Meine Merkliste Geteilte Merkliste

Ella Ponizovsky Bergelson: Künstlerin und Schöpferin der hybriden Kalligrafie

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Julia Davidovski: „Kinder sind unsere Zukunft“ Emma Budge und Margarete Oppenheim: der Kampf um ihre Kunstsammlungen in der Bundesrepublik „Wir sind offen für alle“ Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Ella Ponizovsky Bergelson: Künstlerin und Schöpferin der hybriden Kalligrafie

Ella Ponizovsky Bergelson Sharon Adler

/ 15 Minuten zu lesen

Die in Moskau geborene und in Berlin lebende Künstlerin Ella Ponizovsky Bergelson nähert sich den Themen Migration und Integration durch Visualisierung von Sprache. Mit großflächigen, farbigen Wandbildern bringt sie auf Häuserfassaden jiddische Lyrik und Prosa als Kalligrafien in Jiddisch, Hebräisch, Arabisch, und Deutsch in den öffentlichen Raum. Über ihre Projekte „Present Figures/Gegenwartsfiguren“ und „Among Refugees/Unter Flüchtlingen – Generation Y“, darüber, was sie in Berlin inspiriert und über ihre familiären Wurzeln in Berlin spricht sie in diesem Interview mit Sharon Adler.

Die Künstlerin Ella Ponizovsky Bergelson realisiert ihr Projekt „Present Figures / Gegenwartsfiguren“ im März 2021 in der Mussehlstraße in Berlin-Tempelhof (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2021)

Israel in Berlin

Sharon Adler: Du bist 1984 in Moskau geboren, mit deiner Familie 1991 nach Israel eingewandert und lebst und arbeitest seit 2016 in Berlin. Warum bist du gerade nach Berlin gegangen?

Ella Ponizovsky Bergelson: Tatsächlich zog ich schon 2008 das erste Mal nach Berlin, kurz nach dem Abschluss meines Studiums an der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem. Ich fühlte mich von der alternativen Lebensart und der finanziellen Erschwinglichkeit der Stadt (im Vergleich zu Israel, Anm. d. Red.) angezogen. Außerdem reizte es mich, die Orte zu erkunden, an denen mein Großvater aufgewachsen ist, und mich ihnen wieder anzunähern. Aber ich war damals noch zu jung und noch nicht dafür bereit, deshalb kehrte ich bald zurück nach Tel Aviv, wo ich acht produktive Jahre verbracht habe. In dieser Zeit kam ich aber fast jedes Jahr im Sommer jeweils für die Dauer von zwei bis drei Monaten nach Berlin, wo ich in verschiedene Kulturprojekte involviert war.

Sharon Adler: Wann und warum hast du dich entschieden, von Israel nach Berlin zu gehen? Würdest du Berlin als „das Land, wo Milch und Honig fließt", als „Schlaraffenland”, bezeichnen, vor allem für Künstler:innen?

Ella Ponizovsky Bergelson: Trotz meiner Liebe zu Israel und zu den Israelis das Land war einfach zu klein für mich. 2015 traf ich die Entscheidung, wieder nach Berlin zurück zu ziehen, da die Lage in Israel immer schwieriger wurde – damit meine ich die Rassen- und Geschlechterungleichheit, den Rassismus, die politische Korruption und die wachsende Macht der Rechten. Als ich auf die 30 zuging, wurde das Leben in Israel für mich unerträglich, und Berlin war die offensichtliche Alternative. Hier konnte ich mir eine Zukunft für mich als nonkonformistische Frau vorstellen, die sich schon früh für eine alternative Lebensweise entschieden hat, die nicht die Gründung einer klassischen Kleinfamilie und einen Nine-to-Five-Job bedeutet. Berlin ist, im Vergleich zu anderen großen Metropolen, „das Schlaraffenland”, nicht unbedingt nur für Künstler:innen, sondern für alle, die aus einem konformistischen kapitalistischen System aussteigen wollen.

Sharon Adler: Was inspiriert dich in Berlin, was macht die Stadt für dich faszinierend und herausfordernd – als Künstlerin und in deinem Alltag (wenn es da überhaupt einen Unterschied gibt)?

