten zu können, denn das Filmbusiness ist schon eine männerdominierte Gesellschaft, vor allem im Produktionsbereich. Ich rede jetzt nicht von Regisseurinnen oder von angestellten Producerinnen. Du musst risikobereit sein, wenn du Filme machst, und du musst sehr gut kalkulieren können.

Durch die drei Säulen des CCC Unternehmens kann ich letztendlich immer auch querfinanzieren, was sehr wichtig ist. Aus den Gewinnen aus der Library – das sind über 260 Kinofilme – und eben auch den Studios. Ich habe außerdem erkannt, dass die Studios saniert werden müssen, damit sie eine Zukunft haben. Der gesamte Studioanteil der ersten deutschen Netflix-Serie „DARK“ wurde dann 2017 komplett in den CCC Filmstudios gedreht. Zudem wurde der gesamte Studioanteil von „Ku‘Damm 59“ in allen drei Ateliers gedreht. Jetzt sind sie schon fast zu klein für all das, was angefragt wird. Ich muss viele Serien ablehnen, weil die Serien-Produktionen in der Regel ein Dreivierteljahr drin sind. Das ist sehr schwer für mich, ehrlich gesagt. Ganz wichtig in jedem der drei Bereiche ist die Akquise. Da musst du schon ein Alphatier sein.

Darstellung von Judentum, Juden und Jüdinnen im Film

Sharon Adler: Du schreibst in deinem Buch „Also dann in Berlin ... “, dass du planst, das Erbe deines Vaters, „Filme gegen das Vergessen“, fortzuführen, und dafür neue Erzählformen entwickeln willst. Wie kann Film Klischeebildern von Jüdinnen und Juden entgegenwirken? Welche Bilder willst du vermitteln?

Alice Brauner: Da gibt es die verschiedensten Erzählformen, und das darf nicht nur in Form von historisch-traurigen Filmen passieren, sondern es muss eben auch manchmal einfach die Culture-Clash-Komödie oder eine romantische Komödie sein, die auch aufzeigen: Es gibt Unterschiede, aber es gibt auch Unterschiede, die man überwinden kann. Und es gibt Gemeinsamkeiten. Ich finde, dass man das unbedingt zeigen sollte.

Alice Brauner bei den Dreharbeiten zu „So ein Schlamassel“. (© CCC Filmkunst GmbH)

Das gelingt vor allem in den Komödien wie „So ein Schlamassel“, die ein bisschen verspielt jüdische Klischees aufzeigen und so brechen können. Juden müssen nicht immer Ärzte oder Rechtsanwälte sein, sie können auch mal eine Autowerkstatt haben, wie bei „Matze, Kebab und Sauerkraut“. Wichtig ist auch, dass man Jüdisches auch mal so erzählt wie bei „Crescendo #makemusicnotwar“, und dass man eben nicht nur den Holocaust beleuchtet, sondern auch das, was aus dem Holocaust entstanden ist. Nämlich die Generationen der Nachkommen von Überlebenden, die in Israel groß geworden sind und dort aufgrund einer Situation, für die sie gar nichts können, im arabisch-israelischen Konflikt leben.

Sharon Adler: Welche Erfahrungen hast du in Bezug auf Einordnungen und Zuschreibungen im Kontext Filmvorhaben gemacht wirst du auf ein Genre festgelegt: das Jüdische? Falls ja: Gibt es Herausforderungen hinsichtlich der Realisierung von Filmprojekten anderer Genres?

Alice Brauner: Unbedingt. Leider komme ich nicht mit allen Filmprojekten durch, die ich gerne machen würde. Ich habe den Redaktionen auch viele andere Stoffe angeboten und habe damit nicht überzeugen können. Nicht mit einem einzigen. Und ich glaube tatsächlich, es waren gute Sachen dabei, Bücher, die ich optimiert hatte, Teaser, die ich gedreht habe. Ich kann mich seit Jahren des Eindrucks nicht erwehren, dass unser Unternehmen imaginär etikettiert beziehungsweise in die Schublade mit der Aufschrift „Die Holocaust-Experten“ gesteckt wird. Und das finde ich in meinem Produzentinnenleben schon recht traurig und bin sehr glücklich, dass ich jetzt ein Projekt mache, was damit nichts zu tun hat.

Sharon Adler: Woran arbeitest du aktuell, was sind deine zukünftigen Themen, Pläne und Visionen als Producerin und Geschäftsführerin?

Alice Brauner: Ich wollte gemeinsam mit meinen Partnern, mit denen ich auch „Jüdisch in Europa“ produziert habe die Geschichte von Jens Söring fiktional verfilmen, habe mich intensiv damit beschäftigt und viel recherchiert. Ich bin ja ausgebildete Journalistin. Weil wir die Filmrechte nicht bekommen haben, sind wir dabei, eine Doku zu entwickeln. Ab dem 22. Februar 2022 läuft zunächst „Das System Söring“ als True-Crime-Podcast in acht Teilen. Die Doku folgt.

