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Deidre Berger: „Die Ausraubung war Teil des Holocausts“ | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 50 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Im zweiten Kriegsjahr Zeitenwende – Zeit der Verantwortung Müde werden darf Diplomatie nie Sprachlosigkeiten Wie ist dieser Krieg zu deeskalieren und zu beenden? Teil 1 Als Brückenbau noch möglich war Der Krieg in der Ukraine als neuer Horizont für politische Bildung und Demokratiepädagogik Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 31 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Vier Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Nicht nur Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Der Überläufer Der Überläufer (Teil IV) Der Deal mit "Schneewittchen" (I-IV) Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2023 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen „9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet" Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Freundesverrat Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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Deidre Berger: „Die Ausraubung war Teil des Holocausts“ Vorstandsvorsitzende der Jewish Digital Recovery Project Foundation

Deidre Berger Sharon Adler

/ 30 Minuten zu lesen

Deidre Berger spricht über ihre journalistische Arbeit in Deutschland in den 1980er-Jahren, über ihre Aufgaben als Direktorin des AJC Berlin und die Restitution geraubten jüdischen Eigentums.

Deidre Berger kam 1984 als junge Journalistin nach Deutschland. Von 2000 bis 2020 war sie Direktorin des Lawrence und Lee Ramer Institute for German-Jewish Relations des AJC Berlin und Senior European Affairs Advisor des AJC Europe. Sie engagiert sich in zahlreichen Organisationen, u.a. dem Tikvah Institut für Demokratie und gegen Antisemitismus. Deidre Berger ist seit 2021 Vorstandsvorsitzende der Jewish Digital Recovery Project Foundation (JDCRP). Deidre Berger: „Die Ausraubung war ein Teil des Holocausts. Das wurde bislang viel zu wenig verstanden und erforscht.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2023)

Von den USA nach Deutschland. Sichtbarmachung jüdischer Perspektiven im transatlantischen Kontext

Sharon Adler: Du bist in St. Louis (USA) aufgewachsen und in einem traditionellen jüdischen Elternhaus großgeworden. Mit welchen Gefühlen bist du 1984 nach Deutschland gekommen und wie hat deine Familie darauf reagiert? Gibt es einen familienbiographischen Bezug zu Deutschland?

Deidre Berger: In meiner Familie gab es keine Verbindungen nach Deutschland, meine Eltern und meine Urgroßeltern stammen wie viele jüdische Menschen in den USA aus Osteuropa. Dennoch waren die Vorbehalte gegenüber Deutschland groß und reichten bis zur Ablehnung. Wie viele andere auch wollten meine Eltern zum Beispiel keine deutschen Produkte kaufen. Deswegen war für mich als junge Journalistin nach Deutschland zu kommen die Idee zwar verlockend, aber ich kam auch mit einem Gefühl der Beklemmung. Dass Köln in der Nähe von Belgien und Frankreich liegt, hat mich sehr beruhigt.

Sharon Adler: Als Auslandskorrespondentin hast du 15 Jahre lang über deutsche und europäische Angelegenheiten berichtet. 1996 hast du für das National Public Radio den Beitrag „Goldhagen Does Germany“ produziert. Welche Reaktionen gab es damals auf die Lesereise anlässlich der siebten Auflage des Buchs von Daniel Jonah Goldhagen?

Deidre Berger: Ich war schon einige Jahre in Deutschland, als die Kontroverse über das Goldhagen-Buch aufkam, daher war ich nicht überrascht. Ich wusste, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nicht sehr intensiv war, denn seit meiner Ankunft habe ich als Journalistin viele persönliche Geschichten von nichtjüdischen Deutschen über den Zweiten Weltkrieg gehört. Auch deren Perspektive zu erfahren, war mir sehr wichtig. Trotz der beeindruckenden Rede von Richard von Weizsäcker im Jahr 1985, in der er von Verantwortung sprach, haben sich viele Deutsche durch das Goldhagen-Buch persönlich angegriffen gefühlt. Das habe ich in meinen Interviews immer wieder herausgehört. Als ich ihn auf seiner Lesereise gehört habe, konnte ich mir vorstellen, dass das, was er in seinem Buch manchmal etwas spitz formuliert hat, nicht jedem gut gefallen hat. Aber manchmal muss man die Argumente zuspitzen, um andere wachzurütteln. Ich glaube, es war ein wichtiger Teil eines Prozesses, der noch andauert, und es hat vielen geholfen zu verstehen, dass es nicht nur eine kleine Gruppe von 200 Menschen war, die den Holocaust zu verantworten hatte. Denn es waren sehr, sehr viele, die das toleriert und mitgemacht haben, indem sie sich nicht dagegengestellt haben.

Sharon Adler: Das Buch von Goldhagen ist viele Jahre nach der Ausstrahlung der US-Serie „Holocaust“ erschienen. Was hat das im Bewusstsein und Verständnis der nichtjüdischen Zivilgesellschaft in Deutschland verändert?

Deidre Berger: Es gab mehrere Stufen dieses Veränderungsprozesses. Der erste Schritt in diese Richtung war die Ausstrahlung der US-Serie Holocaust, mit der eine große Öffentlichkeit erreicht wurde. Als ich nach Deutschland kam, fiel mir auf, dass die nichtjüdische Zivilgesellschaft mit ihren eigenen Verlusten während des Krieges beschäftigt war. Ich habe damals auch erlebt, dass mir einfache Soldaten der Wehrmacht erzählt haben, dass sie erst nach dem Krieg vom Ausmaß des Holocaust erfahren haben. Die Holocaust-Serie war ein erster Anfang, und danach waren das Goldhagen-Buch und einige andere Debatten sehr wichtig. In dieser Zeit hielt Martin Walser 1998 seine Rede in der Frankfurter Paulskirche, in der er behauptete, deutsche Intellektuelle würden Auschwitz in ihrer „ständigen Erinnerung daran“ instrumentalisieren und es als eine „Moralkeule“ einsetzen, „um sich dadurch in ihren eigenen Schuldgefühlen zu entlasten“. Ignatz Bubis, der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, war bei der Veranstaltung dabei. Er hat darauf reagiert und sich der Aufgabe gestellt, in zahlreichen Streitgesprächen und Interviews klarzumachen, was daran problematisch war. Es gab damals kaum Unterstützung für ihn und seine mehr als berechtigte Kritik, während Walser viel Zustimmung bekam. Das hat mich entsetzt und sehr getroffen. Über diese Debatten haben die Feuilletons der Medien damals ausführlich berichtet.

Sharon Adler: Wie hast du die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, der Post-Shoah-Zeit und mit jüdischen Themen im gesamtgesellschaftlichen Kontext wahrgenommen?

Deidre Berger: Es war eine sehr widersprüchliche Auseinandersetzung. Ich habe im Großen und Ganzen wenig Selbstreflexion von „normalen“ Deutschen über ihre Rolle während der NS-Zeit gehört. Andererseits habe ich viele engagierte Aktivist*innen, Menschen in verschiedenen Zusammenhängen, kennengelernt, die sich mit der jüdischen Geschichte beschäftigt haben und dadurch erfahren, dass es doch etwas mehr inneren Widerstand gegen das Nazi-Regime gegeben hat, als ich dachte. Das hat meine Sicht etwas differenziert, als ich gesehen habe, dass sich die Deutschen zwar mit der NS-Zeit noch nicht wirklich konfrontiert haben, aber dass es Leute gibt, die sich damit ernsthaft auseinandersetzen. Das fand ich sehr positiv.

Sharon Adler: 1989 hast du für das National Public Radio über den Fall der Berliner Mauer berichtet. Wie hast du persönlich - aus jüdischer Sicht - die Wendezeit erlebt?

