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Sharon Ryba-Kahn: „Das Humanistische ist der Leitfaden meiner Arbeit“

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Sharon Ryba-Kahn: „Das Humanistische ist der Leitfaden meiner Arbeit“ Filmemacherin, Theaterregisseurin, Schauspielerin

Sharon Ryba-Kahn Sharon Adler

/ 16 Minuten zu lesen

Sharon Ryba-Kahn über die Dokus „Recognition“, „Displaced“ und „Liebe bis 120“, die jüdische Perspektive der Post-Shoah-Generation, transgenerationelle Traumata und den Podcast „Invisible Wound”.

Sharon Ryba-Kahns Filme wurden bereits mehrfach ausgezeichnet. Ihr Abschlussfilm „Displaced“ an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf gewann den Nachwuchspreis des Jüdischen Film Festivals Berlin 2021. „Ich wünsche mir, dass vor allem nicht-jüdische Deutsche mit Eltern und Großeltern aus Deutschland sehen, dass die Shoah sie direkt betrifft und etwas mit ihren Familien und auch mit ihnen gemacht hat.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Sharon Adler: Du hast Schauspiel in Paris und New York studiert, warst Theaterschauspielerin und -regisseurin, hast als Casting-Direktorin, Regieassistentin und als Sprecherin gearbeitet. Nach einem Studium der Amerikanistik und Spanisch hast du einen Master in Visueller Anthropologie an der FU Berlin absolviert. Wie kamst du zur Dokumentarfilmregie? War das eine logische Konsequenz aus deinen Studien?

Sharon Ryba-Kahn: In der Beschreibung des Studiengangs im Master Visuelle Anthropologie an der FU hieß es: „Am Ende des Studiums werden Sie Ihren Film in einem Kino zeigen.“ Das war 2013 und der Moment, wo ich entschieden habe, ihn zu belegen. Tatsächlich geht es in der visuellen Anthropologie um nichts anderes als um die visuelle Darstellung von Kulturen in Fotografie und im Film. Die Geschichte der visuellen Anthropologie hat einen westlichen, kolonialistischen, imperialistischen Hintergrund. Sie befasst sich heute wissenschaftlich mit Ethik und wichtigen und sehr spannenden Fragen, darunter: Wer hat das Recht, jemanden darzustellen? Und wie stellt man diese Person dar? Die Kamera ist ein Werkzeug der Macht. An der FU Berlin habe ich den Anfang meines Abschlussfilms „Recognition“ entwickelt. Ich drehte Recognition nach dem Master weiter und mit der Festivalversion habe ich mich an der Film-Uni in Potsdam beworben. Später lief er – in einer anderen Version – im Kino und auf Festivals. Bis auf das Studium in Amerikanistik und Spanisch hatte alles, was ich in meinem Leben gemacht habe, immer mit Theater und Film zu tun: mein Schauspiel- und Filmproduktionsstudium in Paris und New York und meine Arbeit in der Filmbranche in Berlin als Produktionsassistentin und Regieassistentin. Dass ich Regisseurin sein wollte, wusste ich, seit ich zwanzig war.

Die eigentliche Geschichte ist, dass ich mich mit 26 Jahren mit einem Kurzfilm über meine Großmutter Dr. Madeleine Kahn, einer Shoah-Überlebenden, an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) beworben habe und nicht angenommen wurde. Ich war so verzweifelt über die Absage, dass ich Amerikanistik und Spanisch an der Humboldt Uni einfach aus dem Bedürfnis heraus belegt habe, etwas Anständiges und Sinnvolles zu machen. Spanisch zu studieren ist ein Traum, den ich mir erfüllt habe und der bis heute ein sehr wichtiger Teil meines Lebens ist. Und dann kam die visuelle Anthropologie. Der Sprung in die Dokumentarfilmregie war nur eine logische Konsequenz dessen, was ich zuvor gemacht habe.

Ihr erster Film, „Recognition“, hatte 2017 seinen Kinostart im Kino Moviemento in Berlin-Kreuzberg, das älteste Kino Deutschlands. Sharon Ryba-Kahn: „Der Sprung in die Dokumentarfilmregie war nur eine logische Konsequenz dessen, was ich zuvor gemacht habe.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Sharon Adler: In der Doku „Displaced“ setzt du dich mit der Beziehung zu deinem Vater auseinander, der über seinen Vater sagt: „Man darf einem Menschen, der die Shoah, der Auschwitz miterlebt hat, nichts vorwerfen, im Gegenteil.“ Wie hast du als Kind das Trauma der Überlebenden erlebt und wie gehst du heute damit um?