Außerdem: Für Ende August ist der Drehbeginn für einen Stoff avisiert, der mir als Frau sehr wichtig ist – obwohl ich mich selbst nicht unbedingt als Feministin bezeichne, eher als eine sehr starke Frau wie meine Mutter und als jemand, die Frauen in jedweder Hinsicht unterstützen will. Während der Coronazeit habe ich die Künstlerin Gabriele Münter entdeckt, denn ich war oft in den Ammergauer Alpen, im sogenannten „blauen Land“. Die Familie meines Mannes hat ein Haus in Unterammergau.

„Das Wichtigste ist auch, sich als Frau in dieser Branche behaupten zu können, denn das Filmbusiness ist schon eine männerdominierte Gesellschaft, vor allem im Produktionsbereich.“ Alice Brauner, Historikerin und Politologin, Journalistin, Buchautorin, Moderatorin, Film- und Fernsehproduzentin im Büro der CCC Filmkunst GmbH in Berlin (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2021)

Bei einem Spaziergang kam ich nach Murnau, wo Gabriele Münter gelebt hat. Ihr Wohnhaus und Atelier ist heute ein Museum. Ich habe mich immer mehr in ihre Geschichte und die Thematik des „Blauen Reiters“ vertieft und mich durch 65 Bücher gelesen. Und durch die Original-Briefwechsel zwischen ihr und Wassily Kandinsky, zwischen Kandinsky und Franz Marc, zwischen August Macke und Franz Marc. Das hat mich so fasziniert, dass ich beschloss, zum ersten Mal selber ein Drehbuch zu schreiben. Und das ist gut angekommen.

Mein Regisseur, Marcus O. Rosenmüller, mit dem ich schon „Wunderkinder“ gemacht habe, fand es sensationell. Er ist auch am Tegernsee aufgewachsen, er kennt also die bayerische Geschichte dieser großen Künstler und Künstlerinnen der Moderne. Er hat das Drehbuch ein bisschen filmischer bearbeitet, weil ich noch keine so tolle Drehbuchautorin bin, dass man gleich die erste Fassung hätte verfilmen können. Zeigen werden wir die toxische Liebe zwischen Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, aber es wird definitiv eine Geschichte aus ihrer Perspektive. Das ist mir deshalb so wichtig, weil sie den Blauen Reiter maßgeblich mitgestaltet hat, aber immer nur in seinem Schatten wahrgenommen wurde. 2021 wurde zum ersten Mal ein Bild von ihr in siebenstelliger Höhe verkauft. Ich finde sie extrem faszinierend. Diese Geschichte muss erzählt und viel mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden – und wenn ich mein ganzes Eigenkapital dafür in die Hand nehmen muss! Mein Vater hat mir mal gesagt: „Alle zehn Jahre kannst du einen Film machen, in den du viel eigenes Geld reinsteckst.“ Und das ist dieser Film für mich. Für die Hauptrolle konnten wir bereits Anna Maria Mühe gewinnen. Der Arbeitstitel lautet „Im Schatten Kandinskys Gabriele Münter, die blaue Reiterin.“ Ich bin sehr glücklich über dieses neue Projekt!

Interner Link: Zur Vita von Alice Brauner >>

Zitierweise: „Alice Brauner: „Du musst risikobereit sein, wenn du Filme machst““, Interview mit Alice Brauner, in: Deutschland Archiv, (Datum), 15.2.2022, Link: www.bpb.de/505176

Fussnoten

Fußnoten

  1. Die Zentrale Orthodoxe Synagoge Berlin ist aschkenasisch-orthodox. https://www.berlinsynagoge.com/de/, zuletzt aufgerufen am 24.1.2022.

  2. Die Synagoge Pestalozzistraße ist eine „liberale Synagoge“ der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Der Ritus zeichnet sich dadurch aus, dass der G'ttesdienst durch Orgelmusik und gemischten Chor begleitet wird. Frauen und Männer sitzen getrennt, http://synagoge-pestalozzistrasse.de/index.php, zuletzt aufgerufen am 24.1.2022.

  3. Der Film nach einer Idee von Artur Brauner war nach der Komödie „Herzkönig“ die zweite Produktion der CCC-Film und der erste Film einer deutschen Produktionsfirma, der Überlebende der Konzentrationslager zu Handlungsträger/innen macht. „Morituri“ wurde auf der Biennale in Venedig uraufgeführt, vom deutschen Publikum jedoch vehement abgelehnt. https://www.jmberlin.de/brauner-sammlung-morituri und https://ccc-film.im-netz.de/filme/filme-ccc_162-163.pdf, zuletzt aufgerufen am 3.2.2022.

  4. Alice Brauner, „Also dann in Berlin ...“ Artur und Maria Brauner – Eine Geschichte vom Überleben, von großem Kino und der Macht der Liebe, Frankfurt/M. 2021.

  5. Zeugin aus der Hölle (1965–67). Eine junge jüdische Frau, die die KZ-Haft überlebt hat, weigert sich, als Zeugin vor Gericht gegen ihre Peiniger auszusagen. https://ccc-film.im-netz.de/filme/filme-ccc_174-175.pdf, zuletzt aufgerufen am 3.2.2022.