Deidre Berger: Vor der Wende, 1985, habe ich versucht, ein DDR-Visum zu bekommen, weil ich einen Rundfunkbeitrag über die Bombardierung von Dresden machen wollte und selbst von dem Ort aus berichten wollte. Obwohl ich das Visum nicht bekommen habe, gelang es mir, einige Zeitzeug*innen zu finden. Durch die Gespräche mit ihnen habe ich erfahren, dass es in Ostdeutschland häufig eine totale Ablehnung der Verantwortung für den Holocaust gab.

Und zum Mauerfall: Ich hatte das Glück, in dieser Nacht in Berlin gewesen zu sein. Es war überwältigend. Die Freudentränen habe ich nicht geteilt, aber ich konnte die unglaublichen Emotionen der Menschen sehr gut nachvollziehen. Trotzdem war da immer dieses Gefühl, ob das gut gehen und was passieren würde. An dem Abend wussten wir zwar nicht, dass Deutschland vereinigt wird, aber dass sich etwas Grundlegendes in der Geopolitik verändert, das war klar. Es waren verwirrende Emotionen an diesem Abend: Freude, gemischt mit Ängsten, Zweifeln, Befürchtungen.

Sharon Adler: Gab es in deinem jüdischen Umfeld Stimmen, die diese Befürchtungen vor einem neu aufkommenden Nationalismus ausgesprochen haben?

Deidre Berger: Absolut. Die Sorge der jüdischen Gemeinschaft vor einem Deutschland, das militaristisch und nationalistisch wird, war sehr stark. Ich habe mit einigen Menschen gesprochen, die sich fragten, ob sie weiterhin in Deutschland leben könnten. Sie hatten Angst davor, dass der Antisemitismus wieder in großem Ausmaß präsent sein würde. Sie haben sich bis dahin geschützt gefühlt, weil sie auf der anderen Seite der Mauer gelebt haben.

Die Mauer war die Garantie, dass sich Westdeutschland in den Westen integriert. Aber andererseits mussten diejenigen, die im Westen wie im Osten groß geworden sind, auch erleben, dass die Verantwortung für den Holocaust nur teilweise übernommen wurde, meist aus einem Pflichtgefühl heraus. Für viele Juden und Jüdinnen, die hier aufgewachsen sind, gab es ein Gefühl der Unsichtbarkeit. Solange man nichts gesagt hat und unter sich geblieben ist, war alles okay. Aber wenn man die jüdische Stimme zu sehr erhob, kam gleich die Sorge auf, was das für die jüdische Gemeinschaft bedeuten würde.

Deswegen war diese Nacht für fast alle in der jüdischen Welt, mit denen ich damals und später gesprochen habe mit sehr gemischten Gefühlen verbunden. Leider hat der Antisemitismus danach stark zugenommen. Es gab zwar die Mauer nicht mehr, aber eine Mauer in den Köpfen. Damit leben wir noch bis heute, und das wird leider immer stärker, wenn wir an die extreme Rechte denken.

Deidre Berger anlässlich des ersten öffentlichen Wertedialogs von FORUM DEMOKRATIE e.V. im Foyer des Humboldt Forums im Rahmen des Berliner Wochenendes für Demokratie am 19. März 2023. Deidre Berger: „Demokratieverständnis und die Grundwerte unserer liberalen Gesellschaften sind zentral für die Bekämpfung von Antisemitismus.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2023)

Es ist interessant, dass auch meine Freundinnen aus anderen Herkunftsländern am Abend des Mauerfalls große Angst hatten. Wir waren nicht die Einzigen, die besorgt waren.

Die Zeit beim American Jewish Committee (AJC) in Berlin und beim AJC Europe

Sharon Adler: 1999 kamst du zum American Jewish Committee (AJC) Berlin und warst ab 2000 bis 2020 Direktorin des Lawrence und Lee Ramer Institute for German-Jewish Relations des AJC Berlin und Senior European Affairs Advisor des AJC Europe. Das AJC als Dachorganisation ist Mitglied der Claims Conference. Was waren die drängendsten Themen, denen du damals begegnet bist?

Deidre Berger: Als ich zum AJC gekommen bin, waren die Nachwirkungen des Mauerfalls noch sehr präsent sowie der stärker werdende Antisemitismus und Rassismus. Außerdem standen die zukünftige politische Rolle von Deutschland in Europa, die Beziehung zu den USA und immer wieder die Beziehung zu Israel im Fokus. Der Iran und Deutschlands Unterstützung für Nahost-Regime spielten unter anderem auch eine große Rolle. Außerdem ging es um die – für das damalige Verständnis – große Zahl an Flüchtlingen, die nach Deutschland kamen, und wie man sie integriert.

Sharon Adler: Welche Projekte hast du während deiner Zeit beim AJC initiiert und betreut?

Deidre Berger: Es hat angefangen mit den großen Themen Antisemitismus und Rechtsextremismus und der Frage, wie wir insbesondere junge Leute erreichen können. Uns war klar, dass das Basisarbeit war, denn auch wenn Deutschland schon eine gefestigte Demokratie war – die NS-Zeit war ja noch nicht so lange her. Wir wussten, dass es Programme und Ideen aus den USA gab, die wir adaptieren konnten. Das AJC hat zusammen mit LISUM, dem Landesinstitut für Schulen und Medien in Berlin und Brandenburg, und dem Berliner Senat das Demokratiebildungs-Programm „Hands Across the Campus“ neu konzipiert, auf der Basis eines AJC-Programms, das 1980 in Los Angeles entstanden ist. Konzipiert wurde es als ein Grundwerteprogramm, das sich mit Themen der Gegenwart beschäftigt, um jungen Leuten zu helfen, Multiperspektivität zu verstehen, sich füreinander und für die Gesellschaft zu engagieren. Beide ProgrammeExterner Link: „Hands Across the Campus“ und Externer Link: „Hands for Kids“ werden in Berlin an Ober- und Grundschulen immer noch genutzt und sind über die Externer Link: Website der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik zugänglich.

Wir haben erkannt, was gefehlt hat: Eine zentrale Instanz, um die verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen zusammenzubringen. Daher haben wir ein Tolerance-Education-Netzwerk ins Leben gerufen. Später dann die „Taskforce Education on Antisemitism“. Das war wichtig und hat einiges gebracht. Wir haben auch sehr früh Netzwerke etabliert, um Stimmen von Minderheiten mehr in das Zentrum der Gesellschaft zu rücken. Dazu gehörte auch der „Politische Salon,“ den Cem Özdemir und ich gegründet haben, sowie ein von AJC Berlin initiierter jüdisch-türkischer Gesprächskreis. Das spielte für die Beteiligten eine wichtige Rolle. Es gibt heute viele solche Initiativen, aber zu der Zeit, als wir sie gegründet haben, war das etwas Besonderes.

Später haben wir mit Hilfe des Deutschen Bundestags und des Auswärtigen Amtes das „Protecting Memory-Projekt“ ins Leben gerufen. Es sah vor, Gedenkstätten an Orten der Massenerschießungen in der Ukraine zu errichten, mit Informationstafeln über das ehemals jüdische Leben in den später durch die Nationalsozialisten und ihre Helfer*innen vernichteten Gemeinden. Um das umsetzen zu können, haben wir eine internationale Taskforce zusammengestellt und haben an fünf verschiedenen Orten in der West-Ukraine unter anderem mit Bildungsprogrammen für lokale Lehrer*innen gestartet, die wiederum mit ihren Schüler*innen gearbeitet haben, und wir haben die Beteiligten an diesen Orten vernetzt. Diese Pilotphase, vom AJC koordiniert, wurde 2015 fertiggestellt. Es war das erste Mal, dass dieses Thema breiter in die Öffentlichkeit getragen wurde. Sowohl in der Ukraine als auch – was fast noch wichtiger war – in Deutschland.

Dann hat der Vorstand der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Deutschland das Programm übernommen und bis zum Krieg in der Ukraine weitere Gedenkstätten aufgebaut und betreut. Jetzt gibt es ein virtuelles Netzwerk von verschiedenen Gedenkorten.

