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Julia Davidovski: „Kinder sind unsere Zukunft“

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Julia Davidovski: „Kinder sind unsere Zukunft“ Ein Gespräch mit der Controllerin und Schatzmeisterin der Women's International Zionist Organisation (WIZO) in Frankfurt am Main und Präsidiumsmitglied von WIZO Deutschland

Julia Davidovski Sharon Adler

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Darüber, was ihre ehrenamtliche Arbeit ihr bedeutet, über ihre Kindheit in Moskau, die erste Zeit in Berlin und ihr Leben in Frankfurt am Main als Mutter von drei Kindern sprach Julia Davidovski mit Sharon Adler.

Julia Davidovski, Controllerin und Schatzmeisterin der WIZO-Frankfurt und WIZO-Deutschland, kam 1991 als 13-Jährige aus Moskau nach Berlin: "Mein jüdisches Leben hat erst in Deutschland richtig angefangen." (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Sharon Adler: Du engagierst dich neben Job und drei Kindern ehrenamtlich bei der WIZO. Wie kamst du zur WIZO? Warum engagierst du dich bei der WIZO und was bedeutet dir deine Tätigkeit?

Julia Davidovski: Meine beste Freundin, die bei der WIZO Stuttgart aktiv ist, hat mich zur WIZO gebracht. Sie hat mich mit der damaligen WIZO-Präsidentin Diana Schnabel sowie mit anderen WIZO-Frauen bekannt gemacht. Ich war sofort von deren Frauen-Power fasziniert und bin 2015 in den Vorstand der WIZO-Gruppe Frankfurt eingetreten. Ich bin sofort voll eingestiegen und konnte mich bei einigen Projekten aktiv beteiligen.

Ich bin stolz, zur WIZO-Familie dazuzugehören und mit unserem großartigen Team zusammenzuarbeiten. Ich durfte viele besondere und tolle Frauen kennenlernen. Meine WIZO-Tätigkeit leiste ich aus Liebe zu Kindern und als einen Beitrag für Israel. Immer wenn ich mit meiner Familie in Israel bin, besuchen wir auch eine WIZO-Einrichtung. Entweder unser Jugenddorf oder einen unserer Kindergärten. Wenn ich die glücklichen Gesichter der Kinder und Jugendlichen sehe, weiß ich, dass ich das Richtige tue. Kinder sind unsere Zukunft. In der heutigen, weltweit schwierigen Situation weiß ich, warum wir uns für diese Menschen engagieren. Meine ehrenamtliche WIZO-Arbeit erfüllt mich sehr, ich liebe sie und mache das aus voller Überzeugung.

Sharon Adler: Du wurdest 2019 ins WIZO-Präsidium gewählt und bist seitdem Schatzmeisterin von WIZO Frankfurt und WIZO Deutschland. Was genau sind deine Aufgaben?

Julia Davidovski: Bei der WIZO haben wir ein internes Controlling-System. Das heißt, ich kontrolliere alle Belege und buche die Bankeingänge und -ausgänge. Ich genehmige Rechnungen, unterschreibe Spendenquittungen und mache diverse Auswertungen nach Kostenarten und Kostenstellen. Ich bereite die monatlichen Abschlüsse für unsere Steuerberaterin vor und bespreche relevante Sachverhalte mit ihr.

Ich überwache auch den Transfer der Gelder nach Israel. Als ein gemeinnütziger Verein sind wir verpflichtet, alle Gelder, die wir bundesweit bei den WIZO-Gruppen gesammelt haben, zum Jahresende nach Israel zu transferieren. Wir finanzieren verschiedene Projekte und Programme bei der WIZO in Israel. Laut unserer Satzung können wir in Ausnahmesituationen auch Kinder und Frauen in Deutschland unterstützen. Der Krieg in der Ukraine war so eine Sondersituation.

WIZO Deutschland besteht aus neun Städten, in denen WIZO-Gruppen vertreten sind. Sie sind unterschiedlich aktiv. Das hängt immer von der Woman-Power, den Möglichkeiten und dem Networking ab. Jede Gruppe ist für sich verantwortlich. Ich kontrolliere die Geldeingänge und erstelle zum Jahresende eine Übersicht der Einnahmen, sortiert nach Gruppen, mit einem Vergleich zum Vorjahr. Die Frankfurter WIZO ist die stärkste Gruppe in Deutschland. Wir sammeln die meisten Spenden und organisieren viele Events. Einmal im Jahr veranstalten wir eine Delegierten-Tagung, auf der ich die Finanzen präsentiere. In den letzten Jahren war WIZO Deutschland nach den USA und nach Großbritannien auf Platz 3. Darauf sind wir sehr stolz.

Sharon Adler: Zu den Aktivitäten gehören Events wie der WIZO-Bazar und die WIZO-Gala in Frankfurt zur Unterstützung von Frauen und Kindern in Israel. Was kannst du dazu berichten?

Julia Davidovski: Die WIZO-Events sind von uns organisierte Veranstaltungen, um Gelder zu generieren und um Spenden zu sammeln, die wir nach Israel schicken, um dort die WIZO-Projekte und Einrichtungen zu unterstützen.