Sharon Ryba-Kahn: Dass mein Großvater väterlicherseits Überlebender war, war kein Thema, denn es wurde in diesem Teil der Familie nicht über die Shoah gesprochen. Mit meiner Großmutter mütterlicherseits sprach ich über die Shoah, seitdem ich acht Jahre alt war. Ich bin von meiner Mutter und ihren Eltern, beide Überlebende, erzogen worden. Mein Vater wollte München eigentlich verlassen, um an die Hebrew University in Israel zu gehen, und ein neues Leben anfangen. Aber er konnte seine Eltern nicht allein lassen, das erfuhr ich erst bei den Dreharbeiten von „Displaced“. Er, der älteste Sohn von vier Kindern. Er hatte den Eindruck seine Familie nicht verlassen zu dürfen, weil sie Überlebende waren, dieser fehlende „Mut“, der sich durch sein Leben zog, ist für mich ein Ergebnis dessen, dass er ein Überlebender der Zweiten Generation der Shoah ist, und das ist für mich ganz eindeutig.

Das Bindungsgefühl zwischen den Überlebenden und ihren Kindern ist oft schmerzhaft und schwierig. Als Kind habe ich das natürlich alles nicht verstanden, denn das Bewusstsein des Kindes ist die absolute Akzeptanz der Umgebung, in der es aufwächst. Die erwachsene Frau setzt sich mit dem Trauma auseinander, ganz klar. Macht Filme darüber, schreibt eine Dissertation darüber, denkt darüber nach, um Dinge zu verstehen, die mit der Familiengeschichte zu tun haben, auch, um die Reaktionen zu verstehen. Wie sich Traumatisierung zeigt, ist bei jeder Person individuell.

Sharon Adler: In deinen drei Langfilmen, „Recognition“ (2015), „Displaced“ (2020) und „Liebe bis 120“ (2023) geht es immer wieder um die verschiedenen Aspekte und Merkmale der jüdischen Identität, Geschichte und Politik. Inwieweit ist deine jüdische Identität der Leitfaden, ein Motiv deiner Arbeit?

Sharon Ryba-Kahn: „Recognition“ handelt von dem palästinensisch-israelischen Konflikt und davon, wie er auf beiden Seiten die Identität prägt. Tatsächlich ist es auch ein transgenerationeller Film im Sinne des Palästinensisch-Israelischen Konflikts. In meinen beiden anderen Filmen, „Displaced“ und „Liebe bis 120“, geht es um jüdische Identität, Geschichte und Politik. Jüdische Identität ist ein wichtiges Thema meiner Arbeit. Doch es verschiebt sich nach diesen drei Filmen immer mehr in Richtung Trauma in anderen Gewaltkontexten und nicht mehr nur um den jüdischen Anteil des Traumas. Ich denke, dass das Humanistische der Leitfaden meiner Arbeit ist. Ich bin eine jüdische Regisseurin. Mein jüdisches Dasein, genauso wie mein Frausein, sind prägende Aspekte meiner Identität.

Sharon Adler: In deiner Doku „Liebe bis 120“ (Arbeitstitel) porträtierst du drei Frauen, drei Überlebende der Shoah, die in einem betreuten Wohnheim in Tel Aviv leben, und legst den Fokus auf deren Liebesleben. Warum war es dir wichtig, gerade dieses Thema abzubilden?

Sharon Ryba-Kahn: Wenn ich mir anschaue, welche Filme gegenwärtig zum Thema Shoah gemacht werden, und insgesamt den Umgang mit der Shoah beobachte, sehe ich immer mehr, je länger ich in dieser Branche bin, dass es selten um die Überlebenden selbst geht. Sie sollen ihre Geschichte erzählen, sie erfüllen eine Funktion, und dann können sie wieder nach Hause gehen. Ich bin mit diesem Umgang nicht einverstanden. Vielleicht klingt das provokant, aber ich glaube, das ist eine Entmenschlichung, die stattfindet und auf einer psychologischen Ebene eine Vereinfachung. Nicht alle Überlebenden sind gleich. Der einzige sichere gemeinsame Nenner ist, dass sie Juden sind und dass sie überlebt haben. Natürlich hat die Traumatisierung, die sie erlebt haben, sie geprägt, aber die Shoah ist nur ein Teil ihres gesamten Lebens. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, ihre Geschichten im Ganzen zu sehen.