Außerdem haben wir eine besondere und langjährige Beziehung zur Bundeswehr aufgebaut und unter anderem Reisen für Offiziere nach Israel organisiert.

Wir leisteten viel Arbeit im transatlantischen Bereich, sowohl im Bereich deutsch-israelische Beziehungen, etwa durch Austauschreisen für Entscheidungsträger*innen, Konferenzen, Gesprächskreise, und gemeinsam verfasste Artikel. Außerdem haben wir viele Netzwerke etabliert und Partnerschaften mit Stiftungen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteur*innen aus der Politik und Regierung. Das AJC ist überparteilich, was sehr wichtig ist. Als amerikanisch-jüdische Organisation konnten wir die jüdische Gemeinschaft in Deutschland gut erreichen und ihre Anliegen unterstützen. Das AJC wurde hauptsächlich von Juden und Jüdinnen deutscher Herkunft gegründet. Daher ist den amerikanischen Juden der deutsch-jüdische Dialog bis heute sehr wichtig. Es ist ein Teil unserer gemeinsamen jüdischen Geschichte.

Deidre Berger war von 2000 bis 2020 Direktorin des Lawrence und Lee Ramer Institute for German-Jewish Relations des AJC Berlin und Senior European Affairs Advisor des AJC Europe. Deidre Berger: „Das AJC wurde hauptsächlich von Juden und Jüdinnen deutscher Herkunft gegründet. Daher ist den amerikanischen Juden der deutsch-jüdische Dialog bis heute sehr wichtig.“ (© American Jewish Committee Berlin, Foto: Amin Akhtar, 2013)

Sharon Adler: In deiner Broschüre „AJC and Germany: History in the Making 1945 - 2020“ berichtest du über bedeutende historische Ereignisse und deren Einfluss auf die jüdische Gemeinschaft. Worin siehst du heute Erfolge, aber auch mögliche Defizite oder Intensivierungsbedarfe in der Stärkung der amerikanisch-deutsch-israelischen Beziehungen und der Festigung der transatlantischen Partnerschaft?

Deidre Berger: Dass man sich in Deutschland mehr mit dem Holocaust beschäftigt, ist ein Fortschritt. Trotzdem darf man die Zeichen von immer häufiger vorkommender Holocaustrelativierung und Verharmlosungen nicht übersehen. Es gibt eine Vielzahl von wichtigen gesellschaftlichen Themen, die wir anstoßen konnten: über transatlantische und jüdische Themen bis hin zu Osteuropa und Nahost. Ich glaube, wir haben gute Kooperationen auf den Weg gebracht.

Was mich am meisten in dieser Zeit beeindruckt hat, war die wachsende Zahl von zivilgesellschaftlichen Organisationen. Insgesamt spielt Deutschland in dieser Hinsicht eine vorbildliche Rolle, auch international. Deutschland konnte nach 1945 zwar eine Demokratie wiederaufbauen, doch der Beitrag der jüdischen Philanthrop*innen fehlt bis heute. Juden und Jüdinnen waren vor 1933 im sozialen, im politischen und im Kulturbereich außerordentlich engagiert und haben in großer Zahl Stiftungen und Organisationen gegründet. Das ist nicht wieder herstellbar. Es wurde ein Stück deutsche Geschichte vernichtet.

Sharon Adler: Gibt es bestimmte historische Ereignisse oder Programme des AJC, die du in dem Kontext hervorheben möchtest?

Deidre Berger: Im Jahr 2006 gab es eine gemeinsame Externer Link: Konferenz über die von der iranischen Regierung propagierte Holocaustleugnung, die von uns initiiert und von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgerichtet wurde. Sie fand parallel zu dem grotesken iranischen „Wettbewerb“ für Karikaturen über den Holocaust statt. Wir haben auch auf Bundesebene immer wieder auf problematische und antisemitische Organisationen aufmerksam gemacht, auf Widersprüche und auf Konsequenzen in der Politik hingewiesen und Ursachenforschung betrieben. So haben wir gegen den unsäglichen Al-Quds-Aufmarsch protestiert und strengere Auflagen gegen antisemitische Parolen und Plakate bewirken können. In Berlin haben wir mehrere Jahre lang mit der Polizei und der Bundeswehr Seminare über jüdisches Leben und Antisemitismus vorbereitet und durchgeführt.

Restitution. Washingtoner Erklärung. Luxemburger Abkommen. Das Jewish Digital Cultural Recovery Project

Sharon Adler: In deine Amtszeit beim AJC Berlin und AJC Europe fielen der 50. Und der 60. Jahrestag des Luxemburger Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland, dem Staat Israel, und der Claims Conference vom 10. September 1952. Was sind für dich die wichtigsten Punkte der Vereinbarungen des Abkommens, welche Programme, die dem Abkommen im Laufe der Jahre folgten, möchtest du hervorheben?

„70 Jahre Luxemburger Abkommen“. Dokumente von Korrespondenzen und Berichten der Jewish Claims Conference und der Bundesrepublik Deutschland aus dem Jahr 1952. Die Fotos wurden anlässlich der Gedenkveranstaltung im September 2022 zum 70. Jahrestag der Unterzeichnung des Luxemburger Abkommens im Jüdischen Museum zu Berlin aufgenommen. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Deidre Berger: Das Abkommen hat es ermöglicht, dass Israel eine Infrastruktur aufbauen konnte, denn es war nach den Kriegen, die mehrere arabische Länder nach der Unabhängigkeit gegen Israel geführt haben, fast pleite. Die Haltung der Menschen gegenüber dem Geld aus Deutschland war ambivalent, was sehr verständlich ist, aber es war lebenswichtig. Das Abkommen stellte aber auch den Anfang von der Anerkennung des Leids, das die Überlebenden erlitten hatten, dar. Als Mitglied der Claims-Conference hat das AJC in der Frage der Entschädigung eine wichtige Rolle gespielt. Das AJC hat mit einer sehr guten Kampagne auch dazu beigetragen, dass osteuropäische Holocaust-Überlebende eine kleine Rente erhielten, und gemeinsam mit der Claims Conference nach dem Mauerfall dafür gesorgt, dass die Überlebenden in die Abkommen mitaufgenommen wurden.

Ich glaube, das Verhandlungsgeschick meines Kollegen beim AJC, zusammen mit weiteren jüdischen Vertreter*innen und Holocaust-Überlebenden, hat bei verschiedenen Aspekten von Entschädigungsfragen sehr geholfen. In den vergangenen Jahren insbesondere beim Thema Homecare, weil die Überlebenden immer älter werden und eine andere Art von Hilfe brauchen. In den 1990er-Jahren wurde auch die Sklavenarbeit in den Blick genommen. Ein paar große Firmen waren bereit, ihre Zwangs- und Sklavenarbeiter*innen zu entschädigen. Aber das war oft zu spät für individuelle Entschädigungen, weil viele schon gestorben waren, oder nicht ausfindig gemacht werden konnten, oder die Überlebenden Nachweise über ihre beruflichen Qualifikationen und Abschlüsse oftmals nicht vorweisen konnten.

Nach Jahren zäher Verhandlungen haben die Bundesregierung und Vertreter der deutschen Industrie ein Abkommen mit jüdischen Organisationen unterzeichnet, das eine individuelle Entschädigung für ehemalige NS-Sklaven- undExterner Link: Zwangsarbeiter*innen weltweit garantiert hat. Die Verhandlungen über deren Entschädigungen habe ich schon sehr früh in meiner journalistischen Arbeit aufgegriffen, weil ich es entsetzlich fand, dass man für sie immer noch keine Entschädigungen gezahlt hatte. Es war vor allem wichtig, eine Art moralische Gerechtigkeit für die Menschen, die gelitten hatten, herzustellen. Das Finanzielle war mehr symbolisch.