Ich bin in Frankfurt am Main eine der beiden Organisatorinnen des WIZO-Bazars. Das ist die größte öffentliche jüdische Veranstaltung des Jahres und die Anlaufstelle für jüdische und nichtjüdische Menschen aus Frankfurt und Umgebung. Er ist in der Stadt sehr präsent und geht über zweieinhalb Tage, von Samstagabend bis Montagvormittag. Es gibt eine Tombola und tolles israelisches und russisches Essen, einen Flohmarkt mit Second-Hand-Sachen und Spielzeug, einen Bücherstand und einen Israel-Stand mit israelischen Lebensmitteln. Die Stimmung und Atmosphäre sind fantastisch. Es kommen Politiker, der Bürgermeister oder der Oberbürgermeister, unsere Präsidentin oder eine unserer Ehrenpräsidentinnen und Vorstandsfrauen. Den Bazar gibt es seit 1960, er wird auch von der Jüdischen Gemeinde unterstützt, in deren Gemeindesaal wir ihn veranstalten. Die Leute kaufen beim Bazar gern ein, denn sie wissen, dass es für einen guten Zweck ist. Die Organisation macht mir sehr viel Spaß, auch wenn damit sehr viel Arbeit verbunden ist. Da stecken viele helfende Frauen dahinter, ohne die es diesen Bazar nicht geben würde.

Die WIZO Gala „One Night for Children“ 2022 in Frankfurt am Main. V.l.n.r. Julia Davidovski, Cathy Miller, Evie Trost, Nicole Faktor, Riwa Sandberg, Esther Petri-Adiel, Linda Martin, Mima Speier. Julia Davidovski: "Ich bin stolz, zur WIZO-Familie dazuzugehören und mit diesem großartigen Team zusammenzuarbeiten." (© Leon Spanier, 2022)

Die WIZO-Gala findet in einem wunderschönen Hotel statt. Vertreter der Politik und Gemeinden kommen zu uns und halten Reden, später gibt es einen musikalischen Akt und leckeres Essen. Es wird ausgiebig getanzt und es herrscht eine tolle Atmosphäre. Die Gala veranstalten wir, um Patenschaften zu sammeln. Eine Patenschaft kostet 500 Euro pro Jahr und Kind. Dafür kann das Patenkind ein Jahr lang in die Schule oder in den Kindergarten gehen. WIZO-Deutschland betreut zwischen 15 und 17 Projekte, meist Kindergärten, Jugenddörfer und Kindertagesstätten. In Israel gibt es zwar keine Waisenkinder, aber Kinder aus Familien, die Unterstützung nötig haben, denn Kindergärten sind sehr teuer. Ein Teil wird durch den Staat finanziert, den anderen Teil finanziert die WIZO. WIZO gibt es in 50 Ländern mit 250.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Während in Israel die WIZO ein ganz normaler Arbeitgeber mit 800 WIZO-Institutionen ist, der Schulen und Kindergärten betreut, sind die, die außerhalb von Israel helfen, ehrenamtlich tätig.

Sharon Adler: Welche WIZO-Projekte in Israel sind dir persönlich besonders wichtig?

Julia Davidovski: Das Jugenddorf Hadassim liegt mir besonders am Herzen. Die Kinder haben ein Zuhause und gehen dort auch zur Schule. Es ist ein riesiges Areal, und wir wurden von den Schülern, den Lehrern und den Leitern sehr herzlich empfangen. Das aktuelle Projekt, das von der WIZO Deutschland unterstützt wird, ist für Schüler und Schülerinnen aus der Ukraine und aus Russland, die für die letzten drei Jahre ihrer Schulzeit nach Israel kommen und in diesem Jugenddorf leben, wo sie gemeinsam mit den israelischen Jugendlichen auch zur Schule gehen. Das ist ein ganz wichtiges Projekt. Diese Kinder werden auch psychologisch betreut, vor allem jetzt, wo die Familien in der Ukraine geblieben sind. Das haben wir auch finanziert.

Besonders gefällt mir auch die Luba und Moishe Korn Kindertagesstätte in Ramat Israel. Das ist ein alter Stadtteil von Tel Aviv, wo Familien mit zumeist äthiopischen oder bucharischen Wurzeln und mit niedrigem sozial-ökonomischem Status leben. Dort werden Babys und Kleinkinder ab drei Monate bis drei Jahre in drei Gruppen liebevoll betreut. Die Kita ist wunderschön, die Erzieher und Erzieherinnen sind einmalig.

Moskau und der Krieg in der Ukraine

Sharon Adler: Aufgrund des Angriffskriegs durch Putins Russland auf die Ukraine kommen auch viele jüdische Menschen nach Deutschland. In welcher Verfassung kommen die geflüchteten Menschen an?

Julia Davidovski: Vor drei Monaten haben wir hier sehr viele Flüchtlinge empfangen. Auch meine Cousine mit ihren Kindern, mit ihrem Freund und noch einigen Freunden kam aus Kyiv zu uns. Mein Mann betreibt in Frankfurt am Main einige Hotels, die er sofort für die Flüchtlinge bereitgestellt hat. Um die 200 Personen haben wir untergebracht. Mein Bruder und Freunde von uns, die auch Hotels betreiben, haben sie ebenfalls sofort für die Flüchtlinge freigeräumt und freigelassen. Innerhalb von wenigen Wochen waren wir komplett ausgelastet. Es kamen immer mehr Menschen aus der Ukraine, meist Frauen und Kinder. Sie hatten von Freunden und Bekannten erfahren, dass sie nach Berlin oder nach Frankfurt kommen sollten und dass sie hier gut versorgt werden würden. Viele sind mit Zügen gekommen und haben irgendwo auf Bahnhöfen übernachtet, bis sie dann endlich nach acht, neun Tagen in Deutschland angekommen sind. Andere kamen mit den eigenen Autos über Moldawien, Rumänien, Ungarn und Österreich.

