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„Das florierende, pluralistische, junge Judentum – weg vom Opfernarrativ“

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 45 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Zehn Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Vier Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Alltag und Gesellschaft Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! 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Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. 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Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? 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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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„Das florierende, pluralistische, junge Judentum – weg vom Opfernarrativ“ Ein Gespräch von Sharon Adler mit Noa Luft, der Koordinatorin der Jüdischen Campuswoche

Noa Luft Sharon Adler

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Noa Luft ist Vorstandsmitglied im "Jungen Forum Berlin e.V." der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft e.V. (JuFo Berlin) und ehemalige Geschäftsführerin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD). Außerdem ist sie Koordinatorin der "Jüdischen Campuswoche". Im Gespräch mit Sharon Adler erzählt sie, wie durch den Austausch von jüdischen und nichtjüdischen Studierenden Vorurteile abgebaut werden können.

Noa Luft: „Mir ist es wichtig, dass wir ein positives Narrativ des jüdischen Lebens in die Gesellschaft tragen. Das florierende, pluralistische, junge Judentum darstellen, das eben nicht ausschließlich vom Opfernarrativ geprägt ist.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Sharon Adler: Neben deinem Vornamen Noa hast du einen weiteren Vornamen: Phania. Ist Phania dein jüdischer Name? Welche Geschichte steht dahinter, welchen familienbiografischen Bezug gibt es zu diesem Namen?

Noa Luft: Noa hat sich zwar mehr etabliert, aber Phania hat für mich eine große Bedeutung. Der Name ist ein Bezug zu meiner jüdischen Herkunft, oder konkreter: die Verbindung zu meinen jüdisch-sowjetischen Wurzeln. Phania war der Name meiner Urgroßmutter. Ich habe sie zwar nie kennengelernt, aber durch den Namen einen Bezug zu ihr. Sie hat in Russland, in der Nähe von Moskau, gelebt. Meinen Eltern war es sehr wichtig, dass ich ihren Namen trage.

Sharon Adler: In deiner Biografie schreibst du, dass du in einer deutsch-israelisch-sowjetischen Familie aufgewachsen bist. Wie haben dich diese unterschiedlichen Herkunftsbezüge geprägt?

Noa Luft: Das hat mich sehr geprägt. Insbesondere der israelische Bezug, was damit zu tun hat, dass ich in Israel viel Familie habe. Auch meine Großeltern haben dort gelebt. Als ich klein war, sind wir als Familie regelmäßig im Sommer dorthingereist, wodurch ich die israelische Kultur erleben konnte. Das hatte einen großen Einfluss auf mein weiteres Leben. Bei uns zuhause wurde auch Hebräisch gesprochen und es wurde israelische Musik gespielt. Ich denke, dass dieser Einfluss letztendlich der Grund war, warum ich nach dem Abitur nach Israel und in einen Kibbuz gegangen bin.

Engagement

Sharon Adler: Seit deinem 12. Lebensjahr engagierst du dich in der jüdischen Jugendarbeit. Wie kam es dazu, in welcher Organisation hast du dich engagiert und was möchtest du der jüngeren Generation vermitteln, wofür willst du sie stark machen?

Noa Luft: Meine ersten Kontakte zu einem jungen jüdischen Umfeld hatte ich im Teenager-Alter, mit zwölf, dreizehn Jahren, als ich zum ersten Mal auf ein Machane gefahren bin. Mit vierzehn Jahren bot sich mir die Möglichkeit, an einer Seminarreihe teilzunehmen, die von der Organisation World ORT organisiert wurde und die sich an junge Jüdinnen und Juden aus Europa, der Türkei und der ehemaligen Sowjetunion richtete. Diese Bildungsreise führte nach London, Israel und Straßburg. Insbesondere diese Reise hat mich sehr geprägt, weil sie mir gezeigt hat, wie vielfältig das europäische Judentum ist und wie sehr es sich auch zu dem in Deutschland unterscheidet. Es gab Teilnehmende beispielsweise aus Rom oder London, die in einem ausschließlich jüdischen Umfeld aufgewachsen sind.

Für mich war das damals neu: jüdische Jugendliche in meinem Alter zu treffen, die in einem jüdischen Kindergarten, einer jüdischen Grundschule und auf einer weiterführenden jüdischen Schule waren und bei denen auch die Freizeitaktivitäten von einem rein jüdischen Umfeld geprägt waren.