Eine wichtige Grundlage für die Unterzeichnung des Abkommens war eine Liste des AJC-Berlin über Hunderte von Firmen in Deutschland, die Zwangs- und Sklavenarbeiter*innen beschäftigt hatten. Diese Liste habe ich sofort nach meinem Arbeitsantritt beim AJC initiiert, in der Hoffnung, das große Schweigen in Deutschland über das Thema durchbrechen zu können.

Und tatsächlich hat die Liste mit einem Schlag das Tabuthema in die Nachrichten gebracht. Sie wurde am gleichen Tag im Tagesspiegel und in der TAZ veröffentlicht und machte damit auch klar, dass die Menschen durchaus gewusst haben müssen, was vor ihren Augen passiert ist. Dass Menschen unter unmenschlichen Bedingungen als Gefangene leben und arbeiten mussten, war überall sichtbar und kein Geheimnis.

Sharon Adler: Du bist seit 2021 Vorstandsvorsitzende der Jewish Digital Recovery Project Foundation (JDCRP), deren Ziel die Schaffung einer zentralen digitalen Plattform und Archivdatenbank von geraubten Kulturgütern aus ehemals jüdischem Besitz ist. Von wem und mit welchem Ziel wurde das JDCRP ins Leben gerufen?

Deidre Berger ist seit 2021 Vorstandsvorsitzende der Jewish Digital Recovery Project Foundation (JDCRP), deren Ziel die Schaffung einer zentralen digitalen Plattform und Archivdatenbank von geraubten Kulturgütern aus ehemals jüdischem Besitz ist. Am 21. Februar 2023 veröffentlichte das JDCRP eine Initialliste mit 2.100 jüdischen Sammler*innen, deren Kunstbesitz von den Nationalsozialisten und ihren Verbündeten gestohlen, konfisziert, zwangsverkauft wurde (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2023)

Deidre Berger: Das JDCRP wurde von der Jewish Claims Conference und von der Commission for Art Recovery ins Leben gerufen. Zuvor hatten sich mehrere Partnerorganisationen, wie Archive und Museen, getroffen, die ein großes Interesse an einer digitalen Plattform zeigten, um Archivmaterial zur Raubkunst zusammenzuführen. Der Wunsch danach wurde bereits während der Washington Conference on Holocaust-Era Assets 1998 geäußert, aber damals gab es die technischen Möglichkeiten noch nicht. Ein Vorläufer war auch die von der Claims Conference initiierte digitale Datenbank ERR Jeu de Paume. Der „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ (ERR) war die größte Rauborganisation der Nazis. Zum Glück für heutige Forschungszwecke und Restitutionsarbeit sind viele Dokumente erhalten geblieben, nicht alles ist bei Kriegsende verloren gegangen. Dadurch können wir mehr über die Menschen erfahren, die ihr Eigentum verloren haben, auch über die Rolle der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und in Europa und über ihren Beitrag zur europäischen Kultur.

Sharon Adler: Bislang gibt es laut der JDCRP und der Claims Conference noch „keinen Überblick über das gesamte Ausmaß der Plünderung von Kulturgütern aus jüdischem Besitz.“ Worin liegen die Herausforderungen diesen Überblick zu schaffen?

Deidre Berger: Wir wissen, dass sechs Millionen Juden und Jüdinnen ermordet wurden – die Frage ist, was mit ihrem Eigentum passiert ist. Und es geht auch um die Millionen Menschen, die fliehen mussten. Die unter unmöglichen Umständen leben mussten, die ihr Eigentum verkaufen mussten, nur um zu überleben oder emigrieren zu können. Deren Besitz beschlagnahmt oder nach den Deportationen zur Finanzierung des Nazi-Regimes veräußert wurde. Die Dimensionen sind unbekannt.

In allen Ländern, wo die Nazis oder ihre Verbündeten waren, wurden Teile oder das gesamte Eigentum von Juden und Jüdinnen geraubt, konfisziert, und dafür benutzt, um an Devisen und Eigentum zu kommen. Wir reden von Kulturobjekten, von Kunstwerken, von Büchern, von Archiven, auch von geistigem Eigentum. Es geht nicht immer um den monetären Wert, sondern um alle Art von Objekten, die für uns in unserem Alltagsleben wichtig sind und die eine Rolle in unserer Kultursphäre spielen. Außerdem waren sehr viele jüdische Menschen leidenschaftliche Sammler*innen, Kunsthändler*innen oder Künstler*innen. Sie alle haben die Kulturwelt nachhaltig beeinflusst.

Die Nazis waren so gut organisiert, dass sie schon am gleichen Abend, als sie in Wien und in Paris einmarschiert sind, in den Wohnungen von jüdischen Sammler*innen waren, um damit anzufangen Inventur zu machen. Und in den Tagen danach damit anfingen, wertvolle Objekte zu beschlagnahmen. Aber wichtig ist, dass die meisten Menschen nicht reich und vermögend waren, sondern aus bürgerlichen Familien oder aus der Mittelschicht, die vielleicht einige Dinge hatten, die nicht von großem Wert waren, aber kulturell wertvoll. Auch mit Blick auf Judaica, jüdische Schriften und Ritualgegenstände, ist es sehr wichtig, herauszufinden, was damit passiert ist, weil gerade diese Objekte einen besonderen emotionalen Wert für vielen Familien haben. Und gerade, weil wir noch nicht genau wissen, über welche Dimensionen wir reden, müssen wir anfangen. Wir beginnen mit dieser digitalen Plattform, um so möglichst viele Informationen aus Archivbeständen zusammenzubringen. Ich glaube, dadurch werden die Forschenden eine wichtige wissenschaftlichen Basis bekommen, für vertiefende Recherchen über den Umfang der geraubten Gegenstände zu bekommen.

Sharon Adler: Inwieweit kann die JDCRP-Datenbank auch für Bildungszwecke zur Vermittlung von Wissen über Ausraubung und Restitution genutzt werden; sind Forschungs- und Bildungsprojekte geplant? Deidre Berger: Wir haben drei Schwerpunkte. Erstens, die Dokumentation, das Zusammentragen von Archivmaterial über den Raub auf einer zentralen digitalen Plattform, was in Bezug auf die Suchmöglichkeiten mittels Querverweisen große Verbesserungen bietet. Zweitens geht es um die Forschung. Dazu werden modellhaft Forschungsprojekte angeregt, die verschiedene Aspekte und die Mechanismen dieses Raubs aufzeigen, um neue Erkenntnisse über Raubkunst zu vermitteln. Damit man besser verstehen kann, wie es möglich war, wer das initiiert, wer mitgemacht und sich bereichert hat, wer was verloren hat und welche Bedeutung es für diejenigen hatte, die verfolgt wurden. Es gibt so viele Fragen.

Die Provenienzforschung in diesem Bereich hat erst in den letzten zehn Jahren an Fahrt gewonnen. Relativ gesehen gibt es sehr wenige restituierte Fälle. Die Alliierten haben nach dem Krieg einige Hunderttausend Kunstwerke in Nazi-Depots gefunden, die sie an die Herkunftsländer restituiert haben, wenn sie sie ausfindig machen konnten. Aber oft sind sie in Museen oder in staatlichem Besitz geblieben. Viele von den geraubten Objekten bleiben verschollen, verschwunden, sind vernichtet, oder sind in privatem Besitz, wo man kaum Möglichkeiten für Nachforschungen hat.

Über den Umfang der Objekte, die tatsächlich an die Familien zurückgegeben wurde, wissen wir wenig. Für die Überlebenden und ihre Nachfahr*innen sind die Rückgaben besonders wichtig, wenn es vielleicht ein einziges Objekt ist, eine Verbindung zu den Eltern oder den Großeltern, die man nie kennengelernt hat. Plötzlich etwas in den Händen halten zu können, was einmal einem verfolgten und in den meisten Fällen ermordeten Familienmitglied gehörte, ist von ungeheurer Bedeutung. Leider werden die Überlebenden nicht mehr so lange unter uns sein. Über die Objekte kann man von den Opfern und ihrem Schicksal erzählen. Wer waren sie? Wo waren sie? Man kann in diesen Informationen einprägsame Geschichten ausfindig machen und sie zusammensetzen.