Es war ein Leid, diesen Menschen zuzusehen. Ihre seelische Verfassung war total am Boden. Das sind zerstörte junge Menschen. Die nicht wissen, was sie hier in Deutschland machen sollen, sie wollen zurück nach Hause, wo sie ihre Freunde, Projekte und ihr Leben haben. Und die quasi alles stehen und liegenlassen mussten, innerhalb von zwanzig Minuten gepackt haben und nur mit einem Rucksack und einem kleinen Koffer ankamen. Sie alle haben in der Ukraine wunderbar gelebt; meine Cousine hatte eine 300 Quadratmeter große Wohnung über zwei Etagen im Zentrum von Kyiv.

Sharon Adler: Wie und wodurch helfen die WIZO-Frauen und Gemeindemitglieder in Frankfurt am Main den Flüchtlingen?

Julia Davidovski: Wir haben uns sofort engagiert und Gelder, Anziehsachen, Hygieneartikel und Essen gesammelt. Für Kleinkinder wurden Kinderwagen beschafft, Kindersitze, Babynahrung und Windeln. Das war Neuland für alle. Wir haben psychologische Betreuung gewährleistet und Psychologen engagiert, die heute, nach drei Monaten, diese Hilfe immer noch leisten. In der Jüdischen Gemeinde wurde sehr schnell ein Willkommenszentrum für die Flüchtlinge organisiert, die dort freiwillig Deutschunterricht nehmen können. Wo es Sportaktivitäten gibt, und für die Kinder Bastel- und Mal-AGs, in denen sie sich gut fühlen. Den Deutschunterricht sowie die Materialien für die Mal- und Kunst-AGs, für den Sport und das Spielzeug für Kleinkinder hat die WIZO Gruppe Frankfurt finanziert. Die Kinder gehen vier Stunden pro Tag in eine Integrationsklasse der Gemeinde. Viele russischsprachige Mütter aus unserer Schule haben sich bereiterklärt, die Integrationskurse zu leiten und Deutsch, Mathe und Sport zu unterrichten.

Sharon Adler: Du hast russisch-ukrainische Wurzeln, bist wie deine Mutter in Moskau geboren, dein Vater kommt aus Kyiv. Wie gehen du und deine Familie mit der Situation um? Habt ihr dazu innerhalb der Familie Konflikte?

Julia Davidovski: Alle meine Verwandten kommen aus der Ukraine. Alle haben jüdische Wurzeln. Meine Oma mütterlicherseits ist in Uman geboren, einer Stadt etwa 200 Kilometer von Kyiv entfernt. Mein Opa mütterlicherseits ist in Kyiv geboren, von wo seine Familie vor dem Zweiten Weltkrieg Richtung Moskau geflohen ist und dort den Krieg überlebt hat. Meine Mama wurde in Moskau geboren.

Wir haben keinen Konflikt in der Familie wegen des aktuellen Krieges, wir sind fassungslos über diesen sinnlosen Krieg. Dass so viele Städte in der Ukraine einfach sinnlos zerstört werden. Nur weil ein Mensch durchdreht, der gerade Präsident ist. Die Meinungen der Leute in Moskau sind geteilt. Die meisten, wie meine Cousinen, die dort leben, sind empört über den Krieg. Ich hoffe sehr, dass dieser Wahnsinn und der Krieg bald ein Ende finden. Und dass die Ukraine dann noch als Land bestehen bleibt. Es sind so viele Städte zerstört worden, es gibt so viel Leid der Menschen. Für was? Für wen? Wozu? Warum? Man stellt sich so viele Fragen. Niemand hat Putin angegriffen, er selbst greift an. Und die russischen Medien erzählen die große Lüge, dass sich die Ukrainer selbst angreifen. Da soll man am besten gar nicht hinhören. Aber die Menschen in Moskau glauben an diese Lügen, die im Fernsehen erzählt werden. Aber es gibt auch Leute in Moskau, die wollen, dass die anderen aufwachen. Moskau wird es schwer treffen in den nächsten Jahren.

Jüdisches Leben in der ehemaligen Sowjetunion

Sharon Adler: Du bist 1977 in Moskau geboren und hast deine Kindheit dort verbracht. Welche Erinnerungen hast du an diese Zeit?

Julia Davidovski: An meine Kindheit habe ich wunderschöne Erinnerungen. Mama, Papa, wir waren alle beisammen; eine schöne Familie. Oma und Opa haben auch in Moskau gelebt. Mit meinen beiden Cousinen war ich sehr eng. Jeden Sommer sind wir in den Ferien auf unserer Datscha bei Moskau zusammengekommen, wo meine Oma groß geworden ist und wo sie auch mit ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern den Krieg überlebt hat. Es war immer was los auf unserer Datscha. Es kamen viele Verwandte zu Besuch, viele Freunde. Dort kannte jeder jeden, und wir hatten sehr viel Spaß. Ich war als Kind sehr schüchtern und ängstlich, und immer in der Nähe meiner Mutter. Sie war erst in meinem Kindergarten als Musiklehrerin angestellt und ist später in meine Schule gewechselt. Als ich neuneinhalb Jahre alt war, kam mein Bruder zur Welt. Ich habe mich riesig gefreut, weil ich mir sehr ein Geschwisterchen gewünscht hatte. Seitdem war ich selbstständig, habe alle meine Hausaufgaben allein gemacht und meiner Mama mit meinem Bruder geholfen. Ich habe ihn sofort ins Herz geschlossen. Bis heute haben wir ein tolles Verhältnis. Er wohnt mit seiner Familie auch hier bei Frankfurt, was sehr schön ist. Unsere Kinder sind sehr eng miteinander und spielen wunderbar zusammen.