In „Liebe bis 120“ geht es um drei achtzig- bis Mitte neunzigjährige Frauen, und darum, welchen Anteil Liebe, Beziehung und Sexualität in ihrem Leben als Überlebende haben. Ich habe die drei Frauen über vier, fünf Jahre lang begleitet. Mir war es wichtig zu verstehen, wie die Shoah ihr Verständnis von Liebe und ihr Liebesleben als Frau beeinflusst hat. Ich bekam sehr unterschiedliche Antworten, denn es sind völlig unterschiedliche Persönlichkeiten und andere Definitionen von Liebe. Liebe bedeutet eben nicht nur die Liebe zu einem/r Partner*in. Es geht auch sehr viel ums Altwerden und um das, was Liebe bedeutet, wenn man alt wird, oder wie man sich an die Shoah erinnert. Der Film lehrt uns etwas darüber, wie Erinnerung im Alter funktioniert. Das ist der dramaturgische Rahmen des Films – oder wird es, weil der Film noch nicht fertig ist. Der Film heißt nun „Love till 120 – Lessons of love and life“. Einen deutschen Titel habe ich noch nicht.

„Liebe bis 120“ ist ein Film über drei Frauen, die 200 Jahre jüdische Geschichte in sich tragen. Ich möchte dazu beitragen, daran zu erinnern, dass diese Menschen ein Leben vor der Shoah gehabt haben. Ich glaube, das ist eine Frage des Respekts.

Sharon Adler: Aus der innerjüdischen Perspektive geht es in deinen Filmen um die Suche nach Antworten auf die Fragen nach Identität, nach Zugehörigkeit, aber auch um die Suche nach den biographischen Leerstellen, dem Verlust. Kannst du bitte den Prozess deiner Arbeit beschreiben? Wie näherst du dich deinen Interviewpartner*innen/Protagonist*innen?

Sharon Ryba-Kahn: Ich arbeite stark mit meinem empathischen Gefühl, und das, was ich empathisch nicht verstehe oder wo ich keinen Zugang habe, erarbeite ich mir. Ich gehe immer respektvoll mit meinen Protagonist*innen um und bin sehr vorsichtig mit meiner Provokation. Manchmal bin ich fast zu subtil und denke mir, ich müsste mich noch mehr trauen und könnte sie mit etwas schwierigeren Fragen konfrontieren.

Das Verhältnis zwischen Jüdinnen*Juden und Nicht-Jüdinnen*Juden

Sharon Adler: Als Dokumentarfilmerin bildest du auch ab, wie es sich anfühlt, als Angehörige der Dritten Generation von Shoah-Überlebenden in Deutschland zu leben. Willst du mit deinen Arbeiten jüdische Realitäten zeigen, die unbequem für die nicht-jüdischen deutschen Zuschauer*innen sind?

Sharon Ryba-Kahn: Ich wollte zeigen und beschreiben, wie es sich anfühlt, zu der Dritten Generation von Überlebenden, die in Deutschland leben, zu gehören. Ich hatte schon immer das Gefühl, dass es zwei Diskurse in meinem Umfeld gab: Mit jüdischen Menschen sprach man auf die eine und mit nicht-jüdischen Menschen auf die andere Art und Weise. Dieses Tabu wollte ich brechen, beziehungsweise benennen! Aus meiner Erfahrung ist es vielen Menschen der nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft in Deutschland unangenehm oder sie fühlen sich angegriffen, wenn es um ihre Beziehung zu jüdischen Themen und um die Shoah geht.

Sharon Adler: Mit „Displaced” stellst du Fragen nach dem Umgang mit der NS-Vergangenheit an dein nicht-jüdisches Umfeld. Welche Adressat*innen hattest du beim Skript, beim Dreh, in der Produktion vor Augen und was möchtest du vor allem bei deinem nicht-jüdischen deutschen Publikum bewirken?