Drittens dient JDCRP als Bildungszweck, damit junge jüdische wie nichtjüdische Menschen neue Wege finden, um etwas über den Holocaust zu erfahren. Um besser zu verstehen, wer diese jüdische Familie war, die vielleicht in ihrer Straße gelebt hat und was mit ihnen und ihrem Besitz passiert ist. Anhand der Objekte kann man den Beginn des Genozids an den Juden und Jüdinnen gut nachzeichnen, weil die Ausraubung eine gezielte Art des Auslöschens von Identität, Geschichte und Kultur durch die Nazis war, bevor sie die Menschen ermordet haben. Die Ausraubung war ein Teil des Holocausts. Das wurde bislang viel zu wenig verstanden und erforscht.

Sharon Adler: Die Stiftung Jewish Digital Cultural Recovery Project (JDCRP) hat am 21. Februar 2023 eine Initialliste mit 2.100 jüdischen Sammler*innen veröffentlicht, deren Kunstbesitz von den Nationalsozialisten und ihren Verbündeten gestohlen, konfisziert, zwangsverkauft wurde. Wie und von wem wird die Liste weitergeführt und erweitert?

Deidre Berger: Die Initialliste war in dem Sinne keine originäre Forschung. Sie ist aus existierenden Informationen von bestehenden Datenbanken, zum Teil von Partnerorganisationen wie dem Prager Documentation Center for Property Transfers of the Cultural Assets of WWII Victims zusammengestellt. Die Veröffentlichung zeigte umgehend Wirkung; zum Beispiel hat das Landesarchiv in Brandenburg in seine Akten geschaut und uns ergänzende Informationen geschickt. Das machen auch andere Organisationen und Einzelpersonen. Diese Dynamik wollten wir auslösen und einen zentralen Ort schaffen, wo jede/r den verlorenen Besitz der jüdischen Sammler*innen einsehen kann. In unserer Liste geht es bislang um acht europäische Staaten, und wir sind dabei, sie durch den Austausch mit Forscher*innen auszubauen. Wir können heute noch nicht absehen, wie umfangreich das wird, aber ein Anfang ist gemacht, und das ist wichtig. Nun werden hoffentlich Forscher*innen, Student*innen oder Familien den Spuren nachgehen können. Auch das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste erstellt eine ausführliche Liste mit Informationen aus ihrer Forschungsdatenbank Proveana über deutsche Sammler*innen. Wir werden im Laufe des Jahres 2023 eine Initialliste mit Namen von verfolgten jüdischen Künstler*innen aus Deutschland, Frankreich, und Polen veröffentlichen. Auch diese Liste wird weiter ausgebaut und ständig aktualisiert.

Sharon Adler: Wie könnte es gelingen, die Liste jüdischer Sammler*innen nicht nur der interessierten Fachöffentlichkeit näherzubringen, sondern auch die breite Öffentlichkeit für geraubtes jüdisches Eigentum zu sensibilisieren? Welche öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen sind geplant?

Deidre Berger: An erster Stelle stand lange Zeit vor allem die Entschädigung für die Überlebenden. Es war von großer Bedeutung, den Überlebenden eine moralische Anerkennung ihres Leids zu geben und auch finanzielle Beiträge, die helfen, ihr nach so viel Leid und Trauma häufig besonders beschwerliches Lebensende zu lindern. Erst jetzt kommt der Fokus auf das geraubte Eigentum, zum Teil von der Zweiten und Dritten Generation der Überlebenden der Shoah angetrieben. Für die Claims Conference wird es ein immer wichtigerer Teil ihrer Agenda. Und es ist wichtig, die wenigen Überlebenden und ihre Nachfahr*innen zu erreichen und sie darin zu unterstützen, die Recherche aufzunehmen. Wir haben uns intensiv damit auseinandergesetzt, wie wir die Öffentlichkeit sensibilisieren und dazu bewegen können, Fragen zu stellen, woher Objekte stammen und die Provenienzlücke zu identifizieren. Die JDCRP steht noch am Anfang. Ich glaube, sobald wir auf unserer Plattform anfangen Archivdokumenten zugänglich zu machen, desto mehr Öffentlichkeit werden wir erreichen. Das kann wiederum weitere Information offenbaren.

Sharon Adler: Wie groß ist die Hoffnung, dass sich auch diejenigen melden, die etwas zurückzugeben haben? Glaubst du, dass alle geraubten Kunstgegenstände ihren ursprünglichen Eigentümern zurückgegeben werden können?

Deidre Berger: Das wäre schön, aber diese Hoffnung habe ich leider nicht. Zahlreiche dieser geraubten Gegenstände befinden sich in Privatbesitz und vielen der heutigen Inhaber*innen behauptet weiterhin, dass der Kauf damals legal war. Ich habe dennoch die Hoffnung, dass der Raub jetzt endlich viel breiter in der Öffentlichkeit, den Medien, und im privaten Umfeld diskutiert wird und dass dies Denkprozesse unter Menschen auslöst, die bislang wenig damit zu tun hatten. Auch in der Expert*innenwelt ist die Annährung an dieses Thema relativ neu. Ich habe selbst Kunstgeschichte studiert, aber im Studium in den USA nie etwas darüber gelernt, obwohl ich mich auf moderne Kunst fokussiert hatte. Es ist Teil eines Genozids, wenn Kultur geraubt und vernichtet wird. Leider wiederholt sich das auch heute, zum Beispiel in der Ukraine, wo russische Soldaten und ihre Helfer Museen und Kulturbestände ausräumen. Auch der IS wollte nicht nur die Jesid*innen und andere Minderheiten versklaven, sondern ihre Kultur vernichten und ihre Identität auslöschen. In Syrien wurde ein unvorstellbares Ausmaß an Kulturgut vernichtet und geraubt.

Sharon Adler: Europaweit befinden sich auch heute noch zahlreiche geraubte und unter Zwang verkaufte Kunstgegenstände aus ehemals jüdischem Besitz in den Depots von Museen, an den Wänden großer Häuser oder werden auf Auktionen versteigert. Wie lautet vor dem Hintergrund der „Washingtoner Erklärung“ von 1998, die ja eine rechtlich nicht bindende Übereinkunft ist, deine persönliche Forderung an Politik, Justiz, Zivilgesellschaft?

Deidre Berger: In der Kunstwelt müsste es eigentlich Standard sein, zu jedem Objekt einen lückenlosen Provenienzhintergrund aufzuzeigen. Wenn Objekte Provenienzlücken im Zeitraum von 1933 bis 1945 aufweisen, gibt es eine begründete Vermutung, dass es sich um geraubte Kunst handeln muss. Oder nennen wir es Fluchtgut, wenn es verkauft werden musste. Nach der letzten Externer Link: Koalitionsvereinbarung der Ampel-Regierung hatte ich große Hoffnungen in die Umsetzung der versprochenen Verbesserungen im Feld der Restitution. Leider sehen wir in dieser Richtung bislang keine wirkliche Bewegung. Die Rückgabe beruht auf Freiwilligkeit. Es müssen Formen gefunden werden, wo es juristischen Druck und eine verbindliche gesetzliche Regelung gibt und es ganz klar als Verbrechen bezeichnet wird, geraubte Kunst zu besitzen oder weiterzuverkaufen. Eine solche Regelung würde mit einem Schlag sehr viel bewirken, da bin ich mir sicher.

Sharon Adler: Seit einigen Jahren richten Kulturinstitutionen, darunter die Berlinische Galerie, das Badische Landesmuseum oder die Sammlung Preußischer Kulturbesitz den Blick verstärkt auf mögliche Provenienzen in ihren Sammlungen. Wie beurteilst du das aus deiner Perspektive?