Ella Ponizovsky Bergelson: Die größte Inspiration ist Berlins bunte, multikulturelle Gesellschaft. Man kann hier Menschen aus fast allen Teilen der Welt begegnen, was zu einem fruchtbaren gegenseitigen Austausch auf allen Ebenen führt. Die Herausforderung ist die deutsche kulturelle Identität: Ein gestörtes Verständnis von Gemeinschaft, Solidarität wird nicht als ein verinnerlichtes Konzept von Gemeinsinn verstanden, anstatt dessen wird alles bürokratisch kontrolliert, und es gibt einen tiefsitzenden Rassismus. In den letzten Jahrzehnten war das deutsche System vor allem damit beschäftigt, seinen Namen in den Augen der Welt reinzuwaschen, um sich seiner kollektiven Schuld zu entledigen. Deutschland will als ein Musterbeispiel für Veränderung, für „Tikkun” und für emanzipatorische Prozesse gesehen werden. Doch in Wirklichkeit ist die wesentliche Korrektur, die hier vorgenommen wurde, die Reinwaschung des öffentlichen Images. Das egoistische und narzisstische Muster ist tief eingegraben und weit davon entfernt, wirklich anders zu sein. Diese Meinung habe ich mir erst gebildet, nachdem ich das Leben hier hautnah miterlebt habe, und aus meinen eigenen, sehr persönlichen Erfahrungen in persönlichen Beziehungen wie aus der Beobachtung politischer Entwicklungen und Ereignisse.

Sharon Adler: Siehst du dich als Teil einer israelischen „Blase” von Künstler:innen in Berlin?

Ella Ponizovsky Bergelson: Ich habe nur einmal an einer Gruppenausstellung mit anderen israelischen Künstler:innen in Berlin teilgenommen. Ich sehe mich als ein „Hybrid” und nicht als israelische Künstlerin. Ich bin weder Teil der israelischen Kunstszene noch irgendeiner anderen Kunstszene. Gesellschaftlich könnte ich vielleicht, wenn überhaupt als einer Szene zugehörig, als Teil der Musikszene bezeichnet werden. Das liegt daran, dass ich mein ganzes Erwachsenenleben lang involviert war, an Musikveranstaltungen teilzunehmen und sie zu organisieren.

Sharon Adler: Ist es dir unangenehm, wenn du, zum Beispiel in Medien, als „israelische Künstlerin” bezeichnet wirst? Wenn ja, warum? Wurdest du schon mit Klischeebildern konfrontiert?

Das Equipment der Künstlerin Ella Ponizovsky Bergelson

Ella Ponizovsky Bergelson: Ich fühle mich dabei unwohl, überhaupt in irgendeine Kategorie eingeordnet zu werden, da ich mich weder mit dieser Nationalität, noch mit einem der Orte, aus denen ich oder meine Familie stammen, vollständig identifiziere. Es ist mir definitiv unangenehmer, in Medien als russische Künstlerin bezeichnet zu werden. Obwohl meine Eltern und ich in Russland geboren wurden, würde ich sagen, dass der israelische Teil meiner Persönlichkeit der dominierende ist. Meine Auseinandersetzungen mit Klischees gibt es immer dann, wenn ich bemerke, dass ich als israelisches/jüdisches „Haustier” benutzt werde wenn Menschen unsere persönlichen Beziehungen oder meine Kunst missbrauchen, um sich ihrer eigenen Rassismusprobleme zu entledigen.

Migration und Integration

Sharon Adler: Migration und Integration bestimmt einen großen Teil deiner Arbeit und spielt auch in deinem persönlichen Leben eine große Rolle. In deiner Arbeit beschäftigst du dich mit diesen Themen durch die Visualisierung von Sprache und trägst sie in den öffentlichen Raum. Was sind die größten Herausforderungen, was ist dein Motor, deine Motivation?