Julia Davidovski mit ihrer Familie in Berlin, 2002. "Meine Eltern haben mich sehr liebevoll erzogen. Meine Mama wurde in Moskau geboren, studierte Psychologie und Musikwissenschaften und ist Musiklehrerin, mein Papa wurde in Kyiv geboren und studierte Ingenieurswissenschaften. Er war dort Juwelier und Sportler, in Deutschland arbeitete er als Versicherungsmakler. Mit meinem neuneinhalb Jahre jüngeren Bruder bin ich sehr eng." (© Privat)

Sharon Adler: Was bedeutete es in der Sowjetunion, jüdisch zu sein? Haben du und deine Familie jüdisch gelebt, jüdische Religion und Traditionen zelebriert?

Julia Davidovski: Ich wusste zwar immer, dass ich Jüdin bin und dass meine Eltern und Großeltern und alle Familienmitglieder jüdisch sind, aber in der Schule habe ich das geheim gehalten. Wir hatten ein Klassenbuch, wo die Namen und die Nationalität aufgelistet waren. Da stand RU für russisch, und dann gab es JU für jüdisch. Immer, wenn es aufgeschlagen wurde, hatte ich Angst, dass man mich auf mein Judentum anspricht. Wir haben in Moskau nicht jüdisch gelebt. Ich wusste nichts vom Judentum, ich wusste, dass man Mazza essen soll, aber ich wusste nicht, was Schabbat ist und kannte keine Feiertage außer Chanukka, weil unsere Oma uns dann Geld in einem Beutelchen gegeben hat. Sie hat mit ihrer Mama Jiddisch gesprochen. Mein jüdisches Leben hat erst in Deutschland richtig angefangen.

Sharon Adler: Wann und wie hat deine Familie die Auswanderung geplant?

Julia Davidovski: Mein Papa war der Vorreiter. Er hat meiner Oma und meinem Opa mütterlicherseits oft erklärt, dass wir das Land verlassen müssten und wir entweder in die USA oder nach Israel gehen sollten. Meine Oma und mein Opa sagten, dass das nicht ginge. Mein Opa war seit mehr als 25 Jahren der Direktor eines staatlichen Taxiunternehmens. Wenn jemand aus seiner Familie auswandern würde, wäre er sofort aus dem Job geflogen. Solche Zeiten waren das damals.

Mein Opa ist dann in dem Jahr, als wir ausgewandert sind, gestorben, und meine Oma ist ein Jahr später nachgekommen. Sie hat bis kurz vor ihrem 91. Geburtstag mit meinen Eltern in Berlin zusammengelebt. Sie ist auf dem jüdischen Friedhof Heerstraße beerdigt.

Wie gesagt, die Auswanderung war die Idee meines Vaters. Sein bester Freund ging 1981 in die USA, nach Los Angeles. Als wir ihn Ende der 1980er-Jahre besucht haben, waren meine Eltern begeistert. Aber dann durfte man ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr in die USA einwandern. Also haben meine Eltern für Israel gepackt und containerweise Teppiche, Möbel und das Klavier nach Israel geschickt. Kurz vor der Auswanderung war mein Vater beruflich für ein paar Tage in Israel. Das war Anfang 1991. Es war Krieg, und er hielt es für zu gefährlich. Durch einen Arbeitskollegen erfuhr er, dass in Deutschland Juden als Kontingentflüchtlinge aufgenommen werden. Also packten wir in Moskau die Koffer, und ich kam drei Monate später mit meiner Mama und meinem Bruder zu ihm nach Berlin. Ich war dreizehn und mein Bruder vier Jahre alt. Ich hatte erst nicht verstanden, dass wir auswandern, für mich war es eine Art Sommerreise.

Meine Mama, mein Bruder und ich sind damals in den Zug gestiegen, und meine Oma hat uns bis zur weißrussischen Grenze begleitet. Dann ist sie aus dem Zug ausgestiegen und wir sind weitergefahren. Das war schlimm. Sie ist mit dem Zug zurück nach Moskau gefahren und wir weiter nach Berlin.

Die ersten Jahre in Deutschland

Sharon Adler: Mit welchen Hoffnungen und Erwartungen seid ihr 1991 nach Deutschland gekommen?

Julia Davidovski: Wir kamen in ein freies, westliches Land, um besser, freier und jüdischer zu leben. Meine Eltern wollten, dass wir als Juden frei leben, dass wir die jüdische Kultur durch die Jüdische Gemeinde besser kennenlernen. Dass wir einfach die Chance für eine freie Zukunft haben. Zwei Monate später, im August 1991, zerbrach die Sowjetunion, und so wurden wir für lange Zeit staatenlos. Bis wir sieben Jahre später die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen haben.

Sharon Adler: Mit welchen Herausforderungen wart ihr konfrontiert?