Deidre Berger: Die Bemühungen von Kulturinstitutionen, ihre eigenen Bestände kritischer hinsichtlich möglicher Raubkunst anzuschauen, sind begrüßenswert. Wir hoffen, dass dadurch in der Kunstwelt ein breiteres Umdenken einsetzt. Und man muss sich auch mit der Geschichte von öffentlichen Institutionen während und nach der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Dort sind einige der Täter und Täterinnen des Kunstraubes, die an seiner Organisation beteiligt waren, nach dem Krieg in ihre alten Positionen zurückgekehrt. Sie mussten wenig oder keine Konsequenzen dafür tragen, dass sie Millionen von Menschen ihr Eigentum, ihre Kultur und Geschichte geraubt haben. Darüber, wer und in welchem Ausmaß am NS-Kunstraub beteiligt war, muss unbedingt noch weiter geforscht werden. Eine Gefahr sehe ich darin, dass in einer Zeit wo das Interesse in der Rückgabe von kolonialer Kunst wächst, was für sich ein wichtiges und berechtigtes Anliegen ist, der größte Kunstraub der Geschichte, ausgeführt durch die Nationalsozialisten und ihre Helfer*innen, in den Hintergrund gedrängt wird. Ich hoffe, dass wir da nicht in eine konkurrierende Situation für Ressourcen und öffentliche Aufmerksamkeit kommen. Beide Themen sind von großen historischen Dimensionen und verdienen weit mehr Aufmerksamkeit als sie bislang bekommen haben.

Antisemitismus in Kunst und Kultur heute

Sharon Adler: Zu den Initiativen, in denen du dich engagierst und von denen du einige mitgegründet hast, gehört das Tikvah Institut. Auf eurer Webseite findet sich der Claim: „Wir arbeiten an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis. (…) Wir beziehen jüdische Perspektive ein.“ Was hat euch motiviert, das Institut zu gründen?

Deidre Berger: Der Anstoß für die Gründung war unter anderem die Externer Link: polarisierende Debatte um die Leitung des Jüdischen Museums in Berlin 2019. Unter anderen Vorfällen ging es um die Ausstellung „Welcome to Jerusalem“ und eine geplante Ausstellung über jüdische Kultur im Iran in Kooperation mit der Botschaft der Islamischen Republik Iran. Wir hatten das Gefühl, dass jüdische Perspektiven nur sehr selektiv einbezogen wurden. Außerdem haben wir erkannt, dass es keine Schnittstelle zwischen der akademischen Welt und der breiten Öffentlichkeit gab. Es wurde unter Akademiker*innen zwar vieles diskutiert, aber das fand in einer Art Bubble statt, dabei waren es Themen, die für viele sehr wichtig sind. Um zusätzlich zu öffentlichen Kampagnen auch Forschung zu initiieren, sind wir als Institut Teil eines Forschungsverbundes, um Kern-Curricula für angehende Geschichtslehrer*innen und Polizist*innen zu erstellen. Dabei geht es um Aspekte des jüdischen Lebens, um jüdische Geschichte und den Holocaust, um Israel und Antisemitismus. Das ist bislang nicht formal in die Lehramtsausbildung und auch nicht in der Ausbildung von Polizist*innen integriert. Aber das sind zwei Gruppen, die viel mit Antisemitismus zu tun haben, und die als Staatsbedienstete Werte und Vorstellungen in unsere Gesellschaft tragen müssen. Diese sind manchmal hilflos gegenüber dem Problem Antisemitismus am Arbeitsort, weil ihnen oft das Hintergrundwissen fehlt.

Zusammen mit den Universitäten Tübingen, Bielefeld und Bochum und der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung in Gelsenkirchen haben wir das Projekt EMPATHIA ins Leben gerufen. Das läuft über vier Jahre und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Wir haben auch Konferenzen veranstaltet, zum Beispiel zu den Themen „Zurück nach Aschkenas“ und „Wie deutsch ist jiddisch?“, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass das aschkenasische Judentum in Worms und Speyer entstanden ist. Und dass sich durch die jüdische Einwanderung während der vergangenen dreißig Jahre aus Osteuropa nach Deutschland eine Art deutscher Sprach- und Kulturkreis schließt. „Aschkenas“ bedeutet Deutschland. Jiddisch gehört auch dazu. Das Judentum, und insbesondere das aschkenasische Judentum, gehört als integraler Bestandteil zur deutschen Geschichte. Deswegen finden wir es auch ungerecht, dass jüdische Einwanderer*innen aus der ehemaligen Sowjetunion keine Rente beziehen und von Grundsicherung leben müssen, weil ihre Ausbildungszeit und Arbeitsbiografien in Russland oder in der Ukraine nicht berücksichtigt wurden. Wogegen die ethnisch Deutschen aus Russland (Spätaussiedler*innen) eingebürgert und ihre Abschlüsse anerkannt wurden.

Bei dieser Mischung aus akademischen Informationen und politischen Forderungen ist Tikvah dabei. Wir planen auch Studien über die Auswirkung des Krieges in der Ukraine auf russischsprachige Juden und Jüdinnen in Deutschland, und über Antisemitismus in der Berichterstattung über Israel.

Sharon Adler: Im Dezember 2022 hatte Tikvah zusammen mit der Friedrich-Naumann-Stiftung zu der öffentlichen Tagung „Kunstfreiheit als Ausrede? Salonfähiger Antisemitismus und documenta 15“ eingeladen. Welche unterschiedlichen Formen von Antisemitismus in Kunst und Kultur wurden identifiziert?

Deidre Berger: Wir haben von erschütternden Erfahrungen gehört, von der Schauspielerin Adriana Altaras, vom Künstler Leon Kahane, der Interner Link: Publizistin Stella Leder, der Gründerin der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, und von Prof. Dr. Julia Bernstein, die auch Mitglied des Institutsrats von Tikvah ist. Sie alle begegnen täglich in ihrem Umfeld antisemitischen Stereotypen, auch in der Kulturwelt. Auf den verschiedenen Panels ist klar geworden, dass es sowohl in den Inhalten einiger Kunstwerke – was den Skandal bei der documenta ausgelöst hat – grobe antisemitische Darstellungen gibt, die aus unserer Sicht die Grenzen der Kunstfreiheit bei weitem überschritten haben, als auch die fehlende jüdische Perspektive in der Kulturwelt ein Problem ist, nicht nur auf der documenta.

Zudem berichten uns Kulturschaffende von einem zunehmenden Druck, der vonseiten der Kurator*innen in Kunstausstellungen und Kulturveranstaltungen auf sie ausgeübt wird, dahingehend, dass sie „israelkritisch“ sein sollen. Die haben es sehr schwer. Wenn sie anderer Meinung sind, werden sie von Kolleg*innen verbal angegriffen oder marginalisiert. Erwünscht sind vor allem die Perspektiven von linken, israelkritischen Juden und Jüdinnen; während diese einbezogen werden, kommen andere Perspektiven, etwa von gewählten Vertreter*innen oder Mitgliedern der Jüdischen Gemeinden zu kurz, obwohl auch deren Stimmen wichtig sind. Wir alle wollen die Kunstfreiheit nicht beschneiden, andererseits muss es Grenzen in einer Gesellschaft geben, wenn künstlerischer Ausdruck derart beleidigend und hasserfüllt ist, dass es andere zu Hass und sogar zu Gewalttaten verleiten könnte.