Sharon Ryba-Kahn: Ich wünsche mir, dass vor allem nicht-jüdische Deutsche mit Eltern und Großeltern aus Deutschland sehen, dass die Shoah sie direkt betrifft und etwas mit ihren Familien und auch mit ihnen gemacht hat. Ich wünsche mir einen anderen Umgang mit der eigenen Geschichte. Ich bin der festen Überzeugung, dass jede Gewalterfahrung, egal, in welchem Land, tiefgreifende Konsequenzen für eine Gesellschaft hat, und meiner Meinung nach gibt es nur einen einzigen Weg: Man muss Dialoge, Bildung und ein sicheres Lebensumfeld auf Basis von Respekt und Akzeptanz für alle Menschen schaffen.

Sharon Adler: Ein wiederkehrendes Motiv in deinen Filmen ist die Auseinandersetzung in der Zweiten und Dritten Post-Shoah-Generation der Nachkommen der Opfer und der Täter*innen. Was ist für dich die persönliche Herausforderung in dieser Arbeit?

Sharon Ryba-Kahn: Meine Auseinandersetzung in „Displaced“ mit der Zweiten und Dritten Generation auf der Seite von Nachkommen der Täter*innen war mir sehr wichtig. Ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob ich je mehr dazu machen werde. Ich habe viele antisemitische Erfahrungen gemacht, extrem krasse Reaktionen von Menschen erlebt, die komplett unbewusst mit dem, was sie an Gefühlen zu dem Thema Shoah in sich tragen, und mit mir umgegangen sind. Das passierte nie vor Publikum bei der anschließenden Frage-Antwort-Runde, der Q&A, sondern danach, wenn man allein mit mir sprechen wollte.

Sharon Ryba-Kahn: „Ich habe viele antisemitische Erfahrungen gemacht, extrem krasse Reaktionen von Menschen erlebt, die komplett unbewusst mit dem, was sie an Gefühlen zu dem Thema Shoah in sich tragen, und mit mir umgegangen sind. Das passierte nie vor Publikum bei der anschließenden Frage-Antwort-Runde, der Q&A, sondern danach, wenn man allein mit mir sprechen wollte.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Die persönliche Herausforderung ist ganz klar, meine Wehrhaftigkeit zu behalten. Denn wenn so ein Moment passiert, begebe ich mich in ein traumatisches Feld – ich nenne das „to enter a traumatic space“ – und erlebe eine körperliche Abwehrreaktion. Wenn ich jedoch nicht reagiert habe, wenn ich einen antisemitischen Kommentar habe durchgehen lassen, empfinde ich dabei eine große Scham und ein großes Gefühl des Versagens. Und deshalb geht es auch darum, zu akzeptieren, wenn ich vielleicht einen Tick zu aggressiv werde, und mir das zu verzeihen. Denn meine Wehrhaftigkeit lasse ich mir von niemandem nehmen.

Sharon Adler: In „Displaced“ sprechen deine nicht-jüdischen Freundinnen in Bezug auf Jüdisches nur von dem „ Thema“. Wie hast du das empfunden?

Sharon Ryba-Kahn: Ich glaube, das bedeutet so viel wie: „Ich sehe dich als Mensch.“ Das ist das gleiche Muster wie das Konzept von „I don’t see colour“, wo es auch darum geht, dass man jemandem seine Identität abspricht. Das ist für mich ein Abwehrmechanismus und eine Nichtauseinandersetzung mit Schuldgefühlen und impliziert die Frage: „Was macht meine Identität mit dir?“

Sharon Adler: Kannst du im gegensätzlichen Diskurs um Traumata, um Auseinandersetzung, um Erinnerung ein Schema erkennen? Welche Erfahrungen hast du gemacht, welche Antworten hast du erhalten?

Sharon Ryba-Kahn: Ich kann ein Schema erkennen, das nichts mit Trauma, aber viel mit Abwehrmechanismen der nicht-jüdischen deutschen Mehrheitsgesellschaft zu tun hat, und damit, wie Menschen mit ihrer individuellen Familiengeschichte umgehen und wie sie emotional verarbeitet wurde. Für viele traumatisierte Menschen ist es ein Aha-Moment, das zu realisieren und auszusprechen: „Ich bin traumatisiert.“ Dieses Wort überhaupt zu benennen, ist ein Anfang des Heilungsprozesses. Bis ich 2015 als Gast auf einer Externer Link: Podiumsdiskussion zum Thema Trauma und Dritte Generation eingeladen wurde, wusste ich nicht, dass ich traumatisiert bin.