Julia Davidovski: "Im Juni 1991, kurz nachdem wir nach Berlin kamen. Ich bin hier rechts mit meinem Bruder und Mama." (© Privat)

Julia Davidovski: Meine Eltern haben anfangs erst einen Deutschkurs besucht, die Deutschprüfung abgelegt und dann gearbeitet. Und sie hatten zwei kleine Kinder, denen sie helfen mussten, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Ich bin in ein Gymnasium eingeschult worden und konnte kein Wort Deutsch. Mein Bruder ist in einen evangelischen Kindergarten neben dem Wohnheim gegangen. So hatte jeder sein Päckchen zu tragen. Aber dadurch, dass wir alle zusammen waren, war das viel leichter und einfacher zu bewältigen.

Sharon Adler: Wo und wie habt ihr gewohnt? Wie war diese erste Zeit für euch, wie hast du das erlebt?

Julia Davidovski: Mein Vater hatte sich schon im Wohnheim eingelebt und kannte viele Leute. Dort waren auch jüdische Kontingentflüchtlinge, hauptsächlich aus der Ukraine. Wir haben uns mit vielen angefreundet, das war wie eine große Familie. Es war Sommer, alle hatten Spaß und für mich als Kind war das ein Abenteuer. Bis ich eingeschult wurde. Dann kam die harte Realität auf mich zu. Es war ein sozialer Abstieg für meine Eltern. Wir hatten in Moskau eine schöne 3-Zimmer-Wohnung und haben ganz normal gelebt. In Deutschland teilten wir uns zu viert ein Zimmer in einem Wohnheim. Die Toilette und die Küche waren auf dem Flur. Aber meine Eltern wussten immer, wofür sie das tun und warum sie ausgewandert sind. Sie wussten, warum wir diese zwei Jahre unter solchen Umständen wohnen müssen. Und da haben sie sich rausgekämpft. Sie sind beide sehr positiv. Wir haben in unserer Familie nie den Kopf hängen lassen, egal, wie es uns ging. Wir haben immer einander geholfen. Das war immer unser Motto.

Unsere Kontakte beliefen sich alle auf das Wohnheim, weil das alles russisch-sprachige Leute waren. Man konnte sich gut unterhalten und lud sich gegenseitig zum Teetrinken ein. Das war ein schönes Gefühl. Später haben viele Wohnungen gefunden oder sind in ein anderes Wohnheim gezogen. Wir haben fast als einzige Familie zwei Jahre lang dort gewohnt. Es dauerte lange, bis wir eine Wohnung gefunden haben. Es war damals sehr schwer.

Julia Davidovski: "1993 fanden meine Eltern endlich eine Wohnung, am Tempelhofer Berg in Kreuzberg. Es war toll. Ich hatte viele Freunde zu Besuch, unser Haus war immer voll." (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

1993 fanden meine Eltern endlich eine Wohnung, am Tempelhofer Berg in Kreuzberg. Daran habe ich gute Erinnerungen. Das war ein schönes, neues Haus, und ich hatte mein eigenes Zimmer, nur 10 Quadratmeter groß, aber das war mir sowas von egal! Wir haben uns so gefreut, dass wir die Wohnung hatten. Die U-Bahn-Station war in der Nähe, und alles hat gepasst. Meine Oma ist damals mit uns eingezogen. Wir hatten ein großes Wohnzimmer und unseren eigenen Fernseher, unsere eigene Toilette und Küche. Und einen schönen Balkon. Das war nicht mehr Wohnheim. Wir haben da sehr schön gewohnt. Es war toll. Ich hatte viele Freunde zu Besuch, unser Haus war immer voll.

Sharon Adler: Als du in Deutschland in die Schule kamst, sprachst du noch kein Deutsch. Wie bist du damit umgegangen?

Julia Davidovski: Als ich nach Berlin kam, hatten alle Sprachkurse bereits angefangen. Ich sollte in die neunte Klasse eines Gymnasiums gehen und am ersten Schultag erscheinen. Ich wurde ins kalte Wasser geworfen. Die 13-, 14-jährigen Kinder waren geschockt darüber, dass ich kaum ein Wort Deutsch verstand. Mit meinem gebrochenem Schul-Englisch konnte ich mich ein bisschen mit ihnen unterhalten. Ich habe erzählt, dass ich aus Moskau käme und seit zwei Monaten hier in Berlin wäre. Am zweiten Tag hat sich keiner mehr für mich interessiert. Es war eine Qual für mich, in die Schule zu gehen. Ich habe dann die Lust zum Lesen entdeckt und meine russischen Romane mitgenommen. Ich saß zwar im Unterricht und war präsent, aber wenn man die Sprache nicht versteht, ist es schwierig, etwas von der Tafel abzuschreiben. Wenn ich nach rechts und links geschaut habe, um zu sehen, was meine Nachbarn schreiben, hieß es gleich, dass sie sich nicht konzentrieren könnten, weil ich sie ablenken würde. Ich wurde aber nicht benotet und sollte einfach nur da sein und versuchen, selbst Deutsch zu lernen. Später wurde mir ein Deutsch-Förderkurs von der Schule aus angeboten.

Sharon Adler: War es auf der Schule ein Thema, dass du jüdisch bist? Waren deiner Meinung nach die Lehrkräfte auf die jüdischen „Kontingentflüchtlinge“ vorbereitet? Gab es ein Verständnis seitens der Lehrer:innen oder Schüler:innen für die jüdischen Immigrant:innen?