Ich bin in einem Vorort von Köln aufgewachsen und kannte das gar nicht. Das war für mich die Motivation, selber Initiative zu zeigen. Dadurch bin ich regelmäßig auf Machanot gefahren, habe meine Madricha-Ausbildung begonnen und bin dann, als ich 18 Jahre alt war, als Madricha auf Machanot mitgefahren. Mein Umzug nach Berlin war ein wichtiger Schritt für mich und meine jüdische Identität, vor allem, als ich meine Tätigkeit bei der JSUD begonnen habe. Damit hatte ich die Verbindung zum Judentum und zu anderen jüdischen Menschen. Auch die Tatsache, in Berlin zu leben, der Stadt, die das größte Angebot an jüdischen Veranstaltungen und generell jüdischem Leben hat, war für mich sehr besonders. Deswegen war auch mein Engagement für die JSUD so bedeutend für mich.

Mir ist es wichtig, dass sich in der jungen Generation ein positives Verständnis der eigenen jüdischen Identität etabliert. Dass man nicht mehr das Bedürfnis hat, seine jüdische Identität verstecken zu müssen.

Sharon Adler: Hast du deine jüdische Herkunft schon einmal bewusst verschwiegen?

Noa Luft: Bewusst nicht, ich bin immer sehr offen damit umgegangen. Weil ich stolz auf meine jüdische Herkunft und Identität war und nie das Bedürfnis verspürt habe, dass ich etwas verschweigen müsste.

Die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD)

Sharon Adler: Mit welchen Zielen hast du dich 2019 als neue Geschäftsführerin der JSUD beworben?

Noa Luft: Ich habe mich ja als Jugendliche schon in vielen jüdischen Organisationen engagiert. Nachdem ich nach Berlin gezogen war, hatte ich zuerst weniger Kontakt zur jüdischen Community, dann aber schnell gemerkt, dass mir das fehlte. Als ich von der Stelle bei der JSUD erfahren hatte, sah ich das als eine gute Chance, mich wieder in das jüdische Leben einzubringen. Mir war es wichtig, das junge jüdische Leben in Deutschland aktiv mitgestalten zu können. Die junge Generation in ihrer jüdischen Identität zu stärken.

Sharon Adler: Was kannst du über die Arbeit der JSUD berichten? Wie lauten eure innerjüdischen Forderungen als Interessenvertretung in den Jüdischen Gemeinden? Für welche Belange will sie ein Sprachrohr sein?

Noa Luft: Die Jüdische Studierendenunion vertritt die Interessen junger jüdischer Studierender und Erwachsener in Deutschland in gesellschaftlicher wie auch politischer Hinsicht. Die JSUD agiert sowohl nach innen, also in die Jüdische Gemeinschaft hinein, als auch nach außen in die deutsche Mehrheitsgesellschaft.

Noa Luft ist Vorstandsmitglied im Jungen Forum Berlin e.V. der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft e.V. (JuFo Berlin), ehemalige Geschäftsführerin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) und Koordinatorin der Jüdischen Campuswoche. Noa Luft: „Mir ist es wichtig, dass sich in der jungen Generation ein positives Verständnis der eigenen jüdischen Identität etabliert.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Es hat sich jedoch über die Jahre die Tendenz gezeigt, dass sich junge Menschen nicht mehr so ganz von den Jüdischen Gemeinden abgeholt fühlen und deswegen auch weniger in ihnen vertreten sind oder ein Teil von ihnen sein möchten. Uns ist es wichtig, dass gerade in den Jüdischen Gemeinden die jungen jüdischen Stimmen berücksichtigt werden und mehr Präsenz bekommen. Aber wir möchten auch den Austausch mit den Jüdischen Gemeinden fördern und den Raum dafür schaffen. Junge Menschen haben andere Themen, diversere, inklusivere.

Das sind Punkte, die in der Zukunft berücksichtigt werden müssen, weil sonst junge Menschen kein Interesse haben werden, sich in Jüdischen Gemeinden zu engagieren. Konkret versuchen wir das umzusetzen, indem die JSUD die lokalen Jüdischen Gemeinden bei ihren Seminaren und Veranstaltungen einbindet. Wir haben beispielsweise letztes Jahr ein Seminar in den SchUM-Städten Speyer, Mainz und Worms durchgeführt und vor Ort die Jüdischen Gemeinden mit eingebunden. Die Jüdischen Gemeinden sind immer sehr zuvorkommend und unterstützend. Dadurch können wir eine Brücke zwischen der jungen Generation und den Gemeinden bauen und den Austausch fördern.