Ella Ponizovsky Bergelson: Ich habe an vielen Orten auf der Welt gearbeitet. Die Herausforderungen sind überall unterschiedlich. Die Herausforderung in Deutschland ist das schwerfällige bürokratische System und die mangelnde Spontaneität, an die ich aus Israel gewöhnt bin. Es dauert zum Beispiel sehr lange, bis die Anbringung eines Wandbildes genehmigt ist. Und weil meine Arbeit außerhalb eines sterilen Galerie-/Museumsraums entsteht, ist es eine Form von Vandalismus, denn damit kreiere ich Interventionen im öffentlichen Raum, die dessen Uniformität stört. Und weil ich in meiner Arbeit Fremdsprachen verwende (ein sensibles Thema für die meisten), besteht eine weitere Herausforderung darin, den Menschen etwas entgegenzusetzen, die meinen, es sei ihre Pflicht, sich bei der Polizei zu beschweren, wenn ich male. Das Wandbild in Tempelhof zog viele enthusiastische Nachbar:innen an, die solche Beschwerden vorbrachten. Also mussten mein Team und ich zusätzlich zu meiner Arbeit, die kompliziert und kräftezehrend ist, uns sehr oft oder sogar die meiste Zeit mit der Polizei auseinandersetzen.

Die Arbeitshandschuhe der Künstlerin Ella Ponizovsky Bergelson (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2021)

Und, nicht zuletzt, die Sprachbarriere. Als Ausländerin ist es sehr schwer, mit der deutschsprachigen Konkurrenz in der Fach- und Förderwelt mitzuhalten, da die meisten Ausschreibungen und Kunstveranstaltungen auf Deutsch stattfinden, obwohl der Grund für die Einzigartigkeit der Berliner Kunstszene ihre Hybridität ist – ihre multikulturelle Natur.

Sharon Adler: In deinen Wandbildern schreibst du auch auf Jiddisch. Hast du angefangen, dich für Jiddisch zu interessieren, als du nach Berlin kamst? Wie hast du mit deinen Recherchen über deine familiären Wurzeln in Berlin begonnen?

Ella Ponizovsky Bergelson: Ja, mein Interesse an meinem „Jüdischsein” begann, als ich nach Berlin gezogen bin. In Israel war jede_r jüdisch, daher gab es keinen Grund zu einer Selbstdefinition. Außerdem hatte ich das Bedürfnis, mich mit meiner neuen Heimatstadt zu verbinden und habe damit angefangen, die Berliner Geschichten meines Urgroßvaters, Dovid Bergelson, zu lesen, die er in den 1920er-Jahren auf Jiddisch geschrieben hatte. Er war ein bekannter jiddischer Autor. Ihn zu lesen hat mir die Tür zu weiteren jiddischen Akteur:innen geöffnet. Ich befinde mich noch ganz am Anfang dieser Reise.

Sharon Adler: Berlin war schon immer ein Schmelztiegel der Kulturen und Destination für Immigrant:innen. Wie empfindest du die jüdische Geschichte und die NS-Vergangenheit in Berlin? Ist jüdisches Leben und jüdische Kultur von heute deiner Meinung nach sichtbar?

Ella Ponizovsky Bergelson: Ohne Zweifel ist die jüdische Kultur in Berlin nicht annähernd so sichtbar wie vor einem Jahrhundert. Und doch ist es nicht das Ziel meiner Arbeit, die jüdische Kultur extra zu betonen oder sie gegenüber anderen kulturellen Minderheiten, die in der Stadt koexistieren, hervorzuheben. Mein Ziel ist es, eine Erfahrung von kultureller Fluidität zu kreieren – um die kulturellen Distanzen in meiner Arbeit wie in meinem täglichen Leben zu verwischen.

Sharon Adler: Wie hast du dich der Stadt mit ihrer vielschichtigen jüdischen Geschichte und Gegenwart durch deine Arbeit genähert?

