Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Weltbevölkerung ist zwischen 1950 und 2025 von 20,1 auf 44,8 Prozent gestiegen.
Das Wachstum der Stadtbevölkerung konzentriert sich auf bereits bestehende Städte und auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten.
1950 lebten noch 46,3 Prozent aller Städter in den ökonomisch entwickelten Staaten, 2025 waren es nur noch 14,7 Prozent.
Rund ein Drittel der städtischen Bevölkerung in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten – rund 1,1 Mrd. Menschen – leben in Slums oder slumähnlichen Wohngebieten.
Mehr als zwei Drittel des weltweiten Bevölkerungswachstums bis 2050 entfällt auf die Stadtbevölkerung.
Fakten
Zwischen 1950 und 2025 ist die Weltbevölkerung von 2,5 auf mehr als 8,2 Milliarden Menschen gestiegen. Dabei hat sich auch die Zusammensetzung nach Land- und Stadtbevölkerung massiv verändert. In nur 75 Jahren halbierte sich der Anteil der Landbevölkerung an der Weltbevölkerung von 40,0 auf 19,6 Prozent – auch wenn sich die Zahl der Menschen auf dem Land moderat von einer Milliarde auf 1,6 Milliarden erhöhte. Der Anteil der Weltbevölkerung, der in Kleinstädten bzw. Gebieten mit mittlerer Bevölkerungsdichte lebt, reduzierte sich zwischen 1950 und 2025 von 39,9 auf 35,6 Prozent. Dabei stieg die Bevölkerungszahl in Kleinstädten bzw. Gebieten mit mittlerer Bevölkerungsdichte von einer Milliarde auf gut 2,9 Milliarden.
Im Gegensatz hierzu erhöhte sich der Anteil der Stadtbevölkerung an der Weltbevölkerung von 20,1 Prozent im Jahr 1950 auf 44,8 Prozent im Jahr 2025. Die Bevölkerungszahl in den Städten hat sich in diesem Zeitraum mehr als versiebenfacht – von 500.000 auf 3,7 Milliarden. Das größte Wachstum fand dabei in bereits bestehenden Städten statt: Zwischen 1975 und 2000 nahm die Stadtbevölkerung um 1,16 Milliarden zu – davon entfielen 71,1 Prozent auf Siedlungsgebiete, die schon 1975 als Städte klassifiziert waren. Im Zeitraum 2000 bis 2025, in dem sich die Stadtbevölkerung um 1,26 Milliarden erhöhte, lag der entsprechende Wert sogar bei 77,4 Prozent.
Nach der Definition des UN Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) lebten im Jahr 2025 44,8 Prozent der Weltbevölkerung in insgesamt 12.140 Großstädten. Darunter waren 11.629 Städte mit 50.000 bis unter einer Million Einwohnern, in denen zusammen 22,4 Prozent der Weltbevölkerung lebten. 10,7 Prozent der Weltbevölkerung lebten in den 429 Städten mit einer Million bis unter 5 Millionen Einwohnern. Auf die weltweit 82 Städte mit mindestens 5 Millionen Einwohnern entfielen 11,6 Prozent der Weltbevölkerung bzw. mehr als 950 Millionen Menschen.
Das Wachstum der Stadtbevölkerung von 1950 bis 2025 konzentrierte sich nicht nur auf bereits bestehende Städte, sondern auch auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten. In den ökonomisch entwickelten Staaten stieg die Stadtbevölkerung zwischen 1950 und 2025 von rund 230 auf gut 540 Millionen (Faktor 2,3). In den ökonomisch sich entwickelnden Staaten verzwölffachte sie sich im selben Zeitraum von rund 270 Millionen auf mehr als 3,1 Milliarden (Faktor 11,7). Werden nur die ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten betrachtet, war die Stadtbevölkerung im Jahr 2025 sogar 30-mal höher als im Jahr 1950 (441 Mio. gegenüber 15 Mio.). 1950 lebten noch 46,3 Prozent aller Städter in den ökonomisch entwickelten Staaten, 2025 waren es nur noch 14,7 Prozent.
Die Zunahme der Stadtbevölkerung in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten resultiert sowohl aus dem natürlichen Bevölkerungswachstum als auch aus dem Zuzug von Personen aus ländlichen Gebieten. Vielfach hängt der Ausbau der Infrastruktur der Expansion der Städte hinterher. Dies geht zum Teil so weit, dass elementare öffentliche Aufgaben – wie zum Beispiel die Wasserversorgung – nicht angemessen erfüllt werden. Die unkontrollierte Zuwanderung in die Städte, das rasante Bevölkerungswachstum und die hieraus resultierende Überforderung der Infrastruktur hat zur Folge, dass rund ein Drittel der städtischen Bevölkerung in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten – insgesamt rund 1,1 Milliarden Menschen – in Slums oder slumähnlichen Wohngebieten leben, also in sehr dicht besiedelten städtischen Gebieten mit dürftiger Wasserversorgung bzw. Abwasserentsorgung, unzureichender Hygiene, mangelhafter Bausubstanz und häufig fehlendem rechtlichen bzw. staatlichen Schutz.
Nach Vorausberechnungen des UN/DESA wird sich die Weltbevölkerung bis 2050 um gut 1,4 Milliarden Menschen erhöhen. Dabei wird die Landbevölkerung in den nächsten zwei Jahrzehnten nur leicht zunehmen, in den 2040er-Jahren ihren Höhepunkt erreichen und dann leicht rückläufig sein. Die Bevölkerung, die in Kleinstädten wohnt, wird nach den Vorausberechnungen bis 2050 um 400 Millionen zunehmen. Der mit Abstand größte Teil des weltweiten Bevölkerungswachstums entfällt jedoch auf die Stadtbevölkerung: Diese wird sich bis 2050 um knapp eine Milliarde erhöhen. Die Hälfte der Zunahme der Stadtbevölkerung entfällt dabei auf nur sieben Staaten: Indien, Nigeria, Pakistan, Ägypten, Demokratische Republik Kongo, Bangladesch und Äthiopien.
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Nach der Definition des United Nations – Department of Economic and Social Affairs hat eine Großstadt mindestens 50.000 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von mindestens 1.500 Einwohnern je Quadratkilometer. Mit Stadtbevölkerung ist im Text ausschließlich die Bevölkerung in Großstädten gemeint.
In Kleinstädten bzw. Gebieten mit mittlerer Bevölkerungsdichte leben zwischen 5.000 und unter 50.000 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte liegt bei mindestens 300 Einwohnern je Quadratkilometer. Im Text sind bei den Angaben zu den Kleinstädten immer auch die Gebiete mit mittlerer Bevölkerungsdichte mit einbezogen.
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