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Die nationalsozialistischen Morde an kranken und beeinträchtigten Menschen

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Die nationalsozialistischen Morde an kranken und beeinträchtigten Menschen

/ 7 Minuten zu lesen

Beeinträchtigte und kranke Menschen betrachteten die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen als ‚lebensunwert‘. Viele Tausende wurden von ihnen ermordet.

Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen folgten der Ansicht des Sozialdarwinismus. Das bedeutet: Sie nahmen an, dass es bei Menschen ‚gutes‘ und ‚schlechtes Erbmaterial‘ gibt. Sie meinten, dass nur die Völker überleben werden, bei denen ‚gutes Erbmaterial‘ vorhanden ist.

Völker mit ‚schlechtem Erbmaterial‘ sind schwach und werden sterben. Es gab schon vor der NS-Zeit Menschen, die diese Ansicht hatten. Und auch heute gibt es immer noch Menschen, die dieser Meinung sind. Heute wissen wir aber, dass die sozialdarwinistischen Ansichten falsch sind.

Warum ermordeten Nationalsozialisten kranke und beeinträchtigte Menschen?

Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen wollten, dass ‚gutes Erbmaterial‘ gefördert und ‚schlechtes Erbmaterial‘ vernichtet wird. Sie wollten, dass nur Menschen mit ‚gutem Erbmaterial‘ überleben. Sie meinten, dass Menschen mit Beeinträchtigung oder einer ‚Erbkrankheit‘ ,schlechtes Erbmaterial‘ haben. Sie bezeichneten das Leben dieser Menschen als ‚lebensunwert‘. Sie sagten: Diese Menschen sind ‚erbkrank‘.

Daher ermordeten die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen viele kranke und beeinträchtigte Menschen. Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen sagten: Auch Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Krankheiten wie zum Beispiel Epilepsie sind ‚lebensunwert‘.

Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen waren der Meinung, dass kranke und behinderte Menschen weniger wertvoll sind. Sie meinten damit: Diese Menschen sind weniger wert als andere Menschen.

Die Nationalsozialisten behaupteten auch, dass beeinträchtigte und kranke Menschen eine Last sind. Sie nannten sie ‚nutzlose Esser‘. Damit meinten die Nationalsozialisten: Beeinträchtigte und kranke Menschen kosten den Staat Geld. Sie brauchen Nahrung, aber sie arbeiten nicht dafür. Wenn Menschen keine Arbeit leisten konnten, hatten sie für die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen keinen Wert. Deswegen sollten beeinträchtigte und kranke Menschen sterben.

,Euthanasie‘–Morde auf Befehl von Adolf Hitler

Am 18. August 1939 verfasste Adolf Hitler einen geheimen Befehl zur sogenannten ‚Kinder-Euthanasie‘.

Ärzte, Ärztinnen und Hebammen mussten Kinder und Säuglinge mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung melden. Kinderärzte und Kinderärztinnen beurteilten, ob die Kinder in sogenannte ‚Kinderfachabteilungen‘ mussten. Das waren Abteilungen, die in Kinderkliniken oder Heil- und Pflegeanstalten eingerichtet wurden.

Dort mussten die Kinder ohne ihre Familie leben. Die Familien wussten oft nicht genau, was mit ihren Kindern passierte. Die Eltern hofften, dass es ihren Kindern dort gut geht. Die Kinder wurden aber durch zu wenig Nahrung oder zu viele Betäubungsmittel ermordet. Sie wurden auch für lebensgefährliche Experimente benutzt. Etwa 5 000 Kinder und Jugendliche wurden dabei getötet.

Im Oktober 1939 beauftragte Adolf Hitler zwei Nationalsozialisten. Sie hießen Karl Brandt und Philipp Bouhler. Sie sollten Ärzte und Ärztinnen aussuchen, die beeinträchtigte und schwer kranke Erwachsene töten.

In einem Brief an Karl Brandt und Philipp Bouhler schrieb Adolf Hitler: ‚Unheilbar Kranke‘ sollen den ‚Gnadentod‘ ‚ bekommen.

‚Unheilbar krank‘

‚Unheilbar krank‘ bedeutet: Die Krankheit kann nicht geheilt werden. Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen nannten auch Menschen mit Beeinträchtigung „unheilbar krank“. Das war falsch, denn eine Beeinträchtigung ist keine Krankheit.

‚Gnadentod‘

‚Gnadentod‘ sollte bedeuten: Der Tod ist eine Erlösung für die Person. Der Tod war aber Mord. Es waren Morde, die heimlich geschahen. Sie geschahen nicht, um den Personen etwas Gutes zu tun. Beeinträchtigte und kranke Menschen wurden dabei als Menschen missachtet.

Adolf Hitler gab mit dem Brief den ‚Euthanasiebefehl‘. Auch in anderen Briefen der Mörder wurde das Wort ‚Euthanasie‘ verwendet.