Ella Ponizovsky Bergelson: Beim Lesen von Dovid Bergelsons expressionistischen Berlin-Geschichten war ich überrascht von den Ähnlichkeiten des Berlins der 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts und des heutigen Berlins in Bezug auf die Erfahrungen von Migrant:innen und Flüchtlingen und deren Communities. So sind die Szenarien in den Geschichten meines Urgroßvaters fast immer in temporären Orten angesiedelt (Pensionen, Gästehäusern, angemieteten Zimmern, Straßen und Parks). Es fehlt eindeutig ein Gefühl von Heimat niemand ist verwurzelt, das Temporäre dominiert die Atmosphäre. Ich konnte kaum glauben, wie sehr ich dieses Gefühl nicht nur aus eigener Erfahrung kannte, sondern auch durch meine Beobachtungen von anderen Menschen in meinem Umfeld. Menschen mit nichteuropäischem Migrationshintergrund, und Menschen, die hier in Berlin geboren und aufgewachsen sind, die Deutsch als Muttersprache sprechen. So bin ich auf die Idee gekommen, Jiddisch ins Arabische zu übersetzen – hauptsächlich, um diese Minderheiten zu vergleichen , das Damals und das Heute zu vergleichen und die wirkliche Veränderung im Berlin der Nachkriegszeit, nach dem Zweiten Weltkrieg, zu untersuchen.

Visualisierung von Sprache - Hybride Kalligrafie

Sharon Adler: In deiner Kunst schaffst du ortsspezifische Wandbilder im öffentlichen Raum: kalligrafische Arbeiten auf Wänden, die mehrere Sprachen wie Jiddisch, Arabisch und Deutsch kombinieren. Du nennst deine Technik oder dein Prinzip „hybride Kalligrafie“. Was bedeutet das? Was bedeutet „hybrid“ in diesem Zusammenhang? (Ist Vergänglichkeit oder Elusivität Teil deines Lebens, deiner Arbeit beziehungsweise Philosophie?)

Ella Ponizovsky Bergelson: „Hybride Identität“ ist ein Begriff, den ich aus soziologischen Studien entlehne. Zufälligerweise kenne ich ihn, weil meine ganze Familie zum Thema Migration und Integration forscht (meine Mutter ist klinische Psychologin, mein Vater ist Psychiater und führt vergleichende Studien über Migrationspopulationen in Israel durch, meine Schwester ist Sozialarbeiterin und hat zu einem verwandten Thema promoviert). In der Soziologie wird eine „Hybride Identität“ durch die Vermischung von mehr als einem kulturellen Einfluss hergestellt, um eine vollständig neue individuelle Identität zu entwickeln – und genau das bin ich: eine in Russland geborene Israelin, die in Deutschland lebt.

Die Textvorlage für das Wandbild (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2021)

Tatsächlich ist ein großer Teil der Gesellschaft hybrid, obwohl viele ihre Hybridität zu verschleiern oder zu verwischen scheinen und dazu tendieren, sich ausschließlich auf die dominierende Seite allein zu beziehen. Sprache ist die starrste, unflexibelste Manifestation einer Kultur. Während Musik oder Kunst eher Einflüsse von außen aufnehmen, kommt Sprache nur langsam hinterher. Außerdem gibt es eine Tendenz bei Behörden, Sprache nicht zu verändern. Es gibt eine richtige und falsche Art zu sprechen und zu schreiben, während es keine falsche Art gibt, Kunst oder Musik zu machen - die ja auch Definitionsmerkmale einer Kultur sind. Als Künstlerin ist es mir „erlaubt“, diese Beschränkungen und Regeln zu brechen und drei oder vier Sprachen in einem Satz zu mischen - und damit eine typografische Koexistenz zu schaffen, die ansonsten ein Tabu ist.

Present Figures/Gegenwartsfiguren

Sharon Adler: Die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist ein immer wiederkehrendes Thema in deiner Arbeit. „Gegenwartsfiguren/Present Figures“ ist inspiriert von den Gedichten der jüdisch-polnischen Philosophin und Dichterin Debora Vogel (geboren 1902 in Bursztyn – ermordet 1942 in Lvov Ghetto, beides Orte in der heutigen Ukraine). Wie bist du auf ihr Werk gestoßen, wie hast du dich ihm genähert?