Prinzipien der Demokratie und Demokratievermittlung

Deidre Berger mit Cherrie Daniels, der Kulturattachée bei der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin anlässlich des ersten öffentlichen Wertedialogs von FORUM DEMOKRATIE e.V. im Foyer des Humboldt Forums im Rahmen des Berliner Wochenendes für Demokratie am 19. März 2023. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2023)

Sharon Adler: Ein Verein, den du 2022 mitgegründet hast, ist das FORUM DEMOKRATIE e.V. Anlässlich der ersten öffentlichen Veranstaltung im Rahmen des Berliner Wochenendes für Demokratie am 19. März 2023 hat der Verein gemeinsam mit dem Kreuzberger Jugendzentrum „Gelbe Villa” Schüler*innen zum intergenerationellen „Wertedialog“ unter dem Motto „We have a dream“ in das Humboldt-Forum eingeladen. Welche Ziele verfolgt der Verein FORUM DEMOKRATIE?

Deidre Berger: Unser Verein wurde von einer Gruppe von Pädagog*innen, Vertreter*innen von Bildungs- und Zivilgesellschaften und Organisationen und Menschen aus der Stadtgesellschaft gegründet, die sich Sorgen um die Demokratie machen angesichts der Herausforderungen, denen sie begegnet. Viele von uns haben in ihren Berufsleben und ehrenamtlichen Tätigkeiten vielfältige Erfahrungen gesammelt, um nach Wegen zu suchen, Grundwerte der Demokratie an die junge Generation weiterzugeben. Wir haben über unsere Arbeit immer wieder erfahren, dass Demokratieverständnis und die Grundwerte unserer liberalen Gesellschaften zentral für die Bekämpfung von Antisemitismus sind. Für mich persönlich ist es ein großes Anliegen, die Demokratiebildungsmaßnahmen und Curricula, die ich lange Zeit mit dem AJC und einem großen Netzwerk von Kooperationspartner*innen gemacht habe, fortsetzen und ausbauen zu können. Angesichts der massiven gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit bis hin zur Ablehnung der Demokratie als politisches System brauchen wir noch mehr Menschen aller Generationen, die sich im Sinne der Demokratie engagieren. Das jedoch wird uns nicht gelingen, wenn wir es nicht schaffen, auch die nächste Generation mitzunehmen.

Interner Link: Zur Vita von Deidre Berger >>

Zitierweise: „Deidre Berger: „Die Ausraubung war Teil des Holocausts“, in: Deutschland Archiv, 10.07.2023, Link: www.bpb.de/522941

Fussnoten

Fußnoten

  1. Siehe, Deidre Berger, Goldhagen Does Germany, in: National Public Radio (NPR), www.npr.org/1996/09/09/1044790/goldhagen-does-germany, zuletzt aufgerufen am 12.4.2023.

  2. Der 1959 geborene US-amerikanische Historiker und Publizist Daniel Jonah Goldhagen veröffentlichte 1996 sein Buch „Hitler's Willing Executioners: Ordinary Germans and the Holocaust“. Im gleichen Jahr erschien es auf Deutsch unter dem Titel „Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust“. 1997 wurde es von den „Blättern für deutsche und internationale Politik“ mit dem Demokratiepreis ausgezeichnet. Das Buch wurde seitdem in 25 Sprachen übersetzt, vgl. auch https://web.archive.org/web/20170106101525/http://goldhagen.com/books/hitlers-willing-executioners, zuletzt aufgerufen am 13.4.2023. Und siehe Jochen Böhmer, „Hitlers willige Vollstrecker“ und die Goldhagen-Debatte in Deutschland, in: Zukunft braucht Erinnerung, 3.10.2008, www.zukunft-braucht-erinnerung.de/hitlers-willige-vollstrecker-und-die-goldhagen-debatte-in-deutschland/zuletzt aufgerufen am 3.7.2023.

  3. Vgl. Avraham Barkai, German Historians versus Goldhagen in: Yad-Vashem Studies, Vol. 26, Jerusalem 1998, S. 295-328, www.yadvashem.org/articles/academic/german-historians-versus-goldhagen.html, zuletzt aufgerufen am 22.6.2023.

  4. Rede von Bundespräsident Richard von Weizsäcker anlässlich der Gedenkveranstaltung zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa im Plenarsaal des Deutschen Bundestages am 8. Mai 1985, www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Richard-von-Weizsaecker/Reden/1985/05/19850508_Rede.html, zuletzt aufgerufen am 22.6.2023.

  5. Vgl. Juliane Wetzel, Holocaust-Erziehung, in: Dossier Geschichte und Erinnerung, 26.8.2008, www.bpb.de/39843; sowie Katrin Hammerstein, Eine Fernsehserie schreibt Geschichte – Reaktionen auf die Ausstrahlung von „Holocaust“ vor 40 Jahren, www.bpb.de/284090, zuletzt aufgerufen am 14.5.2023.

  6. Vgl. www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/alle-preistraeger-seit-1950/1990-1999/martin-walser, zuletzt aufgerufen am 30.6.2023.

  7. Vgl. Stella Leder, Es begann nicht auf der Straße, in: Zeit Online, 24.09.2018, www.zeit.de/kultur/2018-09/rechtspopulismus-martin-walser-heimat-nationalsozialismus-10nach8/komplettansicht, zuletzt aufgerufen am 30.6.2023: „Im Umgang mit der deutschen Nazivergangenheit markierte Martin Walsers Rede in der Paulskirche eine Wende: Vor 20 Jahren verschob er die Grenzen des Sagbaren nach rechts“.

  8. Siehe Jack Mitchell, How NPR covered the fall of the Berlin Wall, in: National Public Radio, 7.11.2022, www.npr.org/2022/11/07/1133129875/berlin-wall-npr, zuletzt aufgerufen am 12.4.2023.

  9. Das American Jewish Committee (AJC) wurde 1906 in New York von amerikanischen Juden und Jüdinnen vorwiegend deutscher Herkunft mit der Zielsetzung gegründet, für die Sicherheit von Jüdinnen und Juden einzutreten sowie Demokratie und Menschenrechte weltweit zu fördern. Als erste globale jüdische Organisation nahm das American Jewish Committee (AJC) nach dem Zweiten Weltkrieg Kontakt mit der Bundesrepublik Deutschland auf. Seit 1998 unterhält das AJC in Berlin das Lawrence and Lee Ramer Institute for German-Jewish Relations mit dem Ziel, die amerikanisch-deutsch-israelische Partnerschaft zu festigen, die Sicherheit jüdischen Lebens zu stärken und Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte zu fördern, https://www.ajc.org/ und https://ajcgermany.org/de/das-ajc-berlin, zuletzt aufgerufen am 12.4.2023.

  10. http://www.claimscon.de/, zuletzt aufgerufen am 10.4.2023.

  11. Siehe https://bbbe.bildungdemokratie.de/campus-2020-hands-across-the-campus/, und https://degede.de/blog/2020/07/hands-across-the-campus-grundwertecurriculum/, zuletzt aufgerufen am 14.5.2023.

  12. Siehe https://ajcgermany.org/en/positions/antisemitism, zuletzt aufgerufen am 10.6.2023.

  13. Über eine Million ermordete Juden und Jüdinnen wurden von der deutschen Polizei, mobilen Erschießungskommandos, Wehrmachtseinheiten und Angehörigen der einheimischen Polizei zwischen 1941 und 1944 in der Ukraine erschossen. Sie sind dort in mehr als eintausend Massengräbern verscharrt. Die Ermordeten liegen bis heute in oft nicht markierten Massengräbern am Rande von Dörfern und Städten, in Wäldern und Feldern. Ohne Schutz sind die Gräber Witterungsbedingungen und Schändungen ausgesetzt. Protecting Memory widmet sich der Markierung und dem Schutz dieser Massengräber. Hierfür wurden fünf Gedenkstätten in westukrainischen Orten errichtet, www.protecting-memory.org/de/, zuletzt aufgerufen am 15.5.2023.

  14. Das Gedenkstättenportal ist ein Projekt der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Teil der Ausstellung im Ort der Information unter dem Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas, dem Holocaustmahnmal. Seit Sommer 2011 ist das Portal auch im Internet zugänglich. Anhand von Beispielen bietet es Einblicke in die Vielfalt der Erinnerungskultur Europas. Im Vordergrund steht die Erinnerung an die ermordeten europäischen Juden und Jüdinnen, aber auch an die anderen Opfer des Nationalsozialismus und die vielen Millionen Toten des Zweiten Weltkrieges, www.memorialmuseums.org/, zuletzt aufgerufen am 15.5.2023.