Sharon Adler: Es gibt circa 25.000 junge jüdische Erwachsene in Deutschland. Wer sind die Menschen, die ihr mit der JSUD vertretet?

Noa Luft: Es ist wichtig zu erwähnen, dass sich die Zahl 25.000 an den Mitgliederzahlen der Jüdischen Gemeinden in Deutschland bemisst. Diese können alle an unseren Veranstaltungen teilnehmen. Wir haben darüber hinaus noch diejenigen, die sich sehr aktiv und bewusst bei der JSUD engagieren. Sie nehmen an den JSUD-Angeboten und Seminaren teil oder organisieren selbstständig Veranstaltungen. Wir schätzen die Zahl auf circa 300 Personen.

Sharon Adler: Wie gelingt es euch, die verschiedenen jüdischen Identitäten, die Vielfältigkeit und Diversität der jungen jüdischen Generation abzubilden und unter einen Hut zu bringen?

Noa Luft: Verschiedene jüdische diverse Identitäten abzubilden, ist an sich eine Herausforderung. Die JSUD versucht durch Kooperation mit anderen Organisationen, wie beispielsweise mit dem queer-jüdischen Verein Keshet, der modern-orthodox ausgerichteten Organisation Morasha und der global vertretenen jüdischen Organisation Hillel verschiedene Themenfelder abzudecken und Angebote für eine Vielfalt von Personen zu schaffen.

Sharon Adler: Worauf liegt der Fokus der JSUD bei der Interessensvertretung der Perspektive der jungen jüdischen Generation nach außen, in den universitären Bereich?

Noa Luft: Hier geht es insbesondere darum, die gesellschaftspolitischen Interessen zu vertreten. Beispielsweise versucht die JSUD momentan auf politischer Ebene, das Problem mit der Terminierung von Staatsexamina zu beheben. Es kommt immer wieder vor, dass die Staatsexamina der Studiengänge Medizin und Jura auf die Hohen Jüdischen Feiertage fallen, wie beispielsweise auf Rosch ha-Schana oder Jom Kippur. Da müssen Studierende dann zwischen ihrer Religion und dem Antreten der Prüfung entscheiden.

Die JSUD bringt dieses Thema insbesondere auf politischer Ebene ein, um die zuständigen Institutionen auf die Besonderheit der Terminierung aufmerksam zu machen – mit dem Ziel, dass Staatsexamina zukünftig nicht mehr auf jüdische Feiertage gelegt werden beziehungsweise jüdische Studierende ohne Nachteil von diesen zurücktreten können. Zurzeit müssen jüdische Studierende die Staatsexamina zum Teil um ein Jahr verschieben, wenn sie sich dazu entscheiden, an Jom Kippur keine Klausur zu schreiben. Das ist ziemlich unfair. Es finden schließlich auch keine Klausuren am 24. Dezember statt.

Noa Luft und Lars Umanski, der Vizepräsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland, im Büro der JSUD in Berlin. Noa Luft: „Die Jüdische Studierendenunion vertritt die Interessen junger jüdischer Studierender und Erwachsener in Deutschland in gesellschaftlicher wie auch politischer Hinsicht.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Sharon Adler: Ein weiteres Projekt, das du als Koordinatorin, auch über deine Tätigkeit als Geschäftsführerin hinaus, im Kontext der JSUD begleitet hast, ist die Jüdische Campuswoche . Welche Aktivitäten habt ihr durchgeführt, was ist geplant? Welche Bedeutung hat das Format für dich, für die jüdische Community?

Noa Luft: Die Jüdische Campuswoche, die JCW, findet einmal jährlich an einem gemeinsamen Datum an verschiedenen Hochschulstandorten deutschlandweit statt. Durch verschiedene Veranstaltungen, Panel-Talks oder einen Stand sollen Begegnungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Studierenden gefördert werden. Das Ziel ist es, Stereotype und Vorurteile abzubauen. Die Möglichkeit zu erschaffen, dass nichtjüdische Universitätsbesucher und -besucherinnen mit jüdischen Studierenden ins Gespräch kommen können, trägt meist schon dazu bei, dass Vorurteile abgebaut werden können. Auch bricht es das stereotypische Bild, das viele Menschen von Jüdinnen und Juden beispielsweise aus den Medien haben. Und das versuchen wir während der JCW aufzubrechen. Durch den Dialog möchten wir Wissen vermitteln und Fake-Wissen widerlegen.