Ella Ponizovsky Bergelson: Von Debora Vogels Werk habe ich durch einen Freund, den Dichter und Schriftsteller Jordan Lee Schnee, erfahren – einer meiner wenigen Freunde, der Jiddisch spricht und schreibt. Er machte mich mit einigen ihrer Gedichte bekannt. Das war zu Beginn der Pandemie im letzten Jahr. Ich fühlte mich ihr gleich stark verbunden und fing ziemlich schnell damit an, zu ihr zu recherchieren und ihre Werke zu lesen. Tatsächlich geht es in diesem Projekt um die pandemische Realität. Wer Vogels kritische Gedichte einmal gelesen hat, kann verstehen, warum. Ich war überrascht, in einer kleinen Buchhandlung bei mir zuhause um die Ecke, ein Buch zu entdecken, das von der Buchhandlung selbst herausgegeben wurde, und das ein dokumentiertes Gespräch über Vogel und

Das komplette Wandbild auf einem Wohnhaus in Berlin Tempelhof (© bpb)

ihr Werk enthielt, ein Gespräch, das in diesem Laden stattgefunden hatte.

Das alles erschien mir wie ein allzu großer Zufall, denn Vogel war eine unbeachtete Figur, die nie bekannt wurde. In gewisser Weise kam Debora Vogel zu mir und nicht ich zu ihr. Die Realität, die sie konstruierte, „geprägt von Melancholie und Langeweile“, spiegelt so stark die jetzige Zeit wider, die von der Pandemie und dem Lockdown beherrscht wird, dass ich einfach etwas tun musste, etwas Eigenes schaffen, indem ich ihre Worte als „Baumaterial“ verwendete. Je mehr ich zu ihr recherchierte, desto mehr habe ich mich mit ihr verbunden. Ich fand heraus, dass sie aus einer Polnisch/Deutsch sprechenden Familie stammte, die einer sozialen Klasse angehörte, die nicht Jiddisch sprach, und wie sie Jiddisch als Sprache ihrer Poesie wählte. Ein Akt, der irrational und antikapitalistisch ist, mit Hinsicht auf die begrenzte Leser:innenschaft. Das ist und war auch meine Strategie die Motivation ist ähnlich: die Menschen über Sprache stolpern zu lassen. Debora Vogel war von der Stimmung des urbanen Lebens inspiriert, vom Junk, also vom Nicht-Poetischen. Ich kann behaupten, dass sich meine Arbeit auch darauf bezieht. Ich fühlte, dass sie mich aufforderte, ihre Worte zu benutzen ich hatte keine Wahl.

Sharon Adler: Du hast eine besondere Aufmerksamkeit für die Reflexion von Sprache, für kulturelle Identität durch ihre Struktur und ihre visuelle Erscheinung entwickelt. In deiner Arbeit, in deinen Wandbildern, benutzt du Debora Vogels Poesie nicht einfach, sondern schaffst eine neue Art von visueller Poesie. Was war dir dabei besonders wichtig? Was war deine Strategie, um dein Konzept/deine Idee umzusetzen?

Ella Ponizovsky Bergelson: Für „Present Figures“ habe ich Vogels Worte nicht einfach kopiert, sondern versucht, die dahinterstehende Philosophie und Motivation aufzufangen. Vogels Idee war es, die Erkenntnisse der postmodernen visuellen Kunst zu nutzen, um sie in Worte zu übersetzen. In ihren Gedichten werden Kompositionen, die aus geometrischen Formen, flachen Farbflächen und Umrissen bestehen, zu Wörtern und Sätzen. Ich benutzte die gleiche Strategie, aber umgekehrt ihre Gedichte oder „Wortkonstruktionen“ werden zum Bild. Da ihre Gedichte von urbanen Bedingungen und dem „Junk“ dem Gewöhnlichen im Leben inspiriert waren, benutzte ich ihre Poesie, die in der Sphäre der „Intelligenzija“ existiert, und setzte sie zurück in die Vorstadtstraßen, und kreiere so einen Loop-Effekt. Nicht zu übersehen ist die Tatsache, dass ich ihr Jiddisch ins Arabische und Englische übersetze also nicht nur die „verborgene jüdische Kultur“ sichtbar mache, sondern ihre Zerstörung mit denen anderer Minderheiten und Migrant:innenpopulationen vergleiche, die heute in Berlin leben. Mir geht es nicht darum, laut heraus zu schreien, dass wir immer noch da sind, sondern über unsere – meiner Meinung nach heutige privilegierte Stellung in der deutschen Gesellschaft im Vergleich zu anderen zu reflektieren. Meiner Meinung nach ist die jüdische Kultur nicht „zerstört“. Ich bin hier und viele andere Israelis und/oder Jüdinnen/Juden sind es auch. Wir haben eine Stimme. Viele andere haben das nicht.