Julia Davidovski: Das Hans-Carossa-Gymnasium in Spandau war riesengroß, die Lehrkräfte haben sich überhaupt nicht für mich interessiert. Nach einem Jahr bin ich nach Steglitz gewechselt, auf das Hermann-Ehlers-Gymnasium. Da waren viele jüdische Kinder, aber auch da war das Thema Judentum nicht präsent. Da habe ich mich schon freier gefühlt, und ich konnte schon viel besser Deutsch sprechen. Dort war ich ein Jahr und bin dann auf die Kopernikus-Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe gewechselt. Ich war eine gute Schülerin, und ich habe sehr gute Noten bekommen.

Dann habe ich die erste Konfrontation mit Jüdisch-Sein gespürt. Es gab eine Situation, wo ein albanischer Junge einen David-Stern auf meinen Tisch gemalt hat. Die Englischlehrerin hat das gesehen und ging sofort mit ihm zum Direktor. Seine Eltern wurden gerufen, und er wäre deswegen fast von der Schule geflogen. Er hat einen Tadel bekommen, und es gab eine Gesamt-Lehrerkonferenz. Und als ein paar Jungs mit dem Finger auf mich zeigten und „jüdisch, jüdisch“ sagten, hat der Geschichtslehrer mich beim Thema Nationalsozialismus vom Unterricht freigestellt. Die Lehrer waren top. Sie haben judenfeindliche Äußerungen beobachtet, gemeldet, und sie haben gehandelt.

Berufliches

Sharon Adler: Wie ging es weiter in deinem Leben? Du hast die Schule mit der 10. Klasse abgeschlossen, anschließend dein Fachabitur gemacht und studiert. Was waren deine beruflichen Ziele?

Julia Davidovski: Mein Traum war immer, in der Parfümerie bei Karstadt zu arbeiten. Damals war es aber sehr schwierig, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Ich habe mich bei Karstadt, Hertie und Wertheim beworben. Es gab Assessment-Center und Prüfungen, die ich bestand, und habe dann bei Karstadt einen Ausbildungs-Vertrag bekommen. Aber meine Eltern haben mich überzeugt, Abitur zu machen und zu studieren. 1995 ging ich auf das „Oberstufenzentrum Handel 1“. Das hat mir viel Spaß gemacht, denn BWL, VWL und Rechnungswesen haben mich inspiriert.1997 hielt ich mein Fachabitur mit einem Notendurchschnitt von 2,4 in der Hand. Ich war sehr stolz auf mich, und es ging sofort weiter zum BWL-Studium an die Fachhochschule für Wirtschaft Berlin (FHW). Nach vier Jahren machte ich mein Diplom als Kauffrau.

2001, direkt im Anschluss, fing ich bei PwC (PricewaterhouseCoopers) an, die ich auf einer Berufs-Messe kennengelernt habe. Ich war so jung und habe überhaupt nicht verstanden, wo ich mich da bewerbe. Das Assessment-Center war schwer. Aber ich wurde angenommen. Und so war ich mit 23 Jahren die Jüngste als Associate im Wirtschaftsprüfungsbereich und hatte einen anspruchsvollen, verantwortungsvollen Job bei einem der größten Wirtschaftsprüferunternehmen, einem der Big Four. Ein junges Mädchen unter Anzugträgern. Anfangs habe ich oft zu Hause geweint, weil ich nicht wusste, was ich da tue. Die anderen waren alle so schlau. Aber meine Mutter meinte, dass ich es schaffen würde, und es gab gute Coaches, die mich unterstützt haben. Ein tolles Unternehmen mit wunderbaren Leuten. Ich habe viel Erfahrung gesammelt und wurde Senior Associate. Die Deutsche Bahn war einer meiner Hauptklienten. Weil viele Studenten und Studentinnen gleichzeitig angefangen haben, waren wir alle miteinander befreundet und haben uns einmal die Woche abends im Café getroffen. Es war eine schöne Zeit. Fünf Jahre habe ich dort gearbeitet.

Jüdisch sein in Deutschland

Sharon Adler: Wodurch bist du mit dem Judentum in Kontakt gekommen?

Julia Davidovski: Meine Eltern wurden Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Berlin, und so durfte ich im Dezember 1991 zum ersten Mal auf Machane nach Südtirol fahren.

Julia Davidovski bei ihrer zweiten Machane 1992 in Strobl/Österreich. Eine Machane ist ein Jugendlager beziehungsweise Ferienfreizeitcamp, organisiert von den Jüdischen Gemeinden. (© Privat)

Mein zweites Machane war im Sommer 1992 in Strobl, Österreich, und mein drittes Machane war im Sommer 1993 in Sulzano, Italien. Dort habe ich auch meine besten Freundinnen kennengelernt. Wir sind bis heute befreundet. Auf den Machanot der ZWST, der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, hatte ich meinen ersten Kontakt mit dem Judentum. Die ZWST ist die Organisation, die jüdische Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland zusammenbringt.

Dort, durch die Lieder und die Tänze, habe ich gespürt, dass ich jüdisch bin. Unsere Lehrerin war Tirza Hodes, die jetzt 99 Jahre alt ist, sie hat uns das Tanzen beigebracht. Wir haben es geliebt, es hat uns zusammengeschweißt. Später durfte ich auf den Machanot den Kindern jüdische Tänze beibringen. Es war sehr spaßig. Auf Machane habe ich gelernt, was Schabbat und die jüdischen Feiertage sind. Das habe ich im Jugendzentrum in Berlin weiterverfolgt.