  15. Bei dem Luxemburger Abkommen handelt es sich um eine Vereinbarung zur materiellen Entschädigung des NS-Unrechts mittels Warenlieferungen sowie der Zahlung von 3,5 Milliarden D-Mark. Es wurde nach sechs Monaten Verhandlung, an denen die JCC maßgeblich beteiligt war, zwischen der Bundesrepublik und Israel am 10.09.1952 unterzeichnet. Das Abkommen wurde in den 1950er-Jahren sowohl von jüdischer als auch nicht-jüdischer Seite kontrovers diskutiert. Vgl. Rachel Blumenthal, Right to Reparations. The Claims Conference and Holocaust Survivors, 1951–1964, Lanham 2021, S. 41 f, siehe auch: www.bpb.de/512771/#footnote-target-38, www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Oeffentliche_Finanzen/Vermoegensrecht_und_Entschaedigungen/vermoegensrecht_entschaedigungen.html sowie www.archivportal-d.de/themenportale/wiedergutmachung sowie https://web.nli.org.il/sites/NLI/English/collections/personalsites/Israel-Germany/Israel-Deutschland/Die-Teilung-Deutschlands/Pages/Luxemburger-Abkommen.aspx, zuletzt aufgerufen am 2.6.2023.

  16. Dem Abkommen folgten im Laufe der Jahre weitere Vereinbarungen, darunter das Bundesrückerstattungsgesetz von 1957 und die Entschädigungszahlungen an Shoah-Überlebende und an ehemalige Zwangsarbeiter*innen durch die Claims Conference.

  17. Siehe https://www.tagesspiegel.de/politik/auszuge-der-ajc-liste-der-firmen-die-zwangsarbeiter-beschaftigt-haben-sollen-dokumentation-652426.html, zuletzt aufgerufen am 31.5.2023.

  18. Das Jewish Digital Cultural Recovery Project hat sich zum Ziel gesetzt, eine durchsuchbare digitale Plattform mit Querverweisen zu schaffen für Archivdokumentation, Forschung und Bildung über die weit verbreitete Plünderung von Kunstwerken und Kulturgütern aus jüdischem Besitz durch die Nazis und ihre Verbündeten, https://de.jdcrp.org/, zuletzt aufgerufen am 10.4.2023.

  19. Siehe: https://www.jewishvirtuallibrary.org/washington-conference-on-holocaust-era-assets, zuletzt aufgerufen am 31.5.2023.

  20. Siehe https://www.errproject.org/ und https://de.jdcrp.org/err-jeu-de-paume/, zuletzt aufgerufen am 31.5.2023.

  21. Der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) zählt zu den großen „Rauborganisationen“ des „Dritten Reiches“. Ausgestattet mit der Vollmacht, in den besetzten Gebieten Material für die Bekämpfung der „weltanschaulichen Gegner“ des Nationalsozialismus „sicherzustellen“, hat er in den besetzten West- und Ostgebieten Kunstgegenstände, Bücher, Judaica und sonstige Kulturgüter aus dem Besitz von Bibliotheken, Instituten, Archiven, Privatleuten in seine Hand gebracht; darüber hinaus war er am Kunstraub aktiv beteiligt, https://portal.ehri-project.eu/units/de-002429-ns_30, und https://jeudepaume.org/, zuletzt aufgerufen am 31.5.2023.

  22. Siehe https://de.jdcrp.org/kulturguter-als-ansatz-fur-die-bildungsarbeit-uber-den-holocaust/, zuletzt aufgerufen am 10.4.2023.

  23. Siehe: http://www.cdmp.cz/en/returning-identity/, zuletzt aufgerufen am 29.6.2023

  24. Siehe: https://de.jdcrp.org/wp-content/uploads/collectors/PressemittelungdesJDCRPzurInitiallisteju%CC%88discherSammlerinnenundSammlerFebruar2023-1.pdf, zuletzt aufgerufen am 22.6.2023.

  25. Siehe: https://www.proveana.de/de/start, zuletzt aufgerufen am 2.6.2023.

  26. Vgl. § 8 der Grundsätze der Washingtoner Konferenz in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden (Washingtoner Erklärung), Washington 1998, https://www.kulturgutverluste.de/Webs/DE/Stiftung/Grundlagen/Washingtoner-Prinzipien/Index.html, zuletzt aufgerufen am 11.4.2023.

  27. Koalitionsvertrag 2021 – 2025 zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und den Freien Demokraten (FDP), www.bundesregierung.de/resource/blob/974430/1990812/1f422c60505b6a88f8f3b3b5b8720bd4/2021-12-10-koav2021-data.pdf?download=1, zuletzt aufgerufen am 30.6.2023.

  28. Siehe: https://www.smb.museum/forschung/provenienzforschung/, zuletzt aufgerufen am 13.4.2023.

  29. Siehe https://tikvahinstitut.de/, zuletzt aufgerufen am 10.4.2023.

  30. Siehe https://ceres.rub.de/de/forschung/projekte/empathia/, zuletzt aufgerufen am 2.6.2023.

  31. Siehe https://tikvahinstitut.de/projekte/aschkenas/, zuletzt aufgerufen am 2.6.2023.

  32. Siehe https://wie-deutsch-ist-jiddisch.de/, zuletzt aufgerufen am 4.6.2023.

  33. Am 28. August 1963 hielt der Bürgerrechtler Martin Luther King jr. seine Rede „I have a dream“. Sein Traum war es, dass eines Tages alle Menschen, egal welcher Hautfarbe, vor dem Gesetz und faktisch gleich sein würden, vgl. Michael Hochgeschwender, Eine Rede und ihre Folgen. 60 Jahre "I Have a Dream", www.bpb.de/519797.

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geboren 1953 in St. Louis, Missouri (USA), studierte Kunstgeschichte und Journalismus und kam 1984 als Journalistin nach Deutschland, wo sie 15 Jahre lang als Auslandskorrespondentin arbeitete und über deutsche und europäische Angelegenheiten berichtete. 1999 kam sie zum American Jewish Committee (AJC) Berlin und war von 2000 bis 2020 Direktorin des Lawrence und Lee Ramer Institute for German-Jewish Relations des American Jewish Committee (AJC) Berlin und Senior European Affairs Advisor des AJC Europe. Deidre Berger ist seit 2021 Vorstandsvorsitzende der Jewish Digital Recovery Project Foundation (JDCRP), die eine zentrale Archivdatenbank für Kulturgüter aus ursprünglich jüdischem Besitz einrichtet, der von den Nationalsozialisten und ihren Kollaborateuren geraubt wurde. Deidre Berger ist Mitbegründerin und assoziierte Partnerin des Tikvah Instituts und in zahlreichen weiteren Organisationen ehrenamtlich aktiv. Interner Link: Mehr zu Deidre Berger >>

geboren 1962 in West-Berlin, ist Journalistin, Moderatorin und Fotografin. Im Jahr 2000 gründete sie das Online-Magazin und Informationsportal für Frauen AVIVA-Berlin, das sie noch heute herausgibt. Das Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und über jüdisches Leben zu berichten. Sharon Adler hat verschiedenste Projekte zu jüdischem Leben in Deutschland für unterschiedliche Auftraggeber/-innen umgesetzt und auch selbst Projekte initiiert wie "Schalom Aleikum“, das sie zur besseren Verständigung von Jüdinnen und Muslima entwickelte. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 initiierte sie das Interview- und Fotoprojekt "Jetzt erst recht. Stop Antisemitismus". Hier berichten Jüdinnen und Juden in Interviews über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus in Deutschland. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Für das Deutschland Archiv der bpb betreut sie die Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"