Sharon Adler: Du promovierst an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf zum Thema „Repräsentierungen von Traumata in Dokumentarfilmen“. Welchen Fragestellungen widmest du dich primär?

Sharon Ryba-Kahn: Ein Teil meiner Arbeit ist die Analyse von indigenen australischen Dokumentarfilmen. Heute beschäftigt mich vor allem die Frage danach, wie kollektives transgenerationelles Trauma im indigenen australischen Film repräsentiert wird. Die tiefgründige Frage, die dahintersteckt, hat viel mit meiner Identität zu tun: Kann ein Mensch genug kulturelles und emotionales Verständnis und Empathie haben, um einen Kulturkreis, dem er selbst nicht angehört, wirklich zu verstehen und im nächsten Schritt zu repräsentieren? Das ist ein hochaktuelles Thema. Mit welchen Werkzeugen muss man arbeiten, um diese Fragen empathisch zu beantworten? Was braucht es noch außer Empathie? Das ist die Frage, die ich für mich beantworten möchte. Die mich motiviert, diese Arbeit zu machen. Denn ich glaube, dass in der Gesellschaft, in der wir leben, diese Frage nicht nur aktuell für alle sehr wichtig ist, sondern dass es eine sehr wichtige humanistische Frage ist.

Sharon Adler: Wie kann es deiner Meinung nach gelingen, im Medium Film die Traumata und Retraumatisierungen durch die Shoah in der Generation der Überlebenden und in der Zweiten und Dritten Generation abzubilden und erfahrbar zu machen?

Sharon Ryba-Kahn: Darüber habe ich meine Master-Arbeit geschrieben. Tatsächlich gibt es ein Konzept. Die Filmwissenschaftlerin Jeanette Walker hat den Begriff „Trauma Cinema“ geprägt und spricht von „disremembering“, sich ent-erinnern. Erinnerung im traumatischen Sinne ist das, was fragmentarisch passiert. Man weiß ja, dass man sich an ganz bestimmte Momente erinnert und andere vergisst. Wie Gedächtnis funktioniert, ist ein ganz wichtiger Teil dessen, wie sich ein Trauma zeigt. Die Heilung von Traumata kommt dadurch, dass man das Trauma in sein eigenes, persönliches Narrativ integriert.

In „Displaced“ gibt es ganz klare visuelle Momente, die für mich eine traumatische Ästhetik darstellen. Es gibt diesen Moment in einer U-Bahn am Marienplatz in München. Oben sieht man menschliche Schatten. Dieses Bild kommt, nachdem mein Großvater sich an die Shoah erinnert und die Geschichte erzählt, wie er überlebt hat. Man spürt, dass diese Schatten einen Bezug zur Shoah und den ermordeten Menschen haben. Und dann ist es auch kein Zufall, dass es einen sehr lauten Sound gibt, wenn der Zug einfährt. Der einen überfährt. Das ist eine Repräsentation dessen, was diese Traumatisierung mit einem macht. Das Bild hat eine doppelte Symbolik. Denn es sind ja nicht irgendwelche Züge, sondern deutsche U-Bahnen, die für mich assoziativ nicht frei von der nationalsozialistischen Vergangenheit sind. Auf der psychologischen Ebene erzählt es das Gleiche.

Sharon Adler: Worin siehst du deine Verantwortung in der Darstellung, der Sichtbarmachung jüdischer Themen im deutschen Film?

Sharon Ryba-Kahn: Meine Verantwortung ist, dass ich es versuche. Ob ich dann gehört werde, das entscheide ich leider nicht. Das hat auch was mit der Art und Weise zu tun, wie Gesellschaft funktioniert. Wer traute sich oder wer traute sich nicht, „Displaced“ zu zeigen? Wer möchte sich mit dem Film auseinandersetzen? Ich glaube, dass meine Verantwortung darin liegt, die Nuancen sichtbar zu machen. Das Ungesagte, das Unausgesprochene, das Unbequeme ganz klar und deutlich zu benennen. Das ist meine Verantwortung. Und diese nehme ich sehr ernst. Aber das heißt natürlich auch, die Komplexität darzustellen. Die Verantwortung liegt darin, den Mut zu haben, das Unbequeme zu benennen, und zu verstehen, dass man überhaupt eine Verantwortung hat. Aber nicht jede/r muss sie ausleben. Ich trage sie bewusst. Ich nehme sie bewusst an.