Das erste Mal wurde die Jüdische Campuswoche im Mai 2019 vom damaligen Vorstand organisiert und veranstaltet. Ich habe die Koordination im vergangenen Jahr übernommen. Organisatorisch ist es so, dass die JSUD die JCW koordiniert und die Rahmenbedingungen schafft. Die Ausführung und konkrete Planung von Veranstaltungen werden von den lokalen Jüdischen Regional- und Hochschulgruppen übernommen. 2020 und 2021 hatten wir durch eine Förderung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) die Möglichkeit, die Jüdische Campuswoche auszuweiten und zu professionalisieren. Aktuell sind wir eher in großen Städten vertreten, jedoch ist unser zukünftiges Ziel, auch an kleineren Hochschulstandorten, wie beispielsweise an Standorten in Ostdeutschland, vertreten zu sein.

Sharon Adler: Nach dem Attentat auf die Synagoge in Halle an Yom Kippur hast du mit der JSUD eine Fundraising-Kampagne für Ismet und Rifat Tekin initiiert, die Besitzer des Kiez-Döners, in dem Kevin S. erschossen wurde. Was war deine Motivation, wie hast du die Kampagne entwickelt und was konnte sie bewirken?

Noa Luft: Die prekäre Situation, in der sich die Tekin Brüder befanden, wurde damals von Christina Feist – einer Überlebenden des Attentats – an mich herangetragen. Auch der Vorstand der JSUD hatte damals natürlich schon mitbekommen, wie mit den Opfern des rechtsterroristischen Attentats umgegangen wurde, insbesondere von staatlicher Seite. Bei den Brüdern Tekin hat das staatliche Opferhilfesystem nicht gegriffen, obwohl in deren Laden ein Mensch ermordet wurde. Aufgrund des Attentats, aber auch aufgrund der Corona-Pandemie, blieben die Einnahmen aus. So entstand schließlich die Idee der Solidaritätskampagne. Ich habe die Initiative ergriffen und die Kampagne mit dem damaligen JSUD-Vorstandsmitglied, Ruben Gerczikow, auf die Beine gestellt.

Das Ziel dieser Kampagne war es, einerseits den Opfern zu gedenken und andererseits ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und rechten Terror zu setzen. Dann fand unsere Fundraising- und Spenden-Kampagne auch Gehör in der New York Times. Durch deren Artikel haben wir recht viel internationale Aufmerksamkeit gewonnen und fast 30.000 Euro an Spendengeldern sammeln können, die wir dann an die Tekin-Brüder übergeben haben. Insbesondere die internationale Unterstützung hat uns gezeigt, dass es den Menschen wichtig war, den Tekin-Brüdern durch die Spendengeste Solidarität zu zeigen.

Sharon Adler: Am 21.12.2020 wurde der Attentäter von Halle zu lebenslanger Haft mit Sicherheitsverwahrung verurteilt. Bist Du zufrieden mit dem Urteil?

Noa Luft: Mir hat sehr viel in der Aufarbeitung gefehlt. Der Täter hat ja die Tat aufgezeichnet, und deswegen war es juristisch absehbar, wie man ihn verurteilt. Der Täter hat bewusst einen türkischen Döner-Laden gewählt. Es gab viele Dinge, die im Nachhinein nicht hätten passieren dürfen und die auch politisch unzureichend aufgearbeitet wurden.

Mir fehlte hier einfach der angemessene Umgang. Die Tatsache, dass diese Art von Attentaten immer wieder als „Einzeltaten“ abgetan und so behandelt werden, das ist nicht korrekt. Wie sehen ja, dass es keine Einzeltaten mehr sind.

Sharon Adler: Durch deine Arbeit bei der JSUD warst du auch in die Projekte des Jewish Women Empowerment Summit (JWES) involviert. Welche Themen sind dir in diesem Kontext besonders wichtig?

Noa Luft: Das eindrücklichste Erlebnis auf einem der JWES war für mich, dass die Besucherinnen sehr divers und vielfältig waren. Es haben sich Teilnehmerinnen angemeldet, die eigentlich nichts mehr mit der jüdischen Community zu tun haben wollten, weil sie sich in dem Umfeld nicht wohlfühlten. Auf dem Summit haben sie sich willkommen und aufgenommen gefühlt. Dass die größten jüdischen Organisationen in Deutschland einen Raum schaffen, in dem ausschließlich Frauen über eigene Bedürfnisse und Belange sprechen können, war ein wichtiger Schritt, und dieser Raum muss unbedingt zukünftig weiter gefördert werden.