Auch meinen Mann habe ich durch die ZWST kennengelernt. Das war 1993 auf dem Yom Ha’atzmaut-Seminar in Frankfurt am Main. Ich kam aus Berlin und er aus Dortmund. Wir haben uns einmal im Jahr auf Seminaren, Hochzeiten oder Jugendkongressen gesehen und uns immer wieder unterhalten und zusammen getanzt, aber zusammengekommen sind wir erst 2008, als wir mit Freunden und anderen Jugendlichen auf einer Ski-Reise in Österreich, in Kaprun bei Zell am See, waren. Knapp eineinhalb Jahre später, im März 2009, haben wir geheiratet, und ich bin nach Frankfurt am Main gezogen.

Familie. Weitergabe jüdischer Traditionen und Werte.

Sharon Adler: Wie wichtig war dir ein jüdischer Partner und eine jüdische Hochzeit?

Julia Davidovski: Für mich war das das A und O. Ich habe mir immer einen jüdischen Partner gewünscht und bin sehr glücklich, ihn gefunden zu haben. Wir hatten eine wunderschöne jüdische Hochzeit und haben drei Tage lang durchgefeiert, mit allen Freunden und Verwandten. Es war ganz toll.

Julia und Igor Davidovski bei ihrer Hochzeit im Jahr 2009 in Frankfurt am Main. "Ich habe mir immer einen jüdischen Partner gewünscht und bin sehr glücklich, ihn gefunden zu haben. Wir hatten eine wunderschöne jüdische Hochzeit und haben drei Tage lang durchgefeiert, mit allen Freunden und Verwandten. Es war ganz toll!"(© Privat)

Mein Mann, Igor, kommt auch aus der Ukraine, aus Odessa. In Deutschland lebte er die ersten zehn Jahre in Dortmund und zog dann nach Frankfurt am Main. Er hat zehn Jahre lang bei der ZWST gearbeitet, hat als Madrich, Co-Rosch und Rosch viele Machanot geleitet, sodass er sich sehr gut mit dem Judentum auskennt. Es gibt einen Film aus dem Jahr 2017 über das einhundertjährige Jubiläum der ZWST“, wo mein Mann als Vorbild der Integration der jüdischen Jugendlichen vorgestellt wird, wie er nach Deutschland gekommen ist, was er alles erreicht hat und wie seine Familie heute jüdisch lebt. Man zeigt uns auch zuhause, wie wir mit unseren Kindern Chanukka feiern.

Sharon Adler: Wie erlebst du euer Jüdisches Leben in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main?

Julia Davidovski: Im Februar 2012 ist unser Sohn Ben Nathaniel geboren. Übersetzt heißt es „Sohn von G'tt gegeben“. Mit seiner Geburt und dem Besuch des jüdischen Kindergartens bin ich mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main in Kontakt gekommen. Ich habe dort viele jüdische Familien kennengelernt und konnte unser jüdisches Leben genießen. Drei Jahre später kam unsere Tochter Sophie Liel zur Welt. Übersetzt heißt der Name, „die Weise zu mir von G'tt“. Auch sie ging in unseren Kindergarten. 2019 kam unser drittes Kind zur Welt, Liron Samuel. Sein Name heißt „meine Freude von G'tt erbeten“. Ich wollte schon immer drei Kinder und bin sehr dankbar und glücklich, dass uns der liebe G'tt diesen Wunsch erfüllt hat. Auch Liron geht in den Kindergarten der Gemeinde. Die beiden großen, Ben und Sophie, besuchen die I.E. Lichtigfeld-Schule, unsere jüdische Schule.

Wir haben eine tolle Gemeinde, mit Krippe, Kindergarten, Grundschule und Gymnasium. Alles an einem Ort. Die Gemeinde ist eine Einheit. Ich bin sehr in der Gemeinde integriert, im Elternbeirat des Kindergartens und der Schule. Durch die Kinder erleben wir auch die Feiertage viel intensiver. Wir feiern jeden Freitag Schabbat, meist mit der Familie oder auch mit Freunden. Mein Mann spricht Hebräisch und kann sehr schön beten. Wir vermitteln unseren Kindern jüdisches Leben, das ich als Kind nie hatte. Aber unsere Eltern und Schwiegereltern freuen sich umso mehr, wenn wir gemeinsam Schabbat feiern. Es ist wichtig für uns, den Kindern diese jüdischen Werte zu zeigen.

Sharon Adler: Welche jüdischen Werte und Traditionen möchtest du an du an deine Kinder weitergeben?

Julia Davidovski: Mir ist wichtig, eine gute jüdische Mama zu sein, die immer für ihre Kinder da ist und ihnen ein warmes Zuhause gibt. Die sie zu Bescheidenheit, Respekt, Geduld, aber auch zu Selbstbewusstsein erzieht. Durch meine WIZO-Arbeit vermittele ich meinen Kindern, dass wir nicht nur für uns selbst, sondern auch für die anderen etwas Gutes tun sollen. Mir ist es wichtig, ihnen diese Mitzwot mitzugeben.