Sharon Adler: Was würdest du bezüglich der authentischen und empathischen Abbildung jüdischer Themen jungen nicht-jüdischen Studierenden der Filmwissenschaften empfehlen? Welche Instrumente braucht es dafür in der Ausbildung/Studium?

Sharon Ryba-Kahn: Wenn mich jemand um Rat fragen würde, würde ich nachfragen, warum es interessant für die Person ist und warum sie gerade dieses Thema bearbeiten will. Die Auseinandersetzung mit dieser Frage kann nur mit brutalster Ehrlichkeit geführt werden. Mein Rat wäre: Rede mit jüdischen Menschen. Aber als allererstes, bevor du dich mit jüdischen Menschen auseinandersetzt: Sei dir bewusst, was du weißt und was du nicht weißt. Und sei demütig und frage dich vor allem, warum möchtest du diese Geschichte erzählen?

Sharon Adler: Können deine Filme auch an Schulen oder Bildungseinrichten gezeigt werden? Sharon Ryba-Kahn: Ja, absolut. Ich glaube sogar, dass sie eine Möglichkeit sind, mit der Shoah anders umzugehen. Die Tendenz in deutschen Schulen ist eine „objektive Herangehensweise” von Geschichte. Dies mag vielleicht möglich sein, wenn es sich nicht um die Nachfahren von Täter*innen handelt, aber in Deutschland sehe ich das mit dem Thema Shoah als unmöglich an. Ich glaube, die persönliche Herangehensweise in meinen Filmen zeigt, wie man ein Verantwortungsbewusstsein im kollektiven Sinn haben kann.

Diese kollektive Verantwortung, sich seiner Geschichte ehrlich zu stellen, sieht man in „Displaced”. Dieser Auftrag muss allerdings von den Lehrer*innen bewusst angenommen werden. Das Verantwortungsgefühl für Geschichte muss gegeben sein. Wenn es dieses Verantwortungsgefühl nicht gibt, oder schlimmer, wenn sie die Forderung nach einem „Schlussstrich” vertreten, dann kann „Displaced” ohne Begleitmaterial auch nicht helfen. Ich glaube aber, dass gewisse Dokumentarfilme die Geschichte neu erlebbar machen und deswegen für die Schüler*innen eine Chance sind, sich mit Geschichte anders als nur „schulisch” auseinanderzusetzen. Dies entspricht auf jeden Fall meiner Erfahrung.

Sharon Adler: Anders als im Genre Dokumentarfilm lässt das Genre Spielfilm mehr künstlerischen Spielraum für die Darstellung und Interpretation der Figuren und des Plots. Welche Sprache und Bildersind nötig, um antisemitische Strukturen und Klischeebilder über Jüdinnen und Judentum im (Spiel-)Film zu demaskieren, ihnen entgegenzuwirken?

Sharon Ryba-Kahn: Ich glaube, dass man an Spielfilmen viel leichter erkennt, wann Klischees genutzt werden und wann nicht. Allerdings – und das ist das Gefährliche im Spielfilm – werden sie leicht akzeptiert, wenn man selbst keine Ahnung hat und man durch einen Spielfilm eine neue Kultur, oder einen neuen Kontext entdeckt. Die einzigen, die sich dann darüber aufregen, sind die Gruppen, von denen sie handeln. Und die anderen sehen das nicht. Spielfilm bedeutet nicht, dass man nicht gut recherchieren muss. Ganz im Gegenteil. Du musst die kulturelle Welt noch besser kennen und verstehen, du musst die Klischees noch besser kennen, um diesen Kosmos erzählen zu können und andere Bilder zu finden. Für einen Film zum Thema Antisemitismus und gegen antisemitische Bilder müsste ich mir dramaturgische oder filmische Mittel überlegen, Sprache und Bilder nutzen, um antisemitische Strukturen und Klischee-Bilder über Jüdinnen und Judentum zu demaskieren.

Sharon Adler: Welche dramaturgischen Elemente bräuchte es dafür?