Der Jewish Women Empowerment Summit wurde damals von der JSUD initiiert und wird heute vom Zentralrat der Juden in Deutschland, der ZWST und der JSUD veranstaltet.

Sharon Adler: Abseits der üblichen Bilder von Juden mit Kippa sind Jüdinnen in den Medien eher unsichtbar. Wie kann es gelingen, Bilder zu zeigen, die Jüdinnen und Juden abseits von Klischees zeigen? Und wie kann es gelingen, auch die Jüdinnen sichtbar zu machen?

Noa Luft: Junge jüdische Menschen möchten nicht mehr nur als Opfer gesehen werden und nicht immer nur mit Shoah, Antisemitismus und Nahost in Verbindung gebracht werden. Natürlich sind diese Themen unglaublich wichtig und müssen adressiert werden. Vor allem muss immer wieder an die Vergangenheit erinnert werden. Es reicht nicht aus, am 27. Januar „Nie wieder“ zu schreien, und den Rest des Jahres zu schweigen, wenn tagtäglich Antisemitismus auf offener Straße stattfindet.

Deswegen ist mir die Arbeit rund um die Jüdische Campuswoche auch so wichtig. Hier wird die Begegnung zwischen jungen Menschen geschaffen. Mir ist es wichtig, dass wir ein positives Narrativ des jüdischen Lebens in die Gesellschaft tragen. Das florierende, pluralistische, junge Judentum darstellen, das eben nicht ausschließlich vom Opfernarrativ geprägt ist.

Junges Forum Berlin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

Sharon Adler: Seit 2021 bist du als Vorstandsmitglied im Jungen Forum Berlin (JuFo Berlin) der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft e.V. (DIG) aktiv. Was ist euer Anliegen, worin bestehen eure Aktivitäten?

Noa Luft: Das Ziel ist in erster Linie, das Bild von Israel positiv zu verändern und das stereotype Bild aufzubrechen. Zum Beispiel, indem man auf die positiven Errungenschaften von Israel als Start-Up-Nation aufmerksam macht.

Dadurch, dass wir mit dem JuFo Berlin eben in der Bundeshauptstadt sind, haben wir natürlich auch die Möglichkeit, viel auf politischer Ebene zu agieren. Wir organisieren daher auch oft Veranstaltungen mit israelischen Verantwortlichen aus der Politik. Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise eine Veranstaltung mit dem damaligen israelischen Botschafter, Jeremy Issacharoff, organisiert, der uns aus erster Hand wichtige Informationen hinsichtlich politischer Entwicklungen und Entscheidungen geben konnte. Durch Veranstaltungen wie dem Israel-Day, der von der DIG organisiert wird, geben wir unseren Mitgliedern auch die Möglichkeit, die israelische Kultur näher kennenzulernen. Uns ist es wichtig, dass Interessierte und Mitglieder Israel auch von einer anderen Seite kennenlernen können – von einer Seite, bei der es nicht ausschließlich um Terror und Krieg geht.

Sharon Adler: „Zwischen Verbundenheit und Entfremdung“ – unter diesem Titel wurde im September 2022 eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zu Haltungen und Meinungen von Menschen in Deutschland und Israel zum jeweils anderen Land veröffentlicht. Danach gaben fast zwei Drittel der befragten Israelis an, eine gute Meinung über Deutschland zu haben, während nur knapp die Hälfte aller befragten Deutschen positiv über Israel denkt. Wie beurteilst du persönlich die Umfrageergebnisse und was sind deine Erfahrungen – auch aus deiner Arbeit in der JuFo –zum deutsch-israelischen Verhältnis?

Noa Luft: Ich sehe es als eine gefährliche Entwicklung an, insbesondere wenn man die junge Generation betrachtet, die sich primär über Social-Media informiert.

Insbesondere der fahrlässige Umgang mit Quellen auf diesen Plattformen hat fatale Folgen – auch für das Verständnis gegenüber dem Nahost-Konflikt. Dieser Konflikt ist unglaublich komplex und eben nicht schwarz-weiß. Sondern ziemlich grau. Die Tatsache, dass Meinungen von Einzelpersonen reichweitenstarker Profile oftmals als fundierte wissenschaftliche Tatsachen angenommen und behandelt werden, hat gefährliche Auswirkungen auf die Meinungsbildung insbesondere junger Menschen. Der Konflikt im Nahen Osten muss vor allem auf Bildungsebene intensiver behandelt werden. Der korrekte Umgang mit Quellen im digitalen Raum muss gelehrt werden.

