Weniger als 3 Prozent des Wassers auf der Erde sind Süßwasser. Und nur etwa 0,3 Prozent der Süßwasservorräte sind relativ leicht zugänglich.
Nach Angaben der FAO wurden im Jahr 2022 weltweit rund 4.000 km³ Wasser entnommen: 71 Prozent im Agrarsektor, 15 Prozent in der Industrie und rund 13 Prozent auf kommunaler Ebene.
Von der weltweiten Wasserentnahme im Jahr 2022 entfielen zwei Drittel auf nur 10 Staaten. Allein auf Indien (19,1%), China (14,6%) und die USA (11,1%) entfielen 44,8%.
Im Jahr 2021 waren 69 Prozent der Weltbevölkerung gar keinem oder nur geringem Wasserstress ausgesetzt. Zwei Prozent der Weltbevölkerung litten unter hohem Wasserstress, bei acht Prozent war der Wasserstress sogar kritisch.
Fakten
Von den etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometern (km³) Wasser auf der Erde sind weniger als 3 Prozent Süßwasser. Davon sind wiederum mehr als zwei Drittel in Gletschern und als ständige Schneedecke bzw. Eis gebunden. Weitere rund 30 Prozent befinden sich als Grundwasser unter der Erde, knapp ein Prozent bilden Bodenfeuchtigkeit, Grundeis, Dauerfrost und Sumpfwasser. Nur etwa 0,3 Prozent der Süßwasservorräte – gut 100.000 km³ bzw. 0,008 Prozent allen Wassers – sind relativ leicht, vor allem in Seen und Flüssen, für den Menschen zugänglich.
Hinzu kommen weitere 7.000 bis 8.300 km³, die durch 58.700 Großstaudämme (mit einer Höhe von mehr als 15 Metern oder einem Fassungsvermögen von mindestens 3 Mio. m³) aufgestaut werden sowie das aufgestaute Wasser der rund 100.000 mittelgroßen und eine Million kleineren Dämme (Fassungsvermögen: 0,1 bis 3 Mio. m³ bzw. < 0,1 Mio. m³). Die Staudämme sind zu einem unverzichtbaren, aber ökologisch vielfach problematischen Bestandteil der Wasserversorgung geworden.
Nach Angaben der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) wurden im Jahr 2022 weltweit rund 4.000 km³ Wasser entnommen. Davon wurden gut 71 Prozent im Agrarsektor, gut 15 Prozent in der Industrie und rund 13 Prozent auf kommunaler Ebene verbraucht. Auf den Agrarsektor entfallen weitere rund 6.000 km³ Regenwasser, das direkt über den Feldern abregnet. Bei der Wasserentnahme bestehen große Unterschiede zwischen den Regionen: So liegt beispielsweise in Nordamerika sowie in Europa der Anteil der Industrie an der Wasserentnahme bei 49 bzw. 44 Prozent und der Anteil des Agrarsektors bei lediglich 37 bzw. 29 Prozent (Deutschland: Industrie: 54 Prozent, Agrarsektor: 4 Prozent). Dagegen entfielen beispielsweise in Südasien 91 Prozent der Wasserentnahme auf den Agrarsektor und nur 2 Prozent auf die Industrie.
Der weltweite Wasserverbrauch hat sich zwischen 1930 und 2000 etwa versechsfacht. Hierfür waren die Verdreifachung der Weltbevölkerung und die Verdoppelung des durchschnittlichen Wasserverbrauchs pro Kopf verantwortlich. Laut FAO sind Indien, China, die USA, Indonesien, Pakistan, Iran, die Philippinen, Mexiko, Vietnam sowie Japan die zehn Staaten, die am meisten Wasser entnehmen. Zusammen entfielen auf die Top 10 zwei Drittel (66 Prozent) der weltweiten Wasserentnahme im Jahr 2022. Allein der Anteil der Top 3 – Indien (19,1 Prozent), China (14,6 Prozent) und USA (11,1 Prozent) – lag bei 44,8 Prozent.
Ein anderes Bild hinsichtlich der Wasserentnahme ergibt sich, wenn das Wasser, das für die Produktion von Waren und Dienstleistungen verbraucht oder verschmutzt wird, den Staaten zugerechnet wird, in denen die Waren und Dienstleistungen verbraucht werden ("virtuelles Wasser"). So stellt beispielsweise das Umweltbundesamt fest, dass "jede Person in Deutschland zum Trinken, Waschen, Putzen und Kochen um die 130 Liter Wasser am Tag verwendet", aber "der konsuminduzierte Wasserverbrauch täglich rund 7.200 Liter pro Kopf beträgt". Für ganz Deutschland sind das "219 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Davon stammen nur 14 Prozent des Wassers aus Deutschland selbst, aber 86 Prozent aus dem Ausland." Zudem kann danach unterschieden werden, ob das Wasser aus wasserarmen oder wasserreichen Regionen stammt und auf dieser Grundlage ein sogenannter knappheitsgewichteter Wasserfußabdruck ermittelt werden.
Nach Angaben der FAO lag im Jahr 2020 in zehn Staaten der Anteil der jährlichen Süßwasserentnahme an den jährlich sich erneuernden Wasserressourcen bei deutlich mehr als 100 Prozent. An erster Stelle stand erneut und mit großem Abstand Kuwait, wo die jährlichen sich erneuernden Wasserressourcen bei 0,02 km³ lagen und die Süßwasserentnahme 0,77 km³ betrug – das entspricht einem Anteil von 3.850 Prozent. Darauf folgten die Vereinigten Arabischen Emirate (1.590 Prozent), Saudi-Arabien (970 Prozent), Libyen (820 Prozent), Katar (430 Prozent), Jemen (170 Prozent), Ägypten und Bahrain (130 Prozent) sowie Usbekistan und Oman (120 Prozent). Neben der Wasseraufbereitung müssen diese und andere Staaten einen – in einigen Fällen sehr hohen – Teil ihrer Wasserversorgung über den Grundwasserbestand abdecken, was vielfach zu einer ernsthaften Übernutzung der Aquifere (Grundwasserleiter) führt.
Um zu beurteilen, ob die Bevölkerung eines Staates unter "Wasserstress" leidet, berechnet die FAO den Anteil der jährlichen Süßwasserentnahme an den jährlich sich erneuernden Süßwasserressourcen (unter vorheriger Berücksichtigung der natürlichen Wasserabflüsse). Im Jahr 2021 waren laut FAO 31 Prozent der Weltbevölkerung gar keinem Wasserstress ausgesetzt, da der Anteil der Süßwasserentnahme unterhalb von 25 Prozent lag. Bei weiteren 38 Prozent war der Wasserstress gering (Entnahmeanteil: 25 bis < 50 Prozent) und bei 21 Prozent im mittleren Bereich (50 bis < 75 Prozent). Zwei Prozent der Weltbevölkerung litten unter hohem Wasserstress (75 bis 100 Prozent), bei acht Prozent war der Wasserstress sogar kritisch (> 100 Prozent).
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
1 Kubikkilometer (km³) = 1.000.000.000 Kubikmeter (m³)
1 m³ = 1.000 Liter