‚Euthanasie‘

Das Wort ‚Euthanasie‘ kommt aus der griechischen Sprache. ‚Euthanasie‘ bedeutet: guter Tod. Die Begriffe ‚Euthanasie‘ und ‚Gnadentod‘ sollten die Morde beschönigen. Beschönigen bedeutet, etwas besser darzustellen, als es ist. Es sollte so aussehen, als ob die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen sich um beeinträchtigte und kranke Menschen kümmern. Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen wollten den Menschen aber nicht helfen. Sie wollten beeinträchtigte und kranke Menschen ermorden.

Der Brief von Adolf Hitler war ein geheimer Brief. Nur wenige sollten davon erfahren. Die Morde wurden auch vor den Eltern und Angehörigen der Opfer verheimlicht. Die Nationalsozialisten hatten Sorge, dass viele Menschen sagen würden: Es ist schrecklich, was ihr tut. Hört auf damit. Sie glaubten auch: Es könnte den Nationalsozialisten schaden, wenn die Bevölkerung weiß, dass sie beeinträchtigte Menschen umbringen.

Die Ärzte und Ärztinnen sollten die Morde deshalb heimlich begehen. Ein Teil der Ermordung der Menschen wurde in der nationalsozialistischen Zentraldienststelle in der Tiergartenstraße 4 in Berlin geplant. Deswegen werden die Morde von beeinträchtigten und kranken Menschen heute auch als ‚Aktion T4‘ bezeichnet.

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Wer entschied bei den T4-Morden über den Tod der Menschen?

Damals lebten viele beeinträchtigte und kranke Menschen in großen Heil- und Pflegeanstalten. Mit dem ‚Euthanasiebefehl‘ erhielten 1939 alle Pflegeanstalten Meldebögen. Die Meldebögen wurden von der T4-Zentrale in der Tiergartenstraße 4 in Berlin verschickt.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Pflegeanstalten mussten die Meldebögen ausfüllen. Sie mussten viele Angaben zu den Personen machen, die dort lebten. Sie mussten zum Beispiel aufschreiben, wie oft eine Person Besuch bekam, welche Krankheiten sie hatte und ob sie gut arbeiten konnte.

Die Reichsarbeitsgemeinschaft (RAG) für Heil- und Pflegeanstalten sammelte dann alle Meldebögen ein. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der RAG sahen sich die Meldebögen an.

Durch die Meldebögen konnten sie erfahren:

  • Wer lebt in den Pflegeanstalten?

  • Können die Menschen arbeiten?

  • Können die Menschen wieder entlassen werden?

Dann entschieden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der RAG:

  • Welcher Mensch ist eine Last für den Staat, weil er nicht arbeiten kann?

  • Welcher Mensch soll in einer Tötungsanstalt ermordet werden?

Kranke und beeinträchtigte Menschen wurden in Tötungsanstalten gebracht, um dort ermordet zu werden. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erstellten Listen. Auf den Listen stand, welche Patienten und Patientinnen in eine Tötungsanstalt transportiert werden sollten. Transportieren bedeutet: Jemanden zu einem anderen Ort bringen. Deswegen hieß die Liste auch Transportliste. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der T4-Zentrale planten die Transporte zu den Tötungsanstalten.

Wo und wie wurden bei den T4-Morden die Menschen getötet?

Die Nationalsozialisten wählten für die Ermordung sechs Orte aus. Fünf dieser Orte waren Pflegeanstalten.

Die Pflegeanstalten wurden umgebaut zu Tötungsanstalten. In diesen Pflegeanstalten passierten dann zwei Dinge zur gleichen Zeit: Kranke und beeinträchtigte Menschen wurden dort gepflegt und versorgt. Und dort wurden kranke und beeinträchtigte Menschen ermordet.

Eine weitere Tötungsanstalt wurde in einem leer stehenden Gefängnis eingerichtet. Das war die Tötungsanstalt in Brandenburg an der Havel. Obwohl es eine reine Tötungsanstalt war, bezeichneten die Nationalsozialisten sie als ‚Landes-Pflegeanstalt‘.

Auf dieser Karte sind die sechs Tötungsanstalten abgebildet. (© Lahaye Tiedemann)

Die Nationalsozialisten haben in den Tötungsanstalten Räume gebaut, in denen sie Menschen mit Gas töten konnten. Diese Räume heißen Gaskammern. Und sie haben Öfen eingebaut, mit denen man Leichen verbrennen konnte. Solche Öfen heißen Krematoriumsöfen.

Die sechs Tötungsanstalten der Nationalsozialisten waren:

  • Grafeneck

  • Brandenburg an der Havel

  • Hartheim

  • Pirna Sonnenstein

  • Bernburg

  • Hadamar




Klicken Sie auf die Überschriften "Wussten die Familien der Opfer von den Morden?" und "Wussten andere Menschen von den Morden?", wenn Sie über diese Themen etwas erfahren wollen.