Es gibt natürlich auch Social-Media-Plattformen, die den Bildungsauftrag vorbildlich erfüllen, die dann aber auch nach gewissen journalistischen Standards arbeiten, die wissen, wie man korrekt recherchiert und mit Quellen umgeht. Es muss aber deutlich werden, dass es nicht ausreicht, sich ein 60sekündiges Tik-Tok-Video über Israel anzuschauen, um sich darauf basierend eine Meinung bilden zu können. Möglicherweise resultiert daraus auch die Haltung, die durch die Studie der Bertelsmann-Stiftung festgestellt wurde.

Hass und Hetze in den Sozialen Medien

Sharon Adler: Israelbezogener Antisemitismus auf Social Media: Was kann das JuFo Berlin dem entgegensetzen?

Noa Luft: An erster Stelle ist es wichtig, dass israelbezogener Antisemitismus als eine der primären Formen von Antisemitismus anerkannt und wahrgenommen wird. Diese Form des Antisemitismus wird gerne mal unter den Teppich gekehrt und nicht als Antisemitismus, sondern als „legitime Kritik“ behandelt, was durch Social-Media nochmal befeuert wird. Das JuFo Berlin hat den Anspruch, nachhaltig in die Gesellschaft zu wirken. Es geht nicht darum, mit kurzen 60sekündigen Videos zu polarisieren, sondern eine Social-Media-Präsenz aufzubauen, die fundierte Informationen teilt und zur Aufklärung beiträgt. Es ist viel Professionalität gefragt, um mit dem Hass und der Hetze in den Sozialen Medien umzugehen.

Daher ist es uns umso wichtiger, auch im realen Leben mit Menschen in Kontakt zu treten. Es sollen die Möglichkeiten der Vernetzung und des Austausches mit israelischen Bürgerinnen und Bürgern, mit israelischen Vertreterinnen und Vertretern, mit Politkern und Politikerinnen gefördert werden. Dadurch haben die Menschen die Chance, aus erster Hand zu erfahren, wie die Situation und die einzelnen Lebensrealitäten in Israel aussehen. Geschichtliche Zusammenhänge werden verständlicher und Falschinformationen und Vorurteile können abgebaut werden.

Sharon Adler: In den sechziger und siebziger Jahren haben durch die „Aktion Sühnezeichen“ viele nichtjüdische Deutsche in Kibbuzim oder in Elternheimen mit Shoah-Überlebenden gearbeitet und das Land bereist. Laut den Umfrageergebnissen der Studie hat das Interesse am Land Israel stark nachgelassen. Ist das auch deine Erfahrung in der praktischen Arbeit bei der JuFo?

Noa Luft: Ja, aber das muss man differenzieren. Denn die Leute, die zum JuFo kommen, haben ein Interesse an Israel und sind dem Land gegenüber meist nicht negativ eingestellt. Sie wollen mehr Wissen erlangen und mehr Einblicke bekommen. Ich habe aber auch den Eindruck, dass viele Menschen das Land einfach nicht bereisen möchten, weil sie es mit vielen negativen Ereignissen verbinden. Deswegen ist es so wichtig, dieses negativ behaftete Bild zu verändern.

Ich sage auch immer gerne: „Fahr einmal selbst dorthin, und dann unterhalten wir uns nochmal.“ Viele Menschen, die das Land einmal selbst bereist haben, haben ihre Einstellungen daraufhin geändert. Ich glaube auch, dass der zeitliche Bezug eine Rolle spielt. Die Menschen in den sechziger und siebziger Jahren hatten einen anderen zeitlichen Bezug zur Shoah. Die Shoah und damit die Bedeutung eines jüdischen Staates ist für viele nicht mehr so präsent, und dadurch ist gegebenenfalls auch das Interesse verflogen, Israel einmal eigenständig bereisen zu wollen.

Sharon Adler: Im Oktober 2022 gehst du für dein MBA-Studium nach Israel. Planst du, zu bleiben, Aliyah zu machen oder nach Deutschland zurückzukommen?

