Zwischen 1950 und 2015 wurden weltweit 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert – etwa die Hälfte davon seit dem Jahr 2000.
Allein im Jahr 2024 wurden mehr als 500 Millionen Tonnen Plastik produziert.
Etwa 80 Prozent der Plastikproduktion werden relativ schnell zu Plastikmüll.
Sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrauch ist China der Staat mit dem höchsten Anteil.
Trotz der zunehmenden Plastikverschmutzung sind bisher alle UN-Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen gescheitert.
Fakten
Die zunehmende Plastikverschmutzung stellt ein globales Umweltproblem dar. Nach Angaben des United Nations Environment Programme (UNEP) wurden allein im Jahr 2024 schätzungsweise mehr als 500 Millionen Tonnen Plastik produziert, wovon bis zu 400 Millionen Tonnen relativ schnell zu Plastikabfällen werden. Nach einem Artikel in der Fachzeitschrift Science wurden zwischen 1950 und 2015 weltweit 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert – etwa die Hälfte davon seit dem Jahr 2000. Insgesamt fielen dabei 6,3 Milliarden Tonnen Plastikabfälle an, von denen etwa 9 Prozent recycelt und 12 Prozent verbrannt wurden sowie 79 Prozent auf Deponien oder in die Natur gelangt sind.
Wenn Kunststoffe in die Umwelt gelangen, bauen sie sich nur sehr langsam ab und reichern sich dabei in der Umwelt an. Nach einem BMUV-Hintergrundpapier gelangen weltweit jedes Jahr zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane und Meere. Laut dem Wissenschaftlichen Dienst des Europäischen Parlaments belasten gegenwärtig rund 150 Millionen Tonnen Plastik die Ozeane und Meere.
Nach einer Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurden, erhöhte sich die weltweite jährliche Plastikproduktion zwischen 1950 und 2022 von 2 auf 400 Millionen Tonnen – das entspricht einer durchschnittlichen Produktionssteigerung von rund acht Prozent pro Jahr. Im Jahr 2022 entfiel dabei auf China fast ein Drittel der gesamten Produktion (32 Prozent) und zusammen mit den anderen Staaten Asiens steigt der Anteil auf 50 Prozent. Die USA und die 27 EU-Staaten plus das Vereinigte Königreich hatten im Jahr 2022 jeweils einen Anteil von 14 Prozent an der weltweiten Plastikproduktion, beim Mittleren Osten und Indien waren es jeweils 5 Prozent. Auch beim Verbrauch von Plastik stand China mit einem Anteil von einem Fünftel an erster Stelle, der Anteil Asiens lag insgesamt bei 36 Prozent. Bei den USA und der EU-27 plus das Vereinigte Königreich lagen die Anteile im Jahr 2022 bei 18 bzw. 16 Prozent, beim Mittleren Osten und Indien waren es 7 bzw. 6 Prozent.
44 Prozent des Plastikverbrauchs entfielen im Jahr 2022 auf den Bereich Verpackung. Darauf folgten die Bereiche Bauindustrie (18 Prozent), Automobilindustrie (8 Prozent), Elektrotechnik und Elektronik (7 Prozent), Haushalt und Textilien (7 Prozent) sowie Landwirtschaft (4 Prozent). Von den 268 Millionen Tonnen Plastikabfällen im Jahr 2022 landeten laut der Studie 103,1 Millionen Tonnen auf Deponien, 90,0 Millionen Tonnen wurden verbrannt und lediglich 38,0 Millionen Tonnen wurden recycelt. 29,6 Millionen Tonnen wurden unkontrolliert entsorgt und 6,7 Millionen Tonnen dem Export zugeordnet.
Nach Angaben der OECD und der UNEP könnte die weltweite Plastikabfallmenge bis 2060 – unter den derzeitigen Rahmenbedingungen und ohne gesellschaftliche Gegenmaßnahmen – auf mehr als eine Milliarde Tonnen pro Jahr steigen. Diese Vorausberechnungen machen die problematische Entwicklung deutlich. Trotzdem scheiterten im August 2025 nach drei Jahren Beratungen und insgesamt sechs Verhandlungsrunden die UN-Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen. Während der Verhandlungen bildeten sich zwei Lager: Auf der einen Seite die sogenannte High Ambition Coalition mit mehr als 100 Staaten (darunter die EU und Deutschland), die Obergrenzen für die Produktion von Kunststoffen und die Beschränkung von problematischen Chemikalien in den Vordergrund stellten. Auf der anderen Seite die Like-Minded Group mit Vertretern der ölproduzierenden Staaten wie Saudi-Arabien, Russland und Iran sowie die USA, die ihre Forderungen vor allem auf ein besseres Abfallmanagement beschränkten und Obergrenzen ablehnten.