Wussten die Familien der Opfer von den Morden?

Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen informierten die Familien der Opfer nicht über die Morde. Sie sollten glauben, dass das Familienmitglied an einer Krankheit gestorben ist. Deswegen bekamen die Familien Trostbriefe.

In dem Trostbrief stand zum Beispiel:

Es tut uns leid. Ihr Sohn hatte eine Blinddarmentzündung. Er ist gestorben.

Aber das war gelogen. Die Menschen sind nicht an einer Krankheit gestorben. Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen haben die Menschen ermordet. Die Familien sollten nicht die Wahrheit erfahren, weil die Morde geheim bleiben sollten.

Trotzdem konnten die Nationalsozialisten die Morde an kranken und beeinträchtigten Menschen nicht geheim halten. Immer mehr Familien erfuhren von dem plötzlichen Tod von Verwandten, die in eine der Tötungsanstalten verlegt worden waren. Die vielen Todesnachrichten waren aber nur ein Grund dafür, dass die Morde nicht geheim blieben.

Wussten andere Menschen von den Morden?

Teile der Bevölkerung erfuhren nach und nach von den Morden an kranken und beeinträchtigten Menschen. Das passierte auf unterschiedliche Weise. Ein Beispiel dafür ist die Predigt von Bischof von Galen. August Graf von Galen hielt eine Predigt über die Ermordung der beeinträchtigten Menschen. Von Galen war Bischof von Münster. Ein Bischof leitet ein Bistum. Ein Bistum ist ein bestimmtes Gebiet der katholischen Kirche in Deutschland. Eine Predigt ist eine Rede in einem Gottesdienst in der Kirche.

Kardinal Clemens August Graf von Galen (© Bundesarchiv)

In der Predigt sagte er:

„Es ist mir aber versichert worden, dass [...] tatsächlich schon eine große Zahl von Geisteskranken in Deutschland vorsätzlich getötet worden ist und in Zukunft getötet werden soll.“ In der Predigt machte er darauf aufmerksam, dass jeder Mensch krank werden oder verletzt aus dem Krieg zurückkehren kann. Er erklärte auch:

„Wenn einmal zugegeben wird, dass Menschen das Recht haben, unproduktive Mitmenschen zu töten, [...] dann ist der Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben. Dann ist keiner von uns seines Lebens mehr sicher.“

Diese Sätze sind genau so, wie sie Bischof von Galen gesprochen hat. Man sagt dazu auch Zitat. Diese Predigt verbreitete sich in Deutschland.

Aber auch auf anderen Wegen erfuhren die Menschen von der Ermordung der kranken und beeinträchtigten Menschen: Zum Beispiel bemerkten einige Menschen in der Umgebung der Tötungsanstalten Rauch. Der Rauch entstand durch die Verbrennung der Leichen in den Krematoriumsöfen.

Nach der ‚Aktion T4‘ gingen die Morde weiter.

Immer mehr Menschen erfuhren von der Tötung von kranken und beeinträchtigten Menschen. Viele waren gegen die Tötungen. Deswegen beendeten die Nationalsozialisten im Sommer 1941 das aus der T4-Zentrale organisierte Tötungsprogramm von kranken und beeinträchtigten Menschen. Bei der ‚Aktion T4‘ wurden ungefähr 70 000 Menschen ermordet.

Schon vor der ‚Aktion T4‘ starben viele Menschen in den Heil- und Pflegeanstalten.
Auch nach der ‚Aktion T4‘ wurde in vielen Anstalten weiter gemordet, nicht nur in den sechs Tötungsanstalten.
Das zeigt: Viele Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte fanden die ,Euthanasie‘-Morde richtig. Die Menschen starben, weil sie mit Absicht zu wenig zu essen bekamen.

Die Menschen verhungerten in den Pflegeanstalten. Oder weil die Ärzte, Ärztinnen oder Pflegekräfte sie mit Medikamenten und Gift töteten.

In Deutschland wurden über 120 000 beeinträchtigte und kranke Menschen durch die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen ermordet. Auch in Osteuropa und Mitteleuropa gab es viele weitere Opfer.

In den von Deutschland besetzten Gebieten töteten Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen viele beeinträchtigte und kranke Menschen. Insgesamt ermordeten sie im Rahmen der ‚Euthanasie‘-Morde zwischen 200 000 und 300 000 Menschen.

Eine genaue Zahl gibt es nicht. Vielleicht ist die Opferzahl sogar noch größer. Viele Menschen haben bei der Tötung mitgeholfen. Sie haben zum Beispiel bei der Ermordung der Menschen geholfen oder dabei, die Menschen zu den Tötungsanstalten zu bringen. Und viele haben geschwiegen, obwohl sie wussten, dass Menschen ermordet wurden.

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