Noa Luft: Dieses Kapitel ist noch sehr unbeschrieben und leer. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, das auch vorerst so beizubehalten. Ich möchte nicht zu hohe Erwartungen an diese Zeit haben. Ich werde nach Israel gehen, um dort meinen MBA zu machen und freue mich riesig darauf, in der Start-up-Nation Israel zu studieren und neue Erfahrungen sammeln zu können. Der Rest wird sich in der Zukunft zeigen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und freue mich auf die Zeit in dem „Land, wo Milch und Honig fließen“.

Interner Link: Zur Vita von Noa Luft >>

Zitierweise: „Das florierende, pluralistische, junge Judentum weg vom Opfernarrativ“, ein Interview von Sharon Adler mit Noa Luft, in: Deutschland Archiv, 20.12.2022, Link: www.bpb.de/516502

Ergänzend:

Zu 39 weiteren Portraits im Rahmen der Serie Externer Link: "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"

Fussnoten

Fußnoten

  1. https://ort.org/en/, letzter Zugriff 18.12.2022.

  2. Die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) ist die bundesweite Vertretung jüdischer Studierender und junger jüdischer Erwachsener in Deutschland und als eine eigenständige Institution innerhalb des Zentralrats der Juden in Deutschland organisiert. Siehe www.jsud.de/ und www.zentralratderjuden.de/der-zentralrat/institutionen/jsud/, zuletzt aufgerufen am 18.12.2022.

  3. SchUM Städte am Rhein – Jüdisches Erbe für die Welt. SchUM: der Verbund, den die jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz im Mittelalter bildeten. Seit dem 12. Jahrhundert wurden sie so bezeichnet – oder einfach nur als: „die Gemeinden“. Siehe https://schumstaedte.de/, zuletzt aufgerufen am 18.12.2022.

  4. www.jsud.de/beitrag/judische-campus-woche, zuletzt aufgerufen am 18.12.2022.

  5. Siehe www.jsud.de/beitrag/judische-studierendenunion-deutschland-sammelt-spenden-nach-dem-rechtsextremen-anschlag-in-halle, zuletzt aufgerufen am 18.12.2022.

  6. www.nytimes.com/2020/09/16/world/europe/jewish-students-kebab-halle.html, zuletzt aufgerufen am 18.12.2022.

  7. Das Jewish Women Empowerment Summit ist eine Kooperationsveranstaltung der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland, der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) und der JSUD – Jüdische Studierendenunion Deutschland. Die Plattform für Bildung, Vernetzung, Befähigung und gesellschaftlichen Diskurs für junge jüdische Frauen fand 2022 zum vierten Mal in Frankfurt am Main statt.

  8. Das Junge Forum ist eine Plattform für Mitglieder der Deutsch-Israelischen Gesellschaft im Alter zwischen 14 und 35 Jahren. Siehe www.deutsch-israelische-gesellschaft.de/junges-forum/, zuletzt aufgerufen am 18.12.2022.

  9. www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/deutschland-und-israel-heute-zwischen-verbundenheit-und-entfremdung, zuletzt aufgerufen am 18.12.2022.

  10. Aliyah, die Einwanderung (wörtlich: Aufstieg) nach Israel, siehe https://embassies.gov.il/bern/AboutIsrael/Pages/Aliya.aspx, zuletzt aufgerufen am 11.12.2022.

Weitere Inhalte

Noa Luft ist Koordinatorin der Jüdischen Campuswoche, sie ist Vorstandsmitglied im Jungen Forum Berlin e.V. der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft e.V. (JuFo Berlin) und ehemalige Geschäftsführerin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD).

geboren 1962 in West-Berlin, ist Journalistin, Moderatorin und Fotografin. Im Jahr 2000 gründete sie das Online-Magazin und Informationsportal für Frauen AVIVA-Berlin, das sie noch heute herausgibt. Das Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und über jüdisches Leben zu berichten. Sharon Adler hat verschiedenste Projekte zu jüdischem Leben in Deutschland für unterschiedliche Auftraggeber/-innen umgesetzt und auch selbst Projekte initiiert wie "Schalom Aleikum“, das sie zur besseren Verständigung von Jüdinnen und Muslima entwickelte. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 initiierte sie das Interview- und Fotoprojekt "Jetzt erst recht. Stop Antisemitismus". Hier berichten Jüdinnen und Juden in Interviews über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus in Deutschland. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Für das Deutschland Archiv der bpb betreut sie die Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"