Sharon Ryba-Kahn: Ich gebe mal ein positives Beispiel. Ein Film muss meines Erachtens gegen Stereotype ankämpfen und Komplexitäten darstellen können. Das heißt, nicht jeder Ultra-Orthodoxe ist ein Siedler. Nicht jeder Ultra-Orthodoxe hasst Palästinenser. Filme erzählen immer besondere Geschichten. Ein gutes dramaturgisches Mittel ist für mich eine Geschichte, die die Komplexität der Situation darstellt und nichts verschönert oder schlechter darstellt.

Sharon Adler: Kannst du Beispiele für antisemitische Strukturen und Klischeebilder über Jüdinnen und Judentum beziehungsweise Judentum im (Spiel-)Film nennen?

Sharon Ryba-Kahn: Ein gutes Beispiel ist der Film „The passion of the Christ“. Warum haben in dem Film eigentlich alle Juden große Nasen? Die Darstellung der Juden als die Bösen, oder als die Geizigen ist für mich ein Stereotyp.

Sharon Adler: Im Rahmen des Projekts „Hakara – Transgenerationalem Trauma begegnen” hast du für AMCHA Deutschland die Podcast-Reihe „Invisible Wound” produziert. Was ist der Hintergrund des Projekts, was deine Motivation? Wer sind die Menschen, mit denen du sprichst?

Sharon Ryba-Kahn: Es geht dabei um kollektives transgenerationales Trauma und was das für die Menschen bedeutet. Bisher habe ich zwei Staffeln produziert. In der ersten Staffel spreche ich mit fünf verschiedenen Menschen, darunter sind Filmemacher*innen, Autor*innen, ein Rapper, und der 94-jährige Uncle Boydie. Sein Großvater, mit dem er aufwuchs, war William Cooper. Als dieser in den Zeitungen las, was am 9. November 1938 während der sogenannten Reichskristallnacht in Deutschland passiert ist, setzte er im Namen der Australian Aborigines' League einen Protestbrief auf.

Am 6. Dezember 1938 marschierte er gemeinsam mit einer Delegation der Organisation viele Kilometer zu Fuß nach Melbourne, um den Brief im deutschen Konsulat abzugeben. Indigene Menschen wurden selbst zu dieser Zeit nicht wie Menschen behandelt. Diese Zivilcourage hat mich zutiefst beeindruckt. In der zweiten, fünfteiligen Staffel, die im Herbst 2022 erscheint, spreche ich mit Künstler*innen und Expert*innen verschiedener Generationen, die in unterschiedlichen Kontexten Gewalterfahrungen erlebt haben. Darunter ist auch die Sängerin und Aktivistin Tayo Awosusi-Onutur, die sich als Afro-Sintezza identifiziert.

Es war traurig, verstörend und leider nicht überraschend zu hören, welche Erfahrungen sie und andere Menschen der Roma und Sinti Community in Deutschland weiterhin erleben müssen. Außerdem sind in der Reihe auch zwei Trauma-Expert*innen dabei, darunter Esther Mujawayo Keiner, eine Überlebende des Genozids in Ruanda im Jahr 1994. Und ich rede auch mit Dr. Yael Danieli, die in New York lebt und die wichtigsten Bücher, unter anderem über kollektives-transgenerationelles Trauma geschrieben hat, die ich auch in meiner Dissertation nutze.

Anhand ihres Modells versteht man, wie die verschiedenen psychologischen Ebenen von kollektiven transgenerationellen Traumata funktionieren und wie sie sich unterscheiden, welchen Einfluss verschiedene Gewalterfahrungen in verschiedenen Kulturkreisen, mit verschiedenen Menschen, mit verschiedenen Generationen, haben. Für mich ist es toll, die Möglichkeit zu haben, mit diesem Konzept zu arbeiten und eine Podcast-Serie zu machen, wo verschiedene Erfahrungen nebeneinanderstehen können, ohne sie vergleichen zu müssen.

„Invisible Wound” nutze ich auch als eine Form der Quellensammlung für meine Dissertation „Repräsentierungen von Traumata in Dokumentarfilmen“. Insofern ist das auch direkt miteinander verknüpft. In der nächsten Staffel soll es darum gehen, wie ein Trauma im Körper fortwirkt. Für die Zuhörer*innen ist der Podcast eine Chance, zu erfahren, dass ein transgenerationelles kollektives Trauma eine Gewalterfahrung ist, die in vielen Gesellschaften präsent ist.