Interner Link: Zur Vita von Julia Davidovski >>

Zitierweise: Julia Davidovski: „Kinder sind unsere Zukunft“, Ein Gespräch mit der Controllerin und Schatzmeisterin der Women's International Zionist Organisation (WIZO) in Frankfurt am Main und Präsidiumsmitglied von WIZO Deutschland, in: Deutschland Archiv, 19.9.2022, Link: www.bpb.de/513183

Ergänzend:

Zu weiteren Portraits im Rahmen der Serie Externer Link: "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"

Fussnoten

Fußnoten

  1. https://wizo-ev.org/vips/prasidentinnen-2/

  2. https://wizo-ev.org/projekte/, zuletzt aufgerufen am 18.9.2022.

  3. Siehe https://wizo-ev.org/projekte/hadassim/, zuletzt aufgerufen am 19.9.2022.

  4. Siehe https://wizo-ev.org/projekte/tel-aviv/, zuletzt aufgerufen am 19.9.2022.

  5. Siehe https://www.oszhandel.de/, zuletzt aufgerufen am 19.9.2022.

  6. Siehe https://www.hwr-berlin.de/, zuletzt aufgerufen am 19.9.2022.

  7. Der Dokumentarfilm „Das Gewissen ruft“ von Martin Höcker erzählt die Geschichte der ZWST. https://zwst.org/de/node/138, zuletzt aufgerufen am 4.7.2022.

  8. Siehe: https://zwst.org/sites/default/files/2021-07/zwst-100-jahre-chronik-RZ-update-web.pdf, zuletzt aufgerufen am 1.7.2022.

  9. 1804 hat Mayer Amschel Rothschild das „Philanthropin“ in Auftrag gegeben. Im Geist der Aufklärung und Emanzipation stand dabei die Idee einer säkularen jüdischen Bildung. Im Sinne der Gleichstellung war das Philanthropin eine der ersten Schulen, in der auch Mädchen unterrichtet wurden. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden 1937 zwei Klassen eingerichtet, in denen anstelle des deutschen Abiturs die Cambridge School Certificate Examination abgelegt werden konnte. Auch der Werk- und der Sportunterricht wurden intensiviert. Die Schüler:innen wurden so auf die Auswanderung nach England und Israel vorbereitet. 1939 fand die letzte Abiturprüfung statt. 1954 wurde das Philanthropin wieder in die Hände der Jüdischen Gemeinde übergeben. Am 18. April 1966 wurde in Frankfurt am Main die erste jüdische Schule in Deutschland nach der Shoah eröffnet. Sie wurde nach ihrem Mitinitiator, Rabbiner Isaak Emil Lichtigfeld, benannt und trug den Namen I. E. Lichtigfeld-Schule. Die staatlich anerkannte Privatschule erhielt die staatliche Anerkennung und unterrichtete nach einem vom Hessischen Kultusministerium festgelegten und verbindlichen Lehrplan, auf dem zusätzlich die Fächer Hebräisch und Religion standen. Am 9. Februar 2004 übergab Oberbürgermeisterin Petra Roth bei einem Festakt das Philanthropin-Gebäude symbolisch an den Gemeindevorsitzenden Salomon Korn. https://lichtigfeld-schule.de/, zuletzt aufgerufen am 4.7.2022.

  10. Siehe: https://jg-ffm.de/de/erziehung-jugend, zuletzt aufgerufen am 19.9.2022.

Lizenz

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Weitere Inhalte

Julia Davidovski, als Julia Resser am 15. Oktober 1977 in Moskau geboren, kam 1991 mit ihrer Familie nach Berlin, wo sie 1997 am „Oberstufenzentrum Handel 1“ ihr Fachabitur machte. Von 1997-2001 studierte sie BWL mit Schwerpunkten Rechnungswesen und Controlling an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin (FHW), die sie mit dem Diplom als Kauffrau abschloss. Von 2001 bis 2006 arbeitete sie als Wirtschaftsprüferassistentin bei PricewaterhouseCoopers (PwC) und von 2006 bis 2009 als Finance Managerin bei der SHF AG. 2009 heiratete sie und zog nach Frankfurt am Main. 2009 bis 2011 war sie bei der DQS GmbH und DQS Holding im Bereich Controlling sowie Konzernabschluss tätig. 2012, 2015 und 2019 kamen ihre Kinder zur Welt. Ab 2020 ist sie als Controllerin bei den Hausverwaltungsgesellschaften ihres Mannes tätig. Seit 2015 engagiert sie sich ehrenamtlich im Vorstand der Women's International Zionist Organisation (WIZO)-Gruppe Frankfurt, seit 2019 ist sie Mitglied im Präsidium der WIZO Deutschland sowie Schatzmeisterin der WIZO Frankfurt und der WIZO Deutschland.

geboren 1962 in West-Berlin, ist Journalistin, Moderatorin und Fotografin. Im Jahr 2000 gründete sie das Online-Magazin und Informationsportal für Frauen AVIVA-Berlin, das sie noch heute herausgibt. Das Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und über jüdisches Leben zu berichten. Sharon Adler hat verschiedenste Projekte zu jüdischem Leben in Deutschland für unterschiedliche Auftraggeber/-innen umgesetzt und auch selbst Projekte initiiert wie "Schalom Aleikum“, das sie zur besseren Verständigung von Jüdinnen und Muslima entwickelte. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 initiierte sie das Interview- und Fotoprojekt "Jetzt erst recht. Stop Antisemitismus". Hier berichten Jüdinnen und Juden in Interviews über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus in Deutschland. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Für das Deutschland Archiv der bpb betreut sie die Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"