Among Refugees/Unter Flüchtlingen – Generation Y., Familiäre Wurzeln: Dovid Bergelson, Tsvishn Emigrantn (1928)

Sharon Adler: In deiner Arbeit „Among Refugees Generation Y“ hast du Wandbilder mit (jiddischen) Zitaten deines Urgroßvaters, des Schriftstellers Dovid Bergelson, geschaffen, der in seinen auf Jiddisch geschriebenen Essays das jüdische Leben und die Kultur beschrieb. Kannst du bitte etwas über sein Werk, sein Leben und seinen Tod erzählen?

Ella Ponizovsky Bergelson: Dovid Bergelson (1884-1952) war bereits ein bekannter expressionistischer Schriftsteller, als er Teil einer Einwanderungswelle war, der zahlreiche Autor:innen, Dichter:innen, Künstler:innen und Gelehrte angehörten, die sich in Berlin in einer Zeit niederließen, als Literatur und Kunst in dieser europäischen Metropole aufblühten. Die politische und künstlerische Freiheit Berlins in den frühen 1920er-Jahren zog eine Vielzahl von jiddischen Schriftsteller:innen und Künstler:innen an, die sich mit anderen Intellektuellen und Migrant:innen in einer dynamischen Kunstszene mischten. Eine Auswahl von Bergelsons Berlin-Geschichten erschien unter dem Titel „The Shadows of Berlin“ (2005, City Lights Books, San Francisco) in englischer Sprache neu. Darin wird das Leben in Berlin in der prekären Zeit zwischen den Weltkriegen dargestellt – vor allem das ungewisse Schicksal der intellektuellen Exilant:innen. Die Geschichten erlauben flüchtige Einblicke in eine Gemeinschaft und in eine Welt, die heute verloren ist.

Von all seinen Erzählungen, die in Berlin angesiedelt sind, ist „Among Refugees“ die bekannteste und hat am meisten kritische Aufmerksamkeit erhalten. Sie kann als eine Studie über verschiedene Formen der existenziellen Krise, die durch das Exil ausgelöst wird, gelesen werden. Kurz zusammengefasst handelt die Geschichte von einem etablierten jiddischen Schriftsteller in Berlin, der von einem seltsamen jungen Mann, der sich als jüdischer Terrorist vorstellt, besucht wird. Er erzählt dem Erzähler seine Lebensgeschichte, die von Ortswechseln bestimmt ist, und gesteht, selbst Schriftsteller zu sein. Währenddessen webt er eine weitere fiktive Geschichte ein.

Der eigentliche Grund seines Besuchs ist die Suche nach einer Waffe, um seine Mission zu erfüllen, seinen Nachbarn zu ermorden, der ein Pogrom angeordnet hat und für den Mord an der Familie des jungen Mannes in der Ukraine verantwortlich ist. Am Ende steht der Selbstmord. In seinem Abschiedsbrief gesteht der junge Schriftsteller: „Jetzt verstehe ich alles: Ich bin ein Flüchtling ... unter Flüchtlingen. Ich will keiner mehr sein... .“