  6. Marina, Mabuse und Morituri – 70 Jahre Deutscher Nachkriegsfilm im Spiegel der CCC feierte am 30. April 2017 seine Premiere in der Kategorie Specials auf dem goEast Filmfestival im Caligari in Wiesbaden.

  7. https://ccc-film.im-netz.de/filme/194.pdf, zuletzt aufgerufen am 3.2.2022.

  8. https://ccc-film.im-netz.de/filme/filme-ccc_196-197.pdf, zuletzt aufgerufen am 3.2.2022.

  9. https://ccc-film.im-netz.de/filme-gegen-das-vergessen/, zuletzt aufgerufen am 20.12.2021.

  10. www.ccc-film.de, zuletzt aufgerufen am 20.12.2021.

  11. „Matze, Kebab und Sauerkraut“ ist eine Culture-Clash-Komödie um die langjährigen Freunde Noah und Akim. Noah ist Jude und Hakim Muslim, was für die beiden nie eine Rolle gespielt hat. Doch dann verlieben sie sich in dieselbe Frau: Charlotte aus Bayern, blond, blauäugig, deutsch und katholisch. https://ccc-film.im-netz.de/portfolio-items/matze-kebab-und-sauerkraut/, zuletzt aufgerufen am 4.2.2022.

  12. Das „System Söring“ erzählt die Geschichte eines wegen zweifachen Mordes verurteilten Deutschen, der 2019 auf Bewährung aus einem US-amerikanischen Gefängnis entlassen und nach Deutschland abgeschoben wurde. „Das System Söring“ setzt auf Fakten, Berichte und bisher ungehörte exklusive Stimmen – darunter eine ehemalige Vertraute Sörings, ein ehemaliger Scotland-Yard-Ermittler sowie ein Polizist, die beide mit dem Fall befasst waren. Die Schuldfrage hat ein US-Gericht 1990 entschieden. Seitdem kursieren zum Fall viele Erzählungen. Mit diesem Podcast können sich die Hörer:innen ihr eigenes Bild machen – auf der Grundlage von Berichten und Fakten, die in dieser Form erstmals zusammengeführt werden. https://ccc-film.im-netz.de/portfolio-items/das-system-soering/, zuletzt aufgerufen am 4.2.2022.

  13. Gabriele Münter, geboren 1877 in Berlin, gestorben 1962 in Murnau, gründete unter anderen mit Wassily Kandinsky und Marianne von Werefkin die „Neue Künstlervereinigung München“ und mit Wassily Kandinsky, August Macke und Franz Marc den „Blauen Reiter“. Hier arbeitete sie an der Konzeption mit, an der Zeitschrift „Almanach“ und organisierte Ausstellungen. Gabriele Münters Gemälde sind heute weltweit in großen Sammlungen vertreten, darunter im Schloßmuseum Murnau, dem Münter-Haus und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München. https://www.murnau.de/de/gabriele-muenter.html, zuletzt aufgerufen am 2.2.2022.

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Weitere Inhalte

wurde 1966 in Berlin als jüngstes von vier Kindern von Maria Brauner und Artur Brauner geboren. Nach dem Abitur studierte sie Neuere Geschichte, Politische Wissenschaften und Romanistik (Französisch) an der Freien Universität Berlin. Alice Brauner promovierte 1999 am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin über „Antidemokratische und rassistische Tendenzen in der Neuen Rechten in Deutschland“. Nach ihrer Tätigkeit als Redakteurin für verschiedene Printmedien wurde sie Interviewerin und Referentin bei der Stiftung „Survivors of the Shoah Visual History Foundation“. Die Stiftung von Steven Spielberg archiviert Aussagen von Überlebenden des Holocaust. 1999 wurde sie TV-Moderatorin, zunächst bei TV-Berlin, später bei n-tv. Seit 2009 ist sie in der Geschäftsführung der CCC Filmkunst GmbH , der CCC Cinema und Television GmbH und der CCC Filmstudios als Film-, Fernseh- und Web-Produzentin tätig. Interner Link: Mehr zu Alice Brauner >>

geboren 1962 in West-Berlin, ist Journalistin, Moderatorin und Fotografin. Im Jahr 2000 gründete sie das Online-Magazin und Informationsportal für Frauen AVIVA-Berlin, das sie noch heute herausgibt. Das Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und über jüdisches Leben zu berichten. Sharon Adler hat verschiedenste Projekte zu jüdischem Leben in Deutschland für unterschiedliche Auftraggeber/-innen umgesetzt und auch selbst Projekte initiiert wie "Schalom Aleikum“, das sie zur besseren Verständigung von Jüdinnen und Muslima entwickelte. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 initiierte sie das Interview- und Fotoprojekt "Jetzt erst recht. Stop Antisemitismus". Hier berichten Jüdinnen und Juden in Interviews über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus in Deutschland. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Für das Deutschland Archiv der bpb betreut sie die Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"