Interner Link: Zur Vita von Sharon Ryba-Kahn >>

Zitierweise: „Sharon Ryba-Kahn: „Das Humanistische ist der Leitfaden meiner Arbeit““, Interview mit Sharon Ryba-Kahn, in: Deutschland Archiv, 22.11.2022, Link: www.bpb.de/515463

Fussnoten

Fußnoten

  1. Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, https://www.filmuniversitaet.de/, zuletzt aufgerufen am 28.8.2022.

  2. Der Spielfilm „Die Passion Christi” (Originaltitel: „The Passion of the Christ”) aus dem Jahr 2004 unter der Regie von Mel Gibson erzählt von der Passion Jesu von Nazareth vom Ölberg über die Verurteilung und Kreuzigung durch die Römer bis zur leiblichen Auferstehung.

  3. https://presentpast.org/themenfelder/transgenerationales-trauma/, zuletzt aufgerufen am 11.9.2022.

  4. AMCHA Deutschland e.V. unterstützt mit seiner gleichnamigen Stiftung die Arbeit der Organisation AMCHA in Israel, die 1987 gegründet wurde. Dort arbeiten Psychotherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen und freiwillige Helfer*innen aus aller Welt. AMCHA Israel bietet in zehn Zentren über das Land verteilt psychosoziale Hilfe und Beratung für die Holocaust-Überlebenden und deren Familien in Israel. Amcha kommt aus dem Hebräischen und bedeutet sinngemäß: Du bist von uns. Es war zugleich ein Codewort unter jüdischen Verfolgten der Shoah, um einander zu erkennen. https://amcha.de/, https://amcha.de/projekte/hakara/, zuletzt aufgerufen am 11.9.2022.

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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Sharon Ryba-Kahn, Sharon Adler für Deutschlandarchiv/bpb.de

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wurde am 7. Mai 1983 in München geboren. 1997 zog sie mit ihrer Mutter Anna-Patricia Kahn nach Jerusalem, wo sie 2001 ihr Abitur am Lycée Français de Jerusalem machte und dann nach Paris ging, um dort Schauspiel zu studieren. Anschließend setzte sie dieses Studium in New York am Schauspielkonservatorium New Actors Workshop fort. Sie arbeitete als Theaterschauspielerin und -regisseurin und studierte Filmproduktion an der New York Film Academy. 2007 zog sie nach Berlin und arbeitete dort als Casting-Direktorin, Regieassistentin und Sprecherin. Nach ihrem Bachelor in American Studies und Spanisch an der Humboldt Universität absolvierte sie einen Master in Visuelle Anthropologie an der FU Berlin. 2015 kam ihr erster Film, „Recognition“, heraus. 2016 nahm sie ein Masterstudium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf im Studiengang Dokumentarfilmregie auf. In dieser Zeit drehte sie drei Kurzfilme, „Der Besuch“ (2018), „Ein Stück Deutsche Geschichte“ (2019), „Cubania entre Berlin y la Habana“ (2019). Ihr Abschlussfilm, „Displaced“, hatte 2020 Premiere im DOK.fest München. 2023 folgt „Liebe bis 120“. Sharon Ryba-Kahn promoviert zum Thema „Repräsentierungen von Traumata in Dokumentarfilmen“ und lebt in Berlin-Prenzlauer Berg.Interner Link: Mehr zu Sharon Ryba-Kahn >>

geboren 1962 in West-Berlin, ist Journalistin, Moderatorin und Fotografin. Im Jahr 2000 gründete sie das Online-Magazin und Informationsportal für Frauen AVIVA-Berlin, das sie noch heute herausgibt. Das Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und über jüdisches Leben zu berichten. Sharon Adler hat verschiedenste Projekte zu jüdischem Leben in Deutschland für unterschiedliche Auftraggeber/-innen umgesetzt und auch selbst Projekte initiiert wie "Schalom Aleikum“, das sie zur besseren Verständigung von Jüdinnen und Muslima entwickelte. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 initiierte sie das Interview- und Fotoprojekt "Jetzt erst recht. Stop Antisemitismus". Hier berichten Jüdinnen und Juden in Interviews über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus in Deutschland. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Für das Deutschland Archiv der bpb betreut sie die Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"