So gelesen ermöglicht uns „Among Refugees“, Bergelsons Berlin als einen Ort der Ungewissheit zu sehen, in dem gewohnte Modelle der Interaktion zwischen vertriebenen Menschen und zwischen vertriebenen Schriftsteller:innen und Leser:innen scheiterten. Bergelsons Existenzsorgen wurden schließlich durch seine Entscheidung gelöst, in die Sowjetunion zu gehen, da er dort seine eigentlichen Leser:innen vermutete. Als einer der letzten aus seiner Runde verließ Bergelson Berlin im Jahr 1934 und zog zurück nach Moskau, wo er und seine Schriftstellerfreunde nach zwei Jahrzehnten fruchtbarer künstlerischer und politischer Aktivität während einer antisemitischen Kampagne unter Stalin gegen die „wurzellosen Kosmopoliten" wegen ihres Engagements im Jüdischen Antifaschistischen Komitee fälschlich des Hochverrats und der Spionage angeklagt und 1952 exekutiert wurden. Das führte dazu, dass die progressive jiddisch-kulturelle Community in der Sowjetunion auf dramatische Weise verschwand. Dieses Ereignis wurde erst Jahre später von der Öffentlichkeit entdeckt und als die „Nacht der ermordeten Dichter“ bekannt.

Sharon Adler: Was ist die Idee hinter deinem Projekt „Among Refugees/Unter Flüchtlingen - Generation Y”? Was sind die Parallelen zwischen der Arbeit deines Urgroßvaters und seinem Leben damals und deinem heute?

Ella Ponizovsky Bergelson: In meinem Wandbildprojekt verwendete ich Schlüsselsätze aus seiner Geschichte und wiederholte die Botschaft auf meine visuelle Weise in einer Schleife, wobei jedes Wort in einer anderen Sprache (Arabisch, Jiddisch und Deutsch) geschrieben ist, was sie der Lesbarkeit entzieht. Ich habe temporäre, abwaschbare Farben verwendet, die nach und nach verblassen. Ich hatte das Gefühl, dass ich und andere um mich herum eine jahrhundertealte Realität neu erleben. Ich habe Dovid Bergelson nie kennengelernt, da er getötet wurde, bevor ich geboren wurde, aber ich fühle, dass er in mir fortexistiert, und ich setze mich dafür ein, in meiner eigenen Bildsprache das auszudrücken, was er erfahren und so würdevoll ausgedrückt hat.

Das Publikum, die Rezeption

Sharon Adler: Wie wird deine Arbeit rezipiert, was sind die Reaktionen? Was ist deine Antwort, wenn Menschen auf deine Gemälde und Kalligrafien mit „wie schön!“ reagieren? Wie transportierst du die Idee und Philosophie dahinter?

Ella Ponizovsky Bergelson: Es ist nicht meine Absicht, Dinge schön zu machen. Vielleicht eher das Gegenteil - ich provoziere, indem ich die „schmutzigen Laken“ sichtbar mache. Die Reaktionen sind die Quintessenz dessen, was ich widerspiegeln möchte, und die sind sehr vielfältig: Kinder sind von den Farben begeistert. Sie bleiben stehen und gucken fasziniert. Es ist ihnen egal, ob sie es lesen oder verstehen können oder welche Sprachen das sind. Die süßeste Reaktion war, als mich ein Kind fragte, ob ich auch auf ihrem Balkon malen könnte. Die Teenager greifen den Multikultiaspekt auf und kümmern sich nicht so sehr um den Inhalt der Worte oder was dahintersteckt. Sie finden es einfach cool.

Ella Ponizovsky Bergelson vor ihrem Wandbild in Berlin-Tempelhof (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2021)

Die arabische Bevölkerung (egal welchen Alters) reagiert stolz – ich habe es oft gehört, wie die Leute laut gerufen haben: „Das ist auf Arabisch!“ und dann den arabischen Text laut vorgelesen haben als ob sie damit sagen wollten: „Ich kann das lesen! Ich werde gesehen. Ich bin präsent.“ Was wirklich auffällt, ist, dass ich viele verbale Angriffe von der älteren deutschen Bevölkerung erlebt habe. Sie scheinen Angst vor dem zu haben, was sie nicht verstehen. Sie stellen viele Fragen zum Text, kommentieren die Unlesbarkeit, die sprachlichen „Fehler“ und den schmutzigen Stil und fordern mich häufig auf, ich solle „zurück nach Kreuzberg gehen". Obwohl mein Unternehmen legitim und 100 Prozent legal ist, hatte ich jeden Tag die Polizei am Hals. Sie hatte ungezählte Anrufe von „besorgten“ Nachbar:innen erhalten.

Zitierweise: "Ella Ponizovsky Bergelson: Künstlerin und Schöpferin der hybriden Kalligrafie", Interview mit Ella Ponizovsky Bergelsonin: Deutschland Archiv, 3.5.2021, Link: www.bpb.de/332369

Hier erfahren Sie Interner Link: mehr zu Ella Ponizovsky Bergelson >>

Fussnoten

Fußnoten

  1. Tikkun, (Hebräisch) bedeutet Festigung, Nachbesserung, oder Reparatur, https://www.juedische-allgemeine.de/glossar/tikkun/, zuletzt aufgerufen am 2.4.2021.

  2. Flüchtigkeit, Vergänglichkeit.

  3. In der Soziologie bedeutet eine „Hybride Identität", dass ein Mensch sich zwei oder mehreren kulturellen Räumen gleichermaßen zugehörig fühlt, siehe Naika Foroutan/Isabel Schäfer, Hybride Identitäten - muslimische Migrantinnen und Migranten in Deutschland und Europa, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 5/2009), 23.1.2009, www.bpb.de/32223, zuletzt aufgerufen am 15.4.2021.

  4. Debora Vogel, auch Dvojre Fogel oder Dvoyre Fogel. Siehe Yael Chaver, in: Jewish Women: A Comprehensive Historical Encyclopedia. 27.2.2009, Jewish Women's Archive, https://jwa.org/encyclopedia/article/fogel-dvoyre, zuletzt aufgerufen am 15.4.2021.

  5. Es handelt sich um die Buchhandlung buch|bund, Sanderstraße 8, in Berlin-Neukölln.

  6. Das Buch: Perigraphien. Europas Ränder – Europas Mitte. Vogel, Manger, Slucki, aus der Reihe Gespräche im buch|bund.

  7. Jiddisch galt im Bildungsbürgertum als die Sprache der Unterschicht.

  8. Vgl. „Jüdisches Leben in der Sowjetunion – ein kurzer Überblick” in: Alina Gromova, „En-Gendering jüdische Migration: Narrative jüdischer Frauen mit sowjetischer Erfahrung in Deutschland nach 1990“, in: Deutschland Archiv, 5.2.2021, www.bpb.de/326606, zuletzt aufgerufen am 15.4.2021.

Lizenz

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Ella Ponizovsky Bergelson, Sharon Adler für Deutschlandarchiv/bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE und der Autoren/-innen teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

wurde 1984 in Moskau geboren. Ihre Familie ist 1991 nach Israel ausgewandert., aufgewachsen ist sie in Jerusalem. Sie hat an der Jerusalemer Hochschule für Kunst, der Bezalel Academy of Arts und an der School of Visual Arts in New York City studiert. Seit 2016 lebt und arbeitet sie in Berlin. Interner Link: Mehr zu Ella Ponizovsky Bergelson >>

geboren 1962 in West-Berlin, ist Journalistin, Moderatorin und Fotografin. Im Jahr 2000 gründete sie das Online-Magazin und Informationsportal für Frauen AVIVA-Berlin, das sie noch heute herausgibt. Das Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und über jüdisches Leben zu berichten. Sharon Adler hat verschiedenste Projekte zu jüdischem Leben in Deutschland für unterschiedliche Auftraggeber/-innen umgesetzt und auch selbst Projekte initiiert wie "Schalom Aleikum“, das sie zur besseren Verständigung von Jüdinnen und Muslima entwickelte. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 initiierte sie das Interview- und Fotoprojekt "Jetzt erst recht. Stop Antisemitismus". Hier berichten Jüdinnen und Juden in Interviews über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus in Deutschland. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Für das Deutschland Archiv der bpb betreut sie die Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"